Mittwoch, 10. Juni 2015

Die Axt ist die Waffe im staatlichen Krieg gegen Arme

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Lass die Armen alleine. Das war der Befehl des mächtigsten Mannes des Landes, als er zur Vertreibung von Landbesetzern Truppen entsandte - zur Rettung der rasch schwindenden Wälder und um Thailand Glück zurück zu bringen. Die Niederschlagung ist nicht ohne. Fragen Sie nur die 82-jährige Jantra Banghom aus dem Dorf Ban Nong Wang in der Provinz Sakon Nakhon.

Forstbeamte fällen Kautschukbaum. 
Am 15. Mai stürmte eine Gruppe von Soldaten und Förstern ihre 18 Rai grosse Kautschukplantage und zerstörte mehr als 2’000 ausgewachsene Bäume. Zeugen berichteten von Siegesgeschrei nach jedem gefälltem Baum.

Der gnadenlose Angriff auf das Wenige, was sie in ihrem täglichen Kampf ums Überleben haben tat sehr weh, wie sie dem Isan Land Reform News Centre sagten. Grossmutter Jantra schaute nach, nachdem die Truppen ihr Land verlassen hatten. Überwältigt von Schmerz und Trauer brach sie zusammen.

„Wie können meine Enkelkinder jetzt ohne Einkommen aus dem Kautschuk in die Schule gehen?“ fragte sie, schluchzend.

Die Dorfbewohner versuchten zu erklären, dass Jantra schon immer dort gewohnt habe. Lange bevor das Gebiet zum Teil des Phu Khao Lek Nationalpark erklärt wurde. Aufgrund von angefochtenen Landrechten war ihr Stück Land Teil des Gebietes, in dem Besitzer mit Erlaubnis des Gouverneur von Sakhon Nakhon bis zur Klärung der Eigentumsrechte mit den Behörden bleiben durften.

Ihr Versuch scheiterte. Während Grossmutter Jantras Kautschukbäume schon in Stücken liegen, erliegen umstrittene Waldflächen von Kleinbauern in anderen Provinzen weiterhin der Axt.

Dieser Krieg gegen die Armen begann letzten Monat, als der Minister für natürliche Ressourcen und Umwelt, General Dapong Ratanasuwan, ankündigte, Landbesitznahme durch Fällen von Kautschukbäumen in Waldgebieten zu stoppen.

Obwohl er sagte, dass die Niederschlagung sich auf reiche Besitzer von Kautschukplantagen fokussieren würden, ist die Realität vor Ort eine andere. Seit dem Start mussten viele arme Bauern in verschiedenen Provinzen die gewaltsame Zerstörung ihrer Plantagen mit ansehen.

Ihre Verbitterung ist verständlich. Der Rückgang des Waldes in Thailand über die letzten fünf Jahrzehnte war dramatisch. Aber der grösste Teil der Zerstörung wurde durch der Regierung vergebene Holzschlag Konzessionen verursacht und endetet erst 1989. Danach förderte Regierungspolitik den Anbau von Cash Crops in Grenzgebieten.

Während des kommunistischen Aufstandes fielen weite Teile unberührter Wälder der Militärpolitik zum Opfer. Durch den Bau von Strassen und Siedlungen in den Wäldern sollten Guerilla Hochburgen zerstört werden. Mehr Wälder verschwanden aufgrund grosser Staudämme und die Politik des Forstamtes, natürlichen Wald mit schnell wachsenden Bäumen zu ersetzen.

Während dessen drückten die Forstbeamten bei reichen Immobilien Spekulanten und illegalem Holzschlag von Leuten in Uniform beide Augen zu.

Inmitten von all dem wurden die Armen zu den Sündenböcken der Waldzerstörung gemacht. Schlimmer noch, die Forstbehörde geht mit drakonischen Strafen vor, macht die Bewohner des Waldes zu Kriminellen, die zu verhaften und ins Gefängnis zu stecken sind. Selbst deklariert sie sämtliches Land ohne offiziellen Landtitel zu nationalem Wald unter ihrer alleinigen Macht.

Grossmutter Jantra ist nur eine von 10 Millionen Menschen, die zu Kriminellen im eigenen Land gemacht wurden. Leider fehlt ihnen die Sympathie der Städter, die dem allgemeinen Bildungssystem und der Gehirnwäsche der Medien unterzogen worden sind: Bergvölker und Siedler im Wald gelten als Waldzerstörer. Die echten Kriminellen kommen aus dem Schneider.

Interessanterweise findet die Niederschlagung gegen die Armen im gleichen Moment statt wie die Vergabe von Bergbaukonzessionen in Zonen mit Regenwald und Förderkonzessionen für Öl in bewaldeten Gebieten. Alte Minen mit Gefahren für Umwelt und Gesundheit dürfen weiterhin betrieben werden.

Auch unversehrt sind Ölpalmen- und Eukalyptus Plantagen in nationalen Wälder. Sie wurden billig an Grossinvestoren vermietet. Das gleiche geschieht mit Maisplantagen auf Vertragsfarmen im Hochland. 

Viele mit der Niederschlagung konfrontierte Waldgemeinden kämpfen für das Recht, Wald und Land der Gemeinde selbst zu verwalten. Das würde ultimativ zu Dezentralisierung und weniger Zentralmacht der Forstbehörde führen.

Wird die Armee zur Zerstörung von Feinden der Forstverwaltung benutzt?

Das ist möglich, weil die Armee rohe Gewalt als Antwort einsetzt. Die militärische Entschlossenheit zur Zurückforderung der Wälder wird eindeutig der grösste Krieg gegen die Armen und Landlosen Thailand's sein. 

Tatsächlich fürchte ich die Konsequenzen, wenn Millionen von armen Menschen sich ohne Ausweg in die Ecke gedrängt fühlen.

Von Sanitsuda Ekachai in der Bangkok Post

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