Mittwoch, 30. September 2015

Flächenbrand im Internet

Keine Kommentare :
Nicht noch mehr staatliche Kontrolle über Online Medien. Aktivisten für die Freiheit des Internets sind empört über die Ankündigung der Regierung Thailand mit dem Rest der Welt nur noch über einen einzigen Gateway zu verbinden. Letzte Woche erfuhren die Bürger von der Absicht nachdem das Ministerium für Informations- und Kommunikationstechnologie MICT von höchster staatlicher Stelle aufgefordert wurde den gesamten Datenverkehr nach und aus Thailand zu kanalisieren.


Gemäss eine Armeequelle soll der der Single Gateway zur Zugangskontrolle von als unangemessen betrachteten Webseiten dienen und den Strom von Informationen aus dem Ausland überwachen. 

Der Nationale Rat für Frieden und Ordnung NCPO ist besorgt über die zunehmende Zahl von politischen Online Nachrichten, welche die Regierung kritisieren und die Monarchie diffamieren. Ziel sind Webseiten mit im Ausland registrierten Domains, die von der Thai Regierung nicht geschlossen werden können, ergänzte die Quelle. 

Arthit Suriyawongkul, Koordinator des Thai Netizen Netzwerks sagte, Internet Gateways entsprächen internationalen Flughäfen, Türen zwischen Thailand und der Welt und sämtlicher Online Verkehr müsse durch sie durch.

Thailand hat zur Zeit neun Gateways mit eigenem Internet-Service-Providern, ISP, als Gatekeeper. Wenn der Plan umgesetzt wird, wird die staatliche CAT Telecom die Kontrolle über den einzigen verbleibenden Gateway übernehmen. Noch ist unklar, wie der einzelne Gateway mit den bestehenden neun umgehen wird.

Das Thai Netizens Network warnt vor der Filterung aller in Thailand verfügbaren Online Inhalte durch den Staat. Während die Regierung bereits heute den Zugang zu Informationen im Internet durch Sperrung von gewissen Webseiten oder temporären Shutdowns regulieren kann werde die Reduktion auf nur einen Gateway die Kontrolle erleichtern.

Wollen die Behörden heute eine Domain sperren, muss eine Gerichtsbeschluss vorliegen oder ein formaler Brief mit entsprechender Aufforderung an den Provider erfolgen. Dieser Prozess nehme zuviel Zeit in Anspruch die User effektiv vom Betrachten der Inhalte auszuschliessen, sagte Arthit.

„Wenn der Single Gateway implementiert wird, kann CAT Telecom Internet Seiten selbst sperren. Schneller und effizienter.“

ICT Minister Uttama Sayanaya wie auch Regierungssprecher Sansern Kaewkamnerd verneinen, dass der Plan gegen das Recht auf Information von Internet Usern verstossen würde. 

Rechtsaktivisten aber sehen den Single Gateway weiterhin als Weg der NCPO zur Informationskontrolle in Thailand. Bedenken entstanden bereits im Juli 2014, als die Militärregierung die Einrichtung eines Panels in Auftrag gab, Medieninhalte zu überwachen, einschliesslich Online Plattformen.

Arthit sagte, der Panel sei durch die Datenverschlüsselung der Webseiten auf Barrieren gestossen, welche sie nicht hätte durchbrechen können.

Jittat Fakcharoenphol, Professor für Computer Engineering an der Kasetsart Universität sagte, die Unfähigkeit verschlüsselte Informationen zu lesen bedeute für die Behörden, dass sie spezifische Inhalte, die sie löschen wollen, nicht erkennen und dementsprechend gezwungen werden die gesamte Domain zu sperren.

„Ein solcher Schritt würde kaum unbemerkt bleiben.“ Er verwies dabei auf frühere Versuche der Militärregierung den Zugang auf Facebook zu sperren, welche einen Aufschrei in der Öffentlichkeit verursacht hatten.

Im Dezember letzten Jahres hatte Thai Netizens Network einen Brief des Ministeriums für Informations- und Kommunikationstechnologie enthüllt. Darin wurden Experten angefragt Möglichkeiten zum Abfangen von verschlüsselten Informationen an Internet User aufzuzeigen. 

Die Regierung könnte dafür Tracking Geräte an Internet Gateways einrichten, erklärte Professor Jittat. Wenn der Staat einen eigenen Gateway einsetze, brauche er keine Zustimmung von Providern.

„Ob mit oder ohne Zustimmung der Provider, der User weiss nicht, dass seine privaten Nachrichten und Information kontrolliert werden.“

Es ist unklar, ob die Regierung bereits solche Werkzeuge besitzt. Aber Jittat glaubt, dass das Ministerium oder die Provider Spezialisten anstellen, die sie entwickeln können. Wenn sie erfolgreich sind, wird es zu schweren Verletzungen des Rechts auf Privatsphäre führen.

Seit dem Militärputsch im letzten Jahr habe sich das harte Vorgehen gegen Internet Inhalte noch verschärft, argumentieren Rechtsaktivisten. „Es herrscht ein Klima von Angst“, sagt Nutchapakorn Nummueng vom Watchdog iLaw. Viele Webseiten wurden bereits gesperrt, Personen wegen Kritik an der Regierung oder der Monarchie auf Sozialen Medien inhaftiert.

Staatliche Kontrollen über Internet Plattformen würden dazu führen, dass Menschen nicht wagen ihre Meinung zu äussern und sich selbst zensieren, ergänzte Nutchapakorn.

Quelle: Bangkok Post

Donnerstag, 24. September 2015

Alter Essig in alten Schläuchen

Keine Kommentare :
Auf einer Seite der Bangkok Post drei Artikel über Bildung. Könnte endlich Bildungsreform unter uns sein? Einer berichtet über eine neue aufregende Initiative des neu ernannten Bildungsministers. Minister Dapong Ratanasuwan ist General, sein Vorgänger war Admiral. So können wir uns auf viele neue Ideen freuen, basierend auf seiner langjährigen Armeeerfahrung nicht zu unterrichten, gegenteilig zu seinem Vorgänger mit seiner langjährigen Marineerfahrung nicht zu unterrichten.

Bestanden? Studenten an der Tafel mit den Testresultaten.
Die Mandarine haben sich entschieden die Universität von Cambridge für ein Intensivprogramm zur Verbesserung der Kommunikationsfähigkeiten angefragt. Was für eine aussergewöhnlich brillante Idee? Warum wurde nicht schon früher daran gedacht?

Ausser, das schon wurde. Wieder und wieder und wieder während der letzten 50 Jahre, mindestens. 

Das Ministerium stellte Experten des British Council und unzähligen anderen ausländischen Bildungsinstituten an. Aberhunderte von qualifizierten und erfahrenen Englischlehrern wurden vom Peace Corps, VSO, aus Australien, Kanada, Neuseeland entsandt um an Thai Schulen und Universitäten Englisch zu unterrichten, verdammt nochmal, sogar die Deutschen haben Englischlehrer gesandt. Und die meisten haben ihre Programme aus Verzweiflung geschlossen, nachdem sie es unmöglich fanden eine dauerhafte strukturelle Veränderung in der Art und Weise des Englisch Unterrichtes in Thailand zu erreichen.

Aber nicht nur, dass der Generalminister will, dass Cambridge ein Lernprogramm entwickelt (Entschuldigung, noch eins), er will, dass die Universität einen „standardisierten Test der Englischkenntnisse“ entwickelt. Fantastische Idee!

Klar muss dies selbstverständlich etwas anderes sein, als das International English Language Testing System IELTS oder das First Certificate in English FCE oder das Certificate of Advanced English CAE oder das Certificate of Proficiency in English CPE oder Dutzende andere standardisierte Tests, welche die Universität von Cambridge schon anbietet. Welche Tausende von Thai Studenten über all die Jahre absolviert haben.

Und sicher, Thailand kennt bereits einen eigenen standardisierten Englisch Test. Man nennt ihn University Entrance Exam. Eine testende Katastrophe, die wieder und wieder kritisiert wurde und noch immer nichts mehr als gelegentlich grammatikalisch falsche (aber sozial angemessene) Antworten bestraft. Durch das starre Multiple-Choice Format hat er sich verheerend auf den Englisch Unterricht in weiterführenden Schulen Englisch ausgewirkt. Wie kann jemand für das Bestehen eines Test trainiert werden, wenn die korrekte Antwort aus einer Lotterie besteht?

Die Dominanz dieser Entschuldigung nur für ein Examen begann sich abzuschwächen als die neu autonomen Universitäten beim Anblick von Geld erwachten, den sie zur die Entwicklung von eigenen Eintrittstests machen können. Jetzt, statt eines beschissenen Examens vom Ministerium, müssen potentielle Studenten, wenn Mami und Papi die Kohle haben, ein halbes Dutzend beschissene Examen ablegen. Und für ihr Privileg bezahlen. 

Aber die revolutionäre Idee hört nicht hier auf. Der Generalminister will auch Englisch unterrichtenden Thai Lehrern ausländische Lehrer als Coaches zur Seite stellen.  

Einleuchtend. Thailand konnte es sich noch nie leisten in allen Klassen Lehrer mit englischer Muttersprache anzustellen (besonders, wenn sie ihnen verbieten, Visa Runs zu machen). Was also wirklich gebraucht wird sind bessere Thai Lehrer. Wie scharfsinnig.

Sicher, viele, viele der Sachverständigen für Sprachunterricht und qualifizierte Englisch Lehrer sollten über die Jahrzehnte genau das tun. Und aus einem halben Jahrhundert  Ausbildung von Thai Lehrern resultieren Legionen von Universitätsstudenten, die unter diesen Lehrern sechs, acht und sogar zehn Jahre Englisch studiert haben und weder eine englische Zeitung lesen, einen verständlichen Satz auf Englisch schreiben können und nichts ausser minimalster Konversation verstehen. Wenn man sie mit Handzeichen ergänzt. 

Aber egal. Vielleicht hat der Generalminister ein paar neue Kniffe, dass es diesmal funktioniert. Weil, wenn man Einsteins Definition glaubt, durch immer und immer wieder das Selbe tun andere Ergebnisse zu erwarten sind. Definition?

Nein, das wäre kritisch gegenüber einem Mitglied des NCPO, nicht wahr? Sie müssen, wenn sie nicht schon kennen, selbst googeln. So kann ich meine Einstellung sicher ungereinigt halten.

Von "George Harrison" in Prachatai. Der Autor wurde in den 1980er Jahren durch sein irrelevanten Kommentare in „The Nation“ bekannt. Seither wurde er während seines erzwungenen Schweigens verschiedentlich als Teilnehmer eines 999 Tage Meditations Rückzugs in einem Wat in Mae Hong Son (er gab nach 998 Tagen auf) und als Sonderberichterstatter für die Satire des UN Hochkommissariats für Menschenrechte gemeldet.

Dienstag, 22. September 2015

Wie man Vorzeigebürger Thailand's wird

Keine Kommentare :
Es muss für die Militärregierung eine spannende Frage sein: weshalb können einige Thais ihre Köpfe nicht unten und sich an die Vorgaben der Regierung halten während sie auf Demokratie warten? Wie schwierig ist es ein Lächeln im Gesicht zu behalten? Touristen kommen. Sie wollen glückliche Menschen sehen, keine mürrischen Demonstranten. Es sollte auch einfach sein, seinen Mund zu halten. Nicht einverstanden zu sein mit der Regierung ist ein Zeichen von Instabilität. Behalten Sie ihre Gedanken für sich. Es wird Sie nicht töten.

Ein Kommentar von Atya Achakulwisut, Redakteurin der Bangkok Post
Wenn Sie aber noch immer keine Ahnung haben, wie man sich im glücklichen Land von Frieden und Ordnung verhalten soll, kann das Lesen der folgenden Richtlinien hilfreich sein.

Pflegen Sie die richtige Einstellung

Seien Sie der von Premierminister Prayut Chan-o-cha angeführten Militärregierung dankbar. Sehr dankbar.

Der Premier hat schon viele Male erzählt, wie viele persönliche Opfer mit dem Aufräumen des blutigen politischen Chaos verbunden waren.

Er wollte nie einen Staatsstreich. Er wollte nie die Macht, geschweige denn die nahezu vollständige Macht, die er jetzt geniesst. Er tat es aus Pflicht. Aus der Verpflichtung zu verhindern, dass Thais Thais töten.

Der Putsch war eine edle Mission. Es war kein demokratisches Mittel gegen das Problem, die Militärs wissen das. Aber es war immerhin mit besten Absichten. Darüber sollte es keine Diskussionen geben.

Sicher, es mag Leute geben, die mit dem Putsch fundamental nicht einverstanden sind. Aber weshalb jetzt kritisieren? Es gibt nichts zu gewinnen. Es ist vollbracht. Die richtige Haltung ist zu warten, ruhig zu warten. Folgen Sie den Instruktionen des Militärs und alles wird gut.

Sie werden nicht in ein Militärcamp zur Einstellung der Haltung eingeladen. Die Vereinigten Nationen werden wunderschöne Geschichten über Thailand hören und alle miteinander während der Generalversammlung glücklich sein. Der Premier wird sich nicht beschämt fühlen. Jeder gewinnt.

Hören Sie auf zu denken

Es gibt keine Was-wenn’s, hätte sein können oder hätte sein müssen im heutigen Thailand. Weshalb sich die Mühe machen zu kritisieren, denken oder sich etwas vorzustellen?

Das Land ist stabil. Das sollte das sein, was sich jeder gute Bürger von Thailand jemals gewünscht hat. Vor allem nach einem Jahrzehnt von Konflikten ohne Ende und gelegentlichen bewaffneten Auseinandersetzungen.

Der Nationale Rat für Frieden und Ordnung, NCPO, hat wieder eine Atmosphäre von Ruhe hergestellt und die Bürger sollten nicht denken, dass das Wahrnehmen von Ruhe und Ordnung kostenlos sei. Der Preis von politischer Stabilität ist die Freiheit der Menschen. Es gibt keine öffentliche Ordnung wenn die Menschen sich nicht an strikte Disziplin halten.

Das Militärregime verlangt nicht viel. Es will nur, dass seine Bürger machen was ihnen gesagt wird und ohne zu hinterfragen glauben, was die Regierung sie bittet zu glauben. Leute, die Mühe haben diesen Regeln zu folgen sei es angeraten ebenfalls aufhören zu denken. Das wird ihr Gehirn vor Schäden schützen, wenn Logik und blinder Glaube zusammenstossen.

Ein Beispiel: die Regierung hält daran fest, dass der Bombenanschlag am Erawan Schrein nichts mit der Deportierung von mehr als hundert Figuren nach China zu tun hatte. Aber die meisten der Verdächtigen sind Uiguren.

Sie besteht darauf, dass der Anschlag das Werk von Menschenhändlern sein könne, deren Geschäft nach dem harten Vorgehen der Regierung gegen illegale Netzwerke nicht mehr so gut gehe. Aber würden Menschenhändler so weit gehen, das Land, vom dem sie für ihren illegalen Handel angeblich abhängig sind, zu bombardieren? 

Sich zu lange mit den Botschaften der Regierung aufzuhalten, welche mit gesundem Menschenverstand im Streit stehen ist offensichtlich nicht gesund für das Hirn. Deshalb empfiehlt es sich für Bürger ihr Denkvermögen für jetzt beiseite zu legen und einfach blind der Regierung zu folgen.

Behalten Sie ihren Sinn für Humor

Während des Übergangs zur Demokratie, von dem niemand weiss, wie lange er dauern wird, werden eine Menge Dinge geschehen bei denen die Menschen nicht wissen, ob sie lachen oder weinen sollen.

Wenn mit einer solch heiklen Situation konfrontiert ist es als Bürger ratsam einige gute Lach-Gelegenheiten zu finden. Neulich machte der Premier eine leicht überraschende Aussage. Er forderte seine Kritiker zu einem Faustkampf auf. Pazifistische Bürgerinnen und Bürger müssen nicht schreien. Der Premier hat das Land häufig informiert, dass er, trotz der Abneigung eines ungenannten Diplomaten, der den politischen Kontext in Thailand nicht versteht, einen trockenen Humor besitzt, oft in Zusammenhang mit einem bestimmten Land.

Seine Entscheidung zu körperlicher Gewalt statt Meinungsaustausch sollte entsprechend als militärische Art eines Scherzes angesehen werden.

Diesen Richtlinien zeigen, dass es nicht schwer ist ein guter Bürger Thailand’s zu werden. Parken Sie einfach ihr Hirn. Zeigen Sie blindes Vertrauen ins Militär. Und lachen Sie, solange sie noch können.


Montag, 21. September 2015

Thailand wird zum Volksstaat

Keine Kommentare :
Populismus verneinend hat Premierminister Prayut Chan-o-cha eine neue Strategie vorgestellt: den Volksstaat. Für eine langfristig nachhaltige Entwicklung Thailand’s sollen Staat, Menschen und Unternehmen eng zusammen wirken. Prayut sagte, die Pracha Rat-, Volksstaat-Strategie ziele darauf ab die Wirtschaft an der Basis zu stärken sowie lokalen Gemeinden und Unternehmen mehr Selbstständigkeit zu geben. 

Premier Prayut stellt die Pracha Rat Strategie vor. 
Die Strategie ist mit dem von der Regierung kürzlich verabschiedeten 136 Milliarden Baht Stimulus Paket zur Förderung der Wirtschaft abgestimmt.

