Samstag, 25. Juli 2015

Geld, Pendelzeiten und schlechte soziale Fähigkeiten

Keine Kommentare :
Viele thailändische Familien haben weder Zeit füreinander noch unterhalten sie liebevolle Beziehungen. Finanzieller Überlebenskampf und überlange Arbeitswege lassen soziale Beziehungen absterben. Viele leiden an Schulden und es fehlen Ziele, die familiären Banden zu stärken und zusammen zu halten. Smartphone Chats wie Line sind zum einzig verbleibenden Weg verkommen, mit Familienmitgliedern in Kontakt zu bleiben.

Städtische Familien in Thailand: Schulden und keine gemeinsamen Ziele. 
Das sind einige der düsteren Ergebnisse kürzlich veröffentlichten Studie Thai Urbanised Familie 2014. Sie wurde von der Raklue Learning Group, der Thai Health Promotion Foundation und der Family Studies Association organisiert. Sie wurde in Interviews mit 2’040 Haushalternährern aus 11 Städten mit dem Fokus auf Gruppen Methodik durchgeführt um tiefgreifende Resultate der interessanten Punkte zu erhalten.

Ziele waren ein klares Bild über Lebensweise, Einstellung und Verhalten von thailändischen Familien in städtischen Gebieten, die Entwicklung eines Basiswissens und öffentliches Bewusstsein des Themas. Sie ergab, dass der wirtschaftliche Überlebenskampf ein entscheidenden Faktor bleibt - er beeinflusst Wohlbefinden, Beziehungen und Unterstützung von Senioren in einer Familie, sagte der Leiterin der Studie, Supaporn Korwanichakul.

Die meisten Menschen würden ihre Rolle innerhalb der Familie nicht verstehen oder wüssten nicht, was eine starke Familie ausmacht. Ein Drittel der Befragten waren sich nicht sicher, ob sie ihre Familie richtig versorgen. Grund sei ein Fehlen von sozialen Verbindungen um von Vorbildern und aus Bildungssystemen zu lernen - während der isolierte städtische Lebensstil schon per se einen Mangel an gemeinschaftlicher Interaktion bedeutet.

20% hatten kein gemeinsames Familienziel. Hauptsächlich aus Zeitmangel, weil sie zu beschäftigt sind, sich durchzubringen. 60% der Familienziele waren konzentriert auf finanzielle Angelegenheiten - keine Rolle spielten Erziehung und Ausbildung von Kindern, Familienersparnisse oder Vorbereitung auf das Alter.

Rund 30% der Befragten gaben an, ohne Kinder oder mit erwachsenen Kindern würden gemeinsame Ziele nicht, bzw. nicht mehr benötigt.

Die Familienbande der Städter sind wacklig:

- 40% gaben einem Mangel an Kommunikation aufgrund von fehlendem Vertrauen Schuld
- 60% Zwang
- 33% nicht rationalem Verhalten bei Problemlösungen
- 34% psychischer Misshandlung
- 11% körperlicher Misshandlung
(Mehrfachnennungen möglich)

Diese Probleme führen Familienmitglieder dazu, keinen Wunsch nach gemeinsamen Zielen oder Aktivitäten zu entwickeln. 5% der Interviewten gaben an, dass ihre Familien keinerlei gemeinsamen Aktivitäten nachkommt - die Hälfte davon sagte, sie hätten keine Zeit.

Die am häufigsten genannte gemeinsame Aktivität waren mit 82% gemeinsame Mahlzeiten, gefolgt mit 59% von Fernsehen und dem Teilen von Ausgaben für einen besonderen Anlass oder Urlaub mit 52%. 

Obwohl das Familienleben mit überwältigender Mehrheit vom wirtschaftlichen Überlebenskampf geprägt ist, sagten zwei Drittel der Befragen, sie hätten nur mangelhaftes oder kein Wissen über Haushaltbudgets und Sparpläne. Gründe waren keine Zeit und die Komplexität finanzieller Angelegenheiten.

30% der Familien hatten keine Ersparnisse, 65% Schulden.

Die Herausgeber der Studie empfehlen Förderung der Familienerziehung, aktives älter werden und Ausbildung über finanzielle Angelegenheiten. Weiter weniger lange Arbeits- und Schulwege durch bessere Anbindung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu günstigen Preisen, Errichtung von gemeinschaftlich nutzbaren Flächen und Räumen sowie Familienzentren.

Quelle: Nation

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen