Donnerstag, 10. Dezember 2015

Thailands höchster Ermittler gegen Menschenhandel sucht politisches Asyl in Australien

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General Major Paween Pongsirin, Thailands oberster Ermittler gegen Menschenhandel, ersucht in Australien politisches Asyl. Er begründet seinen Schritt damit, dass er um seine Leben fürchtet, weil viele einflussreiche Figuren der thailändischen Regierung, aus Militär und Polizei in den Menschenhandel verwickelt wären und ihn töten wollten.

Generalmajor Paween im Interview mit der australischen ABC.
Paween traf vor einigen Tagen mit einem Touristenvisum in Melbourne ein und berichtete heute der Australian Broadcasting Corporation und dem Guardian von seinen Plänen.

Dass ein respektierter und hochkarätiger Polizeiermittler aus seinem Land flieht und schwere Vorwürfe erhebt ist für Thailand sehr peinlich. 

Menschenrechtsgruppen sagen schon immer, dass das südostasiatische Land seine Augen vor dem Missbrauch der Opfer des Menschenhandels zudrücken und viele Beamte in den Handel involviert sind. Thailands Militärjunta bestreitet die Behauptungen.

Paween sagte, er hoffe darauf, dass ihm Australien Asyl gewähre. 

„Ich arbeitete um Menschen in Not zu helfen. Ich dachte nicht an persönlichen Gewinn, aber jetzt bin ich selbst in Not. Ich glaube, es sollte einen sicheren Ort für mich geben, irgendwo auf dieser Welt, um mir zu helfen.“

Begonnen hatten die Ermittlungen im Mai 2015, als mehr als 30 Gräber in einem verlassenen Flüchtlingscamp nahe der malaysischen Grenze gefunden wurden. Generalmajor Paween hatte seither 153 Haftbefehle ausgesprochen. 91 Personen wurden verhaftet, u.a. der schillernde Drei-Sterne General Manas Kongpan.

Aber im November gab er seinen Posten auf, nachdem er gegen seinen Willen in den von Unruhen geplagten tiefen Süden kommandiert wurde.

Auch die Untersuchungen gegen den Menschenhandel, die er anführte,  wurde eingestellt, obwohl Paween darauf pochte, dass sie noch lange nicht fertig sind. 

Auf die Frage, wer sie einstellen liess, sagte Paween via Dolmetscher: „Einflussreiche Personen sind am Menschenhandel beteiligt. Es gibt einige schlechte Polizisten und einige schlechte Militärs, dies diese Art von Handel betreiben. Leider sind es diese schlechten Polizisten und schlechten Militärs, die die Macht ausüben.“

Paweens Asylantrag wird wahrscheinlich internationale Auswirkungen haben. Thailand hat sich bereits geärgert, dass es Washington in die niedrigste Kategorie der Länder eingestuft hat in ihrer Bereitschaft zur Bekämpfung des Menschenhandels. 

Am Ufer des Yarra Flusses in Melbourne sagt Paween, dass er keine Ahnung habe, wie die thailändische Regierung auf seinen Asylantrag reagieren werde. Er spricht leise und mit wenig Emotionen, sagte aber, dass er zutiefst betrübt sei, sein Land zwangshalber verlassen zu müssen und nicht in der Lage sei, seine Arbeit vorzusetzen.

Er versteht die Ironie, dass auch jemand der versucht Flüchtlingen zu helfen selbst Asylbewerber werden kann. Es sei schwierig gewesen, diejenigen zu verfolgen, die involviert sind, aber er habe seiner Pflicht nachgehen müssen.

„Ich dachte damals nicht an diese Dinge. Jetzt erkenne ich, dass es gefährlich war.“ 

Quelle: The Guardian

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