Samstag, 7. November 2015

5 Länder Asiens verursachen grössten Teil des Plastikmülls in den Ozeanen

1 Kommentar :
Im Pazifik, etwa auf halbem Weg zwischen der Westküste von Nordamerika und Asien, schwimmt eine Insel aus Kunststoffabfällen, die etwas doppelt so gross ist wie der US-Bundesstaat Texas. Die als Great Pacific Garbage Patch bekannte Müllinsel entsteht durch den Coriolis Effekt, einem Phänomen, dass in einem riesigen Wirbel von Meeresströmungen sicht- wie auch unsichtbaren Müll zusammenträgt. Sie ist ein von fünf grossen Müllinseln in den Weltmeeren.

Plastikabfälle: Ein Meer von Müll im Meer. 
Etwas 80% des Kunststoffs im Meer kommt über Flüsse und Wind vom Land, der Rest stammt von Schiffen und Bohrinseln. Einmal im Wasser, geht der Rest, der nicht wieder an einen Strand angeschwemmt wird oder in Mägen von Tieren wie Meeresschildkröten und Seevögeln endet, schliesslich unter. 

Aber Kunststoff ist nicht biologisch abbaubar. Stattdessen verwandelt er sich mikroskopisch kleine Partikel, die oft von Fischen gefressen werden, weil sie sie für Plankton halten. Zooplankton und Phytoplankton sind ein wichtiger Teil der Lebensmittelkette, die letztlich in der menschlichen Ernährung enden kann - was Fische fressen, essen schliesslich Menschen. Das bedeutet, dass wir nicht nur die Chemikalien, die im Kunststoff enthalten sind, essen, sondern auch die Schadstoffe in den Ozeanen, die den Kunststoff absorbieren.

Acht Millionen Tonnen Kunststoff jährlich - und es werden immer mehr

Während die Auswirkungen von Kunststoffabfällen in unseren Ozeanen in den letzten Jahren untersucht wurde, fehlten bisher Angaben über die Gesamtmenge, die vom Land stammt. Neue Forschungen geben ein klareres Bild ab.

müll insel im pazifik
Die grosse Müllinsel im Pazifik - woher der Müll kommt und wie sie entsteht. 
Kürzlich veröffentlichte das Magazin Science den Artikel „Kunststoffabfälle vom Land ins Meer“:

Durch die Verknüpfung von weltweiten Daten über feste Abfälle, Bevölkerungsdichte und Wirtschaftsleistung schätzen wir die Menge landbasierter Kunststoffabfälle in den Weltmeeren. Wir gehen davon aus, dass 2010 in 192 Küstenländern 275 Millionen Tonnen (MT) von Kunststoffabfällen entstanden. Davon kamen 4.8 bis 12.7 Millionen Tonnen in die Ozeane.

Der grösste Teil des Plastik und Kunststoff in unseren Meeren stammt aus China, Indonesien, den Philippinen, Vietnam und Thailand

Von den rund 8 Millionen Tonnen Plastik, die täglich die Ozeane erreichen, kommt der grösste Anteil aus fünf asiatischen Ländern, die alle auf ein beeindruckendes Wirtschaftswachstum zurück blicken können. Aber alle haben Infrastrukturen, die darum kämpfen mit dem Tempo der Entwicklung mithalten zu können.

Die Hauptverursacher von Kunststoffabfällen in den Weltmeeren. 
Ein aktueller Bericht von der NGO Ocean Conservancy aus Washington DC erläutert die Quellen der Kunststoffabfälle in unseren Ozeanen:

„Während alle Länder mit Küstenzugang zum Plastik-Problem beitragen, kommt mehr als die Hälfte aus fünf sich schnell entwickelnden Ländern, wo Produktion und Verbrauch von Kunststoff die Kapazität der Abfallverarbeitung übertrifft. China, Indonesien, die Philippinen, Vietnam und Thailand, in dieser Reihenfolge.“

Alle fünf asiatischen Länder industrialisieren sich immer mehr und die Urbanisierung geht rasch voran. Das bedeutet, wenn es so weiter geht, dass sich die Menge an Kunststoffabfällen in den Ozeanen weiterhin stark zunimmt.

Doch es gibt Hoffnung. Der Ocean Conservancy Bericht beschreibt mehrere Massnahmen, wie das Abfallmanagement in diesen Länder verbessert und gleichzeitig Kunststoffabfälle wie auch der Teil davon, der in die Meere gelangt, vermindert werden können. Es wird geschätzt, dass die Umsetzung in diesen fünf Ländern 65% weniger Kunststoffmüll bedeuten würde, gleichzeitig würde die weltweite Menge an Plastik, die in die Meere gelangt, um 45% reduziert.

