Montag, 14. September 2015

Straflager für Studentinnen

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Ein Militärcamp wird von heute bis Mittwoch Gastgeber für 53 Studentinnen, genauer Transgender, der Suan Sunandha Rajabhat Universität spielen. Ziel ist Anpassung ihrer Haltung. Sie gerieten letzten Monat ins Scheinwerferlicht, als sie an einem schlecht durchdachten Inititationsritual tanzten und dabei sexuelle Handlungen simulierten. Wenn es aus der Reihe tanzte - und das tat es sicherlich - was sollen wir von dieser Strafe der Universität halten, erstens ihrer Haltung gegenüber Studenten und sogar ihrer eigenen Reputation von Ritualen?


Unangemessene Aktivitäten werden mit drei Tagen Militärcamp bestraft. 
Erstens, der sogenannte Tanz. Die Studenten, die ihn ausgedacht hatten, nannten ihn Rub Nong Sang Sun oder kreative Initiierung und posteten Videos auf einer eigens dafür aufgeschalteten Facebook Seite. 10’000 Leute sahen sich an, wie Studentinnen tanzten und sich provokativ zum Song Kluay Thup, zerquetschte Bananen, bewegten. Provokativ heisst sich paarten und verschiedene sexuelle Handlungen imitierten, wohlgemerkt, vollständig bekleidet.




Es dauerte nicht lange bis sich Verantwortliche der Universität einbrachten. Der Rektor, sein Stellvertreter und der Assistenz Rektor, sie alle verurteilten die Show. Aber nicht genug. Rektor Leudech Kerdvichai arrangierte irgendwie, dass die Studentinnen zur Anpassung der Haltung ins Camp Phramahachedsadharajchao gesandt werden. Eine Basis der Royal Thai Marine, die für Cobra Gold Manöver verwendet wird, in der Nähe des Flughafens U-Tapao.

Dieser Befehl an die Studentinnen sich in ein Militär Camp zu begeben ist mindestens so unpassend wie das Ritual. Gemäss der Universität sprach Rektor Leudech mit den Marines ab, die Studentinnen zwei Nächte aufzunehmen. Was in den drei Tagen „Training“ gemacht wird, wurde nicht veröffentlicht. Leudech sagte, er und zwei andere Angestellte der Universität würden das Militär für die Einstellung der Haltung bezahlen. Dies wirft eine weitere Reihe von Fragen auf. Angefangen mit der, ob Mitglieder der Royal Thai Army, seine Einrichtungen und Ausbildungen von jedermann gekauft oder gemietet werden können.

Die Streitkräfte, mit der Verteidigung der Nation beauftragt, sollten nicht für solche Zwecke verwendet werden. Behandelt zu werden wie Angestellte eines Erziehungsheims für jugendliche Straftäter streift Würde ab von den Marines wie vom gesamten Thai Militär. Die Frage der „Einstellung der Haltung“ ist geschmacklos und erniedrigend genug, auch ohne angemietete Streitkräfte und Camps für Kurse, deren Inhalte unbekannt sind.

Die Suan Sunandha Rajabhat Universität verlor durch das fehlbare Inititationsritual in der Öffentlichkeit etwas Achtung. Sie verliert noch mehr Achtung mit ihrer Reaktion. Lange vor dem Ritual hatte das Rektorat versucht, besondere Kontrollstandards für Transgender im ersten Jahr aufzustellen. Ziel war, sie gänzlich von der Uni fernzuhalten. Dies empörte Dozenten so sehr, dass der Plan aufgegeben wurde. So ist es keine Überraschung, dass Rektor Leudech sofort, um alle Vorwürfe für das Missmanagement der Aktivitäten am Eintrittstag zu vermeiden, der „unverhohlenen Sexualität“ von Transgendern Schuld gab.

„Unangemessen“ ist ein Ausdruck, der zu manchen Leuten und ihren Handlungen an dieser Universität passt. Es ist traurig, dass Verantwortliche der Uni das Bedürfnis verspüren, sich so unpassend zu verhalten wie die Studentinnen, die sie verurteilen und bestrafen.

Ein Leitartikel der Bangkok Post

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