Freitag, 29. Mai 2015

Wo sind all die Wasserbüffel?

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Früher prägten sie das Landschaftsbild Thailand's, heute sind sie ein seltener Anblick. Das Ministerium für Landwirtschaft treibt ihre Anstrengungen in Zusammenarbeit mit Genossenschaften voran, den Bestand an Wasserbüffeln in Thailand in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln und möchte damit die Angst vor dem Aussterben der Tiere vertreiben. 


Selten gewordener Anblick in Thailand: Wasserbüffel im Einsatz
Minister Pitipong Puengboon na Ayutthaya präsentierte das Entwicklungsprojekt als Teil der Bemühungen der Regierung die Struktur der tierischen Erzeugung 2015-2019 einzupendeln. Es kommt im Gleichschritt mit der rasch fallenden Anzahl an Büffeln im Königreich.

Vom Projekt wird eine Erhöhung der Mutterzuchtiere im reproduktiven Alter von 25'000 auf 45'000 angestrebt, die qualitativ hochstehende Büffel gebären können. Damit soll gemäss Pitipong das Einkommen von 5'000 Züchtern in Thailand um 100'000 Baht pro Jahr erhöht werden. 

Der Wasserbüffel zählt zu den wichtigsten Haustieren in Südostasien. In Thailand wird er Ai-Tui, ehrlich königlicher Arbeiter, genannt und stellt zusammen mit dem Elefanten ein nationales Symbol dar. Bis vor 20 Jahren hegte das Königreich nach China grösste Population Asiens. 

Seine Zugkraft hatte einen hohen Stellenwert für die Landwirtschaft, thailändische Bauern verwendeten Bullen, um ihr Land auf die Pflanzung von Reis vorzubereiten. Büffel wurden auch als Transportiere verwendet.


Dramatischer Rückgang an Wasserbüffeln seit Anfang der 90er. 
Der Bestand an Büffeln in Thailand nahm von 5.5 Millionen in den 70-er Jahren auf heute unter 1 Million ab. Die Reduktion wird durch Abnahme der Reisanbaugebiete, Urbanisierung und Industrialisierung von ländlichen Gebieten, Ersatz durch Traktoren, Kastration der stärksten Bullen und ineffiziente Reproduktion, d.h. lange Zeit nach Geburt bis erneuter Schwangerschaft, verursacht. 

Da die robusten Tiere sich recht aggressiv verhalten können und entsprechend schwierig zu halten sind, hatten viele ihre grössten und stärksten Bullen kastriert.

Deshalb wurden relativ viele kleine Bullen für die Zucht verwendet. Resultat war ein allmählicher Rückgang der Körpergrösse, mit gleichzeitigem Verlust an Zugkraft.

Wie in den letzten 3 Jahrzehnten die thailändische Bevölkerung von 30 auf über 60 Millionen stieg, stieg auch die Nachfrage nach Büffelfleisch. Immer mehr wurden geschlachtet, während die Zucht erfolglos blieb.

Der Mangel an Wissen über verschiedene (Unter-) Arten behindert spezifische Aspekte der Wasserbüffel Reproduktion. Darüber hinaus gibt es nur einen begrenzten Einblick in den Umfang und die Muster der genetischen Vielfalt, während molekulare Werkzeuge für das genetische Management nicht zur Verfügung stehen. Auszug aus: Veterinary Science Tomorrow

Der Plan des Ministeriums sieht die Entwicklung von Fortpflanzungsmethoden zur beschleunigten Produktion von Büffeln in kommerziellem Ausmass vor. Von 20'000 Bullen sollen Spermien zur künstlichen Besamung entnommen werden. 500 Gruppen von Büffel-Züchtern sollen zur Stärkung ihrer Kompetenzen und dem Anbau von Tierfutterpflanzen auf 5'000 Rai Grundstücken in einem Netzwerk verbunden werden. 

Gemäss Minister Pitipong verringert sich der Bestand an Büffeln seit 2004 jährlich um 5.6% und betrug im letzten Jahr noch 840'064 Tiere. Der gleiche Trend besteht bei Haltern von Wasserbüffeln. Ihre Zahl fiel in den letzten 10 Jahren von 371'086 auf die 185'702.

Nebst allen anderen Gründen, die zum Rückgang der Population führen, werden immer mehr junge weibliche Büffel nach Vietnam und China verkauft. Letztes Jahr betrugen die Einnahmen aus dem Export von lebenden Büffeln beinahe 1 Milliarde Baht in Devisen.

Übrigens: sollte Sie jemals jemand in Thailand Kwai - Büffel - nennen, hat das ungefähr die selbe Bedeutung wie Hornochse oder dumme Kuh.

Quelle: NNT

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