Freitag, 31. Juli 2015

Zeit zur Selbstbetrachtung

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Die jährliche dreimonatige buddhistische Fastenzeit beginnt heute. Viele gläubige Buddhisten nutzen diese Zeit sich strikter an moralische Vorschriften zu halten. Alle Buddhisten können die fünf grundlegenden Gebote auswendig: nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, niemanden verletzten, auf Rauschmittel verzichten. Viele beachten während der Fastenzeit mehr als nur diese Gebote - aber egal, wie viele, alle beruhen auf dem Grundsatz von nicht verletzten und nicht ausbeuten.


Für ein Land, dass sich stolz als blühendes Zentrum des Theravada Buddhismus bezeichnet, ist es höchste Zeit für ernsthafte Seelensuche: weshalb es zur Heimat einer der schlimmsten Form von Ausbeutung verkommen ist - Menschenhandel.

Am Montag hatte das US-Aussenministerium den jährlichen TIP, Traffiking in Persons, veröffentlicht. Thailand wurde zum zweiten Mal in Folge in der untersten Ebene der Rangliste aufgeführt. Nichtumsetzung erheblicher Anstrengungen zur Eliminierung moderner Sklaverei werden dem Königreich vorgeworfen.

Während Sklavenarbeit in der Fischereiindustrie das Land weltweit in Verruf gebracht hat, macht der Bericht deutlich, dass der Handel mit Frauen und Kindern für kommerziellen Sex ein vorrangiges Problem bleibt.

Betrug, Erpressung, Folter und schwerer Arbeitsmissbrauch haben viele Opfer verstümmelt und getötet. Sie sind nicht ohne Wissen und Absprache mit Regierungsbeamten möglich. Deshalb lauten die ersten beiden Empfehlungen im TIP Bericht an Thailand, korrupte Beamte und Menschenhändler zu bestrafen.

Während die Verurteilung der Täter zwingend ist, wäre es viel zu einfach einzelne Individuen als Hauptübel zu betrachten, ohne Berücksichtigung der weiteren Faktoren, die den Menschenhandel ermöglichen.

Menschenhandel und Arbeitsmissbrauch in erschreckenden Ausmass gibt es in Thailand seit Jahrzehnten. Die Tentakel der Handelsnetzwerke erstrecken sich weit und breit. Sie erschweren die Strafverfolgung und schwächen Bemühungen, die Opfer zu schützen. All das wäre unmöglich ohne tief verwurzelte ethnische Diskriminierung und auf Rassen basierter Nationalismus. Sie lassen die Ausbeutung der Arbeitskraft von Migranten dulden.

Buddhismus lehrt, dass alle Menschen - unabhängig von Herkunft, Glauben und Geschlecht - eins und gleich sind, miteinander verbunden wie mit den Rechten und Pflichten auf Vergänglichkeit ausgestattet.

Solche Erkenntnis, normalerweise von Meditation und tiefer Betrachtung abgeleitet, wird die Illusion von „ich und mein“ erodieren lassen und grenzenlose Barmherzigkeit erzeugen. So stellt sich die Frage, warum ethnische und Geschlechter spezifische Diskriminierung noch immer tief in der buddhistischen Gesellschaft Thailands verwurzelt ist.

Im TIP Bericht sind etliche Empfehlungen zum besseren Schutz von Opfern im Menschenhandel aufgeführt. Dazu gehören bessere Arbeitsvermittlungssysteme und Ausbildung von Beamten um Opfer erkennen zu können. 

Klar ist, dass der allgemeine Mangel an Respekt von Menschenrechten für Migranten der vorherrschenden ethnischen Diskriminierung entstammt.

Unbestritten ist, dass das Bildungssystem ein wichtige Rolle bei der Förderung der rassischen Überlegenheit spielt und Feindseligkeit gegenüber unseren Nachbarn verewigt. Viele gelangen dadurch zur Überzeugung, dass Migranten  weniger gut behandelt werden können.

Statt nationalistisch und wütend auf dem TIP Bericht zu reagieren, der den Namen des Landes in den Dreck zieht, sollten wir einen ehrlichen Blick darauf werfen, was solch schreckliche Missbräuche verwurzeln liess. Das Bildungssystem muss als eines der ersten Dinge generalüberholt werden.

Während der Fastenzeit lohnt es, abgesehen von Gebeten und Almosen spenden, darüber nachzudenken, weshalb viele Buddhisten sich gleichgültig gegenüber der Ausbeutung von Migranten zeigen, die noch dazu ebenfalls  Buddhisten sind. Die Antwort ist notwendig für Thailand, damit es effektiv gegen Menschenhandel vorgeht - und für thailändische Buddhisten um echte Buddhisten zu werden.

Quelle: Bangkok Post

Mittwoch, 29. Juli 2015

Mehr Thai-Farang Liebe als je zuvor

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Immer mehr junge, gut ausgebildete Thai Frauen heiraten weisse Männer, wie Forschungsergebnisse zeigen. Sie spiegeln nicht nur eine Verschiebung im Kampf von finanzieller Sicherheit mit Selbstverwirklichung in einer auf Liebe basierenden Beziehung. Sie zeigen auch einen Konflikt zwischen neuen gesellschaftlichen Entwicklungen mit herkömmlichen sozialen Vorurteilen.

Die Zeiten ändern sich: junge Thai heiratet jungen weissen Mann. 
Lange war der Stereotyp für eine interkulturelle Liebe das eines alternden weissen Mannes mit einer jungen Thai, zusammengehalten von Umständen und Geld. Aber jeder, der 2015 in Bangkok lebt wird feststellen, das die Sonne darüber am untergehen ist. Die Expat Gemeinschaft ist mit jungen Berufsleuten angeschwollen während eine grössere Thai Mittelschicht mit offenerem Blick für die grosse, weite Welt herangewachsen ist. Auch sie arbeiten in anspruchsvollen Jobs und suchen keine Sugar Daddys. Tatsächlich stehen einige auf besseren wirtschaftlichen Füssen als ihre ausländischen Partner.

Kürzlich präsentiert Supichaya Promboon, eine Studentin des Women, Gender and Sexuality Studies Programm, WGSS, an der Thamamasat Universität ihre Studie: „Das Farang Ehemann Nirvana Phänomen in Sozialen Medien: Reproduktion der Mutterland-Norm in der internationalen politischen Umsetzung“. Sie wird im akademischen Journal des WGSS im August veröffentlicht.

Das von Supichaya festgestellte Phänomen: In Sozialen Medien drücken immer mehr Thai Frauen offen ihre Faszination von westlichen oder weissen Männern aus, während mehr und mehr junge Thais sich in länderübergreifende Liebesbeziehungen und sogar Ehen einlassen. 

