Freitag, 30. Oktober 2015

Eine demütige Schönheitskönigin

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Ein herzerwärmendes Bild. Ein junge Schönheitskönigin kehrt in ihr Heimatort zurück. Mit glitzernder Krone auf dem Kopf, Seidenschärpe um die Hüften und High Heels an den Füssen sinkt die 17-jährige Khanitta „Mint“ Phasang vor schmutzigen Mülltonnen auf die Knie und bedankt sich bei ihrer Mutter für alles, was sie für sie getan hatte. Mint hatte letzten Monat den Titel Miss Uncensored News Thailand 2015 gewonnen.

Miss Uncensord News Thailand 2015 bedankt sich bei ihrer Mutter.
Der bewegende Moment berührte das Herz vieler Menschen, hat Mints Mutter sie doch alleine grossgezogen und ihren Lebensunterhalt durch Sammeln und Recyceln von Müll verdient. Sie war so arm, dass sie es sich nicht leisten konnte, das Mädchen nach der obligatorischen Schulpflicht weiter lernen zu lassen. 

Trotzdem hat sich Mint nie über ihre Herkunft oder die Arbeit ihrer Mutter geschämt. Sie hat immer optimistisch in die Zukunft geblickt. Half und hilft ihrer Mutter bei so genannt minderwertigen Tätigkeiten wie Müll sammeln und Wertstoffe sortieren.

„Was ich erreicht habe, habe ich durch meine Mutter erreicht. Wir verdienen den Lebensunterhalt mit ehrlicher Arbeit. Es gibt keine Grund, weshalb ich mich minderwertig fühlen sollte.“

Freunde hatten sie ermutigt am Schönheitswettbewerb teilzunehmen. Nachdem Mint die Krone zur Miss Uncensored News Thailand aufgesetzt wurde entbrannte eine Kontroverse.

Der Veranstalter hatte entdeckt, dass sie ihren Bildungshintergrund falsch angegeben hatte. Statt Mathayom 6, wie sie auf dem Anmeldeformular vermerkt hatte, war ihr Abschluss nur Mathayom 3. Aufgeflogen war die Lüge, als eine Universität die Organisatoren kontaktierte, weil sie der neuen Miss ein Stipendium anbieten wollte.


Die Schönheitskönigin in ihrem Zuhause. 
In der Zwischenzeit war die 17-jährige bereits zu einem kleinen Star aufgestiegen, nachdem von ihrer Müll sammelnden Mutter berichtet worden war. Die Organisatoren wiesen Spekulationen ab der Gewinnerin, einer Müllsammlerin, den Titel abzuerkennen. 

Mint entschuldigte sich am Donnerstag bei Somchai Leknoi, dem Veranstalter des Schönheitswettbewerbs. Sie war sich der Lüge nicht bewusst, hatte sie doch das von ihrem Onkel ausgefüllte Anmeldeformular nicht geprüft. 

Somchai sagte, die Organisatoren wie auch die Zweit- und Drittplatzierte des Wettbewerbs würden keinen Groll gegen Mint hegen. Auch gebe es keine Beschränkungen hinsichtlich Ausbildung. Aber, fügte er hinzu, sie hätte nicht lügen sollen.

Die neue Miss hat bereits einige Aufträge für Werbung, Film und Fernsehen erhalten. Sie hofft dadurch die Situation zu Hause verbessern zu können. „Aber“, sagte sie, „wir bleiben Aasfresser. Meine Mutter sammelt weiterhin Müll und will nicht, dass ich sie finanziell unterstütze.“

Niemand weiss genau, wo in Thailand sie zu Hause ist. Aber ihre Geschichte hat sich rasch über das ganze Land verbreitet. Viele Menschen aus ähnlichen Verhältnissen sagen, Mint sehe nicht nur gut aus, sondern sei stark und pflichtbewusst, weil sie ihrer Mutter weiterhin hilft Wertgegenstände von Müll zu trennen. 


Mittwoch, 28. Oktober 2015

Keine Majestätsbeleidigung - die Polizei zur Absetzung ihres Sprechers

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Der nationale Polizeichef verneint, dass General Prawut Thavornsiri wegen Majestätsbeleidigung von seinem Posten enthoben wurde. Spekulationen hatten sich genährt, dass Haftbefehle gegen weitere Lèse Majeste Verdächtigte ausgestellt würden, einschliesslich hochrangiger Polizisten und Militärs, nachdem letzte Woche drei Personen inhaftiert wurden. 

Der inzwischen geschasste Prawut mit Thailand's nationalem Polizeichef Chakthip.
Polizei General Chakthip Chaijinda, der neue nationale Polizeichef, ernannte am Montag General Detnarong Suthicharnbancha zum neuen Sprecher der Royal Thai Police. Ex-Sprecher Prawut wurde zum Berater zurück gestuft. Gleichzeitig wurden fünf Offiziere zu stellvertretenden Polizeisprechern ernannt. 

Gestern Dienstag sagte General Chakthip, dass eine Umbesetzung des Sprecher Teams üblich sei, wenn ein neuer nationaler Polizeichef das Ruder übernehme. Er habe keine persönlichen Probleme mit General Prawut und das alte Team habe nichts Falsches getan.

„Der bisherige Polizeisprecher arbeitete hart und lange, er verdient eine Arbeitspause. Es ist wie beim Sport. Wenn jemand müde ist, braucht er Ruhe und wird ausgewechselt.“

Er wies Gerüchte ab, der plötzliche Wechsel habe mit den letzte Woche aufgrund von Majestätsbeleidigung Verhafteten zu tun. Eine Quelle nahe am nun Ex-Sprecher sagte, die Ernennung des neuen Teams habe sich genau zu dem Zeitpunkt ereignet, nachdem General Prawut am Sonntag in seinen Auslandsurlaub abgeflogen war.

Kommissar Thitiraj Nhongharnpitak vom Central Investigation Bureau sagte, dass Polizeichef Chakthip heute den Medien Details zur Untersuchung der Fälle von Majestätsbeleidigung gegen Suriyan Sucharitppolwong, dem als Mor Yong bekannten Wahrsager, seinem Mitarbeiter Jirawong Watthanathewasilp und Polizei Major Parkrom alias Warunprapa geben wolle.

Die drei Verdächtigen wurden letzte Woche wegen Verstosses gegen $112 des Strafgesetzbuches für angeblich falsche Behauptungen über die Monarchie und persönliche Bereicherung verhaftet.

Einer der Verdächtigen, Polizei Major Parkrom, hatte sich letzten Freitag in seiner Zelle in der Haftanstalt des 11. Armeekreises erhängt.

Polizeiquellen hatten früher berichtet, dass der Wahrsager Mor Yong bei einer Razzia seiner Wohnung in der Soi Phahon Nothin 14 in Bangkok beim Löschen von Daten auf seinem Computer, einschliesslich der Korrespondenz mit Privatunternehmen zum „Bike for Mom“ Event letzten August, angetroffen wurde.

Der Wahrsager diente als Berater eines für den Event verantwortlichen Unterausschusses. Die Quellen sagten weiter, eine Untersuchung seiner Finanztransaktionen habe ergeben, dass er zum Kauf von Wertpapieren Geld an Verwandte geschleust hatte, für die Polizei ein typischer Fall von Geldwäsche.

Die beschlagnahmten Dokumente zeigen, dass er zur Spendeneintreibung von Millionen von Baht von privaten Unternehmen missbräuchlich den Namen der Monarchie habe, inklusive der Anfrage an eine grössere Firma über mehr als 100 Millionen Baht zum Kauf von Fahrrädern aus China für den im Dezember geplanten „Bike for Dad“ Event.

