Montag, 24. August 2015

Drogenautobahn

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Die Behörden richten ihre Augen auf den Highway R3A, die jetzt nicht mehr so geheime Drogenroute. Die Strasse reicht 1’861 Kilometer von Chiang Khong in Thailand durch Laos in die Millionenstadt Kunming im Südwesten Chinas. Ziel bei ihrer Eröffnung 2011 war, Wirtschaft und Tourismus der Anrainerstaaten zu fördern.

Auf dem Highway R3A in Laos: Nicht nur Wasserbüffel, auch Drogenhändler nutzen die Strasse. 
Allerdings erleichtert sie es auch den Drogenhändlern, ihre Produkte in und aus den Ländern nahe am Mekong zu schmuggeln. Meist sind es Basischemikalien. Die Händler könnten auch Schiffe benutzen, aber, wie die der Direktor des Safe Mekong Joint Operation Center Suchip Khotcharin sagt, gestalte sich der Landtransport bequemer und die R3A verkäme zur Hauptroute.

Der Streckenbereich durch Laos wird als schwächster Punkt angesehen. Die illegalen Aktivitäten würden sich dort konzentrieren, sagt Suchip und ergänzt, dass die Regierung in Vientiane trotzdem keine Checkpoints eingerichtet habe.

Die Chemikalien, Rohstoffe zur Herstellung von Drogen, werden an Orte gesandt, die von bewaffneten Gruppen ethnischer Minderheiten bewacht werden. In Gebieten, wo die Behörden wenig bis keine Kontrolle haben. Aber auch ins Goldene Dreieck, einer weiteren Produktionsstelle und Anbaugebiet von Opium im Ländereck Thailand, Laos und Myanmar.

Kürzlich hatten Taiwanesische Behörden dem Safe Mekong Joint Operation Centre gemeldet, dass drei auf ihrer schwarzen Liste für Drogen stehenden Chemiker sich in Tachilek aufhalten, der Grenzstadt in Myanmar gegenüber von Mae Sai in der Thai Provinz Chiang Rai.

„Mehr als 80% der Chemikalien kommen aus Indien“, hält Suchip weiter fest, und bezieht sich auf die nur schwer kontrollierbare, 1624 Kilometer langer Grenze in der nicht ausschliesslich von der Regierung beherrschten, gebirgigen und schwach besiedelten Region im Osten Myanmars. 

Wertvolle Informationen würden zwischen den betroffenen Ländern ausgetauscht, aber Suchip musste eingestehen, dass Gebiete im Shan State nicht durchsucht werden können. Sie werden von der National Democratic Alliance Army, NDDA, und nicht der Regierungsarmee Myanmars kontrolliert. 

Die chinesischen Behörden gaben bekannt, dass es in ihrem Südwesten fünf bis sechs Städte gebe, in denen Drogen für den Binnenmarkt produziert werden, Schmuggler sie aber inzwischen auch ausser Landes bringen und Drogenhändlern übergeben.


Gemäss Li Desin, Chef des Checkpoints am Nansing Grenzpass in Yunnan nimmt die Polizei verstärkt Inspektionen an Fahrzeugen aus der Stadt Jinghong vor, sie ist mit der R3A verbunden, und hält nach illegalen Aktivitäten Ausschau, vor allem nach Autos ohne Kennzeichen. 

Viele Chinesen, Thais und Leute aus Singapur wurden bereits verhaftet, einige Drogenkuriere hätten sich als Touristen ausgegeben.

„In den letzten vier Monaten hat der Schmuggel von Chemikalien in Yunnan stark abgenommen“, sagt Permphong Chavalit, Generalsekretär des Thai Office of the Narcotic Control Board mit Verweis auf Statistiken der chinesischen Drogenbehörde. „Auch Myanmar wird dem Drogenhandel an seiner Grenze zu Indien zukünftig mehr Aufmerksamkeit schenken.“

Permphong traf letzthin hohe Chinesische Beamte, inklusive Guo Youbing, Generalsekretär der Yunnan Narcotics Control Commission. Sie besprachen, wie durch das Safe Mekong Joint Operation Centre der Drogenproduktion und dem Handel eine Ende bereitet werden kann. Kambodscha und Vietnam sollen zum Beitritt bewegt und die Kooperation unter allen Mitgliederländern verstärkt werden.

Suchip sagte, dass in den Häfen von Dörfern und Städten entlang des Mekong vermehrt Inspektionen stattfinden, da sie als Treffpunkt für Schmuggler und Händler dienen. Die Thailändischen Behörden glauben, dass bis zu 10 Drogenbanden Speed und Heroin durch die Häfen und Anlegestellen, inklusive der von Sop Luai in Myanmar, schmuggeln, versteckt auf Lastkähnen auf dem Weg nach Thailand. 

Die Drogen werden in von ethnischen Armeen wie der United Wa State Army, den Kokang Rebellen und der National Democratic Alliance Army kontrollierten Gebieten hergestellt.

Polizei Oberstleutnant Mynt Hto vom Myanmar Central Committee for Drog Abuse Control will, dass das Safe Mekong Joint Operation Centre ihr Tätigkeitsfeld auch auf andere Gebiete wie die R3A ausdehnt. 

„Wir müssen unseren Operationsbereich auf weitere Gebiete ausdehnen, weil die Drogenhändler, einmal gewarnt, dazu übergehen, andere Transportrouten zu benutzen.“

Quelle: Bangkok Post

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