Donnerstag, 28. Mai 2015

Weniger intelligent, weil sie bei Grosseltern aufwachsen?

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Der Intelligenzquotient der Kinder in Thailand fiel gemäss Erhebungen des Gesundheitsministeriums von 94.0 vor 4 Jahren auf noch 93.1 im letzten Jahr. Der IQ der Erstklässler liegt damit unter dem weltweiten Durchschnitt von 100." Aber der emotionale Quotient der Thai Kinder ist normal", sagte Minister Rajata Rajatanavin an der gestrigen Pressekonferenz.


Erziehung Kinder Thailand
Millionen von Kindern in Thailand wachsen bei ihren Grosseltern auf.  
Bei der Erhebung wurden 4'929 Erstklässler im gesamten Land erfasst. Rajata führte weiter aus, das Kinder in städtischen Gebieten einen höheren IQ als auf dem Land haben. Kinder auf dem Land hätten nur begrenzten Zugriff auf ihre Entwicklung fördernde Anreize, wie bildendes Spielzeug und ausgewogene Ernährung - was ihre Intelligenz beeinflusse.

Der Generaldirektor des Amtes für psychische Gesundheit, Jedsada Chokdamrongsuk, gab als weiteren, entscheidenden Faktor an, dass viele Kinder nicht bei ihren Eltern, sondern in sogenannten Skipped-Generation Familien - bei ihren Grosseltern -  aufwachsen.

Er geht davon aus, dass nur 62% der Kinder gemeinsam mit beiden Elternteilen leben. Nicht weniger als 32% der Kinder gaben an, dass Mutter und Vater getrennte Wege gehen, bei 8% war ein Elternteil bereits gestorben.

In Thailand leben gemäss einer 2012 mit Unterstützung der UNICEF durchgeführten Erhebung des nationalen statistischen Amtes 21% oder 3 Millionen Kinder nicht bei ihren Eltern. Im Nordosten Thailand's beträgt die Rate gegen 30%, in einzelnen Dörfern bis zu 80%.

Meist müssen beide Elternteile arbeiten. Paare mit gutem Job können sich Tagesstätten leisten, schlecht Ausgebildete ziehen vom Land in die Stadt oder einen Touristenort und bekommen ihre Kinder einmal im Jahr während der Neujahrsferien zu Gesicht.

In Thailand wird gerne, und auch sehr jung, nicht richtig geheiratet - nur in einer buddhistischen Zeremonie, nicht aber auf dem Standesamt - und Väter machen sich einfach auf und davon, ohne von Staates wegen für ihre Kinder gerade stehen zu müssen. In diesem Fall bleibt den verlassenen Mütter nichts anderes übrig als irgendwo Arbeiten zu gehen und die Kinder ihren Eltern zu überlassen. 

"In den ländlichen Regionen Thailand gibt es mehr als 1.4 Millionen Grosseltern-Grosskinder Familien", sagte Jedsada. Ausländische Studien hätten gezeigt, dass Kinder, die bei ihren Grosseltern aufwachsen, mit einem Bildungsnachteil konfrontiert sind.

"Wir haben auch festgestellt, dass die Bildungsqualität in Tagesstätten den IQ steigern kann. Vorschulische Lernprogramme können die Entwicklung der Kinder fördern."

Rajata sagte, dass zu Ehren von Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn anlässlich ihres 60. Geburtstags ein Projekt zur Verbesserung der Entwicklung von Kindern ins Leben gerufen wurde. "Es richtet besonderes Augenmerk auf Kinder in Risikogruppen, wie mit Untergewicht Geborene oder denjenigen, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen."

Neben Bereitstellung von freiwilligen Hilfskräften und Krankenstationen in Dörfern versuche das Projekt die Eltern in Förderung der Entwicklung ihrer Kinder zu engagieren.

"Die Beziehung zwischen Kindern und ihren Bezugspersonen zählt", sagte Rajata. "Körperliche Nähe und Gespräche sind immens wichtig, die Zeit vor dem Fernseher sollte reduziert werden."

Das Mental Health Department will die Intelligenz der thailändischen Kinder und ihren emotionalen Quotient durch drei Massnahmen steigern.

"Wir versuchen, die Entwicklung von Kindern über Gesundheitseinrichtungen zu unterstützen und werden die Vorschulentwicklung in der Familie und im Kindergarten fördern", sagte Jedsada.

Ein Fokus soll auch auf die Erkennung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen gelegt werden. "Lehrer sollen Kinder mit Autismus, emotionalen Problemen, Verhaltensstörungen und Lernschwierigkeiten erkennen und Hilfe anbieten", wie Jedsada weiter ausführte.

"Eltern, die Begleitung in der Entwicklung ihrer Kinder brauchen, können auf dmh.go.th und rajanukul.go.th einen Leitfaden beziehen. Wer Beratung braucht, soll 1667 oder 1323 anrufen", sagte Jedsada.

Da bleibt nicht mehr viel anzufügen.

Quelle: Nation

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