Für die Forscherin stellte dies aufgrund der sozialen Stigmatisierung „Mia Farang“ eine überraschende Entwicklung dar. Sie war neugierig und wollte mit ihrer Studie die Gründe für dieses Phänomen verstehen. 

„Bevor ich mit der Studie begann dachte ich, dass Thai Frauen weisse Männer nur aus ökonomischen Gründen heiraten. Jetzt aber, nachdem ich die Situation untersucht habe, habe ich meine Meinung geändert.“

Sie stellte fest, dass Thai Frauen, die sich auf Beziehungen mit weissen Männern einliessen, dies aus eigenem Willen statt aus wirtschaftlichen Gründen machten und eine wachsende Anzahl von 18-30 jährigen Frauen aus der Mittelklasse Farangs heiraten. Diese Frauen sind gut ausgebildet und finanziell unabhängig - anders als frühere Generationen von Farang heiratender Frauen, die meist aus bescheidenen Verhältnissen aus dem Isaan kamen.

Darüber hinaus unterscheiden sich die Vorlieben der neuen Generation. Anstelle von alten reichen Männern bevorzugt sie junge und gut ausgebildete Männer, deren wirtschaftlicher Hintergrund ihrer Ausbildung entspricht.

Gemäss der Studie gibt es derzeit drei Hauptgründe, weshalb Thai Frauen sich auf Liebesbeziehungen mit weissen Männern einlassen:

1. Frauen aus der Mittelklasse haben mehr Möglichkeiten Englisch zu lernen, was die Interaktion von Paaren erleichtert.

2. Soziale Medien und Dating Webseiten erleichtern das Kennenlernen von Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund, besonders der Rasse, was zu einer grösseren Chance auf eine spätere Heirat führt.

3. Die äussere Erscheinung der Frauen entspricht nicht dem Ideal der Thai Männer: Schmales Gesicht, weisse Haut und schlank. Weisse Männer hingegen halten sie für attraktiv.

Neben diesen Faktoren, welchen Thai Frauen und westlichen Männern helfen, Beziehungen einzugehen, haben weisse Männer aber auch einige Illusionen über Thai Frauen.

„Westliche Männer glauben, dass Thai Frauen gut und gerne kochen und den Haushalt besorgen. Obwohl etliche darin nicht wirklich gut sind, profitieren sie dennoch von diesem Stereotyp, wenn sie nach einem Farang Ehemann Ausschau halten.“

Vorurteile gegen Mia Farang

Obwohl neue Dimensionen der Liebe blühen ist nicht zu verleugnen, dass es soziale Vorurteile gegen Frauen als wirtschaftlich von ausländischen Partnern Abhängige gibt.

Supichaya sagte, dass die Frauen, welche weisse Männer heiraten, von der Gesellschaft nicht als Geld-Erschleicherinnen bezeichnet werden wollen. Allerdings müssten die Frauen selbst diese Vorurteile überwinden statt aufzugeben.

„Wenn die Gesellschaft Mia Farangs vorverurteilt, was sollten sie tun? Müssten sie ihren Wunsch aufgeben und auf die übrig gebliebenen Thai Männer warten? Frauen haben das Recht, ihre Partner selbst zu wählen.“

Historisch gesehen heirateten die ersten Thai Frauen westlichen Männer als Ergebnis der Pro-USA Wirtschaftspolitik während der Regentschaft von Feldmarschall Sarit Thanarat, einem Militärdiktator, der Thailand von 1958 bis 1963 regierte. Damals war das Königreich stark abhängig von westlicher Finanzhilfe und Investitionen. Das zog auch Männer aus dem Westen nach Thailand. Als Resultat konnten sich weisse Männer und Thai Frauen treffen, verlieben und auch heiraten.

Supichaya glaubt, dass sich die Menschen in Thailand aufgrund der damaligen Politik denjenigen aus dem Westen in einer Art und Weise unterlegen fühlen, ähnlich, wie Frauen sich Männern unterlegen fühlen. Sie liess Thais sich abhängig vom Westen fühlen. Diese Wahrnehmung von weissen Männern hätte sich sich auf andere soziale Dimensionen ausgeweitet, von denen eine länderübergreifende Ehen seien.

Quelle: Prachatai

Dienstag, 28. Juli 2015

Myanmar wird seine Betel Sucht nicht los

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Seiner Arbeit im scheinbar ewigen Verkehrschaos von Myanmar’s boomenden Geschäftszentrum nachgehend ist er mehr als nur daran gewöhnt, lange Tage auf den Strassen zu verbringen. Kun Ja - besser bekannt als Betelnuss - ist das, was ihn wachhält.

Betel Verkäufer auf einem Grosshandelsmarkt in Yangon. 
„Ich bin so müde, wenn ich meine Taxi Schicht beginne“, sagte der 32-jährige. „Deshalb kaue ich Kun Ja um wach zu bleiben.“

Kun Ja ist ein enorm populäres Stimulans und wird in ganz Myanmar gekaut. Aber es kommt mit einer langen Liste an ernsthaften Nebenwirkungen, inklusive Suchgefahr, tief dunkelrot gefärbtem Zahnfleisch und hohem Risiko an Mundkrebs zu erkranken.

Die kleinen Päckchen mit Tabak, Nüsse der Betelpalme, gelöschtem Kalk und optional Gewürzen, eingewickelt in frisch grüne Blätter des Betelpfeffers sind allgegenwärtig.

Kauer singen ihr Lob auf das Hallo-Wach, welches die Aufmerksamkeit erhöht, die Energie steigert und den Atem erfrischt.

„Als ich wegen Zahnschmerzen mit Kauen begann, mochte ich es nicht. Aber die Schmerzen gingen weg und ich begann es gern zu haben“, sagt Myo Min Htaike mit verräterischen roten Flecken auf den Lippen.

„Es ist Myanmar’s Gewohnheit“

Yangon ist nach Jahrzehnten brutalem Militärregime seit den Reformen 2011, welche die Sanktionen der westlichen Welt aufheben liessen, eine Stadt im konstanten Wandel.

Kräne drängen sich in einer mehr und mehr dichten Skyline während die Bewohner besessen auf ihre Handys tippen - etwas, was nur wenige Jahre früher undenkbar war.

Aber eines hat sich nicht geändert, wie die klaren roten Spritzer von ausgespucktem Betelnüssen auf praktisch jedem Pflasterschein und jeder Wand beweisen. 

Kauer stehen Schlange vor kleinen Kiosks, welche die Bündel für 200 Kyats, ca. $20 Cents, verkaufen. Strassenhändler tragen sie auf Schalen um den Hals gehängt und verkaufen sie an vorbeifahrende Autofahrer an belebten Kreuzungen.

