Donnerstag, 1. Oktober 2015

Steigende Unzufriedenheit im Nordosten

Kommentare :
Das ländliche Kerngebiet der gestürzten Premierministerin Yingluck Shinawatra und ihres im Exil lebenden Bruders und Milliardärs Thaksin wird durch die Wirtschaftspolitik der Militärregierung verletzt, Unzufriedenheit entzündet sich und die Gefahr von Protesten wächst. Die Aufhebung von grosszügigen Agrarsubventionen lässt die Reisbauern im Nordosten mit steigenden Schulden kämpfen und auch die nächste Ernte verspricht durch den tiefsten Reispreis seit acht Jahren keine Abhilfe.

40% der arbeitenden Bevölkerung Thailands ist in der Landwirtschaft tätig. 
Kleinkriminalität ist auf dem Vormarsch und Einzelhändler kämpfen. Die grosse Platinum 168 Shopping Mall ausserhalb der Provinzhauptstadt Udon Thani wurde während der Boom-Jahre gebaut. Jetzt ist nur noch ein Drittel der Fläche besetzt und Verkäufer müssen keine Miete mehr bezahlen. 

„Die Leute beklagen sich über steigende Lebenshaltungskosten, nichts mehr ausgeben zu können“, sagt Teerasak Teecayuphan, der Bürgermeister von Khon Kaen. „Ihr Geduld geht langsam zu Ende. Früher oder später wird dieser Kessel überkochen.“

Die „Rothemden“, viele von ihnen stammen aus dem Isan, haben ein Jahrzehnt der politischen Unruhen, einschliesslich der Proteste auf Bangkok’s Strassen geprägt. Die Kampagne des Militärs, die zehn Wochen Proteste im 2010 aufzulösen hinterliess Tote und lösten die schlimmsten Brandstiftungen und Ausschreitungen in der modernen Geschichte Thailands aus.

Thaksin hat seinen Anhängern angeblich gesagt ruhig zu bleiben und „sich tot zu stellen“, aber einige in der ärmsten Region Thailands sagen, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bevor Unmut die Angst vor dem Militär besiege und die Leute wieder auf die Strasse gehen. 

„Die Leute wollen protestieren“, sagt Sabina Shah, eine lokale Anführerin einer Gruppe von Rothemden in Khon Kaen. „Aber wir müssen den richtigen Moment abwarten. Wenn wir jetzt in kleinen Gruppen auftreten ist es Selbstmord. Wir halten uns bedeckt und warten auf die Gelegenheit - wenn die Regierung unter sich selbst uneinig ist.“

Das Militär hatte die Regierung Yingluck im Mai 2014 gestürzt und ihr eifrig verboten sich politisch zu betätigen. Früher mobilisierten beide Shinawatras die arme Landbevölkerung mit einer Mischung aus Entwicklungsprojekten, Sozialleistungen und Subventionen zu Erdrutsch gleichen Wahlsiegen.

Viele im Nordosten meinen, dass sie jetzt einen wirtschaftlichen Preis für ihre politische Zugehörigkeit bezahlen. Putsch Führer und Premierminister Prayut Chan-o-cha steht für ein hauptsächlich in Bangkok basiertes Establishment, dass Shinawatras populistische Politik schmäht und von der ländlichen Trägerbasis bedroht wird.

Seine Regierung ist enthaltsam in der Unterstützung für die Landwirtschaft, welche knapp unter 10 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes beiträgt.

„Es ist ziemlich schlimm für Bauern, wir haben hohe Schulden“, sagt Pursudar Koyto aus Ban Kampon, einem Dorf umgeben von grünen Reisfeldern, welche bald geerntet werden können. „General Prayut hätte mehr machen können, wie es zuvor Thaksin machte.“

Während die Haushalteinkommen unter den Shinawatras stiegen, sind sie im Isan immer noch die tiefsten Thailands, knapp über 19’000 Baht pro Monat. Weniger als die Hälfte der 43’000 Baht in der Region Bangkok, gemäss den letzten amtlichen Statistiken aus dem 2013.

