Dienstag, 11. August 2015

Wenn Sie ein Fenster öffnen, kommen manchmal Fliegen

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Es gab nur wenige Vorteile der Ausländerfeindlichkeit, die Myanmar's totalitäre Junta über Jahrzehnte durchdrungen hatte. Aber es gab wenigstens einen: sie hielt die schmierigsten Touristen aussen vor. Burma fasziniert mit seiner Schönheit und ist viel einfacher zu besuchen als zuvor. Aber, wie einst einer der Generäle Myanmar's meinte: "Wenn Sie ein Fenster öffnen, kommen manchmal Fliegen." Und in Südostasien kann dies Sex- und betrunkene Rucksacktouristen bedeuten.


Minderjährige Sexarbeiterin in der chinesischen Grenzstadt Jiegao. Bild: Immersive
Der Tourismus explodiert in Myanmar wie nie zuvor. Dieses Jahr sollen es 4.5 Millionen Besucher sein, fünf Mal mehr als vor fünf Jahren. Ein Bericht warnt nun, dass das Land schlecht auf diese Flut vorbereitet sei. Das Myanmar Center for Responsible Business schlägt vor, sich auf eine kleinere Anzahl von High-End Touristen zu beschränken, die jene Erfahrung suchen, die Myanmar besonders macht.

Der Tourismussektor solle darüber nachdenken, welche Lektionen andere gelernt hätten. Eine Alternative finden, nicht nur einfach die Anzahl Ankünfte erhöhen. 

Lektionen wie Thailand sie in Pattaya gelernt hat, einem Ort, der von Verderbtheit verbraucht wurde. Oder Laos in Vang Vieng, der Party-Stadt im lDschungel, bis vor zwei Jahren berüchtigt für billige Drogen und Medikamente, Flussfahrten im Gummiring und Rucksacktouristen, die feierten bis sie sturzbetrunken oder gar tot waren. Oder Kambodscha in Phnom Penh, wo ein Grossteil der Promenade am Mekong überfüllt ist mit Bar Hostessen und aufdringlichen Drogenhändlern.

Davon gibt es nichts in Myanmar - ausser an ein paar dunklen Flecken an der weit entfernten chinesischen Grenze.

In den touristischen Regionen bietet das Land wenig für westliche Reisende, die tagsüber trinken und nachts Bordelle frequentieren wollen. Der lange Bann der Militärherrschaft hat Burma versiegelt und und eine konservative buddhistische Gesellschaft erhalten, wie sie anderswo in Asien kaum mehr zu finden ist. Sicherlich existiert Prostitution, aber sie ist beschränkt auf vereinzelte Karaoke Bars und Diskotheken.

Doch das Potential für ein Abgleiten in den offen ausschweifenden Tourismus ist da und Geld greift sehr weit. Festnahmen wegen Verbrechen, kleineren wie Prostitution, grösseren wie Kinderprostitution können möglicherweise durch Bestechung vermieden werden. Kommt dazu, dass in einem Land mit Kinderarbeit und Guerilla Krieg die Aussichten auf eine regulierte Prostitution, die Sexarbeiterinnen schützt und routinemässig auf Krankheiten untersucht sehr gering sind.

Bereits haben sich in Yangon, der grössten und meist besuchten Stadt, Hotel Lobbys mit Sexarbeiterinnen auf der Suche nach ausländischen Männern gefüllt. Manche befürchten gar, dass es in Myanmar zukünftig mehr Prostituierte als Mönche geben wird.

Auch die Partei von Aung San Suu Kyi hat bereits vor vier Jahren über kaltschnäuzige Erwartungen von Sextouristen und vom Gespenst sozialer Ausbeutung gesprochen. Das wäre eine unglückliche Rückkehr zu einer Zeit, als englische Kolonialherren über das Land herrschten. 

Im früheren 20. Jahrhundert gab es nirgendwo in Britisch-Indien mehr Prostituierte als im damaligen Burma.

Quelle: Global Post

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