Als Antwort auf Fragen von Menschenrechtsaktivisten das temporäre Gefängnis des 11. Armee Kreises zu schliessen sagte Justiz Minister Paiboon Kommchaya gestern Dienstag, der stellvertretende Premier- und Verteidigungsminister Prawit Wongsuwon erachte das Gefängnis noch immer für notwendig.

„Um das temporäre Gefängnis schliessen zu können müssten verschiedene Ämter konsultiert werden.“ Die Anlage war zur Inhaftierung der Verdächtigen des Bombenanschlags am Erawan Schrein eingerichtet worden. Die Polizei muss jeweils das Justizministerium zur Nutzung des Gefängnisses anfragen.

Die Behörden haben unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft, Polizisten, Verwaltungsbeamten und Gerichtsmedizinern eine Autopsie des Körpers von Major Parkrom vorgenommen, bevor der Totenschein ausgestellt wurde. Als Todesursache wurde gemäss Minister  Paiboon Asphyxie aufgrund von Halsdruck festgestellt.

Es gebe keine Notwendigkeit den Körper für eine weitere forensische Untersuchung der Gerichtsmedizin des Police General Hospital zur Verfügung zu stellen.

Quelle: Bangkok Post

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Majestätsbeleidigung - Prayut schwört auf Niederschlagung

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Für uneingeschränkte Demokratie Thailand zerstören. Das macht gemäss Premierminister Prayut Chan-o-cha jeder, der gegen das Majestätsbeleidigungsgesetz verstösst. Nun hat er geschworen, mit harter Hand vorzugehen. Gegen Täter werden rechtliche Schritte gemäss $112 des Strafgesetzbuches eingeleitet.

Thailand hat eines der schärfsten Gesetze gegen Majestätsbeleidigung. Bild: News.ch
Das Gelübde des Premiers kam nachdem Haftbefehle gegen mutmassliche Majestätsbeleidiger ausgestellt wurden. Polizei Chef Chakthiap Chaijnda hatte am Dienstag bestätigt, dass es sich bei den Gesuchten um Polizeioffiziere und Zivilisten handle. 

„Haben sie gegen das Gesetz verstossen? Wenn, dass müssen Haftbefehle ausgestellt werden. Nicht mehr und nicht weniger“, sagte General Prayut. Und fügte hinzu, dass, obwohl verschiedene Webseiten mit Majestät-beleidigenden Inhalten geblockt und zahlreiche Sträflinge durch ein Royal-Pardon begnadigt wurden, es immer noch Menschen gebe, welche das Königshaus entehren.

„Ich verstehe nicht, welches Übel die Monarchie ihnen zugefügt hat. Diese Leute haben auf ihrem Weg zur uneingeschränkten Demokratie schon immer die Geschichte und das Gute des Landes zerstört.“

„Weshalb schenkt die Öffentlichkeit diesem Thema soviel Beachtung? Eigentlich will ich nicht, dass Fälle von Majestätsbeleidigung Schlagzeilen machen. Wenn Täter sich wegen Verletzung des Lèse Majeste Gesetzes angeklagt werden, müssen sie vor Gericht kämpfen.

Während dessen hat Polizei General Chakthiap gesagt, Offiziere würden heute vom Militärgericht in Bangkok die Zustimmung zur Verhaftung und Inhaftierung der Verdächtigen einholen. Weiter sagte er, dass eine Untersuchung ergeben habe, dass alle zum persönlichen Gewinn die Monarchie benutzt hätten. Die Details der Untersuchungsergebnisse würden bald der Royal Thai Police übergeben werden.

Er verweigerte Namen und Anzahl der Verdächtigen bekannt zu geben, gab aber zu, dass es sich um prominente Personen handle. Eine ungenannte Quelle der Polizei sprach von Anklagen gegen 10 Personen.

Der Polizeichef ergänzte, dass neben Verstoss gegen das Majestätsbeleidigungsgesetz auch andere Anklagen gemäss Strafgesetz gegen die Täter vorgebracht würden. Ebenfalls sollen Behörden deren Vermögenswerte untersuchen.

Weiter gab er bekannt, dass acht Polizeioffiziere des Central Investigation Bureau CIB verhört würden. Sie waren am Sonntag wegen Verdachts auf Verstoss gegen $112 auf inaktive Posten versetzt worden.

Am Freitag hatte General Chakthiap einen von Generalleutnant Srivara Ransibrahmanakul angeführten Ausschuss eingesetzt, welcher die Fälle von angeblicher Majestätsbeleidigung der Offiziere untersucht. Er besteht aus 19 hochrangigen Beamten verschiedener Polizeieinheiten und soll seine Arbeit so schnell als möglich abschliessen.

In einem anderen Fall hat der Oberste Gerichtshof am Dienstag die Klage gegen Noppawan Tang-udomsuk, die auf einer Webseite angeblich Majestäts-beleidigende Inhalte veröffentlich haben soll, abgewiesen. Das Gericht entschied, dass die Beweise der Anklage zweifelhaft sind. Noppawan selbst war während der Urteilsverkündigung nicht anwesend.

Die Staatsanwaltschaft hatte sie zunächst unter dem Vorwurf von Beleidigung der Monarchie und Verletzung des Computerkriminalität Gesetzes angeklagt. Auf Prachatai veröffentlichte Beiträge sollen am 15. Oktober 2008 die Monarchie beleidigt haben. 

Schon die Vorinstanz hatte die Klage abgewiesen. Sie entschied, dass sowohl die IP-Adresse wie auch die Telefonnummer nicht klar Noppawan zugeschrieben werden können und es weder Zeugen noch Beweise gibt, dass die Angeklagte die Inhalte gepostet hatte.

Quelle: Bangkok Post

Sonntag, 18. Oktober 2015

Auch Thailand mischt mit

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„Das FIFA Dringlichkeitskomitee hat beschlossen den Vorstand der Football Association of Thailand (FAT) aus dem Amt zu entfernen und an seiner Stelle eine Normalisierungskommission einzusetzen“, liess die FIFA am Freitag verlauten. Nur vier Tage nach dem schon der Präsident Worawi Makudi aufgrund einer Untersuchung der Ethik Kommission suspendiert wurde. Die Kommission soll die Wahl des neuen Vorstandes, welche bis spätestens 16. Februar 2016 erfolgen muss, überwachen.

Worawi Makudi, der korruptionsbehaftete Fussball Funktionär Thailands. 
Worawi, der seit 2007 Präsident des thailändischen Fussballverbandes FAT ist, wurde am Montag aufgrund von möglichen Verstössen gegen den Ethikcodex der FIFA provisorisch für 90 Tage von seinem Posten verbannt. Die FIFA hat bisher keine genauen Angaben zu den Verstössen gemeldet, aber frühere Berichte besagen, dass er gegen Bestechungsgelder die WM-Bewerbung Katars unterstützt habe. Er selbst bestreitet alle Vorwürfe.

Der 63-jährige war im Dezember 2010 Mitglied des FIFA Exekutiv Komitees, als die Weltmeisterschaft 2018 an Russland und das Turnier 2022 an Katar vergeben wurden. Er muss sich nun einer förmlichen Untersuchung durch den Weltdachverband des Fussballs stellen.

Worwai wollte sich am Samstag gegen den früheren Nationaltrainer Vanasthana Sajakul und den regionalen Polizeichef Pisan Junilok zur Wiederwahl zum Präsident der FAT stellen und galt als Favorit. Die Wahl wurde nach seiner Suspendierung verschoben.

Vor zwei Jahren hatte er die letzte Wahl gegen Virach Chanpinich trotz Kontroversen gewonnen. Im Juli diesen Jahres verurteilte ihn ein thailändisches Gericht zu 16 Monaten Gefängnis auf Bewährung, weil er vor der Wahl zur Änderung der Abstimmungssatzung Dokumente gefälscht hatte.