Das Militär warnt vor negativen Auswirkungen auf das ganze Land

Die Junta hat eine Kehrtwende in ihrer Politik gemacht um Leben in die schwächelnde Wirtschaft zu hauchen und steigende Unzufriedenheit abzuwenden. General Prayut hat im August Somkid Jatusripitak - einen der Architekten von Thaksins Politik - zu seinem Wirtschafts-Zar gemacht.

Somkid hat die Belebung der ländlichen Wirtschaft priorisiert. Sie beschäftigt nahezu 40 Prozent aller arbeitenden Menschen Thailands.

„Sie leiden“, sagt er Reuters in einem Interview. „Wenn diese Menschen keine Kaufkraft mehr haben wird das ganze System beschädigt.“

Südostasiens zweitgrösste Wirtschaft erreicht die Ziele der Regierung nicht. Die Zentralbank hat am 25. September seine BIP-Wachstumsprognose für 2015 von 3 auf 2.7 Prozent gesenkt, die für 2016 von 4.1 auf 3.7 Prozent. Letztes Jahres betrug es 0.9 Prozent, das langsamste Wachstum seit drei Jahren.

Der neue Wirtschaftsminister hat eine Reihe von Massnahmen, einschließlich zinsgünstiger Darlehen durch Dorffonds angekündigt. Aber noch ist nicht klar, ob diese das Wachstum ankurbeln. Er sagte, er würde noch mehr Geld in die Wirtschaft ländlicher Gebiete injizieren, wenn es notwendig sei.

Schlimmeres steht bevor

Die Zeichen der wirtschaftlichen Misere im Isan sind weit verbreitet. Private Investitionen, Fahrzeugverkäufe und Immobilienwerte sind alle gesunken und die Bauern im weltweit zweitgrössten Reis-Exportland erwarten noch Schlimmeres bevor es besser wird.

Bargeld ist bereits knapp und viele verkaufen ihre Autos und ihr Land um Darlehen zurück zu zahlen. Kredite werden knapp, da Banken im Kampf gegen die steigende Zahl von Forderungsausfällen ihre Vergabevorschriften verschärfen. 

„Ich muss Geld ausleihen um jährlich meine Schulden zu bezahlen“, sagt Reisbauer Khamkong Banphod aus Ku Kaew nahe Udon Thani. „Diejenigen die leiden sind die, die viel Geld investiert haben und jetzt vor Verlusten stehen. Sie haben Schuldenprobleme und sind wütend auf die Regierung.“

„Die Gewinnspanne für Müller ist hauchdünn seit die Subvention für Reis endete“, sagte Somsak Tungphitukkul, der Reismühlen in der Provinz Khon Kaen besitzt. „Viele Mühlen machten keinen Gewinn mehr und wurden stillgelegt oder ganz geschlossen.“

„Es wird ein Albtraum für die Reisindustrie, wenn die Regierung bei der nächsten Ernte nicht etwas macht.“

Quelle: Bangkok Post


Kommentare :

  1. Typische Wiedergabe der verdrehten ROT Käppli Geschichten...
    1. Autoverkäufe von Ying(no)luck gefördert - ist wohl klar, dass nach dem Rabatt die Verkäufe einbrechen!
    2. Reisernte: in jedem Nachbarland müssen die Farmer mit den Handelsüblichen Reispreisen klar kommen -in Thailand soll das Doppelte bezahlt werden, um die armen!!! Bauern zu unterstützen - profitiert haben die Grossbauern mit Reisimporten aus Laos/Vietnam etc. und umpacken..
    3. Hohe Schulden: zumeist vom Thaksin Clan - denn ein Thai will Sanuk - Schulden zurück zahlen war wohl eh nie beabsichtigt... Hauptsache Thaksin hat seine Schäfchen im Trocknen -und der Staat bezahlt!

    AntwortenLöschen
  2. Schuld an allem ist die böse Junta -so undemokratisch - nicht wie Thaksin: alle 4 Jahre dürft ihr mich wählen und in der Zwischenzeit mache ich was mir passt...
    oder wenn's nicht geht ein paar Bomben werfen lassen und sich dann beklagen, wenn beim Aufräumen in Bangkok 90 Menschen sterben - nicht bewiesen von welcher Seite geschossen wurde - aber von Thaksins 3000 Radiostationen wurde sofort Abisith und Suthep als Mörder hingestellt - Märchenstunde à la ROT Käppchen...

    AntwortenLöschen