Gleichzeitig hat die Regierung ein zweites, 100 Milliarden Baht schweres Stimulus zur Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen lanciert. Das Geld dient als Garantie für Banken zur Vergabe von zinsgünstige Darlehen, einem Steuersatz von 10% für zwei Jahre, der Befreiung von Körpferschaftssteuer für fünf Jahre für Start-Ups und 6 Milliarden Baht Risikokapital, welches von staatlich unterstützten Banken verteilt werden kann.

General Prayut bestand darauf, dass der Volksstaat sich von politischem Populismus unterscheide, welcher versuche mit Geld die Stimmen der Wähler zu gewinnen.

Er sprach gestern Sonntag anlässlich der Eröffnung des Forums „Staat und Menschen für die Basiswirtschaft vereinen“ in der Impact Arena in Muang Thong Thani.

Das Pracht Rat Modell bedeute, dass Menschen, Regierung und Unternehmen zur nachhaltigen Entwicklung und zur Sicherung des Lebensunterhalts von Bauern, Arbeitern und Gemeinden eng zusammen arbeiten müssen.

Die Beziehung zwischen Menschen, Staat und Unternehmen sollte „horizontal“ sein, d.h. alle sollten gleich sein, sich zur Erreichung ihrer Ziele gegenseitig unterstützen und ermutigen.

„Wir vereinbaren einen Pakt zur Lösung von Problemen und Behebung vergangener Fehler. Das ist kein Populismus. Es ist Zusammenarbeit zwischen Regierung und Menschen.“

„Wenn wir immer nur Geld ausgeben werden wir in Zukunft immer mehr Geld ausgeben müssen und es wird zur Dankesschuld werden. Aber diese Regierung will nicht, dass Sie uns Dankbarkeit schulden. Thailand ist ein Volksstaat und Populismus darin hat keinen Platz.“

Die Regierung wolle als Vermittler den Weg für den privaten Sektor und die Zusammenarbeit der Menschen handeln, sagte der Premier. Die Regierung wolle Marketing für Landwirtschaftsprodukte betreiben, plane zentrale Märkte in den Provinzen, damit Bauern mit Konsumenten und Händlern in direkten Kontakt kommen können.

Viachai Assaraskorn, Vize Chairman der Thailändischen Handelskammer, sagte, dass 136 Milliarden Paket, besonders die Vergabe von Darlehen aus Dorffonds, werde dazu beitragen, dass die Wirtschaft der lokalen Gemeinden angetrieben werde. Er rechnet mit 200 bis 300 Milliarden Baht Mehrumsatz.

Die Thailändische Handelskammer wolle zur Gewährleistung der Konjunkturmassnahmen der Regierung vorschlagen, Wirtschaftsberatungsteams in den Provinzen einzurichten, fügte Vichai an.

Surapong Tovichakchaikul vom Wirtschaftsteam der Pheu Thai, meint, die Pracha Rat Politik sei aus alten populistischen Programmen entstanden. „Sie geht in Ordnung, wenn die Menschen etwas davon haben.“ Gleichzeitig verteidigte er populistische Programme der früheren Pheu Thai Regierung, sagte, verschiedene würden von vielen gelobt, wie die 30-Baht Gesundheitsfürsorge.

Das Volksstaat Modell beinhaltet drei Massnahmen zur Unterstützung von Klein- und Mittelunternehmen, Bauern und Geringverdienern.

Für die erste Massnahme werden die staatseigene Bank for Agricultur and Agricultural Cooperatives, BAAC, und die Government Saving Bank Kreditgeber von 7-jährigen Darlehen an 59’000 Dorffonds zu je 1 Million Baht. Die Darlehen sind in den ersten beiden Jahren zinslos, die Regierung subventioniert die Zinsen in der Höhe von 2.2 Milliarden Baht.

Geringverdienern in ländlichen Gebieten ist die Kreditaufnahme aus dem beinahe 60 Milliarden Baht schweren Fonds zur Schuldentilgung verboten.

Die zweite Massnahme betrifft als Kernagentur das Innenministerium. Sie ist für die Aufteilung von 36 Milliarden Baht aus dem Reservebudget der fiskalischen Jahre 2015 und 2016 an 7’255 Tambon - Gemeinden, die als lokale Ausführungsorgane der Zentralregierung dienen - verantwortlich.

Jede Gemeinde wird 5 Millionen Baht für zur Umsetzung von Bau-, Reparatur- oder Entwicklungsprojekten, die im Einklang mit der Sufficiency Economy, dem von König Bhumipol entwickelten selbstgenügsamen Wirtschaftssystem, stehen zur Verfügung gestellt. Die Projekte müssen in drei Monaten realisiert werden.

Die dritte Massnahmen wird staatliche Behörden und staatliche Unternehmen aufrufen, landesweit Budget Auszahlungen für kleine Projekte im Wert von weniger als 1 Million Baht zu beschleunigen.

Quelle: Bangkok Post

Sonntag, 20. September 2015

Reiten, Muay Thai und Meditation gegen Drogenabhängigkeit

Keine Kommentare :
Jeden Morgen verlässt in Thailand’s hohem Norden ein Konvoi von orange gekleideten Mönchen und Novizen auf dem Rücken von Pferden den Tempel auf dem Gipfel eines Berges im berüchtigten Goldenen Dreieck um Almosen zu sammeln. Auf den ersten Blick scheinen diese Reiter-Asketen ein Bild einer vergessenen Zeit, tatsächlich aber sind sie Teil einer innovativen Bewegung Jungen in dieser von Drogen verwüsteten Region durch Reiten, Thai Boxen und Meditation von ihrer Sucht zu befreien.

Mönche des Wat Tham Pha Archa Thong sammeln auf dem Rücken von Pferden Almosen.
Einst berühmt für Opium und Heroin ist die wichtigste Substanz, die heute im Golden Dreieck hergestellt und gehandelt wird die synthetische Droge Methamphetamin. „Ich hatte kaum genug zu essen, weil mein Vater drogenabhängig war und nicht arbeitete“, sagt Ponsakorn Mayer, dessen Rufname Tawan lautet. Er ist einer der Novizen, die jeden Tag die steilen Hänge rund um den Tempel herunter reiten. 

Wie viele der Jungen in dieser Bergregion, wo der grassierende Drogenhandel Generationen dezimiert hat, suchte Taiwan Zuflucht im „Tempel des Goldenen Pferdes“, dem Wat Tham Pa Archa Thong. Jetzt sind seine Tage gefüllt mit Meditation, Reiten und traditionellem Muay Thai. 

Gelegen in der üppigen, grünen Bergwelt von Chiang Rai, der nördlichsten Provinz Thailands, befindet sich der Tempel im Herzen des Goldenen Dreiecks. Ein Gebiet, das Teile von Nord-Thailand, Myanamar und Laos umfasst. Die Mönche des Tempels sind zu einer Art Sozialarbeiter der isolierten Region geworden, in der nur wenige staatliche Stellen Dienste anbieten. 

Mit einem Muay Thai Champion als Ausbildner und einem Pferdestall, der versorgt werden muss, zielt der Tempel darauf ab, neben den normalen Klassen die Jungen von drogenabhängigen Familien der Umgebung vorwärts zu bringen. „Ohne den Wat würde ich nicht wissen, wie pulsierend das Leben sein kann. Mein kleines Dorf ist voller Drogenprobleme“, sagt der 19-jährige Tawan.

Die Mehrheit der Neulinge, die oft an Unterernährung leiden, wenn sie im Tempel ankommen, sind Waisen oder wurden von ihren Drogen konsumierenden Eltern verlassen. „Bergvölker führen ein hartes Leben. Ein Grund, weshalb sie Drogen nehmen und im Kampf mit der Erziehung ihrer Kinder stehen“, sagt Phra Sutipong, der leitende Mönch des Tempels. 

Das United Nations Office on Drugs and Crime, UNODC, nimmt an, dass in der Region jedes Jahre mehr als 1.5 Milliarden Yaba Pillen - dem Thai Namen für Tabletten, die Methamphetamin und Koffein enthalten - hergestellt werden. Meist in kleinen mobilen Labors im abgelegenen Dschungel des Shan Staats im benachbarten Myanmar.

Immer jünger

„Drogen sind im Norden Thailand’s ein grosses Problem. Es gibt nicht genügend Reha-Zentren“, sagt Apisak Wittayanookulluk, stellvertretender Direktor des Thanyarak Reha-Zenters in Chiang Mai. „Vor allem in Schulen muss Prävention entwickelt werden, weil die Nutzer und Händler jünger und jünger werden.“

Viele Jungen wie Tawan, die aus dem Bildungssystem des Tempels hervorgehen, wollen das Gelernte in ihre Dörfer tragen. „Erst wollte ich nur hierbleiben, aber es gibt viele Probleme zu Hause.“ Er will helfen Kinder in seinem Dorf vor der Drogenfalle zu bewahren. 