Helfen auch Sie mit, nicht nur zu Hause, sondern auch im Urlaub in Thailand:

  • Nehmen Sie zum Einkaufen immer eine Tasche mit, auf dem Markt wie im 7-Eleven
  • Werfen Sie nichts auf die Strasse oder den Busch gleich nebenan, auch keine Zigarettenkippen
  • Spenden Sie ein paar Stunden Zeit und helfen Organisationen wie Trash Hero Strände zu reinigen

Quelle: Asian Correspondent

Freitag, 6. November 2015

Englisch auf verlorenem Posten

Keine Kommentare :
Thailand fiel vom 62. auf den 70. Rang aller Nationen in Englischkenntnissen und ist nun das am 3. schlechtesten Englisch sprechende Land Asiens im jährlichen Eduction First English Proficiency Index. Sogar Länder wie Vietnam und Indien konnten sich verbessern, während Thailand in der Rangliste zurückfiel. Nur noch in der Mongolei und in Kambodscha wird schlechter Englisch gesprochen.

Thailands Englischkenntnisse im asiatischen Vergleich.
Weltweit gesehen liegt Thailand neben den genannten zwei Ländern nur noch vor Katar, Kuwait, Irak, Algerien, Saudi Arabien und Libyen. „Thailands Englischkenntnisse bleiben trotz der grossen Tourismusindustrie tief“, steht im Report von Education First, kurz EF, einer internationalen Bildungsunternehmen, das auf Sprachkurse, Bildungsreisen, akademische Studiengänge und kulturellen Austausch spezialisiert ist.

„Thailands Schulsystem schneidet bei internationalen Bewertungen in allen Fachbereichen schwach ab. Die durchschnittliche Anzahl absolvierter Schuljahre liegt tiefer als im regionalen Durchschnitt. Das bedeutet, das die erwachsenen Thais weniger gebildet als viele andere Asiaten sind.“

EF merkt an, dass die Thais noch immer schwache Englischkenntnisse aufweisen, obwohl das Land mit 31.3% seines Budgets für Bildung - den höchsten Anteil aller 70 geprüften Länder - ausgibt.

„Ein tiefes Bruttonationaleinkommen pro Kopf hat zur Folge, dass, obwohl die Elite in Privatschulen und English Unterricht investiert, diese Optionen für viele nicht zur Verfügung stehen.“ Für Thailand gibt EF $13'430 an, in Kambodscha liegt es bei $2'890.  

Die derzeitige Regierung hat jetzt den Auftrag gegeben, dass die Schulen ihren Englischunterricht zur landesweiten Standardisierung dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen anpassen. Als „bescheidenes“ Ziel für Abiturienten wurde Sprachniveau B1 gesetzt.

Die Englisch Rangliste wurden dieses Jahr zum fünften Mal veröffentlicht. An den Online-Tests, aus denen die aktuellen Rangliste ermittelt wurde, hatten 2014 weltweit 910’000 Erwachsene teilgenommen.

„Nur noch wenige Länder zweifeln die Notwendigkeit von Englisch Unterricht an. Stattdessen wird darüber diskutiert, welchen Dialekt öffentliche Schulen lehren, wie der Unterricht bewerten werden soll und wie viele Lektionen notwendig sind. In Entwicklungsländern ist Englisch oft ein Entwicklungsziel, der mit dem Ausbau des Dienstleistungssektors und der Verbindung mit dem Rest der Welt verbunden ist.

Wie überall auf der Welt sprechen auch in Thailand Frauen besser Englisch als Männer. 

Frisch von der Schule und wenig gelernt: 20-Jährige Thais sprechen schlecht Englisch. 
Der Niedergang des Landes in seinen Englischkenntnissen kann in Vergleich der Altersgruppen festgestellt werden. Junge Erwachsene von 18-25 weisen schlechtere Kenntnisse als die Altersgruppen von 26-40 aus. Global ist es jedoch genau umgekehrt. 

Übrigens: Österreich liegt als bestes deutschsprachiges Land an 10. Stelle. Deutschland belegte den 11. und die Schweiz an 19. Rang. Nummer 1 ist Schweden, gefolgt von den Niederlanden und Dänemark.

Quelle: Bangkok Post

Sonntag, 1. November 2015

In Dunst verhüllt, aber alles in Ordnung

Keine Kommentare :
Einige Länder Südostasiens waren voller Dunst. Mehr als einen Monat war die Sicht für Menschen in Indonesien, Singapur und Malaysia durch einen dünnen Schleier eingeschränkt. Ein grauer Nebel von unendlich kleinen Teilen verfinsterte Himmel und Strassen. Grund war das illegale Abrennen von Ackerland für Palmöl Plantagen. Eine Gefahr für die Gesundheit, eine Gefahr für die Umwelt und eine politische Delle, besonders für den Präsidenten von Indonesien, Joko Widodo. 


Auch Thailand ist in Dunst verhüllt, einer anderen Art von Dunst. Auch er reduziert die Sicht und blockiert unseren Verstand. Es sind ebenfalls unendlich kleine Teile, die vereint zu einer undurchsichtigen Decke (und Schlinge) werden.

Am Schlimmsten, auch die Prognose ist düster: wie die Launen des Windes und der Jahreszeiten wird sich der Dunst in den meisten südostasiatischen Ländern auflösen, während wir in der Golden Achse wahrscheinlich im selbst geschaffenen nebligen Schleier stecken bleiben.

