Donnerstag, 10. September 2015

Für ein besseres Leben die Verstorbenen ehren

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Die Mon in Sangkhla Buri an der Grenze Thailand's zu Myanmar ehren ihre Vorfahren mit einem Boot vollbeladen mit Speisen. Nach traditionellem Glauben durchstreifen im siebten Monat des Mondkalenders rastlose Geister die Erde. Üblicherweise fällt er in Asien auf den August oder September. Jede Gemeinschaft begeht das Ereignis auf seine Weise.


Floating Boat Festival der Mon in Sangkhla Buri: Männer tragen das beladene Bambus Boot zum Fluss. 
Die chinesische sprechenden Gemeinschaften feierten letzte Woche. Sie verbrannten Papiergeld und iPhones aus Pappmaché. So sollen diese ins Jenseits transportiert und von den Geistern verwendet werden können. Gekochte Hühner und Süssigkeiten sollen die hungrigen Geister beschwichtigen. Die Khmer opfern ebenfalls Hühner, legen als Gabe für die Toten kleine Portionen an Strassenkreuzungen.

Die Mon in Sangkhla Buri aber veranstalten einen viel festlicheren Anlass zur Erinnerung an verstorbene Seelen. Sie bauen aus Bambus ein Boot, dass sie mit Speisen beladen und feiern zwei Nächte lang bevor sie es ins Wasser lassen. Diese Zeremonie ist aussergewöhnlich und selten, sie zieht sowohl Neugierige als auch Liebhaber exotischer Kulturen an die westliche Grenze Thailand's.

Das Mon Floating Boat Festival findet dieses Jahr am Wochenende vom 26. bis 28. September statt.

Sangkhla Buri

Am Vajiralongkorn Stausee gelegen ist Sangkhla Buri die Heimat der grössten Gemeinschaft von Mon in Thailand. Neben ihnen tragen Karenni und Bangladeschi zur ethnischen Vielfalt der Gemeinde bei.

Besucher werden von der bekannten Mon Holzbrücke und dem pyramidenförmigem Putthrakaya Chedi aus Bronze angezogen. Sangkhla Buri ist ein guter Ausgangspunkt zum Drei-Pagoden-Pass, welcher die Grenze zu Myanmar darstellt. Thais mit Pass und ein Foto erhalten einen Tagespass nach Payathonsu in Burma, für Ausländer bleibt die Grenze aber dicht.


Wodden Mon Bridge: die längste Holzbrücke Thailand's. 
Von Bangkok führt die Strasse 323 über Kanchananburi 339 Kilometer nach Sangkhla Buri. Ab Mo Chit Busbahnhof in Bangkok gibt es direkt Busse. Ab Kanchananburi fahren täglich in regelmässigen Abständen Mini-Busse, die Fahrt dauert gut drei Stunden.

"Wir nennen es Pohamord, was übersetzt etwa Boot mit Opfergaben heisst", sagt Arunya Chareonhongsa. Sie ist eine Mon und wohnt in Sangkhla Buri. 

Beim jährliche Anlass ziehen die Mon ein handgefertigtes Boot vollbeladen mit Speisen zum Fluss. Damit wird der Hunger der Verstorbenen gestillt. Einst ein tief religiöses Ritual bringt es heute dringend benötigte Einnahmen in die abgelegene Gegend. 

Das Floating Boat Festival erinnert nicht nur an verstorbene Mon, sondern verbannt das Böse und bringt den Lebenden Glück. Es geht zurück auf das Hanthawaddy oder Pegu Königreich, das von 1287 bis 1539 dauerte und markiert die Reise eines hochrangigen Mönchs und mehreren Pilgern über den Golf von Bengalen nach Sri Lanka, wo sie buddhistische Schriften holen wollten. Auf der Rückreise kenterte ihr Schiff bei rauer See und alle ertranken.

Seither bauen die Mon jedes Jahr ein grosses Boot voller Opfergaben für die verstorbenen Pilger. Für diejenigen, die nicht mehr in Songkhla leben bedeutet das Fest auch eine Heimkehr. Sie treffen in der grössten und traditionellsten Mon Gemeinde Thailand's alte Freunde und Verwandte.


Eine ältere Mon trägt Opfergaben für das Boot auf ihrem Kopf. 
Am ersten Tag kommen alle Besucher zum Chedi Phutthakhay im Wat Wang Wiwekaram und beobachten wie Männer das Boot aus Bambus bauen. Frauen bereiten die Opfergaben zu. Meist bestehend aus Popcorn, reifen Bananen und gekochtem Reis in Bananenblättern. Dazu werden Kerzen, Honig und Zuckerrohr beigegeben.

Wenn das Boot fertig und mit bunten Fahnen bestückt ist, wird es als Herzstück der Feierlichkeiten der folgenden zwei Nächte vor die grosse Pagode gebracht.

Höhepunkte sind ein Reihe von Darbietungen, welche die besondere Kultur der Mon unterstreichen. Ob alt oder jung, alle kleiden sich in wunderschöner traditioneller Kleidung, bestehend aus rotem Sarong und weissen Hemden. Junge Männer, die Münder voller Betelnüsse und gewinnendem Lächeln, versuchen die Mädchen anzulocken, welche in Körben auf ihren Köpfen Speisen tragen.

"In den alten Tage haben wir auch Laternen mit gelben Schnüren und allem Notwendigen für ein Leben als Mönch in den Himmel steigen lassen", erklärt Arunya. "Wenn ein Mann eine einfing, wurde er zum Mönch ordiniert. Eine Frau spendete grosszügig im Wat."

Die Zeremonie endet, wenn das Boot ins Wasser gelassen wird und seine langsame Reise in die Geisterwelt beginnt.

Quelle: Nation

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