„Noch immer gibt es nicht viele Alternativen. Die meisten Leute verkaufen und handeln mit Drogen.“

Tawan sagt weiter, dass die Pflege von Tieren und Thai Boxen die Jungen auf eine Art und Weise glücklich und engagiert mache, wie es traditionelle Schule in Klassenzimmern alleine nicht erreichen würde. 

Im Tempel verbringen die Novizen den Grossteil ihrer Zeit für tägliche Routinearbeiten: Fütterung und Pflege der Tiere, vor allem der Pferde. Sie lernen auch Land zu bearbeiten und zu kultivieren, helfen mit, die mehrere Hektaren grosse Gemüseplantage des Tempels zu bewirtschaften.

Die ultimativen Ziele des Programms sind, dass die Kinder einen Sinn für Disziplin entwickeln und ihnen vermittelt wird, dass sie für ihr Leben selbst verantwortlich sind. 

„Der Tempel hilft und unterstützt arme Kinder“, sagt der 39-jährige Suk Namsaeng. Er lebt in einem Dorf nur wenige Kilometer weg von der Stelle, wo die Mönche jeden Tag um Almosen bitten.

„Die meisten Leute in den Dörfern wissen nicht, wie schlimm und schädlich Drogen sind. Schon ihre Eltern waren drogenabhängig, deshalb denken ihre Kinder, dass es normal ist.“

Touristen, die sich für das einzigartige Lebensweise im Wat Tham Pa Archa Thong interessieren, können ihn besuchen, in Lan Phra Keaw am Fuss zum Tempel Almosen spenden und Pferdeshows sehen. Im Wat gibt es zudem einen Coffee Shop. 

Der Wat liegt an der Strasse 1130 von Mae Chan nach Mae Salong. Ungefähr 5 Kilometer ausgangs Mae Chan, unmittelbar nach einer Police Box, geht der beschilderte Weg zum Wat rechts weg.

Quelle: Bangkok Post

Samstag, 19. September 2015

Bist du Thai?

Keine Kommentare :
Am Dienstag Abend sah ich im Fernsehen wie Premierminister Prayut Chan-o-cha ein paar Seitenhiebe auf Politiker und Medien austeilte. Angeblich hatten sie es versäumt ihren Job zu erfüllen und das Land beschädigt. Seine Kommentare folgen auf ein düsteres Wochenende mit militärischer Vorladungen und Inhaftierungen von Kritikern, ehemaligen Regierungsmitgliedern und Journalisten. Mit müden Augen hielt ich durch bis ein Satz mich vom Sofa springen liess.

traditionelle Thai Kleidung

Es war eine Frage, gerichtet an Sunai Phasuk von Human Rights Watch, welcher sich gegen die Anwendung von Artikel 44 zur willkürlichen Verhaftung von Regimekritikern geäussert hatte. „Wurde er als Thai geboren?“, fragte Prayut.

Während der Kommentar sich so natürlich in die empörte Rede des Premierministers einfügt, sind Bemerkungen wie diese nicht nur fremdenfeindlich sondern auch gefährlich. Menschen mit anderen Ansichten „Nicht-Thai“ zu nennen heisst auch ihre Stimmen abzuweisen und widerspricht jedem Schritt der Regierung, wie sie es behauptet, das Land Richtung Demokratie zu führen. Das Mantra der Militärführung lautet „Versöhnung“, aber solche Kommentare rühren nur Konflikte an.

Als Binationale trifft mich der Spott „Bist du Thai?“ hart. Manche meiner Meinungsäusserungen in der Vergangenheit, welche nicht mit den traditionellen Thai Werten einher gingen, wurden mit ähnlichen Reaktionen entgegnet, bezogen sich auf meine Fremdartigkeit. Ich fand dies nicht fair und verletzend.

Statt meiner Meinung vernünftig zu entgegnen zielten sie darauf ab mich zu entfremden, mich von Zugehörigkeit und Legitimität zur Meinungsäusserung zu entledigen. Ich fühlte mich noch trauriger als ich den mächtigsten Mann des Landes seinen Finger auf Sunai zeigen sah, dessen Name thailändischer ist als ich es mir selbst nur wünschen kann, ihn auffordernd seine Loyalität zur Nation zu beweisen in dem er sich anpasst.

General Prayut’s Angriffe auf Ausländer sind in unserer Gesellschaft nichts Aussergewöhnliches. Diese Ansichten werden weithin geteilt und sind im Thai Mainstream tief verwurzelt. Sie werden angeheizt durch die Fabel von „Thainess“, einer homogenen und gehorsamen Gesellschaft. Andersdenkende werden als Aussenseiter ausgestossen.

Dennoch, jemanden vor allen zu pflücken und ihn an den sozialen Pranger zu stellen verwandelt ihn zur Zielscheibe. Wenn General Prayut Individuen als „Andere“ brandmarkt nimmt er ihnen alles was sie schützen könnte und lässt sie verwundbar werden.

Sein öffentliches Blossstellen wird nur sogenannte Patrioten ermuntern, die glauben, dass solche Ansichten Standard sind und sie ermutigen, ihre Haltung gegenüber Kritikern und denjenigen, die sie als Randelemente der thailändische Gesellschaft sehen, zu verhärten. Deshalb, glaube ich, ist es gefährlich. 

Anfang Monat war ein 18-jähiger High-School Schüler, der Mitglied der Education for Liberation of Siam Movement ist, vom Auditorium, wo General Prayut sprach, entfernt, nachdem er ein Plakat in die Höhe gehalten hatte, dass das Fach staatsbürgerliche Pflichten vom Lehrplan entfernt werden soll.

Prayut wies die Sicherheitskräfte an, den Studenten gut zu behandeln „wenn er auf der Regierungsseite steht“, was im Publikum Gelächter auslöste. Nennen Sie mich eine Langweilerin, aber ich verstehe nicht was daran lustig sein soll.

Nach dem Putsch im letzten Jahr wurde General Prayut Regierungschef. Unabhängig von Rechtmässigkeit oder nicht hat er als Premier die Pflicht den Interessen aller Thais zu dienen und sie zu schützen - nicht nur jenen, die seiner Ansicht nach auf seiner Seite stehen.

Was ist überhaupt die Definition eines „Thai“? Ist es jemand, der immer mit dem Premierminister übereinstimmt? Jemand, der Entscheidungen und Handlungen der Regierung nicht in Frage stellt? Jemand, der sich die 12 Werte der Junta merken kann?

Solche Gründe zeigen konservative und veraltete Ansichten. Sie verleugnen die Mulitkulturalität und die unterschiedlichen Meinungen, die es in Thailand gibt, drängen sie an den Rand und benachteiligen sie im Vergleich mit der Mehrheit der Bevölkerung.

Individuen als Nicht-Thai zu bezeichnen verweigert ihnen Identität oder kulturelle Bindungen, die sie haben oder nicht haben können. Jeder einzelne muss für sich selbst entscheiden, ob er sich in den „Thai“ Werten erkennt. Das kann nicht mit der 12 Werte Checkliste gemacht werden.

Darüber hinaus werden diejenigen, die sich nicht an die Werte halten kriminalisiert. Unter Militärherrschaft wird die Wahrung ihrer Menschen- und Zivilrechte noch schwieriger. Die Rechte seine Meinung zu äussern und nicht in Isolationshaft genommen zu werden sind Grundrechte. Führer mögen mit der Schulter zucken, Demokratie und Menschenrechte Erfindungen des Westens nennen, aber der Fakt ist, dass der Nationalismus oder Kapitalismus, den sie so innig umarmen, tatsächlich aus dem Westen stammt. 

Engstirnige Gesinnung und eifriger Patriotismus werden uns nirgendwo hin führen, im Gegensatz zu fortschrittlichem und kritischem Denken.

Von Arianne Kupfermann-Sutthavong in der Bangkok Post.

Khao Kho - die Berge rufen

Keine Kommentare :
Sanfte Hügel wölben sich am Horizont, die Fahrt entlang Highway 12 ist voller atemberaubender Aussichten. Endlose Gemüseplantagen tapezieren die Landschaft, punktiert von Häusern und bunten Resorts. Eine Strecke wie aus dem Bilderbuch, die das Gefühl gibt durch eine Postkarte zu fahren. Die Nachmittagssonne scheint bevor sie sich in weissen Nebel verhüllt. Höhenlage und Feuchtigkeit der üppigen Nationalparks lassen, besonders nach Regengüssen, alles verträumt schwebend aussehen.

