Donnerstag, 27. August 2015

Leben innerhalb des Stadtgrabens

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Direkt im Herzen des urbanen Landraubs umfasst der Stadtgraben Chiang Mai. Dort ist die ländlich entspannte Atmosphäre am Verschwinden, traditionelle Wohnhäuser werden in Gasthäuser verwandelt. Die gepflegten Rasenflächen und getrimmten Büsche der traditionellen Häuser wurden zu einer Verbindung von zum Trocknen ausgehängten Kleidern der Wäschereien, Backpaper Gassen und Smoothie Shops für vorübergehende Touristen. Den Einheimischen bleibt immer weniger Raum für ihr tägliches Leben. Viele liessen sich von hohen Preisen überzeugen und verkauften ihren Besitz.


Viele dieser typischen Häuser machten in den letzten Jahr Platz für Neubauten. 
Chiang Mai hat in den letzten fünf Jahren einen unaufhaltsamen Wachstumsschub erlebt. Der Immobilienboom begann 2011 nach dem Hochwasser in Bangkok. Auch der Einfluss von Chinesischen Touristen und Investoren wächst weiter. Nicht nur reisten 200’000 Besucher aus dem Reich der Mitte die Stadt, ausländische Investoren erkannten das grosse Potential, nicht zuletzt auch durch den kurz bevor stehenden Start der ASEAN. Viele alteingesessene Bewohner ringen mit ihrem Ideal von einer sich selbst genügsam entwickelnden Stadt. 

Die wachsenden Immobilienpreise verlocken manche Häuser und Grundstücke zu verkaufen. Die Stadt hat einen dramatischen Wertanstieg erlebt, die Landpreise haben sich seit 2013 um 49% erhöht, Immobiliengesellschaften erwarten auch in Zukunft jährliche Steigerungen von 10-15%. Mit Infrastrukturprojekten wie der Ringstrasse, der Hochgeschwindigkeit-Bahnverbindung nach Bangkok und einer Autobahn nach China wird die Nachfrage weiter anhalten.

Trotzdem konnten einige der Häuser ihr Aussehen bewahren. Die Menschen in ihnen führen inmitten des Wirbelwinds von Entwicklung weiter ihr tiefverwurzeltes Leben. Es schien an der Zeit, sich mit einigen von ihnen zu unterhalten, einen Blick in ihre Häuser und ihren Lebensstil zu werfen. Zu sehen, was sich verändert hat und was trotz der turbulenter Entwicklung blieb wie es schon immer war.

Ein Haus für Generationen

„Ist das ihr Haus?“ „Nein, nein, das gehört meiner Frau“, antwortete der ältere Mann vor einem dunkelbraunen, traditionellen Hauses nahe der Sripoom Strasse. Es ist für einen Mann nicht unüblich zur Familie seiner Frau zu ziehen. Nuan Supakoon ist 73 und schon 50 Jahre mit der 83-jährigen Gondkum verheiratet. Sie hatte das Haus vor ihren Eltern und Grosseltern geerbt. Heute leben neben dem Ehepaar auch noch zwei ihrer sieben Kinder mit ihren Familien im gemeinsamen Haushalt. „Auch unsere Enkelkinder wohnen hier, und wenn es Urenkel und Ur-Urenkel geben wird, können sie auch hier leben“, sagt Nuan.


Typisch in einem Thai Haushalt: Alles wird in Plastiktüten aufbewahrt.

Moderne Küchengeräte haben die offene Feuerstelle ersetzt, Henkelmänner sind noch im Gebrauch. 

Nuan und Gondkun auf ihrem Lieblingssofa. 

Schmuckstück


Gemütlich in einer Reihe mit kleinen Thai Food Restaurants und Budget Hotels lebt Waraporn Suwansopon. Sie ist 88 und hat ihr gesamtes Leben hier verbracht. Die zeitlose Eleganz ihres Haus steht im Gegensatz zu denen der umliegenden Nachbarschaft. Waraporn wuchs in einer Familie von Webern auf, auch sie hatte die Tradition fortgesetzt. Das ursprüngliche Haus wurde mit einem moderneren Anbau ergänzt, welches ihre fünf Kinder und deren Familien beherbergt. Als Staatsangestellte können sie sich die Unterhaltskosten leisten und ergänzen die schmale Rente von Waraporn. Sie erinnert sich, dass sie früher frei von Haus zu Haus gehen konnte, damals begrenzten keine Zäune und Mauern die Grundstücke.