„Das Mandat des FAT Exekutivkomitee wurde beendet, nachdem die Präsidentschaftswahlen vom 17. Oktober 2015 verschoben wurden“, sagte die FIFA. Weiter erklärte sie, dass das Normalisierungskomitee auch die Revision des Wahlprozederes der FAT überwachen wird.

Thailand, welches sich noch nie für eine Fussball-Weltmeisterschaft qualifizieren konnte und aktuell auf Rang 145 der FIFA Rangliste steht, liegt nach zwei Runden an der Spitze der Asien Gruppe F zur Qualifikation für die WM 2018 in Russland.

Quelle: Bangkok Post

Samstag, 17. Oktober 2015

In Thailand lächeln wir nur

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Politische und soziale Stabilität hängt nicht von der Regierung ab, vielmehr von den Thais selbst, sagt der stellvertretende Premierminister und Wirtschaftszar Somkid Jatusripitak. Wenn die Menschen einmal die Absicht und die Entschlossenheit der Regierung zur Verbesserung Thailands verstehen, werde dies zu dies zu grösserer politischer und sozialer Stabilität führen. 

Somkid Jatusripitak über Korruption: "In Thailand lächeln wir nur."
„Keines der wirtschaftlichen Reformprogramme ist neu“, sagte er. „All das hätte schon vor 10 Jahren erledigt werden sollen. Aber wir haben Zeit verschwendet.“

„Ich kann die Frage nach politischer Stabilität nicht beantworten. Sie hängt von allen Menschen im Land selbst ab. Aber ich glaube, wenn sie sehen, was gemacht wird, wird es mehr Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft geben.“

Zur Korruption äusserte sich Somkid unverblümt: „Es gäbe keine Korruption, wenn der private Sektor nicht bezahlen würde.“

„In Singapur kann eine korrupte Person nicht in der Gesellschaft verbleiben. Aber in Thailand lächeln wir nur.“

Aber er warnte, dass sich dies ändern würde und bald gesetzliche Reformen mit höheren Strafen für Korruption eingeführt werden.

„Wir werden ein neues Gesetz haben. Eines das auch jene verantwortlich macht, die bezahlen.

Das World Economic Forum hatte letzten Monat in seinem Jahresbericht der Wettbewerbsfähigkeit die Korruption auf Platz 2 nach Regierungsinstabilität als grösste Hindernisse Thailands genannt.

Transparency International rangierte Thailand als 85. von 175 Ländern in seinem Korruptionsindex, im Vergleich gab es für Malaysia Rang 50, für Indonesien den 107. und Vietnam den 119. Platz. Singapur erreichte als Land mit der geringsten Korruption der Asean Rang 7.

Thailands Wirtschaftsminister Somkid sprach anlässlich des Bangkok Post Forum 2015


Donnerstag, 15. Oktober 2015

Symptom einer tiefer liegenden Krankheit?

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Vor 42 Jahren machten die Kinder das, wovon ihre Eltern niemals zu tun geträumt hatten. Angefeuert von jugendlichem Mut und Idealismus führten sie einen Volksaufstand an, der schliesslich zum Sturz des Tyrannen-Trios führte und Thailand von drei Jahrzehnten militärischer Unterdrückung befreite. Ich war damals Studentin im ersten Semester. Wie alle anderen im Land glaubte ich, dass die Herrschaft von Angst und Schrecken endlich hinter uns lag. Wie sehr wir uns irrten.

Sakdina -der Feudalismus aus dem alten Siam lebt im modernen Thailand weiter.
Es war auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Vietnam, Kambodscha und Laos fielen zwei Jahre nach dem Aufstand dem Kommunismus zu. Ich erinnere mich noch lebhaft an die weit verbreitete Angst im Königreich, dass Thailand bald, wie die amerikanische Domino Theorie es beschrieb, folgen würde. Die Angst schnürende rechte Propaganda radikalisierte die Öffentlichkeit während das Vertrauen in die Studentenbewegung geschwächt wurde.

Im Jahr, als ich mein Studium abschloss, sah Thailand eines seiner dunkelsten Kapitel - das Massaker vom 6. Oktober 1976 an der Thammasat Universität. Es zeigte zu welchen Gräueltaten die Machthaber fähig sind um ihren „Grund“ zu schützen. 

Sind wir nach verschiedenen Staatsstreichen und zivilen Regierungen zurück auf Feld eins?

1973 war das Land vereint in Wut und Hass gegen die militärische Diktatur. Nach dem Schwarzen Mai von 1992 kehrte das lädierte Militär in ihre Kasernen zurück. Die Verfassung 1997 ging aus einer lebendige Zivilgesellschaft hervor und sollte Kontrollen und ausbalancierende Mechanismen in der nationalen Politik verstärken und den Gemeinden mehr Entscheidungsfreiheit in der Verwaltung von natürlichen Ressourcen geben. Die meisten glaubten, dass es in Thailand nie wieder Staatsstreiche geben werde.

Auch hier irrten wir uns.

Auch die Einheit der Öffentlichkeit gegen Militärputsche gibt es nicht mehr.

Als General Prayut Chan-o-cha im Mai vor einem Jahr putschte, störte mich die immense Unterstützung eines grossen Teils der Bevölkerung mehr als der Staatsstreich selbst. Besonders die Unterstützung der privilegierten Klasse. Es stellt sich die Frage, ob Staatsstreiche eine Krankheit oder das Symptom eines tiefer liegenden Problems unserer Gesellschaft sind.

Es erstaunt mich auch, dass viele Aktivisten, die in 1970er und 1990er Jahren gegen Staatsstreiche protestierten das Prayut-Regime mit offenen Armen empfingen.

Viele geben Thaksin Shinawatras „der Gewinner nimmt alles“ Politik die Schuld, welche den Status Quo und altes Geld beleidigte. Seiner „Parlaments-Diktatur“ und dem tiefen Graben von Rot und Gelb. Wer kann da widersprechen?  Aber ist das wirklich alles?

Da viele der heutigen politischen Figuren, ob Politiker oder Aktivisten, einst in den Pro-Demokratie Bewegungen der 1970er engagiert waren, entstammen ihre politischen Differenzen wohl aus unterschiedlichen Betrachtungsweisen wie effektive Veränderungen zu Stande kommen können.

Eine Gruppe glaubt, dass man an der Macht sein muss um Dinge zu ändern. Deshalb schlossen sie sich der politischen Maschine Thaksins an. Andere glaubten, dass wahre Veränderungen auf der Ebene von Gemeinden beginnen müssen. Thaksins aggressiver Anstoss von Myriaden von Megaprojekten, welche die Lebensgrundlage vieler zu zerstören drohten, trieb diese Gruppe in die Arme seiner politischen Gegner.

Während die erstere Teil eines herzlosen Systems wurde, dass die Armen bestraft, muss die letztere realisieren, dass ein Stopp von „Thaksins Regime“ nicht gleichbedeutend mit dem Stopp von zerstörerischen Projekten ist.

Im Gegenteil, das Militärregime hat keine Zeit verschwendet. Grosse Staudämme sind zurück in der Agenda. Wie auch die Tiefseehafen Projekte, welche die marine Ökologie unwiderruflich verletzten werden. Bergbau wird bald im ganzen Land erlaubt, auch in unberührten Wäldern. Die Armen werden vertrieben um Sonderwirtschaftszonen Platz zu machen. Der alte Charme des Chao Phraya Ufers in Bangkok wird für immer zerstört. Sie stehen im Angesicht von bewaffneten Soldaten, wenn Sie wagen zu protestieren, wie die Dorfbewohner es bei ihrem Protest gegen Goldminen und Fracking erlebten.

Klar. Wer auch immer an der Macht ist, die Leute an der Basis und die Umwelt leiden weiter. 