Sonnenuntergang in Khao Kho. 
Furcht den nächsten spektakulären Ausblick zu verpassen lädt automatisch zu langsamer Geschwindigkeit ein. Die Fahrt auf dem Highway 12 führt durch eine der attraktivsten Landschaften Thailands. Sie liegt zwischen Lom Sak, Ausgangspunkt zum Phu Hin Rong Kla Nationalparkund Ban Khek Noi im nördlichen Distrikt Khao Kho der Provinz Phetchabun. Der Abschnitt ist Teil des Ost-West Korridors. 

Der Highway 12 reicht 790 Kilometer von Mae Sot an der Grenze zu Myanmar bis Mukdahan, das nur der Mekong von Savannakhet in Laos trennt. Die Regierung will aus ihm eine wichtige Handelsroute quer durch Thailand machen. Früher nicht viel mehr als eine enge Nebenstrasse, wurde sie erheblich erweitert und trägt nun den Namen Highway zurecht.

Ost-West Korridor Thailand
Der Ost-West Korridor: 790 Kilometer quer durch Thailand.
Zwischen 1965 und 1984 war Khao Kho Kampfgebiet zwischen der Thai Armee und der kommunistischen Partei Thailands. Abholzung hatte die Berge freigelegt. Von einer Handvoll Hmong Dörfern und privaten Farmen hat es sich mit seiner angenehmen Bergluft in den letzten Jahren zu einem Touristenziel entwickelt. 

Die gute Nachricht für Touristen aus der Hauptstadt auf der Suche nach frischer Brise und traumhaften Landschaften von sanften Hügeln ist, dass der Highway 12 von Bangkok aus in nur fünf Stunden erreicht werden kann. Schon gibt es überraschend viele Resorts, Outlets und Attraktionen. Die schiere Anzahl an Coffee Shops ist unglaublich. 

„Es begann vor rund fünf Jahren, als mehr und mehr Resorts gebaut und Coffee Shops eröffnet wurden“, sagt Sittichai Nuchailek, Besitzer der Outlets Route 12. Er war vor sieben Jahren einer der ersten, der an das Geschäft entlang der Strasse glaubte.

„Vor zwanzig Jahren entdeckten Touristen Khao Kho, dass etwas abseits des Highway liegt, für lange Wochenenden. Sie kamen besonders wegen der angenehm kühlen Winterluft. Damals fuhren um 2’000 Fahrzeuge pro Tag entlang der Strasse. Aber kaum eines hielt, denn es gab hier nichts.“

Sehenswürdigkeiten rund um Khao Kho. 
„Ich sah Potential für ein gutes Geschäft. Wenn nur 10% der Fahrzeuge anhalten würden, dachte ich, hätte ich viele Kunden.“ Und baute sein Geschäft, das er Route 12 nennt, angelehnt an die berühmte Route 66 in den USA. Dekoriert wir ein amerikanisches Outlet, gibt es Coffee Shops, Restaurant, Retro Souvenirläden und Übernachtungsgelegenheiten. Von der Terrasse schweift der Blick über die Berge.

„Mein erster Kunde fragte mich nach Gas, weil ich alte Gaspumpen als Dekoration aufgestellt hatte“, schmunzelt Sittichai noch heute.

Weg vom Highway, entlang schmaler Strasse sind viele Resorts und Geschäfte in den Hügeln versteckt, viele bieten fantastische Ausblicke. Insgesamt gibt es in der Region gegen 500 kleine und grosse Resorts.

Der Nebel hängt an den Berggipfeln fest. Touristen fahren langsam der schönen Landschaft entlang, freuen sich über die Auswahl an frischem Gemüse bei Farmern, chillen bei einem frisch gebrauten Kaffee auf Terrassen mit Bergsicht oder besichtigen Sehenswürdigkeiten wie das Kriegsmuseum oder den Khao Kho Palace.

Quelle: Bangkok Post

Donnerstag, 17. September 2015

Bitte keine Proteste

Keine Kommentare :
Ein Protest gegen Premierminister Prayut Chan-o-cha im Ausland würde Thailand’s Ruf schaden, warnt die Regierung im Vorfeld seiner Reise an die Generalversammlung der UN in New York. Regierungssprecher und Generalmajor Sansern Kaewkamnerd sagte gestern, ein Protest einer Anti-Regierungsgruppe gegen General Prayut in den USA würde das Ansehen des Landes trüben und die Gefühle der Thais verletzen. Jeder Protest gegen den Putsch und Prayut sei ein Protest gegen Thailand.

Thais und US-Thais protestierten 2013 vor der UN gegen das Amnestiegesetz der Regierung Yingluck. 
General Prayut wird an der 70. ordentlichen Tagung der UN Generalversammlung, UNGA 70, im UN Hauptsitz in New York vom 23. September bis 1. Oktober teilnehmen. Seine geplante Rede wird von vielen weltweit führenden Staatsmännern und Politikern gehört werden.

„Niemand liebt Thailand mehr als die Thais“, sagte Sansern und forderte Regierungsgegner auf von geplanten Protesten gegen den Premier in den USA abzusehen. Die Regierung habe einen Hinweis erhalten, dass eine regierungsfeindliche Gruppe einen Protestaktion während seines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten veranstalten wolle.

Menschenrechtsaktivisten, aufgebracht von der kürzlichen Verwahrung von Kritikern, hatte die Regierung gewarnt, dass ihr an der Generalversammlung von Regierungen und Medien anderer Ländern Tadel drohen könnte. 

General Prayut sei besorgt, dass gegen ihn gerichtete Proteste Missverständnis unter Ausländern hervorrufen könnte. Menschen könnten ihre Meinung frei äussern, aber in einer positiven Art und Weise, sagte Generalmajor Sansern weiter. Er danke jenen, die planen General Prayut moralische Unterstützung auf seiner Reis nach New York zu geben. 

Zugleich forderte er die Thais auf, die Pläne der Regierung zu unterstützen und zu kooperieren. 

Inzwischen berichtete General Prayut den Medien, dass er in New York zwei Hauptthemen ansprechen wolle: Wege zur Überwindung der Armut und die Förderung von nachhaltiger Entwicklung zur Sicherung von Wirtschaftswachstum, sozialer Sicherheit und der Erhaltung der Umwelt in Thailand.

Gleichzeitig bestätigte er, vor der UN Generalversammlung nicht über die Reform Strategie Thailands zu sprechen. Noch nicht bekannt ist, ob er mit ausländischen Vertretern von Medien sprechen will. „Ich gebe Interviews, wenn ich Zeit habe“, sagt Prayut. 

Er führte weiter aus, dass die Regierung noch härter arbeiten werde, dass Land vorwärts und so schnell wie möglich wieder zurück zu Demokratie zu bringen.

Der Premier will, dass Ausländer Thailand als sich schnell entwickelndes Land und nicht als zerbrechlichen, instabilen und Konflikt behafteten Staat sehen.

Jedes Land habe seine eigene politische Kultur, welche unterschiedlich auf politische Prozesse wirke.

Quelle: Bangkok Post

Mittwoch, 16. September 2015

Zertrümmerndes Versagen

Keine Kommentare :
Wenn Sie sich jemals gefragt haben, was das Militär aus Thailand und seinen Menschen machen will, liegt die Antwort in einem Zertrümmer-das-Handy Clip, der sich Anfang Woche verbreitete. Untermalt vom Song „Soldaten müssen etwas aushalten“ startet er mit in Reih und Glied aufgestellten jungen Marineoffizieren in strahlend weissen Uniformen und schwarz glänzenden Schuhen. Vor jedem auf dem Boden liegen ein Smartphone und ein Betonblock.


Ihr Chef, dessen Gesicht nicht sichtbar ist, fragt jeden, was ihm sein geliebtes Handy bedeutet. „Gerade gekauft, was? Teuer?“ fragt er langsam und mit ruhiger Stimme. Offenbar geniesst er die psychische Folter. Dann werfen sich die Offiziere zu Boden und zerschlagen ihre Smartphones mit dem Betonblock in Stücke.

Die Reaktionen auf den Clip sind so heftig. Bosse der Marine und andere Chefs des Militärs mögen es schwierig finden zu begreifen, was passiert ist. Sie denken wahrscheinlich, dass es nur Handys waren. Sie denken wahrscheinlich, dass es die Pflicht von Soldaten ist Befehle ohne Fragen auszuführen.

Da es den jungen Marineoffizieren nicht erlaubt ist, ihre Handys während der Ausbildung zu benutzen, ist es nichts als richtig, jedes Zeichen von Ungehorsam streng zu bestrafen, oder?

Dass sich der Clip so schnell verbreitet hat zeigt, dass die Öffentlichkeit grösstenteils nicht einverstanden ist. Eltern in Thailand scherzen gerne, dass Smartphones zum 33. Körperorgan ihrer Kinder wurde. Aber tatsächlich ist es mehr als das.