In den Nachrichten bedeckt unsere Art Dunst viele sensationelle Fälle. Deren Hintergründe bilden ein Labyrinth oder eine Sackgasse oder, wieder, eine Schlinge. Sie beinhalten manchmal den Tod, welcher noch mehr Nebel und Verhüllung entstehen lässt. Wie der hochkarätige Fall um Suriyan „Mor Yong“ Sucharitpolwong und Polizei Mayor Prakrom Wirunprapa, der tot in seiner Zelle aufgefunden wurde. Das lässt allen die Lippen beben, aber wir sollten die anderen nicht ignorieren. Wie den Koh Tao Mordfall, der auch in verwirrenden Nebel verhüllt ist. Und natürlich den Erawan Schrein Bombenanschlag. Ein Fall so schrecklich und so chaotisch, dass er irgendwie zu einem als Geschenk verpacktes,  von einem Rentier mit blutiger Nase geliefertes Weihnachtspaket verkam - keine Falten, keine lockeren Knoten, alles gelöst, alles, ausser, dass sich alle anderen noch immer im Nebel schwimmend fühlen.

Und vergessen wir nicht den dicksten aller Nebel: den Single Gateway (oder Richtlinie oder Anordnung oder Befehl, oder „eine Studie“?) Der Wind des Wandels scheint ihn weggeblasen zu haben, aber vielleicht auch nicht, seit er ihn „IT Hub“ umbenannt wurde, was immer das bedeuten mag. Wieder stützen wir uns auf den nationalen Dunst ab, der unsere Augen bedeckt. Umso mehr, als der Premierminister mit der Idee liebäugelt, dass „Land zu verriegeln“. Wo ist der Hauptschalter? Vielleicht weiss er’s, aber wir wissen es nicht.

Am Medien Zirkus vom 21. Oktober, als Mor Yong und zwei weitere Verdächtige verhaftet wurden, versammelten sich Hunderte von Reportern mit Kameras und Mikrophonen. Es gab unzählige Tweets und Live Berichte. Aber sie konnten den Nebel nicht durchbrechen - vielleicht war es ihnen nicht erlaubt, vielleicht wollten sie nicht.

Der Dunst ist undurchdringlich. Und wir alle straucheln und gehen auf Zehenspitzen, voller Angst, die Klippe runter zu fallen. Wie an der Pressekonferenz der Polizei vor vier Tagen. Es schien, als weitere Informationen vorenthalten wurden. Wir erfuhren was geschah, aber wir wussten noch immer nicht, was geschehen war. Wissen und Kenntnis sind nicht dasselbe. 

Wenn Jahreszeitenwechsel und Wind den südostasiatischen Dunst vertreiben können, was könnte uns helfen?

Ein paar Dinge, meine ich. Journalismus, als einen Anfang. Aber die Definition der Praxis scheint in einigen Fällen eingeschränkt (das ist keine Entschuldigung), und jetzt so veraltet, dass Reporter auf Vorstellungskraft, Träume, Kaffeesatz und inoffiziellen Quellen beruhen, die manchmal nur noch mehr Dunst produzieren. Dann haben wir die Behörden, die manchmal wie eine gigantische Nebelmaschine arbeiten und damit ewigen Dunst schaffen, durch den wir nicht durchsehen können -  nehmen wir zum Beispiel die Verhafteten des Koh Tao Falles und dem Erawan Schrein Bombenanschlag, nicht zu sprechen von so vielen anderen Ereignissen.

Mit dem Dunst kommt Misstrauen. Deshalb werden wir geschult jeden offiziellen Bericht, von Geständnissen verdächtiger Mörder bis zum Verneinen der Einrichtung eines Single Gateway, mit Vorsicht aufzunehmen. Wenn der Premierminister von Reform erzählt, glaube ich, dass es es ihm ernst damit ist, und er es gut meint. Aber seine Reform bedeutet nichts, wenn sie nicht in die tiefen Strukturen greift, die Polizei, die Armee, die Medien und was sonst noch alles. Zur Sicherstellung, dass der Wind des Wandels den Dunst vor unseren Augen vertreibt.

Es gibt ein kleines Problem: die Sache mit Nebel und Dunst ist die, dass wir uns daran gewöhnen können. Wir sind solch anpassungsfähige Kreaturen - nicht anpassungsfähig im Sinn von katzenhaftem Sehen im Dunkeln. Aber wenn’s okay ist, wenn’s uns nicht zu sehr stört, gehen wir unseren Weg durch den Schatten ohne zu wissen, ob ein Elefant im Raum steht. Solange der Elefant nicht Amok läuft und uns zu Tode trampelt. Um ehrlich zu sein, wir sind schon so konditioniert, dass es uns keine grosse Mühe bereitet wie umgeben von Dunst zu leben, leicht irritiert in Augen und Ohren. Unsichtbare Partikel einatmen, welche in der nahen Zukunft schädlich sein könnten. Und das ist kein gutes Zeichen.

Von Kong Rithdee in der Bangkok Post