Deshalb, weil alle Regierungen - zivil und militärisch - die selbe Entwicklungs-Ideologie vom Absaugen von ländlichen Ressourcen für städtischen Wohlstand und Wirtschaftswachstum verfolgen. 

Es war Machthaber Sarit Thanarat, berüchtigt für seine harte Hand, der diese Ideologie los trat. Er stärkte das Beamtentum und nutzte es als ausführende Kraft. In diesem Prozess schrieben staatliche Ämter die Gesetze, welches sie zu den Eignern aller Ressourcen machte und ihre organisatorische Macht ausweitete. Nachfolgende Regierungen folgten pflichtbewusst während die autoritäre Bürokratie sich immer mehr ausweitete.

Die autoritäre Bürokratie ist nicht das einzige Hindernis für Veränderungen. Ebenso so sehr, wenn nicht noch mehr, ist es die tief militärische und feudalistische Kultur.

Deshalb stecken wir auch vier Jahrzehnte nach dem historischen Aufstand immer noch im teuflischen Zyklus von Staatsstreichen fest.

Von Sanitsuda Ekachai in der Bangkok Post 

Dienstag, 13. Oktober 2015

Selfies mit Bier

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Der frühere Premierminister Anand Panyarachun sagte einst, wenn Thailand eine wirkliche Demokratie werden wolle, müsse eine Bedingung geschaffen werden: Rechtsstaatlichkeit. Nicht Herrschaft durch gesetzliche Vorschriften, weil die Gesetze im Königreich sehr rückständig sind. Die Kontroverse über die Selfies mit Bier in der Hand scheint dies zu verdeutlichen.


Obwohl der Alcohol Control Act seit 2008 besteht, scheint das Gesetz erst jetzt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit anzukommen. Ein Aufschrei erschütterte das Land, nachdem Berühmtheiten aus Film und Fernsehen einer Werbekampagne gleich in Sozialen Medien Bilder von sich mit einem Chang Bier in der Hand veröffentlicht hatten.

Thai Beverages Plc., die Produzentin von Chang, verneinte die zwei Dutzend VIP’s für die Flasche in der Hand bezahlt zu haben. Zwei weibliche Berühmtheiten bestätigten am Sonntag der Polizei, weder Teil einer Werbekampagne gewesen zu sein noch Geld erhalten zu haben. Allerdings räumten sie ein, durch das Veröffentlichen der Bier Selfies auf ihren Instagram Konten als Freundesdienst ein Produkt zu fördern.

Obwohl schwierig zu glauben, soll es rein zufällig gewesen sein, dass einige Top-Prominente zum gleichen Zeitpunkt gleiche Fotos von sich mit Chang Bier Flasche hochgeladen und zum Trinken animiert haben. Skepsis muss in den Hintergrund treten.

Das eigentliche Problem mit den Bier Selfies entstand, als die Polizei sagte, dass es nicht nur Prominenten oder bekannte Persönlichkeiten, sondern auch ganz normalen Menschen nicht erlaubt sei, Fotos von sich mit einem alkoholischen Getränk zu veröffentlichen und Zuwiderhandlung eine Strafe mit sich ziehe. So seltsam das klingen mag, die Polizisten haben recht, wenn man den Buchstaben des Gesetzes folgt.

§32 des Alkohol Control Act 2008 verbietet „jedem“ alkoholische Getränke zu bewerben und deren Namen sowie Logos zu zeigen. Ein Verstoss kann mit bis zu einem Jahr Gefängnis oder/und 500’000 Baht bestraft werden, oder einer täglichen Busse von 50’000 Baht über die Dauer des Verstosses.

Trotzdem halten viele die polizeiliche Interpretation des Gesetzes für übereifrig. Als Reaktion und Protestgeste wurden Fotos von alkoholischen Getränken und, von weniger dreisten Leuten, Reinigungsalkohol gepostet. 

Wird die Polizei diesen willkürlichen Protest ahnden? Ich denke nicht. Sie sollte nicht. Aber zeigt die Kontroverse Mängel am Gesetz? Auf jeden Fall, zumindest aus meiner Sicht.

Nehmen wir den Fall der Prominenten mit Bierschnappschuss als Beispiel. Die Thai Beverage bestreitet, dass die Veröffentlichung der Selfies Teil einer Werbekampagne sei und die Promis selbst stellen sie als Akt von Uneigennützigkeit dar. Welche rechtlichen Gründe hat die Polizei noch, ihnen nachzustellen?

Sarawut Benjakul, Leiter des Institute of Legal Education of the Thai Bar Association vermutet, dass die staatliche Autorität auf die Absicht zielt. Leute, die andere „absichtlich“ zum Trinken auffordern können für Gesetzesbrecher gehalten werden.

Aber es ist oft schwierig Absicht zu beweisen. Wie kann die Polizei beweisen, dass jemand, der ein Foto von sich mit einem Glas Champagner in der Hand und Sonnenuntergang im Hintergrund die grössere Absicht hat Trinken zu fördern als eine lächelnde junge Frau neben einer Reihe von Schnapsflaschen?

Wenn das Gesetz allumfassend versucht bestimmte Tätigkeiten zu kriminalisieren, gewisse Aktivitäten zu kontrollieren und Eingebung zum Schuldbeweis notwendig ist, resultiert dies oft in einer selektiven Behandlung, welche zu unterschiedlichen Standards führt. Genau das scheint hier der Fall zur sein.

Die Forschungsstelle für Alkohol des Gesundheitsministeriums hatte 2013 in einer Studie festgestellt, dass die Kontrolle über Alkohol-Werbung weniger effektiv ist als ein Verbot, aber ein wirksames Mittel zur Eindämmung des Alkoholkonsums und verdient, weiter verfolgt zu werden.

Die gleiche Studie hat jedoch auch darauf hingewiesen, dass die Art der Bewerbung von Alkohol sich bemerkenswert verändert hat, seit der Alcohol Control Act in Kraft trat. Statt Direktwerbung haben die Verkäufer subtilere Methoden, einschliesslich der Nutzung von Gutfühl-Projekten mit sozialen Verantwortung eingesetzt wie auch Prominente als Beeinflussende. Das umgeht nicht nur das Gesetz, sondern entwickelt die Trinkkultur effektiver als traditionelle Werbung.

Die Frage lautet deshalb, ob der Alcohol Control Act, der auf einer gröberen Form der direkten Kontrolle und persönlichem Urteil über die Absicht des Verletzenden basiert, auch in Kraft bleibt, nachdem sich die Situation weiterentwickelt hat.

Im Gesamtbild stellt sich rund um die Kontroverse der Sefies mit Bier die Frage, ob das Vorantreiben von glühender Moral und strengen Kontrollen die Lösung in einer sich zunehmend diversifizierenden Gesellschaft bleibt.


Von Atiya Achakulwisut in der Bangkok Post

Montag, 12. Oktober 2015

Eine haarsträubende Geschichte

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Die „Drei Grossmütter“ ist die berühmte Geschichte aus dem alten Teil des Slums, bekannt als Schlachthaus von Klong Toey. Die Kindergärtler lieben die Geschichte und wollen, dass die Lehrerinnen sie ihnen vor dem Mittagsschlaf wieder und wieder erzählen. Einer der Lehrerinnen ist die Enkelin einer der berüchtigten Grossmütter. Sie ist diejenige, die Joys Mutter überzeugte, sie in der Schule zu lassen und da war, als Joy ihre Haare schneiden und verkaufen musste. Aber davon später mehr.

Als Neunjährige hatte Joy wunderschöne, lange, schwarze Haare, die über ihre Schulter bis zur Hüfte reichten. Sie war vor kurzem ins Schlachthaus eingezogen. Was illegal war, den sie kam aus einem Dorf von der anderen Seite der Grenze. Das ist ihre eigenen Saga und die Saga der „berüchtigten Grossmütter und der Schule im Schlachthaus“. 