Für junge Leute sind Smartphones ihre Stimme und ihre Gesicht in der Welt - ihre Identität. Wenn sie die Jungs der Marine ihren Schmerz schlucken, auf den Boden werfen und ihre Handys zerstören sehen, fühlen sie auch sich selbst verletzt.

Die Marine klärte später den Vorfall, der in seiner Kommunikations- und Informationstechnologie Schule statt fand. Es gibt Regeln zur Nutzung von Handys, aber Verstösse sind häufig. Die Lehrer haben ein „Ehrensystem“ entwickelt, bei dem ungehorsame Schüler ihre Handys „freiwillig“ zerstören müssen.

Dass eine Militärschule mit Schwerpunkt auf Kommunikations- und Informationstechnologie Smartphones nicht als Lerninstrument betrachtet, aber Hindernisse aufstellt, die sie verbietet, sagt eine Menge darüber, wie viel das Militär aufholen muss um zur Welt aufschliessen.

Zufällig geschieht die Handy-Zerstörungs-Kontroverse zur gleichen Zeit in der das Militär verstärkt auf seine Politik setzt politische Dissidenten zur „Anpassung der Haltung“ herbei zu zitieren.   

Erst die Beschlagnahmung des Reisepasses von Pheu Thai Politiker Chaturon Chaisen. Dann das Herbeizitieren seiner Kollegen, dem früheren Energieminister Pichai Naritphapan und dem früheren Pheu Thai Parlamentmitglieds Karun Hosakul. Der jüngste Fall ist Pravit Rojanaphruk, Journalist bei der Nation, für seine Anti-Coup Haltung. Ihr Aufenthaltsort ist unbekannt. Wir wissen auch nicht, wie lange das „Anpassen“ der Haltung dauert. (Anmerkung: Die Personen wurden gestern freigelassen)

Was zum Himmel wollen sie tun? Warum nur „Geräusche“ unterdrücken, wenn das Militär schon die vollständige Kontrolle der Macht besitzt? Wenn auch Sie sich diese Frage stellen, mag die Handy-Zerstörungs-Episode eine Antwort geben.

In der militärischen Psyche können Geräusche jeder Art nicht toleriert werden, weil sie bedeuten, dass das total Gehorsam noch nicht angekommen ist. Um es zu erreichen, haben die Chefs das Recht zu tadeln, beschimpfen und entmenschlichen, wenn sie Signale von Ungehorsam entdecken. Wenn die Geräusche weiter gehen ist es nur fair sie bis zur völligen Stille zu zerstören.

Jetzt verstehe ich, weshalb der Ministerpräsident und Junta Führer nichts von Tiraden gegen die Presse oder Drohungen gegen politische Dissidenten hält.

Oder weshalb das Herbeizitieren weiter geht. Wir mögen denken es sei falsch, aber für das Militär ist es das, was die Bosse jeden Tag tun um totales Gehorsam von ihren Untergebenen zu gewinnen.

So funktioniert das Militär. Wenn wir damit unglücklich sind, zeigt es nur, dass wir die Tatsache, dass das Land zu einem Militärlager reduziert wurde, noch nicht akzeptiert haben.

General Prayut hat darauf bestanden, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für freie politische Diskussionen ist. Man könne das in der Zukunft machen, wenn die Dinge wieder normal laufen, hat er gesagt.

Ich fürchte mich jedoch vor der Zukunft, weil was sich jetzt entfaltet, wie die Wiederholung der Geschichte aussieht. 

Um Wahlen nach einem Putsch zu gewinnen haben Anführer des Militärs in der Vergangenheit ihr eigenen Parteien gegründet oder Vertreter das Spiel spielen lassen. Aber die Dinge sind schliesslich nach Machtmissbräuchen und politischer Unterdrückung explodiert, Blutvergiessen war die Folge. Dann ein weiterer Putsch und eine weitere Runde der Gewalt.

Wie kann der Teufelskreis durchbrochen werden? Es beginnt damit, Frieden und Ordnung nicht gleich zu stellen mit Unterdrückung und Stille. Es beginnt damit zu akzeptieren, dass das Land kein Armee Regiment ist und die Zerstörung von unterschiedlichen Auffassungen durch Herbeizitieren und Inhaftierung keinen Platz im modernen Thailand hat.


Dienstag, 15. September 2015

Hoffnung auf Gesundheit und Wohlstand

Keine Kommentare :
Wasser, welches Erneuerung und Glück verspricht sprudelt aus der Erde und die Einheimischen aus einem Dorf in der Provinz Buriram vermuten, dass eine schlangenähnliche Gottheit die Quelle des verzauberten Elixiers ist. Kerzen brannten und der Geruch von Weihrauch erfüllte die Luft - zwei Tage vor der Ziehung der nationalen Lotterie - an einem Brunnen beim Wat Nong Hua Kaen. Besucher standen an. Sie wollten beten und Opfergaben abgeben, über dem Wasser, dass angeblich jede Krankheit heilt und Glück bringt.

Buriram Thailand
Naga Schrein über dem Brunnen, dessen Wasser Krankheiten heilen und Glück versprechen soll. 
"Manche denken vielleicht, das es Aberglauben ist. Aber es hängt vom Glauben jedes einzelnen ab", sagt Niyom Kamsombat, ein 53-jähriger Mann aus dem Dorf. Er zweifelt nicht an der Fähigkeit des Wasser, die Krankheiten der Menschen seiner Gemeinde zu heilen.

Der Ursprung der magischen Quelle begann bescheiden. Im Dezember 2104 ordneten die lokalen Behörden die Grabung eines Wasserreservoirs nur wenige Meter von einem Teich weg an, wie Songsak Inpaen, Mitglieder der Dorfverwaltung sagt.

Der erste Spatenstich für einen Brunnen erfolgte im März. Kurz danach bemerkten die Arbeiter, dass sich das Reservoir mit klarem Wasser füllte. Sie nahmen eine Schluck und stellten fest, dass es ausgesprochen gut schmeckte.

Das war der Moment, als die Wahrheit seiner Herkunft einem der Gräber des Brunnens in einem Traum offenbart wurde. Songsak sagt, ein nicht namentlich bekannter Arbeiter wurde in einem Traum von einem Naga besucht. Der Schlangengott hätte ihm vermittelt, dass es von ihm zur Heilung gesegnetes Weihwasser sei.

Die Arbeiter beschlossen die heilenden Kräfte an einem kranken Elefanten zu testen. Tatsächlich sei ihm schnell besser gegangen. Das hätte viele von den übernatürlichen Kräften des Wassers überzeugt, erklärt Songsak.

Beamte waren sich da weniger sicher und testen das Wasser. Sie rieten den Einheimischen auf die Anbetung des Brunnens zu verzichten. Immerhin darf das Wasser weiterhin getrunken werden, es hat Trinkwasserqualität.

Quelle: Khaosod

Montag, 14. September 2015

Straflager für Studentinnen

Keine Kommentare :
Ein Militärcamp wird von heute bis Mittwoch Gastgeber für 53 Studentinnen, genauer Transgender, der Suan Sunandha Rajabhat Universität spielen. Ziel ist Anpassung ihrer Haltung. Sie gerieten letzten Monat ins Scheinwerferlicht, als sie an einem schlecht durchdachten Inititationsritual tanzten und dabei sexuelle Handlungen simulierten. Wenn es aus der Reihe tanzte - und das tat es sicherlich - was sollen wir von dieser Strafe der Universität halten, erstens ihrer Haltung gegenüber Studenten und sogar ihrer eigenen Reputation von Ritualen?


Unangemessene Aktivitäten werden mit drei Tagen Militärcamp bestraft. 
Erstens, der sogenannte Tanz. Die Studenten, die ihn ausgedacht hatten, nannten ihn Rub Nong Sang Sun oder kreative Initiierung und posteten Videos auf einer eigens dafür aufgeschalteten Facebook Seite. 10’000 Leute sahen sich an, wie Studentinnen tanzten und sich provokativ zum Song Kluay Thup, zerquetschte Bananen, bewegten. Provokativ heisst sich paarten und verschiedene sexuelle Handlungen imitierten, wohlgemerkt, vollständig bekleidet.




Es dauerte nicht lange bis sich Verantwortliche der Universität einbrachten. Der Rektor, sein Stellvertreter und der Assistenz Rektor, sie alle verurteilten die Show. Aber nicht genug. Rektor Leudech Kerdvichai arrangierte irgendwie, dass die Studentinnen zur Anpassung der Haltung ins Camp Phramahachedsadharajchao gesandt werden. Eine Basis der Royal Thai Marine, die für Cobra Gold Manöver verwendet wird, in der Nähe des Flughafens U-Tapao.

