Montag, 7. September 2015

Thailand in 50 Jahren

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Auf den ersten Blick scheint es lächerlich, Leute wie dich und mich zu fragen, wie das Land in 50 Jahren aussehen wird. Wir wir im täglichen Leben erfahren, sind wir Thais - als Individuen wie als Nation - nicht in der Lage, weit voraus zu denken. Sei es für die nächsten 50 Tage oder, noch besser, für die nächsten 50 Minuten. Wir alle wissen, manchmal mit einem hohen Mass an Selbstgefälligkeit, dass wir eine Nation von Überlebenden sind, uns von Tag zu Tag durchschlagen.


Das Wort Thai bedeutet Freiheit. Einige würden sagen, das gegenwärtige Paradigma komme aus Not, andere denken es sei Karma. Wie auch immer, es scheint unser Schicksal so zu leben. Komme was wolle und was immer wir sind, wir sind sehr gut bei der Bekämpfung und Überwindung von Herausforderungen - Stück für Stück auf einer flexiblen Zeitachse.

In einer sich schnell verändernden Welt voller Unberechenbarkeit wird Thailand mit dieser Art von Denken und Haltung nicht überleben. Vor allem mit dem Denken der Kindsköpfe, die das Land regieren.

Innerhalb Asiens sind wir kein Land mit langfristigen Visionen - nicht wie China, Japan, Südkorea oder Singapur. Diese Länder haben ein viel grösseres Verständnis für die Zukunft.

Nehmen Sie Singapur. Nach grosser Feier der Unabhängigkeit vor 50 Jahren geben seine Führer Vollgas und planen für das Jahr 2065.

In den letzten Monaten haben alle Gelehrten und Intellektuellen darüber diskutiert, wie der Stadtstaat ohne Landzuwachs in den nächsten 50 Jahren grossartig gemacht werden kann. Es gibt bereits gute und umfassende Antworten: Singapur muss offener und durchdrungen von Multikulturalität werden, die Bürger klüger, bessere und erschwingliche Wohnungen, ober- wie auch unterirdisch, angeboten und das soziale Sicherungsnetz erweitert werden. Das Wichtigste aber, es muss sichergestellt werden, dass nicht alle gleichzeitig ausser Haus gehen. Für mehr als 5 Millionen Leute reicht der Platz nicht.

Die Art wie Singapur diese Debatte über die Zukunft angeht ist bemerkenswert. Auch deshalb, weil sie nicht mit der Frage begann, ob und wie die People's Action Party, welche seit 50 Jahren regiert, ihre Macht auch in den nächsten 50 Jahren erhalten kann.

Es wurde über das gesprochen, was für die meisten Singapurer zählt - Wohnen, Soziales, Bildung, Kinderbetreuung, Lebenshaltungskosten. Sogar Organisationen der Zivilgesellschaft wurden aufgefordert, ihre Ideen einzubringen. Thais können viel von Singapurs Erfahrungen lernen. Über das zu diskutieren, was für Thais wirklich wichtig ist - keine ideologisch geführten Debatten mit einer schwer verdaulichen Mischung aus Demagogie und Trugschlüssen. Wir müssen, selbstverständlich, offen unsere Zukunft in 50 Jahren diskutieren. Aber zu oft wenden führende Intellektuelle in Thailand die Zahnräder, um sie vorwärts zu bringen.

Trotzdem müssen einige Themen auf den Tisch. Erstens, und am wichtigsten ist die Erziehung. Wir müssen Menschen erziehen, die ihre Köpfe, statt ihre Gefühle verwenden. Es braucht neue Wege des Denkens, die nur mit einem besseren Bildungssystem kommen kann. Das derzeitige genügt nicht, damit Thailand auch 2065 noch besteht. Menschen zu Menschen mit Ideen erziehen, die sie anwenden können, die eifrig lernen und Fähigkeiten und Verständnis für ihr Land und ihre Umgebung entwickeln.

Zur Zeit hat das Bildungsministerium alle möglichen Pläne - von fast pensionierten Bürokraten mit wenig Wissen über die Denkweise junger Menschen. Am Schlimmsten, viel Bildungsprogramme wurden nicht bis zum Ende durchgeführt. Mit einer neuen Regierung kommen neue Ideen und so weiter. Aber keine Kontinuität.

Zweitens müssen wir die thailändischen Bauern besser ausbilden - mehr als 60% der Bevölkerung sind Bauern. Sie sind diejenigen, die Thailand zu dem gemacht haben, wie es heute ist und werden es offensichtlich auch in den nächsten 50 Jahren sein. Das scheint ambitiös, aber wir müssen es tun um als Nation zu überleben.

Dezentralisierung und Gemeinschafts-basierte Entscheidungsfindung ist der Schlüssel. Kluge Bauern können bessere Entscheidungen treffen. Viele Pilotprojekte, welche die lokalen Akteure miteinbeziehen funktionieren besser, obwohl es mehr Zeit braucht. Neue Technologien können bessere Landwirte mit höherem Ertrag und mehr Einkommen machen. Vor allem aber müssen sie gute Informationen finden können und die Fähigkeit haben, "good" von "bad Guys" zu unterscheiden - nicht mehr herumgeschubst werden. Mehr als je zuvor braucht Thailand klevere Bauern. Die Landwirtschaft aufgeben und in Richtung High-Tech Industrie zu gehen ist eine schlechte Idee und nicht machbar.

Unsere Bürokraten müssen eine besseres Lebenserhaltungssystem erhalten - sie sind die treibende Kraft des Landes. Aber wie können sie dynamisch und weltoffen sein, wenn sie ihre Kraft für das tägliche Überleben einsetzen müssen? Lehrer, Polizisten und lokale Beamte - viele sind hoch verschuldet - müssen ein gesundes Leben führen, bevor sie den Rest der Gesellschaft gesünder machen können. Thailand braucht engagierte Menschen, die arbeiten und dem Land dienen. Sie müssen auch wortgewandt sein. Ein Minister fragte kürzlich: "Wer entspricht in Thailand Thurman Shanmugaratnam, dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Finanzminister von Singapur?

Es gibt Millionen von Ideen. Wir müssen von den aktuellen gesellschaftlichen Spielereien, oder Krankheiten, loskommen. Und der halb leeren Flasche. Besser jetzt an die Zukunft Thailand's in 50 Jahren denken, selbst auf eine undurchsichtige Art und Weise mit einem Flasche halbvoll Ansatz.

Am Ende wird diese Debatte die besten Ideen und Pläne hervorbringen. Vielleicht nicht für die nächsten 50 Jahre, aber die nächsten 50 Tage - wenn wir Glück haben. Das wäre doch schon ein Erfolg.

Von Kavi Chongkittavorn in der Nation 

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