Sogar Joys Mutter wusste, dass die „Baracken Schule“ geschützt ist. Und nicht nur die Schule, auch die Lehrer und Kinder drin sind beschützt und sicher durch die Gebete der drei Grossmütter, die jetzt im Himmel sind. Sie waren starke Frauen, gereift von 75 und mehr Jahren Leben im Schlachthaus.

Einst nahmen sie ihren stümperhaften, stolpernden Enkeln heilige katholische Symbole ab. Die Enkel hatten beschlossen, ihr Geld nicht mehr durch Schlachten von Schweinen zu machen, wollten den nicht mehr gebrauchten Kühlraum als Hahnenkampf Arena und das obere Stockwerk als Stundenhotel nutzen.

Als die Grossmütter davon hörten, bekräftigt durch ihren morgendlichen Schuss Reisschnaps - um die Morgenspinnweben auszutreiben und das Blut in die Adern schiessen zu lassen -  marschierten sie ohne Zögern in die Zimmer ihrer zwei Enkel und nahmen alle religiösen Gegenstände mit. Sie sagten, ihre Enkel beschämten sie und die Religionen. Nur, und wirklich nur, wenn sie ihr Leben reformierten, würden ihnen die Grossmütter die Gegenstände zurück geben. Sie zeigten mit dem Finger auf sie. Schämt euch. Schämt euch.  

Die drei alten Frauen sassen in der ersten Reihe als die Schule feierlich eröffnet wurde. Sie hatten ihren erwachsenen Enkeln dringend geraten ebenfalls teilzunehmen. Sie liessen sie knien vor der Statue der heiligen Maria knien und versprechen die Schule zu beschützen. Fertig mit verrückten Ideen von Hahnenkampf und Bordell.

Das ist einige Jahre her. Jetzt gibt es eine blühende Schule mit 72 Mädchen und Jungen. Und hier ist der Ort, wo Joy, dass illegale Flüchtlingsmädchen mit langen, schönen Haaren zur Schule geht. Sie sitzt direkt unter dem Altar, zu Füssen der Heiligen Jungfrau Maria und anderen katholischen Statuen. Aber auch einem Buddha. Sicher ist sicher.

Die Schule ist geschützt. Es gab noch nie einen Unfall, noch nie ein Problem. Ausser einmal, als Rauch von Drogensüchtigen nebenan in die Schule wehten. Der Rauch machte die Kinder krank. Aber die Lehrerin-Enkelin sagte es ihrer Grossmutter, einer der drei. Noch einmal machten sie die Grossmütter auf, nach dem Morgenschuss Reisschnaps zur Vertreibung der Spinnweben und zur Zirkulation des Blutes. Gingen zur Polizei und verlangten, dass der Rauch und Gestank ein für allemal weg muss. Die Kinder liebten es der Razzia zuzusehen. Sie sagten, es wäre wie im Fernsehen gewesen.

Joy vermisst selten einen Tag in der Schule, auch wenn ihre Mutter dagegen ist. Sie will, dass ihre Tochter ihr von morgens bis abends hilft Eingeweide der Schweine zu säubern. Schule und Hausaufgaben bei Tag, säubern von Eingeweiden am Abend, manchmal bis nach Mitternacht, meint sie, könnte zu viel sein. 

Joy ist gesund, wuchs aber hungrig auf. Konnte nie viel mehr als Reis mit Salz essen. Dazu kommt, obwohl der Kindergarten nur fünf Minuten Slumweg von ihrem Zuhause über dem Schweinestall liegt, diese fünf Minuten für ein 9-jähriges Mädchen ohne Papiere gefährlich sind. Aber jetzt ist es besser. Joy kann Thai sprechen und kennt den Umgangston im Slum. Auch, um ehrlich zu sein, ist sie zu dünn um einen kommerziellen Wert darzustellen. Ihre Eltern haben kein Geld. Sie ist, offen gesagt, nichts wert. 

Joy und ihre Familie haben keine Papiere. Sie brauchen sie für ihr leben und arbeiten im Schlachthaus auch nicht wirklich. Aber manchmal schon. Wie vor ein paar Wochen ihr Vater. Er war nach dem Schlachten von Schweinen glücklich betrunken, aber viel zu laut. Wie der Zufall es wollte, waren ein paar Polizisten in der Nähe. 1000 Baht, das war billig, beseitigten alles. Als ob nichts geschehen wäre. 

Es geschah so: Joy war auf dem Weg zur Schule als sie die Menschenmenge und den Tumult um ihren Vater sah, der vor dem Schweinestall vor Polizisten auf dem Boden sass. Sehr kühn marschierte sie durch die Leute, zog ihren Vater hoch und übersetzte für ihn. Sie sagte der Polizei, dass er sich sehr entschuldige und seine Papiere vom kürzlichen Regenguss völlig durchnässt und komplett ruiniert wären. 

Keiner glaubte ihr, aber es reichte. Die Polizei wies sie streng an, ihrem Vater „nie wieder“ zu sagen. Aber ihre Mutter brauchte die 1000 Baht zum Kauf von Medikamenten für ihren kleinen Bruder, der seit drei Wochen an einer schweren Grippe litt. Er war Novize, so konnte er morgens mit den Mönchen auf ihrem Almosengang mit und zusätzliches Essen bringen. Aber nicht, wenn er hustete und keuchte. Er brauchte Medizin. Sonst würde, zusätzlich zu den fehlenden 1000 Baht für des Vaters Betrunkenheit, kein zusätzliches Essen von ihrem kleinen Novizen Bruder kommen. 

Joys Lehrerin, die Enkelin der ältesten der drei Grossmütter kam und sprach mit ihrer Mutter, fragte sie, ob Joy in der Schule bleiben könne. Dieses Lehrerin-Mutter Gespräch liess Mutter unglücklich zurück, aber sie sagte nicht nein. Trotzdem, nachdem die Lehrerin ging, war Mutter nicht erfreut.

Sie belehrte ihre Tochter. „Thai lernen, die Sprache lesen und schreiben, ist nichts für Leute vom Land wie wir. Ausserdem ist unsere eigenen Sprache viel schöner als Thai. Warum willst du diese Sprache lernen? Aber wenn es dich glücklich macht, gehe weiter zur Schule. Ich genehmige diese Dummheit nicht, aber ich werde dich nicht aufhalten.“

Aber dann gab es ein neues Problem. Mutter sagte: „Wir müssen deine Haare schneiden. Wir brauchen Geld.“ Sie liess sich nicht davon abhalten. „Meine Tochter, verstehst du nicht, wir brauchen Geld um Essen zu kaufen. Du musst deine Haare schneiden und deine wunderschönen, bis zur Hüfte reichenden schwarzen Haare verkaufen. Wir können nicht ins Krankenhaus weil wir keine Papiere haben. Jemand könnte uns anzeigen und wir würden unsere Arbeit verlieren, über die Grenze geschickt, ins Gefängnis gesteckt oder eine hohe Geldbusse erhalten.

Joy geriet in Panik. Konnte sie auch mit kurzen Haare zur Schule? Sie lief zu ihrer Lehrerin. Die sagte, kein Problem. Mutter hatte gesagt: „Lehrerin oder keine Lehrerin, Schule oder kein Schule. Wir werden deine wunderschönen Haare schneiden. Wir können sie für vielleicht 400 Baht verkaufen und davon Medizin für deinen kleinen Bruder kaufen.