Dieser Befehl an die Studentinnen sich in ein Militär Camp zu begeben ist mindestens so unpassend wie das Ritual. Gemäss der Universität sprach Rektor Leudech mit den Marines ab, die Studentinnen zwei Nächte aufzunehmen. Was in den drei Tagen „Training“ gemacht wird, wurde nicht veröffentlicht. Leudech sagte, er und zwei andere Angestellte der Universität würden das Militär für die Einstellung der Haltung bezahlen. Dies wirft eine weitere Reihe von Fragen auf. Angefangen mit der, ob Mitglieder der Royal Thai Army, seine Einrichtungen und Ausbildungen von jedermann gekauft oder gemietet werden können.

Die Streitkräfte, mit der Verteidigung der Nation beauftragt, sollten nicht für solche Zwecke verwendet werden. Behandelt zu werden wie Angestellte eines Erziehungsheims für jugendliche Straftäter streift Würde ab von den Marines wie vom gesamten Thai Militär. Die Frage der „Einstellung der Haltung“ ist geschmacklos und erniedrigend genug, auch ohne angemietete Streitkräfte und Camps für Kurse, deren Inhalte unbekannt sind.

Die Suan Sunandha Rajabhat Universität verlor durch das fehlbare Inititationsritual in der Öffentlichkeit etwas Achtung. Sie verliert noch mehr Achtung mit ihrer Reaktion. Lange vor dem Ritual hatte das Rektorat versucht, besondere Kontrollstandards für Transgender im ersten Jahr aufzustellen. Ziel war, sie gänzlich von der Uni fernzuhalten. Dies empörte Dozenten so sehr, dass der Plan aufgegeben wurde. So ist es keine Überraschung, dass Rektor Leudech sofort, um alle Vorwürfe für das Missmanagement der Aktivitäten am Eintrittstag zu vermeiden, der „unverhohlenen Sexualität“ von Transgendern Schuld gab.

„Unangemessen“ ist ein Ausdruck, der zu manchen Leuten und ihren Handlungen an dieser Universität passt. Es ist traurig, dass Verantwortliche der Uni das Bedürfnis verspüren, sich so unpassend zu verhalten wie die Studentinnen, die sie verurteilen und bestrafen.

Ein Leitartikel der Bangkok Post

Sonntag, 13. September 2015

Buddhistische Frauen Mönche im Vormarsch

Keine Kommentare :
Kurz nach Tagesanbruch knien Alte und Junge vor einer in einer safranrot gekleideten Frau, füllen die Schale mit Reis, Currys, Obst und Süssigkeiten. Ein seltener Anblick. Thailand’s höchste buddhistische Autorität sperrt Frauen von einem Leben als Mönch aus. Sie können lediglich weiss verhüllte Nonnen werden, behandelt wie Dienerinnen. Viele glauben, dass Frauen minderwertige Wesen sind, die besser viele gute Taten verrichten, damit sie im nächsten Leben als Mann wiedergeboren werden.

Seltenes Bild in Thailand: einer Novizin werden die Haare geschnitten. 
Doch im Angesicht von reisserischen Skandalen sind weibliche Ordinierte oder Bhikkhunis eine Kraft, die für Reform steht. Nichts anderes als Aktivistinnen in der christlichen Welt auf der Suche nach Gleichberechtigung der Geschlechter, inklusive der Weihe zu Priesterinnen in der katholischen Kirche. Ihre Zahl wächst und es scheint vorwärts zu gehen.

In Thailand leben einige Hundert Bikkhunis. Sie wurden in Sri Lanka ordiniert, dort dürfen Frauen Mönch werden. Sie und ihre buddhistischen Klöster werden in Thailand rechtlich nicht anerkannt, geniessen weder staatliche Förderung noch Unterstützung der gegen 300’000 männlichen Mönche des Landes.

Ein spartanisches Dasein führend halten die Frauen 311 Gebote von Ehelosigkeit und Armut bis zu archaischen wie derjenigen, dass der Verzehr von Knoblauch gebeichtet werden muss, ein. Unter ihnen und denen von Hunderten von Aspirantinnen - es gibt fünf Stufen bis zur Weihe - sind eine ehemalige leitende Angestellte von Google, eine Harvard Absolventin, Ärztinnen und Journalistinnen und ganz gewöhnliche Verkäuferinnen.

„Es ist unser Recht und unser Erbe ein vollständig klösterliches Leben zu führen. Wir sind auf richtigen Seite der Geschichte“, sagt Chatsumarn Kabilsingh. Sie ist Autorin, frühere Universitätsprofessorin und war die erste Bikkhuni des Theravada Buddhismus in Thailand, der buddhistischen Richtung, die in Südostasien und auf Sri Lanka dominiert. Ihre religiöse Bezeichnung ehrwürdige Dhammananda nutzend behauptet sie, dass Buddha seine Lehre vor 2500 Jahren wie einen Stuhl aufgebaut hat - Mönche, Nonnen, männliche und weibliche Laien. „Aber jetzt sitzen wir auf einem dreibeinigen Stuhl.“ 

Dhamananda war die erste Frau Thailand's, die ordiniert wurde.
Die von Männern dominierte Religion wurde in den letzten Jahren durch Verbrechen und schwere Verletzungen des Gelübdes geschwächt. Durch sexuellen Missbrauch, Finanzskandale, genau so wie die katholische Kirche.

Mönche in Thailand wurden für alles Mögliche von Handel mit Wildtieren bis Mord angeklagt. Von sexueller Verdorbenheit wird häufig berichtet. Ein ehemaliger Abt, der immer noch flüchtige Wirkpol Sukphol, ist des Drogenmissbrauchs, Geldwäsche, Kindesmissbrauchs und illegaler Anhäufung von Millionen von Baht angeklagt. Das bekannteste Foto zeigt ihn in seinem Privat mit Ray Ban Sonnenbrille und Prada Tasche.

Der oberste Sangha Rat, der Regierungskörper der Religion, steht unter Beschuss wegen Vertuschung von Korruption prominenter Äbte, darunter auch einem Mitglied des Rates selbst. Die Vorwürfe beinhalten Unterschlagung von Mitteln für die Einäscherung eines verstorbenen Abtes und Investitionen in den Aktienmarkt in der Höhe von 40 Millionen Baht.

Da der Buddhismus so eng mit der thailändischen Identität verknüpft ist haben diese Missstände und das, was als Scheckbuch-Buddhismus bezeichnet wird, Rufe an die Regierung laut werden lassen, die beinahe totale Autorität des Rates über seine Mönche und jährlichen Spenden von mehr als 120 Milliarden Baht zu beschneiden. Vorgeschlagen wurden eine Schirmherrschaft mit harten Strafen für jene, welche die Grundregeln der Religion brechen und ein Panel, der die Verwendung von Spenden überwacht. Korruption innerhalb des Buddhismus könnte sogar in der nächsten Verfassung abgehandelt werden.

Die Rolle der Frauen im Buddhismus hat auch eine nationale Debatte ausgelöst. Der Sangha Rat hat die Regierung aufgefordert ein Einreiseverbot für Mönche aus Sri Lanka zu verhängen. Er war entrüstet über die, wie Dhammananda sie bezeichnet, Rebellions-Weihe von acht Frauen durch Mönche aus dem ehemaligen Ceylon.

„Der Klerus kann nicht länger auf einem geschlossenen, feudalen System beharren, dass universelle Normen und Werte verletzt“, schrieb Sanitsuda Ekachai in der Bangkok Post. Statt die Bestrebungen von Frauen zu vernichten sollten die Geistlichen ihr eigenes Haus sauber machen und sich darauf konzentrieren, den Glauben der Öffentlichkeit wiederherzustellen. 

Keine Skandale gab es unter Thailand’s weiblichem Klerus. Dhammanada sagt, es gebe kein Fehlverhalten ausser dem von ein paar wenigen Nonnen, die ihre Mobiltelefone zu häufig benutzten. 

„Ich glaube, viele Nonnen sehen sich selbst als Beispiel. Sie arbeiten an einer neuen Rolle, die zuvor nicht existierte“, sagt Juliane Schober, Expertin für südostasiatischen Buddhismus an der Arizona State Universität. „Dass Druck auf den Sangha Rat entsteht überrascht mich nicht.“

Der in drei Klöstern befragte Frauen Klerus sagte, dass es ausserordentlich wichtig sei, hohe moralische Integrität zu bezeugen um Gegnern keine Vorwände zu liefern. Manche sehen sie als westlich erzogene Feministinnen die den traditionellen Buddhismus unterminieren wollen.

