Mittwoch, 2. September 2015

Fischen verboten

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Fischerboote drängten sich am Morgen des 1. September in die schon überfüllten Häfen aller Küstenprovinzen Thailand’s. Ein Befehl des regierungseigenen Kommandozentrums gegen illegale Fischerei verbietet seit gestern Fischen an bestimmten Tagen des Monats. Damit soll der massiven Überfischung ein Ende bereitet werden.


Tausende von Fischerbooten überfüllen die Häfen Thailand's während des Fangverbots. 
Boote mit Stell- und Treibnetzen dürfen im Golf von Thailand monatlich 9 Tage nicht auf Fang fahren, jeweils vom 1.-3./11.-13./21.-23. Trawler mit Schleppnetzen müssen sowohl im Golf von Thailand als auch der Andaman Sea 5 Tage aussetzen, vom 1.-3. und 11.-12. Die Verordnung trat gestern in Kraft bleibt vorläufig für 3 Monate gültig.

Die Kapitäne haben sich aus Angst vor Strafverfolgung gefügt. Sämtliche Häfen Thailnd’s sind überfüllt mit gestrandeten, verankerten und vertauten Schiffen. In vielen gibt es keine Anlegeplätze mehr, einige Schiffe mussten eine Meile von der Küste weg ankern.

Die anlegenden Boote wurde gezwungen, ihren Fang überhastet zu verkaufen und lösten damit sowohl Überversorgung als auch einen Zerfall der Preise aus.

Thailand war mit Exporten im Wert von 7 Milliarden US-Dollar 2013 der drittgrößte Exporteur von Fischereiprodukten weltweit. Thailand ist führender Lieferant von Fischereiprodukten in die USA, aber eine 2014 erschienene Studie geht davon aus, dass bis zu 39% des wild gefangenen Fisches, der aus Thailand in die USA kommt, illegal gefangen wurde.

Die schnelle Industrialisierung während des 20. Jahrhunderts hat dazu geführt, dass zu viele Boote schädliche und nicht nachhaltige Fischereimethoden anwenden, um immer mehr Fisch zu fangen.



Der Fang pro Aufwandseinheit ist seit 1966 sowohl im Thailändischen Golf als auch in der Andaman Sea um über 86% gesunken. Thailand ist damit eine der am stärksten überfischten Regionen weltweit. 



Boote können heutzutage nur noch knapp 14% des Fanges erwirtschaften, den sie noch in den 1960ern machen konnten. Thailands Fischbestände und die Meeresumwelt befinden sich in einer Krise.

Angesichts erschöpfter Fischbestände haben sich Bootsbetreiber auf sogenannten „trash-fish“ konzentriert, der für die Herstellung von Garnelenfutter verwendet wird. Dieser besteht zu einem wesentlichen Teil aus Jungfischen kommerziell wichtiger Arten. Damit wurde das Aufbrauchen der thailändischen Meeresressourcen beschleunigt. Boote müssen länger auf See bleiben und weiter hinaus fahren als jemals zuvor, um wirtschaftlich profitabel zu bleiben.


In Surat Thani haben sich Prasartsuk Thaipryoon und andere Betreiber von Fischereibooten formiert und die Regierung um eine Neubeurteilung gebeten. Sie sagen, das Fangverbot für alle zur gleichen Zeit löse eine Unmenge an Problemen aus.

In Prachuap Kiri Khan fand am Dienstag morgen einem Meeting von Vertretern der Bootsbetreiber mit Gouverneur Veera Sriwattanatrakul und dem Vorsitzenden der staatlichen Fischereibehörde statt. Atichart Chaisri, Chairman der Pranburi Fishing Association sagte, dass vorgeschlagen wurde, die Termine so abzuändern, dass nicht alle Boote und Schiffe zur selben Zeit im Hafen liegen.

Atichart führte weiter aus, dass neben dem Problem überfüllter Häfen, die Mannschaften ohne Arbeit die Zeit mit Trinken, Spielen und internen Streitigkeiten totschlagen würden. Das könne zu Gewalt und Kriminalität führen.

Der Gouverneur versprach, den Vorschlag ans Innenministerium weiterzuleiten.

Während dessen begrüssten ein Dutzend Umweltschützer in grünen T-Shirts mit einer Demonstration an einer Kreuzung des Asia Highway’s in Prachuap die Massnahmen und verteilten unter den Augen der Polizei Flugblätter an Autofahrer.

Quellen: Bangkok Post, EJF

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