Für die Verkäufer bringt die Fütterung der nationale Gewohnheit ein gutes Leben. Myo Myint Tun steht täglich um 3 Uhr morgens auf um Pendlern an einer Bahnstation Betel zu verkaufen. Zu den 20 Stammkunden schätzt er, dass weitere 80 täglich bei ihm kaufen. Das bringt ihm $40 Dollar pro Tag - genug für ein gutes Leben in einem Land, wo der Durchschnittslohn im Monat 2012 bei weniger als $100 lag.

„Die meisten Menschen in Myanmar kauen Betel. Es ist Myanmars Gewohnheit, schon seit langer Zeit.“, sagt er.

Aber die Ärzte warnen, dass der nationale Appetit auf das Stimulans in einem Land mit einem praktisch inexistenten medizinischen System der Gesundheit schadet. 

„Myanmar zählt weltweit zu den Ländern mit den meisten Konsumenten von rauchreifreiem Tabakkonsum, besonders unter Männern“, sagt Dr. Dhirendra Narain Sinha, ein Spezialist der Weltgesundheitsorganisation WHO. Seine Studie zeigt, dass mehr als die Hälfte aller Männer die Substanz kauen, dazu kommen 16% aller Frauen.

Beides, Tabak und Areca Nuss sind bekannte Karzinogene, welche Mundkrebserkrankungen auslösen können. Mundkrebs macht 20% aller Krankheitsfälle in Myanmar aus. 

Diejenigen, die Betel ohne Tabak kauen, haben eine um 250% grössere Chance an oralen Krebs zu erkranken als Nichtkauer. Bei denen, die mit Tabak kauen steigt das Risiko auf 770%.

„Die Leute kennen die Nebenwirkungen und gesundheitlichen Auswirkungen nicht“, warnt Dr. Than Sein vom Interessenverband der Public Health Foundation, PHF,  Myanmar’s.

Tiefe Gesundheitsausgaben

Gemäss den aktuellen Angaben der WHO gibt Myanmar weltweit den geringsten Anteil des Bruttoinlandproduktes für Gesundheitsversorgung aus - nur 0.5% im 2013, weniger als der Südsudan oder Haiti. Im Vergleich dazu betrug das Militärbudget 4.3% des BIP.

Der Beginn von Mundkrebs ist oft ein langsames und vermeidbares Todesurteil.

Wie in den Nachbarländern sind in Myanmar auf Zigaretten Päckchen Warnbilder vor gesundheitlichen Risiken angebracht, Kun Ja aber ist frei von jeglichen Warnungen.

Die PHF hat Flugblätter und Poster mit Warnungen gedruckt, die sie an sie an Betel Kiosken platzieren will. Das Gesundheitsministerium sagt, es würde sich den Vorschlag ansehen.

Aber Myanmar aus der Sucht zu helfen wird nicht einfach. Betel kauen ist eine tief verwurzelte kulturelle Gewohnheit in ganz Süd- und Südostasien, die mehrere Jahrhunderte zurück reicht.

Dennoch, meint Dr. Than Sein, sei er inspiriert von den Nachbarländern. „Wenn Sie nach Thailand gehen, werden sie nicht mehr viele Leute sehen, die Betel kauen, auch in ländlichen Gebieten. In Malaysia ebenso. Weshalb sollten unsere Leute an der Tradition festhalten?“

Hinter dem Lenkrad seines Taxis sitzend sagte Myo Min Htaike, dass er sich den Gesundheitsrisiken mehr als bewusst sei, aber nach 12 Jahren keine Aussicht auf einen Ausstieg sehe.

„Ich habe Angst“, gibt er zu. „Aber ich kann nicht ohne leben.“

Quelle: Bangkok Post

Montag, 27. Juli 2015

Strassenbars und Sex Industrie überleben Anti-Korruption Kampagne

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Fern’s illegale Cocktail Bar erscheint jeden Abend auf einem Bürgersteig zwischen spärlich bekleideten Mädchen aus einer Go-Go Bar und einem Nudelshop nahe einem von Bangkok’s berüchtigten Rotlichtvierteln. Und verschwindet jeden Morgen, wie sie abends gekommen ist. Die Bar, die Prostitution, sogar die Garküchen sind illegal. Teil der Schattenwirtschaft, die einen Wert von mehr 40% des Bruttoinlandsprodukts von Thailand ausmachen soll.

Garküche in Bangkok's Soi Cowboy. 
Die amtierende Militärjunta sagt, dass sie die Korruption niedergeschlagen hat und dies der Grund sei, dass das Land das tiefste Wachstum aller Entwicklungsländer Ostasiens ausweist. Doch auf den Strassen Bangkok’s gibt es dafür kaum Anzeichen.

„Alle verdienen weniger, weil die Bestechungszahlungen an Beamte und die Mafia jetzt höher sind“, sagt Fern, die ihre Bar seit fünf Jahren betreibt. Sie sagt, dass es seit der Machtübernahme des Militärs teurer geworden sei, weil die Leute, die sie bezahlt sagen, sie müssten selbst auch mehr bezahlen.

„Thailand’s Schattenwirtschaft zählt weltweit zu den Grössten“, sagt Professor Friedrich Schneider, Wirtschaftswissenschaftler an der Johannes Kepler Universität in Linz und Autor des Buchs „Versteckt im Schatten: Das Wachstum der Untergrundwirtschaft“. Er schätzt den Ertrag von Thailand’s Schattenwirtschaft letztes Jahr auf 40.9% des realen Bruttoinlandproduktes, inklusive einige illegale Sektoren wie Glücksspiel und Kleinwaffen, aber weitgehend ohne Drogen.

Auf den Strassen von Bangkok gibt es überall nicht lizenzierte und nicht besteuerte Unternehmen. Von Imbissständen über Schmuck Lieferanten zu Pop-up Bars wie die von Fern. Innerhalb von Gebäuden und ausserhalb der Hauptstadt befinden sich die dunkleren Ecken des illegalen Marktes: Sex Arbeiterinnen, Spielhöllen, Drogenschmuggler und Menschenhandel.

Täglich drei Zahlungen

Fern sagt, sie müsse jeden Abend drei Mal zahlen. Einmal einem lokalen Beamten, dann einem Fixer, der die Strassenstände der Umgebung überwacht und drittens, die höchste Summe, an jemanden, der behauptet die Polizei zu repräsentieren. Die Letztere habe sich seit dem Beginn der Niederschlagung der Korruption um 75% erhöht.

Die Junta hat seit ihrem Coup häufig von der Notwendigkeit das Land von der Korruption zu reinigen gesprochen - nicht nur bei den Politikern, sondern der Gesellschaft als Ganzes. Obwohl es eine Handvoll hochkarätiger Verhaftungen gab, hat sie sich weitgehend auf kleine öffentliche Ordnungsprobleme beschränkt, wie beispielsweise ein Verbot von Sonnenliegen an öffentlichen Stränden oder das Räumen von Strassenhändlern von verschiedenen Bürgersteigen Bangkok’s.