„Sie können die Kraft für einen Wandel im Buddhismus sein“, bestätigt Phramaha Boonchuay Doojai, ein Führer der Aktivisten Mönche im Buddhist College von Chiang Mai. „Wenn alle Macht in den Händen von Männern liegt, ist es als Buddha nur ein Vater, keine Mutter sei. Aber es braucht beides. Mütter haben einzigartige Gefühle, welche Männern nicht eigen sind. Sie haben mehr Güte.“

Befürworter von weiblicher Ordination wie Boonchuay sagen, Bikkhunis gründen sich auf Buddha selbst. Die erste war die Tante, die ihn aufzog. Gegner argumentieren, dass die Linie von Theravada Bikkhuni vor langer Zeit ausstarb und nicht wiederhergestellt werden könne. Der Mahayana Buddhismus Ostasiens weiht Frauen schon immer. 

„Wir folgen nur den Regeln. Die Ordination von Frauen war zur Zeit als Buddha lebte erlaubt. Aber irgendwann später verschwand die Line von Bikkhuni“, sagt Phra Tepvisutthikawee vom Buddhism Protection Center.

Aber trotz der konservativen Opposition sind Bikkhunis in der Öffentlichkeit im Vormarsch. „Es ist nun eine Bewegung. Als ich mit mir selbst darum rang war ich nur eine verrückte Frau, die Mönch werden wollte“, sagt Dhammananda. Sie wurde 2003 geweiht. „Heute fühlen sich die Leute nicht befremdet, wenn sie einen weiblichen Mönch sehen. Wir haben keine Probleme mit den Menschen, mit der Gesellschaft.“

Abgesehen von spirituellen Bestrebungen besuchen die 15 Frauen ihres Songdhammakalyani Klosters in Nakhom Pathom Gefangene, helfen Armen und pflegen Verbindungen mit den umliegenden Gemeinden. Sie machen früh morgens ihre Almosenrunden, die zeitlose Tradition der Speiseopfer von Gläubigen, die zum Dank gesegnet werden.

Im Norden Thailand’s, im Schatten des höchsten Bergs des Landes, strömen regelmässig Beamte, Geschäftsleute und einfache Dorfbewohner in ein idyllisches Kloster um die Reden der ehrwürdigen Nandanyani zu hören, einer Bikkhuni und früheren Mathematikerin. Familien besuchen am Wochenende religiöse Camps auf dem Areal des Klosters. Bikkhunis lernen Gruppen von Männern und Frauen in den langsamen Bewegungen der gehenden Meditation.

Unter eine Buddha Statue sitzend erklärt die Äbtin energisch, weshalb die Weihe von Frauen von entscheidender Bedeutung ist, unterstreicht ihre Worte mit Daumen-hoch Bewegungen. Es ermögliche den Menschen Buddhismus in der Tiefe zu ergründen und ein wirklich klösterliches Leben zu führen. Auch würde die Kommunikation zwischen weiblichem Mönch und weiblicher Laie nicht behindert von geschlechtlichen Barrieren und dem traditionellen Verhalten von Frauen und Mönchen.

„Wir müssen Geduld haben. Langsam aber sicher geht es voran.“

Quelle: Chiang Rai Times

Samstag, 12. September 2015

Die Frustration brodelt

Keine Kommentare :
Die Ablehnung des Verfassungsentwurfs hat unter politischen Experten, Akademikern und Journalisten grossen Aufruhr verursacht. Für das normale Volk ausserhalb der Hauptstadt ist es nur eine weitere Episode von Lakhon Nam Nao - hirnloser Seifenoper. Menschen an der Basis finden sie nicht besonders lustig. Sie konnten sich mit nichts im Drehbuch identifizieren und die Story selbst weder ihre Fantasie beflügeln noch ihre Aufmerksamkeit wecken.


Protest von Bewohnern gegen von der Regierung geplantes Kohlekraftwerk auf Krabi. 
Kein Wunder, hatten sie doch nichts zu tun mit der Entstehung des sogenannten höchsten Gesetzes des Landes. Auch der Entwurf selbst hatte nichts mit ihnen zu tun. Auch wenn die Verfasser behaupteten, während des Schreibens an sie gedacht zu haben.

Die Übung zielte vom Start weg darauf Machtstrukturen zu basteln, die nach Wahlen die staatliche Maschinerie kontrollieren können. Das Wohl der Wähler, besonders derer in den unteren Schichten der Gesellschaft, wurde fast vergessen. Falls es überhaupt in Erwägung gezogen wurde.

Die Menschen auf dem Land haben weltlichere und unmittelbarere Sorgen, als sich darüber Gedanken zu machen, wie viele Mitglieder das Parlament braucht oder wie der Senat zusammengesetzt sein soll.

Sie sorgen sich, dass auf ihrem Land von der schwersten Dürre seit Menschengedenken nichts wächst.

Sie sorgen sich, dass jemand einen Landtitel vorweist, von dem sie nichts wussten und ihnen ihr Land streitig macht.

Sie sorgen sich über staatliche Vorwürfe Land zu besetzen, welches der Öffentlichkeit gehören soll, sie aber seit Generationen bearbeiten.

Sie sorgen sich über Bergbau und Ölbohrungen, die ihr Land, ihr Leben, ihren Lebensunterhalt und die Umwelt in Gefahr bringen.

Sie sorgen sich, dass die Preise für ihre Produkte bodenlos sinken, während für sie lebenswichtige Güter immer teurer werden.

Sie sorgen sich über massive Entwicklungsprojekte, die ihr Leben stören, ihre Gesundheit bedrohen, ihre Lebensgrundlage zerstören und die Umwelt vergiften.

Und alle ihre Sorgen werden in den Korridoren der Macht nicht gehört. Nicht, dass sie es nicht versucht hätten. Aber jedes Mal ging die Staatsmacht, gesichert vom Militär, rigoros gegen sie vor.

Sie fühlen sich ihrer Rechte entledigt und sind Fremde im eigenen Land geworden. Das Militärregime mag der Nation sagen, dass es hart an der Entwicklung der Wirtschaft und der Verbesserung des Wohlergehens seiner Bürger arbeite.

Zum Beispiel wurden der Preis der Lotterielose gesenkt, Strände gereinigt, hart gegen Resorts auf öffentlichem Grund vorgegangen, einige schwindelnde und korrupte Beamte verhaftet und am langwierigen Problem der illegalen Fischerei gearbeitet.

Aber hinter diesen leuchtenden Leistungen gibt es eine Politik, die wichtigen Industrien auf Kosten von Menschen und Umwelt begünstigen. Bergbauunternehmen haben Lizenzen erhalten, grossflächig nach Erdöl und Erzen, besonders Gold, zu bohren, auch in unberührten Wäldern. Inzwischen haben Bewohner in der Nähe von Abbaustätten ihre Dörfer verlassen. Aufgrund von gesundheitlichen Problemen durch die Gifte, die im Bergbau verwendet werden. Aber die Regierung kümmert sich kaum darum.

Pläne für Industriegebiete, Sonderwirtschaftszonen, Kraftwerke, Tiefseehäfen wurden initialisiert. Sie treiben den Menschen in den betroffenen Gebieten Angst ins Herzen.

Der Prozess, diese Pläne voranzutreiben wird oft geheim gehalten. Details sind schwer zu erfahren. Leute, die sie in Frage stellen werden nicht mit einbezogen sondern ferngehalten, oft durch den starken Arm des Militärs.

Chainarong Sretthachau, Dozent für Gemeindeentwicklung an der Universität von Maha Sarakham, ist wenig optimistisch, was die zukünftige Ausrichtung der Politik betrifft. Nachdem er für einen Grossteil seines Berufslebens eng mit Basisbewegungen gearbeitet hat, sagt, dass die unteren Schichten der Gesellschaft besonders hart von der Militärherrschaft betroffen sind. Die ungenierte Bereitschaft des Regimes sich auf das Big Business auszurichten bedeute, dass die Menschen verlieren. Welchen Einfluss sie auch immer haben mögen.

Er glaubt, dass der industriell-bürokratische Komplex die Militärherrschaft ausnutzt, schädliche Projekte durchzuboxen. Projekte, die in der Vergangenheit durch öffentliche Opposition gescheitert sind. Je länger das Militär an der Macht sei, desto mehr Zeit gebe es für neue Projekte und desto mehr Menschen würden leiden.

Eine lang dauernde Militärregierung verheisse nichts Gutes für die Stabilität des Landes. Trotz des gegenteiligen Gelübdes des Regimes.

Die Frustration an der Basis brodle, während das Militär einen dichten Deckel darauf setze. Mit der Zeit werde sie überkochen, Leuten Mut geben gegen die Militärherrschaft aufzustehen. Eine Entwicklung, wie sie das Land schon einige Mal erlebt habe.

„Die Geschichte lehrt uns, das Gewalt ausbrechen wird, bevor das Militär zurück tritt“, sagt Chainrong. „Niemand will das. Aber wenn sich das Militär weigert aus der Vergangenheit zu lernen, wird es schwierig werden sie zu vermeiden.“

Von Wasant Techawongtham in der Bangkok Post