Sonntag, 20. Dezember 2015

Unsere surreale Welt

1 Kommentar :
Jetzt, da die festliche Zeit von Weihnachten und Neujahr vor uns steht ist nicht nur Zeit zu Feiern und vorwärts zu schauen. Auch Zeit zurück zu schauen wo wir waren und wo wir im Moment sind. Während die Zukunft nichts als Vorstellung ist - alle Vorsätze fürs neue Jahr sind möglicherweise nur wahnhaft und falsch - wirklich wahr ist die Vergangenheit. Das Hier und Heute, während wir atmen und versuchen durch den Tag zu kommen. Lassen wir es nicht persönlich werden, weil es viele andere Gelegenheiten gibt über seine Pläne mehr Sport zu treiben, aufhören zu rauchen oder netter mit Mitmenschen zu sein gibt.

"Dreamland" von Prateep Kochabua
Sprechen wir über uns als Gesellschaft, als Nation. Und die Frage ist nicht die, ob es Schauspieler Thrisdee „Por“ Sahawong von Kanal 3 besser geht. Was geschieht gerade jetzt? Was geschah in diesem Land in diesem Jahr?

Für jene, deren Wahl nicht sehen ist, ist es ein Zustand von Normalität, oder sogar Glück. Für andere kann er nur als surreal bezeichnet werden. Es geht nicht um den unglücklichen Fall von „Por“, aber er ist der Ausgangspunkt für eine Diskussion.

Seit über einem Monat liegt er an Dengue Fiber erkrankt im Ramathibodi Krankenhaus. Reporter und Paparazzi kampieren vor dem Spital und alle verschlingen die neuesten Nachrichten über seinen Gesundheitszustand, jede geringfügigste Änderung - gestern war er in der Lage seine Augen zu öffnen, seine Tochter hat heute dies gemacht und weshalb war da heute Nachmittag ein blasser Ausdruck auf dem Gesicht seiner Frau?

All dies ist sehr gut und lobenswert, bis wir einen ähnlichen Event zur Seite stellen. Beschuldigt eine „Korruptionsgrafik“ des Rajabhakti Skandals geteilt zu haben wurde Thanet Anantawong von Militärs aus dem Sirindhorn Krankenhaus geholt, wo es gerade wegen einer Darminfektion operiert werden sollte. Später, in Haft, wurde seine Familie telefonisch vom Militär informiert, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe und sie im Medikamente gebracht hätten. Allerdings wurde es weder seiner Familie noch seinem Anwalt erlaubt ihn zu besuchen.

Obwohl die beiden Vorfälle nicht im Zusammenhang stehen bringen sie uns dazu nachzudenken. Über unsere Gesellschaft und ihr kollektives Gefühl von Sympathie, auf das wir so Stolz sind und das wir schon oft ausgedrückt haben. Noch trauriger ist, dass eine Menge Leute noch nie etwas über Thanet gehört haben und nicht wissen was mit ihm geschehen ist.

Ja, es gab einige wenige Fälle die ebenfalls kaum zu glauben waren, aber in etwas abgeschwächter Form. Wie Premierminister Prayuts Plan, bis 2017 alle ID-Karten mit Beruf und Einkommen zu versehen. Mit der Begründung, dass niemand schüchtern sein solle, weil „wir alle Thais sind“. Aber leider gibt es vergleichsweise mehr Vorfälle mit ernsterem Ton.

Da war die Verhaftung des Anti-Coup Aktivisten Prachathipatai Sueksa an einem Bahnhof in Ban Bong auf der Bahnfahrt zum Rajabhakti Park. Und der britische Botschafter in Thailand, Mark Kent, der die Doppelmoral der Regierung ganz gut in einen Tweet verpackte:

„Ich hatte gehofft, die Erlaubnis an 200 Bürger vor der US-Botschaft zu demonstrieren wäre eine Lockerung des Versammlungsverbots.“ Es war eine Referenz an die Protestaktion vor der US-Botschaft im November.

Das Beste an der Saga der Bahnfahrt zum Rajahbhakti Park war, wie die Mutter des Anführers der Democracy Studies Sirawith Serititwat am Vortag zu einem Gespräch mit dem Militär eingeladen wurde.

Der Prozess für diese „Einladung“ beinhaltete einen Besuch bei ihr zu Hause, Aufnahmen ihrer ID-Karte und Anschauen von Familien Fotos. Schläger hätten nicht mehr Gentlemen-like sein können.

Der aktuellste Fall ist wie der Oberste Gerichtshof den 60-jährigen Pichet Thabutda, Anführer der Chak Thong Rop, welcher den Protest der Rothemden beim Abfackeln des Regierungsgebäudes von Ubon Ratchathani 2010 anführte, zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilte. Dabei das Urteil des niedrigeren Gerichts von einem Jahr Gefängnis verwarf.

Ich weiss sehr wohl, dass ich kein Jurist bin. Aber der Anstieg der Haftstrafe um 99 Jahre in einem Schritt scheint etwas seltsam.

Ob in Kunst, Film oder Literatur ist Surrealismus für mich die Darstellung des Unwirklichen um über das absolut Reale zu sprechen.

In der Politik Thailands hat es in letzter Zeit nicht wenige solcher Beispiele gegeben. Aber ich denke im Fall unseres Landes geht es beim Gebrauch des Unwirklichen darum, von der Wahrheit abzulenken und sie zu verschleiern. 

Von Kaona Pongpipat in der Bangkok Post

1 Kommentar :

  1. Ich finde es toll, dass auf dieser Seite immer wieder auf die Doppelzüngigkeit der Junta hingewiesen wird - und dabei noch die USA und EU als Demokraten und Wahrer der Menschenrechte gepriesen werden!
    Genau diese Westler haben ihre Tugend genau ab Junta Antritt entdeckt - haben sich unter dem Thaksin Clan einen Dreck um Menschenrechte und Sklavenhandel in Thailand gekümmert, solange das Geschäft lief... Das Einzige was der Westen damit erreicht: Thailand verbündet sich mit China und Russland.. - tolle Aussichten für Menschenrechte!

    AntwortenLöschen