„Heute lahmt die Wirtschaft, weil bisher jeder Geld auszugeben hatte“, sagte Premierminister Prayuth Chan-o-cha am 5. Juni in einer landesweit vom Fernsehen übertragenen Rede. „Aber jetzt haben wir ein Problem, das wir alle kennen. Es entstand, weil einige Leute Geld aus illegalen Geschäften und Betrug ausgaben. Jetzt, da die Regierung die Dinge richtig stellt, verschwindet es.“  

Rhetorik und Krebsgeschwüre

„Es gibt kaum Beweise, dass die Politik der Militärregierung für mehr Vertrauen der Öffentlichkeit in staatliche Unternehmen und Ämter gesorgt hat“, sagt Ambika Abuja, eine Analystin der Eurasia Group in London. „Was das Militär jedoch gemacht hat, ist auf der Leiter der Anti-Korruptionsrhetorik aufzusteigen und Teil davon ist zu erklären, warum die Wirtschaft sich unter ihren Möglichkeiten entwickelt.“

Die wahren Probleme der Wirtschaft aber bestünden in der demographischen Entwicklung, Arbeitskosten, Überfluss an Rohmaterial für den Export und einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit, denkt Ambika. 

Der Korruption Schuld geben sei übliche Praxis bei Machtübernahmen des Militärs in Thailand. „Jede Militärregierung nutzt sie als einen der Gründe, wenn nicht den Hauptgrund für einen Putsch. Sie rechtfertigt die Machtübernahme“, sagt die Analystin.

Thailand erlebte seit dem Sturz der absoluten Monarchie 1932 mehr als ein Dutzend Staatsstreiche.

„Die Bekämpfung der Korruption im öffentlichen Sektor hat die oberste Priorität der Regierung“, sagt Regierungssprecher Sansern Kaewkamnerd. „Wir können keinen 100% Erfolg garantieren, aber wir werden unsere Bestes geben.“

Mehr als 300 Regierungsbeamte, die in Korruptionsverdacht stehen, wurden seit Mai 2014 auf inaktive Posten versetzt. Damit soll sichergestellt werden, dass keine Beweismittel verschwinden.

Die bisherige Kampagne mache keinen Unterschied zu früheren Anstrengungen, sagt Chuwit Kamovisit. Er besass einst etliche Soapy Massage Salons bis er Politiker wurde und als Anti-Korruption Kreuzfahrer auftauchte. Chuwit, des sich selbst als „Super Pimp“ und „Korruptionssüchtiger“ bezeichnete, der regelmässig der Polizei Bestechungsgelder zahlte, meint, das Militär konzentriere sich auf die falschen Bereiche.

Strassenhändler zu entfernen werde die Korruption nicht auslöschen, sagt er. „Korruption ist ein Krebsgeschwür. Sie steckt im Körper. General Prayuth kann das Problem nicht in einem Jahr lösen, weil es innerhalb der Regierung steckt.“

Weniger Kunden

In ihrer Strassenbar, an der ein Handvoll Leute um einen selbst gemachten Tresen sitzen können, serviert Fern einer Gruppe von Ausländern Whisky Cola mit Eis aus einer Kühlbox. Sie sagt, sie versuche ihrer Familie im Nordosten jeden Monat 10-12’000 Baht zu senden, aber sie habe weniger Kunden als auch schon.

Chuwit sagte, er habe die Polizei regelmässig geschmiert, damit sie seine Massage Salons in Ruhe gelassen habe. Wenn es eine Anti-Korruption Kampagne gegeben habe, hätte er einfach ein paar Wochen geschlossen bis sie vorüber war.

„Das ist nur eine Show. Es ist schwierig die Korruption in Thailand niederzuschlagen. Ich glaube nicht, dass wir das in unserer Generation erleben.“

Quelle: Bloomberg

Sonntag, 26. Juli 2015

Gute Ratschläge vom Premier

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General Prayuth sagte einst, er sei ein lustiger Kerl. Nun, gut ein Jahr später denkt das Newsportal Prachatai, dass er, neben seinem Humor, auch ein weiser Mann ist, der eine Menge von coolen, praktischen Ratschlägen gibt. Beispiel? Als die Preise für Meeresfrüchte Anfang dieses Monats in die Höhe schossen, weil die Regierung Massnahmen gegen illegale Fischerei umzusetzen begann, sagte er: „Wenn Sie sich heute keine Meeresfrüchte leisten können, essen Sie erst etwas anderes. Wenn sie zu teuer für Sie sind, essen Sie einfach keine. Lassen Sie die reichen Leute das tun. Ich kann nicht alle gleich machen. Ich kann es einfach nicht, klar?"


15 interessanten Ratschläge des Junta Chef Thailand’s von teuren Meeresfrüchte über teure Limetten, Dürre, tiefe Kautschuk Preise und Bikinis:

1. Teure Meeresfrüchte? Suchen Sie eine andere Arbeit oder arbeiten sie hart

„Wenn Sie sich heute keine Meeresfrüchte leisten können, essen Sie erst etwas anderes. Wenn sie zu teuer für Sie sind, essen Sie einfach keine. Lassen Sie die reichen Leute das tun. Ich kann nicht alle gleich machen. Ich kann es einfach nicht, klar? Wenn Sie wirklich Meeresfrüchte wollen, arbeiten Sie hart und machen Sie Geld. Die Regierung macht ihren Arbeit. Wir haben Märkte für Menschen mit geringem Einkommen eingerichtet. Wir haben alles gemacht, was wir können. Aber leider können wir nicht alle gleich machen.“

Am 3. Juli 2015 im TV-Programm Return Happiness to the People

2. Wenn Limetten teuer sind, pflanzen Sie sie selbst

Prayuth ging darauf ein, als Thailand begann, von einer Dürre heimgesucht zu werden. Er hatte herausgefunden, dass einige Leute selbst Limetten pflanzten und riet allen Haushalten, dies ebenfalls zu tun. Er sagte auch, dass sich die Menschen selbst helfen sollten, statt sich nur zu beklagen.

Am 18. März 2015 in Matichon Online

3. In Zeiten der Dürre sollen Thais Teiche graben

Nach dem Kabinett Meeting vom 26. Mai informierte Prayuth, dass es weniger Niederschläge geben würde und dies für die Menschen in Bezug auf die Verfügbarkeit von Wasser für den täglichen Bedarf und die Landwirtschaft habe. Er riet den Leuten wachsam zu sein und Teiche zu graben. Die Regierung würde sie mit der Suche nach Wasserquellen und der Produktion von künstlichem Regen zum Füllen der Staudämme unterstützen.

Am 26. Mai 2015 in Matchion Online

4. Zur Beendung der Trockenheit sollen Thais mehr Bäume rund um Quellen von Flüssen pflanzen und von dort wegziehen.

„Die Entwaldung dauert schon so lange an, dass wir dieses Problem nicht schnell lösen können. Jeder muss Bäume an Flussquellen pflanzen und von diesen Orten wegziehen, das sollte genügen. Wenn wir den Wald sich selbst überlassen, wird er von selbst wachsen. Allerdings ist unser aktuelles Problem die Wasserknappheit, so dass die Bäume nicht einfach so wachsen werden. Deswegen müssen alle mithelfen und sich darum kümmern.

Am 19. Juni im TV-Programm Return Happiness to the People

5. Wenn Sie nicht genügend Wasser haben, züchten Sie Grillen oder Regenwürmer

Die Regierung bat die Bauern ihre Felder nur in der Saison zu bearbeiten und schlug eine integrative Haltungsform vor, die weniger Wasser benötigt. Prayuth sagte, die Regierung tue alles um zu helfen und bat die Bauern weniger Wasser zu verbrauchen. Züchten und verkaufen von essbaren, proteinreichen Tieren wie Grillen oder Regenwürmern würde nicht genügendes Einkommen ausgleichen und gleichzeitig die Qualität des Ackerlands verbessern.

Am 19. Juni 2015 in Prachatai

6. Wenn Sie keinen Reis anbauen können, pflanzen Sie Stinkbohnen

„Während wir Stinkbohnen für 800 Baht pro Kilogramm verkaufen, verwandelt Indien sie in Medizin und schlägt 80’000 Baht pro Kilogramm heraus. Warum sind wir so dumm und pflanzen Dinge an, die einen solch kleinen Gewinn bringen? Unser Reis ist jedoch immer noch gut in Form, und jede schlechte Versorgung mit Reis liegt in der Verantwortung der Regierung. Und genau das ist die falsche Denkweise um Bauern zu stärken. Seine Majestät sagte, wir müssen die Menschen lernen zu fischen statt ihnen Fische zu geben. Wir bilden jetzt Bauern in der Benutzung von Landwirtschaftsmaschinen aus. In der Vergangenheit mussten Bauern Geld ausleihen und ihre Land wurde beschlagnahmt, weil sie die Schulden nicht zurück zahlen konnten.“

Am 8. Juli 2015 in seiner Rede für die Thai Youth des United States Visit Motherland Project

7. Sie wollen Kautschuk zu einem höheren Preis verkaufen? Verkaufen Sie ihn auf dem Mars.

„Manche Leute sagen, warum machen sie nicht das, warum nicht jenes. Reden ist billig. Handeln kostet mehr. Beispielsweise wollen einige Leute, dass ich Betten aus Kautschuk produzieren lasse, da sie 20-30’000 Baht einbringen. „Warum machen sie das nicht?“, fragen sie mich. „Wir haben soviel Kautschuk in Thailand.“ Gut, geh’ voran und pflanze Kautschuk, und unterhalte sie selbst. Wenn sie nicht gut gedeihen, geh’ auf den Mars und verkauf ihn dort, weil alle auf der Welt schon soviel gekauft haben. Wir produzieren so viel, dass wir zum Mars abheben.“

Am 15. September 2014 in Matchion TV

8. Sicher im Bikini in Thailand? Schau hässlich aus.

„Lassen Sie mich fragen wie Sie in Thailand in einem Bikini überleben wollen, wenn Sie nicht hässlich sind?“

Diese Rede brachte ihm weltweit viel Kritik ein. Prayuth entschuldigte sich. Er sagte dabei, dass beide Seiten, Thais und Ausländer, wüssten, dass die thailändische Kultur anders sei, deshalb sollten alle Besucher sich ihrer Sicherheit bedacht sein.

Am 17. September 2014 in seiner Erklärung über den Mord an zwei Ausländern auf Koh Tao in der Thairath

9. Sie wollen den Mindestlohn erhöhen? Lassen Sie sich selbst vom Arbeitsministerium bewerten.

Am 25. Juni 2015 verlangten einige Arbeiter die Erhöhung des Mindestlohnes von 300 auf 600 Baht pro Tag. Prayuth sagte, dies sei zur Zeit unmöglich. Er sagte, die Arbeiter könnten ihre Löhne durch eine Bewertung des Arbeitsministeriums erhöhen, aber die Arbeiter würden nicht entsprechend vorgehen.

„Sagen Sie mir, wie viele Arbeiter es in Thailand gibt? Wenn wir den Lohn erhöhen sollen, um wieviel? Sie müssen mir helfen und mich verstehen, statt nur Druck auszuüben und Dinge zu verlangen. Als ich nein sagte, begannen Sie statt dessen Druck auf die Arbeiter auszuüben, und jetzt teilen wir alle Schläge aus. Können Sie überhaupt etwas anders machen?

Wenn der Mindestlohn erhöht wird, können wir andere Projekte vergessen. Sie sagen, ich kümmere mich nicht um die Arbeiter, aber was ich getan habe, ist mein Weg mich darum zu kümmern. Wir müssen erst einen starken Rahmen bilden statt Geld irrational wegzuwerfen. Ist Thailand heute stabil? Was und wo können wir investieren? Und Sie beklagen sich zu wenig zu verdienen, und jammern, weil sie ihre Produkte nicht verkaufen können. Weil es keine Programme gibt zu helfen. Die Regierung löscht Brände wie sie kommen.

Wir haben diese Probleme, aber ich gebe niemandem Schuld. Also geben Sie nicht mir die Schuld oder ich werde sauer.“

Kurz zuvor, am 8. Juni, sagte er, dass der 300 Baht Mindestlohn Investitionen verhindere:

„Denken Sie wie ich. Wenn dies ein reiches Land wäre, würde ich den Mindestlohn auf wieviel auch immer erhöhen. Hetzen Sie niemanden zu Protesten auf. Alle sind arm, nicht nur die Arbeiter. Was wollen Sie mehr? Sie alle wissen, dass ich das Land stärken und Investoren anlocken will. 300 Baht sind schon ein solch fatal hoher Preis, dass niemand investieren will. Und das ist nicht mein Fehler. Fragen Sie, wer diesen Lohn eingeführt hat. Wir müssen den Lohn Schritt für Schritt erhöhen, statt die Treppe herauf springen. Ich kann das nicht für Sie tun. Ich habe kein Geld.

Am 26. Juni 2015 in der Bangkokbiznews online und am 8. Juni 2015 in den Daily News.