Joy fragte ihre Lehrerin sie mit zum Wat zu nehmen. Ein Mönch hörte zu und sagte: kein Problem. Die Haare schneiden würde kein schlechtes Karma verursachen. Die Lehrerin, die Enkelin der ältesten der drei Grossmütter, flüsterte zu Joy: „Keine Angst. Meine Kusine kennt einen Schauspielerin und ihre Friseuse. Wir fragen die Friseuse, ob sie deine Haare kaufen und daraus einen schönen Zopf für die Schauspielerin machen will, worauf du stolz sein könntest.“

Joy verkaufte ihre Haare an die Friseuse und Mutter kaufte Medizin. Ihr kleiner Bruder folgt wieder frühmorgens als Novize den Mönchen. Die Familie kann jetzt sicher in Thailand leben - nicht komfortabel, aber sicher. Ihr Vater hilft Schweine schlachten. Er ist nicht sehr erfahren und kriegt nur die Hälfte des eigentlichen Lohnes. Aber das ist besser als angeschossen zu werden, auf der Flucht zu sein, sich immer fragend, ob sein Frauenvolk in Sicherheit ist.

Wenn etwas passieren würden, wer würde sie beschützen? Die Antwort lautet, dass er sie und sie ihn nicht beschützen können. Er war auch der Gefahr ausgesetzt zum Militärdienst eingezogen und zur Sklavenarbeit eingezogen zu werden. Mit der Hilfe eines Freundes machten sie es nach Klong Toey, wo sie Arbeit fanden. Vater war glücklich. Noch ein Mann fürs Schlachten und eine Frau zur Reinigung von Eingeweiden. Die Eingeweide müssen gereinigt werden, bevor sie in Schmalz eingekocht werden.

Joy hilft ihrer Mutter jeden Abend bis manchmal nach Mitternacht. Bis die Arbeit erledigt ist und die Eingeweide der Frau gegeben werden können, die sie am nächsten Morgen einkocht. Sie ist eine nette Frau, die sich nicht beklagt, auch wenn ihre Mutter manchmal nicht alles sehr sauber kriegt. 

Joy, ihre Mutter, ihr Vater und ihr kleiner Bruder leben ziemlich versteckt in einer der armseligeren Hütten über einem ungenutzten Schweinestall hinter dem Schlachthaus. Tatsächlich war die Hütte aufgegeben worden. Jemand war darin ermordet worden und die Leute sagten: „Gebt den Geistern viel Platz und stört sie nicht.“

Deshalb sagte der Chinese, der sie vermietete: „Ihr könnt gratis hier leben, müsst keine Miete bezahlen. So lange ihr keinen Ärger macht und die Geister respektiert. Lacht sie nicht aus. Geister mögen es nicht ausgelacht zu werden.“

Mutter sagte, einige freche Geister hätten Vater betrunken gemacht. Weil, manchmal, die frechen Geister selbst gerne Schnaps trinken - zumindest im Schlachthaus. Was bringt also die Zukunft?

Gerade jetzt besucht Joy die dritte Klasse. Ihr schönes schwarzes Haare wächst und ihre Lehrerin sagt, sie sähe mit kurzen Haaren sowieso besser aus.

Ihr kleiner Bruder geht nach seinem morgendlichen Gang als Novize mit den Mönchen in den Kindergarten. Mutter säubert noch immer jeden Abend mit Joy Eingeweide. Vater hat seine Arbeit im Schlachthaus und war nie mehr betrunken. Die Geister sind ruhig.

Die Lieblingsgeschichte der 72 Kinder ist die der drei berüchtigten Grossmütter. Und sie wollen sie immer und immer wieder hören. Alle glauben, dass ihre Schule die sicherste Schule auf der Welt ist, geschützt von den Gebeten der drei Grossmütter.

Und morgen ist ein neuer, herrlicher Tag.


Quelle: Bangkok Post 

Samstag, 10. Oktober 2015

Durstig nach Schnee und Kälte

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In einer Halle voller psychedelischer Eisskulpturen ertönen Begeisterungsschreie als ein Schlitten mit wegen der Kälte dick vermummten Passagieren einen Eiskanal hinunter saust. Nicht in einem Vergnügungspark in Sibirien - im tropischen Bangkok. Aus der notorisch schwül-heissen Metropole strömen immer mehr Einheimische in Kältetempel und eine wachsende Anzahl geben die Gelegenheit etwas zu erleben, was es sonst in Thailand nicht gibt: Schnee und Eis.

In einem der Kältetempel Thailands.
„Es fühlt sich gut an“, sagt der 28-jährige Songphol Taesinlapasathit während sein Atem die kalte Luft sichtbar macht. „Ich möchte hier einziehen, damit ich der Hitze entkommen kann.“

Während Ausländer in Scharen nach Thailand reisen um an palmagesäumten Stränden die heisse Sonne zu geniessen, sind jene, die das Harbin Ice Wonderland besuchen auf der Suche nach dem Gegenteil. Künstler haben mehr als 600 Tonnen Eis in ein Sammelsurium von Skulpturen verwandelt, das von Kraken bis zum Eiffelturm reicht.

Benannt nach der Stadt im Nordosten Chinas, die für ihr jährliches Eis-Skulpturen Festival bekannt ist, betragen die Temperaturen in der thailändischen Tiefkühl-Variante Minus 15 Grad. Satte 50 Grad Unterschied zu den klebrigen Strassen in Thailands Hauptstadt.

Das Ice Wonderland ist nur eine von etlichen Attraktionen, die in Thailand zu diesem eisigen Thema entstanden sind. Viele Einkaufszentren bieten Eisbahnen und Winterlandschaften mit künstlich erzeugtem Schnee.

Aber die Erholung von der Hitze bleibt nicht ohne Folgen. Als eine von Südostasiens reicheren und städtischeren Nationen verbrennt Thailand Unmengen von Energie um seine Einkaufszentren, Büros, Wohnungen und Häuser zu kühlen.

Bangkok streicht auch hier seine Sonderstellung heraus. Seine Einwohner verbrauchen gemäss einer Studie von 2013 doppelt so viel Strom wie ihre Mitbürger im Rest des Landes. Dabei spielen Einkaufszentren eine prominente Rolle. Eine Untersuchung von Mekong Commons, einer regionalen Umweltorganisation, zeigte, dass die grössten Einkaufszentren mehr Energie verbrauchen als alle ländlichen Provinzen zusammen.

„Sie verbrauchen definitiv riesige Mengen Strom“, sagt Gunn Panprayun, Professor an der der Mahidol Universität für Umwelt und Ressourcen. „Diese Schnee- und Eisplätze helfen sicher die Umwelt zu zerstören, weil sie natürliche Ressourcen verschwenden.“

Aber es sind nicht nur die Thais, die Spass ausserhalb der Hitze. Dank der massiven Expansion von Billigfluglinien in Asien sind regionale Skiorte auch für Menschen in Ländern mit mittleren Einkommen erschwinglich geworden. 

Plakate und Reiseprospekte verleiten Thai Urlauber im nördlichen Japan, Südkorea und China echten Schnee zu berühren. Seit 2013 die Visumpflicht für Reisen nach Japan aufgehoben wurde, hat es einen enormen Zustrom von Touristen aus Thailand gesehen.

2014 gingen gemäss dem thailändischen Ministerium für Tourismus und Sport 95% aller Urlaubsreisen von Thais ins Ausland - 430’000 - nach Japan, wo sie mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar ausgaben.

Für jene, die sich eine Auslandreise nicht leisten können, verbleiben die Berge im nördlichsten Thailand die einzige Region des Landes, die während des kurzen Winters Frost kennt.

Traditionell verbringen Paare dort romantische Silvesterabende - die Gelegenheit der Hitze im Tiefland Thailands zu entkommen. Sonst verbleiben Schneeparks die günstige Alternative zu Überseereisen. 

Im Park einer östlich von Bangkok gelegenen, wohlhabenden Gemeinde produzieren Schneekanonen laufend das kühle Weiss, während die begeisterten Einheimischen ihr Glück beim Skifahren versuchen oder einen Engel in den Schnee zaubern.

Saowanee Nimthong ist eine von vielen Besucherinnen. „Wenn es in Thailand Schnee gäbe, würde ich zumindest einmal im Leben nackt spazieren gehen um zu sehen, wie lange ich es aushalten könnte.“

Quelle: Bangkok Post

Samstag, 3. Oktober 2015

Prostitution - Thailand's schlecht gehütetes Geheimnis

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Wenn Sie zum ersten Mal in Thailand sind könnte man Ihnen vergeben, wenn Sie meinen, dass Prostitution im Königreich nur für ausländische Touristen und gut situierte Expats existiert. Grelle Lichter, grelle Bars und grelles Flüstern in der Nacht wurden zum Kult, etwas aus Urlaub Mythos, Büchern und Filmen. Für viele, die nicht hier leben zum betrügerischen Vertreter einen ganzen Kultur. Aber Thailands lustvoller Beiname Land des anzüglichen, oft verlogenen Lächelns ist eine ausländische Erfindung. Innerhalb der Grenzen geben sich die meisten Bürger nicht diesen Anstrich.

Sextourismus Thailand

Es heisst, dass etwas $16 Millionen von Vietnam Kriegern in die Taschen der thailändischen Sex Industrie flossen. Als Katalysator dessen, was Thailand sein zwielichtiges Bild gab. Aber diese Industrie, beziehungsweise dieser Tourismus, ist wenig mehr als die Spitze des Eisbergs.

Eine Menge Frauen, auch Männer, in Thailand verkaufen sexuelle Dienste gegen Geld. Siamesische 50 Cent Bordelle waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts populär. Die enorm beliebte Ab Ob Nuad oder Soapy Massage gibt es seit den 1940er Jahren. Erst in den letzten Jahren wurde die Full-Body Massage (ohne Penetration) extrem gefragt, mit neuen Läden von vermeintlich schlechtem Ruf, die im ganzen Land ihre Türen öffnen und schliessen - wie es in der Dienstleistungsindustrie in Thailand oft der Fall ist. Es gibt jetzt auch das, was als Sideline, Nebenbeschäftigung gilt. Junge Mädchen, angeblich unberührt, die sich im Internet verkaufen. 

Kein Geheimnis: gemäss Bericht des Kinsey Instituts hatten 90% aller männlichen Thais Sex mit einer Prostituierten und 74% haben ihre Jungfräulichkeit mit einer weiblichen Sexarbeiterin verloren. Auch keine Geheimnis: Thais verhalten sich in dieser Angelegenheit sehr diskret. Prostitution ist in Thailand seit 1960 illegal. Trotzdem betragen die Einnahmen daraus gemäss Schätzung von Havascope $6.4 Milliarden pro Jahr, ein ansehnlicher Anteil am Bruttoinlandsprodukt. 

2004 sagte Dr. Nistet Tinnakul, damals an der Chulalongkorn Universität tätig, dass die Sexindustrie Thailands gut 2.8 Millionen Menschen beschäftigt. 2 Millionen Frauen, 20’000 erwachsene Männer und 800’000 Jugendliche unter 18. Gemäss Nitet beinhalten diese Zahlen die direkt in die Industrie involvierten Personen, einschliesslich Reinigungskräfte und Buchhalter in Etablisements wie auch korrupte Polizisten, die Kickbacks erhalten.

In einem Interview erklärte er, dass Frauen in Thailand aus wirtschaftlichen Gründen und Mangel an Ausbildung Prostituierte werden. „Prostitution kann nicht legalisiert werden, weil die Gesellschaft sie nicht akzeptiert. Frauen können nicht offen über ihre Tätigkeit sprechen, weil sie dann ihre Würde verlieren.“ Während viel darüber gesprochen wird, die Frauen nicht als Opfer zu stempeln, hört man selten, dass es vielmehr die wirtschaftliche Not ist, welche sie diesen schwierigen Beruf wählen lässt. 

Thai Frauen wurden historisch als Gegenstand des beweglichen Vermögens angesehen. F.A. Neales erzählt in seinem Buch „Narrative of Residence in Siam“, geschrieben im späten 19. Jahrhundert, wie er Zeuge des Verkaufs von 13-jährigen Mädchen durch ihre Väter an den „höchsten Bieter oder sogar arabische Händler“ wurde, weil sie „das Ablaufdatum erreicht hatten“. Dok Kaew, die Praxis, eine junge Tochter einem männlichen Käufer zu verkaufen - wenn auch nicht, bevor sie volljährig war - gab es in Thailand bis in die 1990er Jahre. Moderne Prostitution, in Verruf gebracht durch die, die weit davon entfernt sind sie zu verstehen, bevollmächtigt zumindest im Vergleich zu dem, was vielen armen Thai Frauen früher geschah.

So sollte es für niemanden in Thailand eine Überraschung sein, dass Frauenkörper eine Ware waren und noch immer sind. Aber Ende Juni war die Nation geschockt von einem Moment unzüchtiger Offenheit nachdem eine thailändische Sexarbeiterin in Pattaya gefilmt wurde, als sie einen Koreaner mit dem Mund befriedigte. Oberst Sukthat Pumpanmuang, Superintendent der Polizei in Pattaya, sagte das Paar würde wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses angeklagt. 

Der Direktor der Hotelvereinigung, Sanpetch Suphabowornsatient meinte, die Antwort der Regierung müsse eine Kampagne zur Erziehung der Leute „über die gute Kultur und Tradition“ Thailands sein. „Zur Zeit versucht Thailand die thailändische und buddhistische Weise von Tourismus zu vermarkten. Thailand ist ein buddhistisches Land, aber jetzt führen sich Männer und Frauen auf eine Art und Weise auf, die das Ansehen des Landes beschädigt.“ Die Bar, in der sich der Vorfall ereignete, wurde für 10 Tage geschlossen und das Leben im besten oder schlechtesten Touristenziel Thailands ging weiter wie üblich.

Ob eine rentierende Industrie sich mit Buddhismus verträgt ist etwas, worüber alle Buddhisten nachdenken mögen. Trotzdem, der Thai Tourismus und jene, die davon profitieren setzen auf Thai Frauen, die arm genug sind ein Teil der Diaspora zu werden, welche die Reisfelder verlassen und den Inbegriff von körperlicher Arbeit in der Stadt verrichten. 

Dazu kommt die Tatasche, dass es genügend männliche Touristen gibt, die ihre sexuelle Frustration abklingen lassen wollen. Es gibt eine Nische und Thailand, wie andere Nationen auch, füllen sie. Lassen wir uns nicht vom Gegenteil täuschen. Der Schock entstand nicht, weil etwas passierte von dem wir dachten, dass es das nicht gibt. Er entstand, weil das Schlimmste geheim gehalten, aber für eine reisserische Minute von einer Kamera eingefangen wurde und einige Leute erröten liess.

Von Chiang Mai bis Pattaya ist allgemein bekannt das Etablissements, die das Prostitutionsgesetz brechen der lokalen Polizei viel Geld bezahlen. Ein weiteres von Thailands schlimmen Geheimnissen. Premierminister Prayut Chan-o-cha erklärt rhetorisch immer wieder die Notwendigkeit von Moral. Aber was ist mit der wirtschaftlichen Moral? Ein grosser Teil der Einnahmen des Landes stammen aus dem Tourismus, Milliarden davon aus dem Sextourismus. Härteres Vorgehen gegen Frauen, die ihre Arbeit machen, oft mit Schwerpunkt auf den mageren ausländischen Teil dieses Geschäfts, verletzt nur die Menschen am unteren Ende. Wie es aussieht braucht Thailand die Prostitution, weil viele Leute davon abhängen. 