Zement- haben die Holzsäulen ersetzt. Waraporn verbringt die meiste Zeit des Tages unter ihrem Haus. 

Im Flur des Hauses sind noch die alten, schönen Böden erhalten geblieben. 

500 Baht


Umgeben von Baugeländen steht das bescheidene Haus von Krueagaew und Goeson Muensrima. Sie betreibt unter dem Haus eine Wäscherei, er, französisch sprechend, arbeitet als Reiseleiter. Die Geschwister leben schon immer hier. „Unsere Eltern haben das Land für 400 oder 500 Baht gekauft. Ich möchte nicht wegziehen, weil ich hier geboren und mich geborgen fühle“, sagt Krueagaew, während sie das Hemd eines Nachbarn bügelt. Früher konnte sie mit ihnen durch die Bambussträucher entlang der Moon Muang unterhalten. Jetzt schmückt sie ihr Geisterhäuschen täglich mit frischen Blumen und fühlt sich in Frieden mit den wachsamen Portraits von Vorfahren und Angehörigen, die das Haus vor Bösem schützen.


Das Geisterhaus wurde von einem Bruder gebaut, der zur Zeit als Mönch in einem Wat lebt. 

Krueagaew in ihrer Wäscherei unter dem Haus.

Goeson unter den Portraits seiner Vorfahren: "Man kann uns immer besuchen, wir haben weder etwas zu verstecken noch zu verlieren."

Die Geschwister Chanmisri

Das sind sie: Dr. Saisawat, Nongyao und Priorin Chanmisri. Ihr schönes Teak Haus ist seit zwei Generationen im Familienbesitz und mit ihren Handarbeiten geschmückt. Ihr Grossvater war Steuereintreiber der königlichen Familie des Nordens und lebt nicht weit weg. Sie sind drei von zehn Geschwistern, aber die einzigen, die noch im Haus leben. Über die Jahre wurde der Wald darum durch Boutique Hotels ersetzt. „Verkaufen wäre einfach. Aber wir wollen es behalten“, sagt Priorin.


Vor dem Foto gingen sie noch zum Frisör. Hier stehen die Schwestern am Hintereingang ihres Hauses. 

Ein gepflegter Rasen und dekorative Pflanzen umgeben das Haus, das Hobby einer der Schwestern.

Dr. Saisawat zeigt das erste Foto der Familie: Grossvater im Tuxedo mit Grossmutter im Lanna Stil und ihrem Kind, der Mutter der drei Schwestern.

In der Küche werden nur noch einfache Gerichte zubereitet. 

Suntorn

Suntorn Fackthong entschied sich vor 50 Jahren, seine Fläche vor dem Haus als Motorrad Parkplatz zu vermieten. Kurz zuvor war er als Mieter eingezogen. Geboren in Phitsanulok kam er zum Studium nach Chiang Mai und verliess es nie mehr. „Ich lebe alleine“, sagt er. Der ruhige Mann verbringt seine Tage meist auf der kleinen Terrasse. Ein Fernseher ist sein Begleiter.


Suntorn isst während er einen alten Film guckt. 

Inzwischen vermietet er jede Ecke als Parkplatz, sogar die Küche.

Inmitten des Durcheinander zwitschern seine Vögel in ihren Käfigen.

Haus der Vorfahren


Montri Muekaew’s Haus wurde von seinem Vater gebaut. Sein Eltern hatten sich hier nach dem 2. Weltkrieg niedergelassen. Auch drei seiner fünf Geschwister leben noch hier. „Verlassen würde eine unbekannte Gesellschaft bedeuten. Hier sind alle meine Nachbarn meine Verwandten“, sagt er. Zur Zeit betreut er seine Nichte und einen jungen Neffen während deren Mütter arbeiten gehen. „Dieses Haus gehört meinen Eltern. Mein Job ist es für die nächste Generation zu erhalten.“


Montri neben den Bildern seiner verstorbenen Eltern, welche er noch immer als Eigentümer des Hauses bezeichnet. 

Nichte und Neffe von Montri. Ihre Betten stehen im Wohnzimmer, in der Nacht wird es zum Schlafzimmer. 

In der Küche: ganze Familien von Töpfen hängen an der Wand. 


Quelle: Chiang Mai City News

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