10. Damit Thailand im globalen Reismarkt bestehen kann, sollen Thais mehr braunen Reis und biologische Produkte essen.

Am 3. Juli 2015 sagte Prayuth in seinem Return to Happiness Programm, dass die Bauern Qualität und Produktivität steigern müssen, um im globalen Reismarkt bestehen zu können. Alle Länder wären in der Lage, Reis anzupflanzen und zu exportieren. Qualität sei entsprechend wichtiger als Quantität. Er riet Thais, mehr braunen Reis zu essen und biologische Produkte vorzuziehen um die Bauern zu unterstützen. Von jetzt an würde nur Reis in hoher Qualität einen guten Preis einbringen, wie Grade A Jasmin Reis und Premium Reis. Mindere Qualität würde an Wert verlieren, sagte er, entsprechend sollten sich die Bauern entscheiden, welchen Reis sie anbauen, wieviel Wasser sie verwenden, welche Böden, usw. Bauern sollten so wenig Land und Wasser wie möglich verwenden um den maximalen Profit herauszuholen. So würden sie glücklich sein. Dieser Reformplan wurde von Landwirtschaftsministerium, dem Innenministerium und anderen Ministerien eingeführt.

Am 3. Juli 2015 in The Thai News Agency

11. Lotterie Lose sind zu teuer, so lasst uns auf die Verkäufer Druck ausüben, damit sie die Lose für 80 Baht verkaufen. Wenn sie das nicht machen, kauft einfach keine mehr.

„Wir müssen sicherstellen, dass niemand den Ball fallen lässt, weil der Preis für Lose stabil bleiben muss. Das sollte schrittweise, nicht gewalttätig gelöst werden, da es Millionen von Verkäufern gibt. Wenn sie gezwungen werden, mit dem Verkauf aufzuhören, werden sie anfangen zu jammern, was sie essen sollen. Wir könnten unsere Macht nutzen, aber wir müssen auch über die Folgen nachdenken. Wir können nicht allen zu 100% geben was sie wollen, weil ich nicht herumwandere und mit ihnen Lose verkaufe. Wir sollten das Endresultat anschauen um zu wissen, welche Verlaufsform die Beste ist. Ob in einer Art Buch mit Losen, im Grosshandel oder online im Internet. Online Verkaufen ist ein Backup Plan, weil der Preis dann sehr transparent ist und niemand mehr wagt, mehr zu verlangen.

Am 12. Mai 2015 in den Daily News

12. Alle Leute sollten gemäss Selbstgenügsamer Wirtschaft leben, damit das Problem mit den Motorrad Gangstern gelöst werden kann

„Von Natur aus will niemand kriminelle Verbrechen begehen. Also muss der Grund irgend etwas mit ihrem mentalen und emotionalen Zustand zu tun haben. Vielleicht wuchsen sie ohne Liebe und Fürsorge auf. Wissen Sie, sie lebten nicht gemäss der Selbstgenügsamen Wirtschaft. So konnte die Idee von selbstgenügsam nicht in ihre Herzen eingebettet werden.

Am 16. Juni 2015 in Royal Thai Government House

13. Wenn Sie rücksichtsvolle Nachbarn wollen, kaufen Sie U-Boote.

Prayuth sprach über den Vorschlag des Verteidigungsministeriums von China drei Unterseeboote im Wert von 36 Milliarden Baht zu kaufen:

„Das Geschäft ist zur Zeit im Gang. Kaufen oder nicht? Es ist eine interne Angelegenheit des Militärs und es ist für 10 bis 20 Jahre geplant. Das Militär hat auch Reformpläne, wie die Polizei, wie die Bürokratie. Sie fragen, weshalb gibt es da nicht auch eine politische Reform? Das wurde nie gemacht weil jeder nur Macht will, wie alle früher schon. Also müssen wir warten und das Prozedere befolgen. Wenn wir in der Lage sind zu kaufen, müssen wir beraten, ob sie notwendig sind und wofür wir sie benötigen. Werden wir sie für einen Krieg gegen das Volk verwenden, oder nicht? Wo soll ich die U-Boote stationieren? Im Golf von Thailand? In der Andaman Sea? Und muss ich mich dort um Meeresressourcen kümmern? U-Boote sind nicht nur dazu da, andere Länder zu bombardieren.

Sie sind nicht für Schlachten. Sie sind zur Abschreckung. Wie können wir die Fischerei beaufsichtigen? Es gibt Probleme in den Gewässern anderer Länder. Wollen wir die auch? Es geht nur darum, unser Potenzial zu zeigen. Es bedeutet nicht, dass wir sie gleich nutzen, nachdem wir sie gekauft haben. Es gibt langfristige Kredite zu bezahlen und die U-Boote liegen in Trümmern bis wir sie bezahlt haben.

Am 7. Juli 2015 in Prachatai

14. Wenn Leute sagen, die Wirtschaft in Thailand sei im Niedergang, glauben Sie ihnen nicht.

Prayuht antworte in seinem Return to Happiness Programm auf den Strom von Kritik zum wirtschaftlichen Niedergang. Er sagte, die Thai Wirtschaft erhole sich allmählich. Im Tourismus sei sie offensichtlich. Er gebe auch eine Menge an inoffiziellen Berichten, dass sich die Zahl der ausländischen Besucher um 30% erhöhe. „Glauben Sie bei diesen Zahlen niemanden anderem der behauptet, die Wirtschaft sei im Niedergang.

Am 5. Juni 2015 in Thairath

15. Pflicht der Medien ist nicht nur über Tatsachen zu berichten, sondern Verständnis und gutes Bewusstsein der Betrachter zu fördern.

„Warum haben Sie mir nicht gesagt, dass die Presse nur und immer wieder über Probleme berichtet? Ihr alle müsst die Presse warnen, dies nicht zu tun, weil es Euch dazu treibt, die Offiziere herauszuwerfen. Sie müssen mir helfen. Helfen, Verständnis und Bewusstsein zu kreieren. Das ist der Job der Medien. Nicht nur über Tatsachen berichten oder sie zu kritisieren. So ist es nicht.

Sie müssen mich verstehen. Was auch immer ich tat, ich tat es mit guten Absichten, Vergangenes ist vergangen. Ihr grabt weiter Gräber aus und verkauft sie. Macht das nicht! Das ist vorbei und vorüber.

Könnt Ihr nicht mit den Autoritäten kooperieren? Wissen Sie überhaupt, wie das geht? Wisst Ihr’s? Ihr wisst’s nicht.

Den Medien wurde beigebracht, über Fakten zu berichten, zu kritisieren und zu warnen. Die Regierung und der Premierminister sind öffentliche Figuren. Denkt Ihr deswegen, dass Ihr mich einfach anschreien könnt? Muss ich alles ertragen und die ganze Zeit höflich sein? Wollen Sie mich einfach nur zwingen, das zu tun?