Wenn allenfalls ein hartes Vorgehen als notwendig erachtet wird, sollte es kein Durchgreifen gegen die sexuelle sondern die kapitalistische Moral sein. Ein Durchgreifen gegen das Durchgreifen der Polizei, ein Durchgreifen gegen Heuchelei. Das Land muss anfangen zu akzeptieren was aus ihm wurde. Razzien und Rhetorik über Ethik halten die Hand vors Gesicht der realen Welt. Prostitution wurde aus Armut geboren. Wenn es etwas braucht, das die Aufmerksamkeit der grossen Anführer verlangt, dann nur das: der Mangel an Geld der Mehrheit. Für einen Blowjob bezahlt zu werden ist an sich zu vernachlässigen, aber im grösseren Rahmen betrachtet eine grosse Sache.

Von James Austin im Asian Correspondent. Er ist Journalist und lebt in Thailand.

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Steigende Unzufriedenheit im Nordosten

Kommentare :
Das ländliche Kerngebiet der gestürzten Premierministerin Yingluck Shinawatra und ihres im Exil lebenden Bruders und Milliardärs Thaksin wird durch die Wirtschaftspolitik der Militärregierung verletzt, Unzufriedenheit entzündet sich und die Gefahr von Protesten wächst. Die Aufhebung von grosszügigen Agrarsubventionen lässt die Reisbauern im Nordosten mit steigenden Schulden kämpfen und auch die nächste Ernte verspricht durch den tiefsten Reispreis seit acht Jahren keine Abhilfe.

40% der arbeitenden Bevölkerung Thailands ist in der Landwirtschaft tätig. 
Kleinkriminalität ist auf dem Vormarsch und Einzelhändler kämpfen. Die grosse Platinum 168 Shopping Mall ausserhalb der Provinzhauptstadt Udon Thani wurde während der Boom-Jahre gebaut. Jetzt ist nur noch ein Drittel der Fläche besetzt und Verkäufer müssen keine Miete mehr bezahlen. 

„Die Leute beklagen sich über steigende Lebenshaltungskosten, nichts mehr ausgeben zu können“, sagt Teerasak Teecayuphan, der Bürgermeister von Khon Kaen. „Ihr Geduld geht langsam zu Ende. Früher oder später wird dieser Kessel überkochen.“

Die „Rothemden“, viele von ihnen stammen aus dem Isan, haben ein Jahrzehnt der politischen Unruhen, einschliesslich der Proteste auf Bangkok’s Strassen geprägt. Die Kampagne des Militärs, die zehn Wochen Proteste im 2010 aufzulösen hinterliess Tote und lösten die schlimmsten Brandstiftungen und Ausschreitungen in der modernen Geschichte Thailands aus.

Thaksin hat seinen Anhängern angeblich gesagt ruhig zu bleiben und „sich tot zu stellen“, aber einige in der ärmsten Region Thailands sagen, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bevor Unmut die Angst vor dem Militär besiege und die Leute wieder auf die Strasse gehen. 

„Die Leute wollen protestieren“, sagt Sabina Shah, eine lokale Anführerin einer Gruppe von Rothemden in Khon Kaen. „Aber wir müssen den richtigen Moment abwarten. Wenn wir jetzt in kleinen Gruppen auftreten ist es Selbstmord. Wir halten uns bedeckt und warten auf die Gelegenheit - wenn die Regierung unter sich selbst uneinig ist.“

Das Militär hatte die Regierung Yingluck im Mai 2014 gestürzt und ihr eifrig verboten sich politisch zu betätigen. Früher mobilisierten beide Shinawatras die arme Landbevölkerung mit einer Mischung aus Entwicklungsprojekten, Sozialleistungen und Subventionen zu Erdrutsch gleichen Wahlsiegen.

Viele im Nordosten meinen, dass sie jetzt einen wirtschaftlichen Preis für ihre politische Zugehörigkeit bezahlen. Putsch Führer und Premierminister Prayut Chan-o-cha steht für ein hauptsächlich in Bangkok basiertes Establishment, dass Shinawatras populistische Politik schmäht und von der ländlichen Trägerbasis bedroht wird.

Seine Regierung ist enthaltsam in der Unterstützung für die Landwirtschaft, welche knapp unter 10 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes beiträgt.

„Es ist ziemlich schlimm für Bauern, wir haben hohe Schulden“, sagt Pursudar Koyto aus Ban Kampon, einem Dorf umgeben von grünen Reisfeldern, welche bald geerntet werden können. „General Prayut hätte mehr machen können, wie es zuvor Thaksin machte.“

Während die Haushalteinkommen unter den Shinawatras stiegen, sind sie im Isan immer noch die tiefsten Thailands, knapp über 19’000 Baht pro Monat. Weniger als die Hälfte der 43’000 Baht in der Region Bangkok, gemäss den letzten amtlichen Statistiken aus dem 2013.

Das Militär warnt vor negativen Auswirkungen auf das ganze Land

Die Junta hat eine Kehrtwende in ihrer Politik gemacht um Leben in die schwächelnde Wirtschaft zu hauchen und steigende Unzufriedenheit abzuwenden. General Prayut hat im August Somkid Jatusripitak - einen der Architekten von Thaksins Politik - zu seinem Wirtschafts-Zar gemacht.

Somkid hat die Belebung der ländlichen Wirtschaft priorisiert. Sie beschäftigt nahezu 40 Prozent aller arbeitenden Menschen Thailands.

„Sie leiden“, sagt er Reuters in einem Interview. „Wenn diese Menschen keine Kaufkraft mehr haben wird das ganze System beschädigt.“

Südostasiens zweitgrösste Wirtschaft erreicht die Ziele der Regierung nicht. Die Zentralbank hat am 25. September seine BIP-Wachstumsprognose für 2015 von 3 auf 2.7 Prozent gesenkt, die für 2016 von 4.1 auf 3.7 Prozent. Letztes Jahres betrug es 0.9 Prozent, das langsamste Wachstum seit drei Jahren.

Der neue Wirtschaftsminister hat eine Reihe von Massnahmen, einschließlich zinsgünstiger Darlehen durch Dorffonds angekündigt. Aber noch ist nicht klar, ob diese das Wachstum ankurbeln. Er sagte, er würde noch mehr Geld in die Wirtschaft ländlicher Gebiete injizieren, wenn es notwendig sei.

Schlimmeres steht bevor

Die Zeichen der wirtschaftlichen Misere im Isan sind weit verbreitet. Private Investitionen, Fahrzeugverkäufe und Immobilienwerte sind alle gesunken und die Bauern im weltweit zweitgrössten Reis-Exportland erwarten noch Schlimmeres bevor es besser wird.

Bargeld ist bereits knapp und viele verkaufen ihre Autos und ihr Land um Darlehen zurück zu zahlen. Kredite werden knapp, da Banken im Kampf gegen die steigende Zahl von Forderungsausfällen ihre Vergabevorschriften verschärfen. 

„Ich muss Geld ausleihen um jährlich meine Schulden zu bezahlen“, sagt Reisbauer Khamkong Banphod aus Ku Kaew nahe Udon Thani. „Diejenigen die leiden sind die, die viel Geld investiert haben und jetzt vor Verlusten stehen. Sie haben Schuldenprobleme und sind wütend auf die Regierung.“

„Die Gewinnspanne für Müller ist hauchdünn seit die Subvention für Reis endete“, sagte Somsak Tungphitukkul, der Reismühlen in der Provinz Khon Kaen besitzt. „Viele Mühlen machten keinen Gewinn mehr und wurden stillgelegt oder ganz geschlossen.“

„Es wird ein Albtraum für die Reisindustrie, wenn die Regierung bei der nächsten Ernte nicht etwas macht.“

Quelle: Bangkok Post