Dienstag, 4. August 2015

Durchdrungen vom Spieltrieb, trotzdem bleiben Kasinos illegal

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Thailand erwartet dieses Jahr mehr als 28 Millionen Besucher, alleine 5 Millionen aus China. Auf den nächsten fünf Rängen folgen Malaysia, Russland, Japan, Südkorea und Indien - alles Länder, in denen der Betrieb von Casinos verboten ist. Eine äusserst verlockende Zielgruppe und nach dem letztjährigen Rückgang der Besucherzahlen könnte das Land des Lächelns versucht sein, sein Glück mit Glücksspiel zu versuchen.

Eingang in den Kasinostreifen zwischen Thailand und Kambodscha. 
Aber es geht nicht nur um Touristen, auch Thais verzocken Milliarden in illegalen Spielhöllen im Land selbst und legalen Kasinos in Nachbarländern. Donaco International, welche im Juli das Star Vegas Casino and Club übernommen haben, das grösste der 10 Kasinos gleich an der thailändischen Grenze in Poipet, Kambodscha, berichtet, dass im fiskalischen Jahr 2014/15, welches bis Ende Juni dauerte, knapp $4 Milliarden verspielt wurden. Täglich fahren Gratisbusse Spieler von Thailand's Hauptstadt nach Poipet.

Die Kunden sind beinahe ausschliesslich Thais und, dank verbesserter Strasse von Bangkok und dem härteren Vorgehen der Militärregierung gegen illegale Kasinos, wuchsen die Einnahmen um 46.5% gegenüber Vorjahr. 

Diese Kombination aus Thais und Touristen macht Thailand zu einem enorm verlockender Spielmarkt.

Der letzte Ausbruch von Spekulationen um Kasinos begann im Juni. Zwei Mitglieder des National Reform Council schlugen Kasinos zur Steigerung des Tourismus vor. Sie repräsentieren rund ein Dutzend Mitglieder des Advisory Panel und hatten vor, eine detaillierteren Vorschlag auszuarbeiten.

Viele sehen darin nur einen Versuchsballon. Thailand’s Tourismus und Sportministerin Kobkarn Wattanavrangkul war diplomatisch, drückte einstudierte Ambivalenz gegenüber der Legalisierung von Kasinos aus. Wie andere in der Thai Tourismusindustrie sagte sie, dass eine Zulassung der Charakter des Tourismus verändern würde, andere Leute ins Land bringen würde ohne für deutlich mehr Besucher zu sorgen. Andere einflussreiche Leute wie der nationale Polizeichef, General Somyot Poompanmoung, unterstützen den Vorschlag.

Nachdem die Debatte eine Woche geführt wurde, entschied Premierminister Prayuth Chan-o-cha, dass es unter ihm keine Kasinos in Thailand geben würde und verbat seinen Mitstreitern den Mund. Sein innerer Zirkel gab bekannt, dass die Regierung keine Zeit in Kasinos verschwenden würde. Die neue Verfassung und die Dürre würden die Agenda bestimmen.

Prayuth's Nein war für nicht genug abschlägig für einige Thai Journalisten nach Singapur zu reisen und dort die Kasino- und Resortbetreiberin Las Vegas Sands zu befragen. „Wir wollen in Thailand investieren, sobald wir die Erlaubnis erhalten“, sagte Krist Boo, Sprecherin von LVS und fügte hinzu: „Es muss die Art integriertes Resort wie in Singapur sein.“

LVS eröffnete das Marina Bay Sands in Singapur 2010. Die $5.7 Milliarden Ikone wurde zum Vorbild anderer Destinationen, die integrierte Resorts in städtischer Umgebung bauen wollen. „In Thailand würden wir gerne ein integriertes Resort nahe eines Stadt-, Finanzzentrum oder eines internationalen Flughafens errichten“, wie Boo sagte.

Aber in Thailand selbst gehen die Spekulationen um Standorte in Badeorten. Die Mitglieder des NRC schlugen Pattaya vor, seit Jahren wird von Phuket gesprochen. Obwohl beide Orte internationale Flughäfen haben, entsprechen sie nicht dem übrigen Kriterien.

Thailand’s Kultur und die nationale Psyche ist durchdrungen vom Spielen, sagt Autor Christopher G. Moore. „Das Königreich verbleibt ein Ort von Geistern und Geisterhäusern, in dem Spielgewohnheiten tief reichen, weil die Menschen wetten, dass ihr Karma die Gewinnchancen schlägt. Weshalb es nicht überall Kasinos gibt? Dafür gibt es viele Gründe, aber im Kern geht es um Moral und Wirtschaft.

Moore lebt seit den 80er Jahren in Thailand und hat mehr als 30 Bücher veröffentlicht, auch über die thailändische Kultur. „Eine etablierte, konservative Elite fürchtet, dass sich die Massen nicht mehr kontrollieren könnten und ihre Familien ruinieren würden. Die Vorstellung von Sünde steht in direktem Zusammenhang mit Spielen, genau wie die Angst vor Unruhen, wenn Nahrung und ausgeliehenes Geld verspielt sind. Prohibition schützt sie vor sich selbst“, sagte er, dessen Krimi „Gambling on Magic“ die andere Seite der Thai Gesellschaft untersucht.

„Die moralischen Kreuzfahrer haben ihre Alliierten im grossen Netzwerk der Betreiber von illegalen Kasinos. Sie alle würden verlieren, sollte Glücksspiel erlaubt werden. Prohibition weckt Gangster und Korruption. Gangster und religiöse Fanatiker sind jedes Mal das Siegerteam, wenn jemand daran denkt, Glücksspiel zu legalisieren. Man wird lange darauf warten müssen, bevor diese inoffizielle Koalition in Thailand geschlagen werden kann.“


Quelle: Hmongjournal

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