Ich habe mir selbst schon gesagt, dass ich nicht gewählt wurde. So hören Sie auf, mich dauernd zu kritisieren, ich habe genug davon.“

Am 3. Juni 2015 in Prachatai

Quelle: Prachatai

Samstag, 25. Juli 2015

Geld, Pendelzeiten und schlechte soziale Fähigkeiten

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Viele thailändische Familien haben weder Zeit füreinander noch unterhalten sie liebevolle Beziehungen. Finanzieller Überlebenskampf und überlange Arbeitswege lassen soziale Beziehungen absterben. Viele leiden an Schulden und es fehlen Ziele, die familiären Banden zu stärken und zusammen zu halten. Smartphone Chats wie Line sind zum einzig verbleibenden Weg verkommen, mit Familienmitgliedern in Kontakt zu bleiben.

Städtische Familien in Thailand: Schulden und keine gemeinsamen Ziele. 
Das sind einige der düsteren Ergebnisse kürzlich veröffentlichten Studie Thai Urbanised Familie 2014. Sie wurde von der Raklue Learning Group, der Thai Health Promotion Foundation und der Family Studies Association organisiert. Sie wurde in Interviews mit 2’040 Haushalternährern aus 11 Städten mit dem Fokus auf Gruppen Methodik durchgeführt um tiefgreifende Resultate der interessanten Punkte zu erhalten.

Ziele waren ein klares Bild über Lebensweise, Einstellung und Verhalten von thailändischen Familien in städtischen Gebieten, die Entwicklung eines Basiswissens und öffentliches Bewusstsein des Themas. Sie ergab, dass der wirtschaftliche Überlebenskampf ein entscheidenden Faktor bleibt - er beeinflusst Wohlbefinden, Beziehungen und Unterstützung von Senioren in einer Familie, sagte der Leiterin der Studie, Supaporn Korwanichakul.

Die meisten Menschen würden ihre Rolle innerhalb der Familie nicht verstehen oder wüssten nicht, was eine starke Familie ausmacht. Ein Drittel der Befragten waren sich nicht sicher, ob sie ihre Familie richtig versorgen. Grund sei ein Fehlen von sozialen Verbindungen um von Vorbildern und aus Bildungssystemen zu lernen - während der isolierte städtische Lebensstil schon per se einen Mangel an gemeinschaftlicher Interaktion bedeutet.

20% hatten kein gemeinsames Familienziel. Hauptsächlich aus Zeitmangel, weil sie zu beschäftigt sind, sich durchzubringen. 60% der Familienziele waren konzentriert auf finanzielle Angelegenheiten - keine Rolle spielten Erziehung und Ausbildung von Kindern, Familienersparnisse oder Vorbereitung auf das Alter.

Rund 30% der Befragten gaben an, ohne Kinder oder mit erwachsenen Kindern würden gemeinsame Ziele nicht, bzw. nicht mehr benötigt.

Die Familienbande der Städter sind wacklig:

- 40% gaben einem Mangel an Kommunikation aufgrund von fehlendem Vertrauen Schuld
- 60% Zwang
- 33% nicht rationalem Verhalten bei Problemlösungen
- 34% psychischer Misshandlung
- 11% körperlicher Misshandlung
(Mehrfachnennungen möglich)

Diese Probleme führen Familienmitglieder dazu, keinen Wunsch nach gemeinsamen Zielen oder Aktivitäten zu entwickeln. 5% der Interviewten gaben an, dass ihre Familien keinerlei gemeinsamen Aktivitäten nachkommt - die Hälfte davon sagte, sie hätten keine Zeit.

Die am häufigsten genannte gemeinsame Aktivität waren mit 82% gemeinsame Mahlzeiten, gefolgt mit 59% von Fernsehen und dem Teilen von Ausgaben für einen besonderen Anlass oder Urlaub mit 52%. 

Obwohl das Familienleben mit überwältigender Mehrheit vom wirtschaftlichen Überlebenskampf geprägt ist, sagten zwei Drittel der Befragen, sie hätten nur mangelhaftes oder kein Wissen über Haushaltbudgets und Sparpläne. Gründe waren keine Zeit und die Komplexität finanzieller Angelegenheiten.

30% der Familien hatten keine Ersparnisse, 65% Schulden.

Die Herausgeber der Studie empfehlen Förderung der Familienerziehung, aktives älter werden und Ausbildung über finanzielle Angelegenheiten. Weiter weniger lange Arbeits- und Schulwege durch bessere Anbindung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu günstigen Preisen, Errichtung von gemeinschaftlich nutzbaren Flächen und Räumen sowie Familienzentren.

Quelle: Nation

Freitag, 24. Juli 2015

Thailand: Asiens neue Prohibitionisten

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Thailand setzt sich durch das Verbot von Alkoholverkauf in der Nähe von Universitäten und Fachhochschulen an die Spitze der Länder in Asien, die der Trinkerei Einhalt geben wollen. Mittels von der Regierung verabschiedeter Änderung des Gesetzes zur Alkoholkontrolle gilt ab Ende August ein Verbot des Verkaufs von Bier, Wein und Spirituosen in Shops, Bars und Clubs, die innerhalb eines 300 Meter Radius von einer höheren Bildungseinrichtung entfernt liegen. 

Ausschank von Saigon Bier in Hanoi. Der Bierverkauf wächst in Vietnam doppelt so schnell wie das BIP.
Das wird (würde?) gemäss Naptatsarum Junyavijuck, Inhaber eines Spirituosen Shops bei der Rangsit Universität, ein Verkaufsverbot in Teilen des Stadtzentrums von Bangkok, beispielsweise Siam Square oder Asoke und Vergnügungsviertel wie Soi Cowboy zur Folge haben. 35-40% der Fläche von Bangkok würden sozusagen alkoholfrei werden. 

Die Massnahmen sollen einen gesunden Lebensstil fördern und alkoholbedingte Probleme bekämpfen, einschliesslich Sex Minderjähriger, gab das Ministerium für Gesundheit bekannt.

Thailand geht damit weiter als andere Staaten in Eindämmung der wachsenden Nachfrage nach Alkohol in Asien und dem pazifischen Raum - dem am schnellsten wachsenden Markt für den Bierbrauer Heineken. Die Weltgesundheitsorgansiation WHO hatte auf Basis des Konsums 2010 zu einer Reduktion von 10% bis 2025 aufgerufen. Sie verweist auf mehr als 200 Krankheiten und 3.3 Mio. Tote pro Jahr, die unmittelbar mit dem Konsum von zuviel Alkohol zusammenhängen.

„Thailand hat die stärkste Tradition im Versuch, den Alkoholkonsum einzudämmen und alkoholbedingte Schäden zu verringern“, sagt Jürgen Rehm, Professor und Vorsitzender Suchtpolitik der Dalla Lana School of Public Health in Toronto. Während der letzten 10 Jahre hat er mit vielen Behörden an Alkoholprogrammen gearbeitet. „Die Regierung besitzt einen Steuermechanismus, der es ihr ermöglicht, die Steuerhölle aus jedem Getränk zu machen, das attraktiv für die Jugend ist.“ 

Bier wächst stärker als BIP

Vietnam, die Philippinen, Indonesien, China und einige Bundesstaaten Indiens haben in den letzten Jahren Gesetze zur Eindämmung der Alkoholnachfrage eingeführt. Bierverkäufe in Vietnam stiegen gemäss Euromonitor International in den letzten fünf Jahren immer mindestens doppelt so schnell als das Bruttoinlandsprodukt. In der gesamten Region wuchsen sie in den letzten fünf Jahren jährlich um 7.7%.

Anheuser-Busch, der weltweit grösste Bierbrauer, öffnete im Mai nahe Ho Chi Minh City eine Brauerei, in der Budweiser und Beck’s produziert werden.

„Asien-Pazifik ist jetzt die drittgrösste Zone in Bezug auf Volumen, und Vietnam gilt für uns als der nächste Wendepunkt in Südostasien“, sagte Michel Doukeris bei der Eröffnungsfeier. Er ist der regionale Präsident des belgischen Bierbrauers. Die Kapazität der Anlage liegt bei 1 Mio. Hektoliter Bier pro Jahr. 

Der regionale Präsident von Heineken, Roland Pirmez, sagte auf einer Konferenz im März 2014 das mehr als 70% des Bierwachstums in den nächsten Jahren aus Asien und dem pazifischen Raum kommen wird.

Ungenutztes Potenzial

2013 betrug der durchschnittliche Alkoholkonsum pro Kopf in der Region 29 Liter - verglichen mit 59 Litern in Europa und 48 Litern im Rest der Welt. Ungenutztes Potenzial, wie Pirmez sagte. Heineken erhöhte seinen Anteil an United Breweries, Indien’s grösstem Bierbrauer, am 7. Juli auf 42.1%, weniger als eine Woche vor der Eröffnung einer $60 Mio. Brauerei nahe Yangon.

Myanmar kennt keine Gesetze oder Aktionspläne zur Eindämmung des Alkoholverkaufs. Gemäss Global Status Report on Alcohol and Health der WHO aus dem 2014 gibt es keinerlei Werbevorschriften oder Warnungen auf Verpackungen. Mehr als ein Dutzend Länder kennen kein Mindestalter für Alkoholkonsum.

Gefahr für die Wirtschaft

„Einen Rechtsrahmen oder die Verstärkung eines Vorhandenen stellt sich als Aufgabe heraus, die Länder ignorieren, weil sie eine wirtschaftliche Gefahr sehen“, sagt David Jernigan, Direktor des Center on Alcohol Marketing and Youth an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore. „Alkohol kann nicht nur für die Gesundheit ein ernsthaftes Risiko darstellen, sondern für die Entwicklung insgesamt. Er ist die Hauptursache für Tod und Behinderung für Menschen zwischen 15 und 49“.

Thailand hatte dies vor Jahren erkannt und gilt heute als „weltweites Modell“ für seine Fähigkeit, Forschung und Mobilisierung der Gesellschaft zu kombinieren und „die nationale Gesundheitsstimme zu stärken“, sagte er in einem Interview.

„Trotzdem könnten die angekündigten Verkaufsbeschränkungen wenig dazu beitragen, die Leute vom Trinken abzubringen und werden einen geringen Einfluss auf das Verkaufsvolumen haben“, sagte Philip Gorham, Analyst bei Morningstar Inc. in Amsterdam. Gemäss den geltenden Vorschriften ist der Verkauf von Alkohol in Läden und Supermärkten zwischen Mitternacht und 11 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr verboten.

PR Gag?

„Ich sehe die Vorschriften im wesentlichen als PR Gag von Regierungen, die vorgeben, etwas Gutes für die öffentliche Gesundheit zu leisten“, schrieb Gorham in einer E-Mail. „Der wichtigere Punkt aber ist, das sich entwickelnde Märkte zur regulatorischen Front aufschliessen, oder sich zumindest darum bemühen.“

Die Besteuerung von Alkohol würde in den entwickelten Märkten effektiv als Verbrauchsbegrenzung eingesetzt und zerstörerische Steuern würden ein Risiko für sich entwickelnde Märkte bedeuten, fügte Gorham hinzu.

Nach 25 Jahren stetem Wachstum nivellierte sich der Alkoholkonsum in Thailand 2008, nachdem ein nationales Alkoholgesetz verabschiedet wurde. Mehr als zwei Drittel der Thais trinken nicht mehr, wie Daten der WHO zeigen.

Andere Regierungen zogen nach. Die Philippinen führten 2012 eine sogenannte Sünde-Steuer auf Zigaretten und Alkohol ein. Der Preis einer Flasche Premium Bier erhöhte sich dadurch um 22 Pesos, ca. 17 Baht.

Indien’s Kerala Staat verabschiedete im August 2014 ein Gesetz, dass, wenn es tatsächlich umgesetzt wird, einer Prohibition in 10 Jahren gleichkommt. Nur noch Luxus Hotels dürften Spirituosen verkaufen und die Anzahl der staatlich betriebenen Alkohlsverkaufsgeschäfte und Biershops würde jährlich um 10% gesenkt. Mindestens 400 Bars unweit von kleineren Hotels mussten schon schliessen, weil ihnen die Lizenz verweigert wurde. 300 weitere stehen vor dem Aus.

Die Regulationen und Steuerherausforderungen in Indien steigen, sagte Gilles Bogaert, Finanzchef von Pernod Ricard Analysten in einer Konferenz im Februar. „Der indische Markt ist nicht einfach, von einem Regulierungs- und Steuerstandpunkt aus gesehen.“

Alkoholgesetze werden weltweit strenger, sagt Spiros Malandrakis, Senior Analyst Alcoholic Drinks bei Euromonitor International. Er sieht die grösste Gefahr für Getränkeunternehmen in weiterer Konsumreduktion in entwickelten Märkten, wo der Konsum sowieso schon zurück geht.

„Jede weitere Massnahme, den Konsum zu senken wird möglicherweise einen viel grösseren Effekt auf sich entwickelnde Märkte haben, die sich irgendwie in eine mehr oder weniger positive Richtung bewegen. Die dortige Mittelschicht geht voran und orientiert sich an den Trinkgewohnheiten des Westens.“

Quelle: Bangkok Post