Sonntag, 3. Mai 2015

Thailand's Schuldengelage zeigt Auflösungserscheinungen

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Ein Thailändisches Sprichwort warnt: "Borge kein Geld von deiner Grossmutter um Süssigkeiten zu kaufen". Doch die Haushalte sind so hoch verschuldet, dass Süssigkeiten kaufen die kleinste Sorge ist. Eines der grössten Gelage mit Privatkrediten in den Schwellenländern zeigt Auflösungsungserscheinungen, mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen für Thailand's Einzelhandel.


Welcher Weg führt private Haushalte in Thailand aus ihrer hohen Verschuldung?
Wie stark wird der Kater für Südostasien zweitgrösste Volkswirtschaft werden? Das hängt teilweise davon ab, ob die Wirtschaft ihre Lebenskraft wieder erlangt und seinen Weg aus der Verschuldung finden kann. Seit 2006 hat sich das Bruttoinlandprodukt Thailand's nur mit der Hälfte des Tempos von Indonesien, Malyasia und den Philippinen entwickelt.

Aber selbst wenn ein bescheidenes Wachstum herausschaut, wird Thailand von einem schmerzhaften Mix aus deprimierenden Verbraucherausgaben und steigender privater Verschuldung geleitet. Gemäss Asean Confidental wird die Verschuldung der Thai Haushalte wahrscheinlich die 100% Schwelle zum BIP bis 2020 überschreiten - und das beinhaltet nicht die enormen Summen an Geld, die von illegalen Kredithaien an die ärmeren Thais verleiht werden.


Verschuldung Haushalte Thailand
Die Verschuldung der Haushalte in Thailand stieg in den letzten 6 Jahren dramatisch an. 
Ein neuer Trend signalisiert die Gefahr. Während die Haushaltverschuldung noch immer steigt - zur Zeit beträgt sie geschätzte 86% des BIP, vor 6 Jahren waren es 61% - beginnen die Thais weniger auszugeben.

Das ist wesentlich, weil es aufzeigt, dass Familien so viel von ihrem Einkommen für Schuldentilgung einsetzen, dass sie weniger kaufen können. Tatsächlich sanken die privaten Ausgaben im Januar um 13, im Februar um 8.5% gegenüber Vorjahr. Mehr, als es während Finanzkrise 2008/9 und der Asienkrise 1997/8.


Einige sehen dunkle Wolken über dem Königreich. Piyabutr Cholvijarn, Präsident es Kenan Institute Asia und Leiter der Thailändsichen Handelskammer warnte im März, dass ohne Massnahmen zur Entschuldung der privaten Haushalte einer schlimmere Krise als während der Kernschmelze 1997 eintreten könnte.

Allerdings scheinen die Anleger bisher unbeeindruckt zu sein. Der Aktienindex in Bangkok stieg seit Anfang Jahr um 4.2%, die Bank of Thailand hat den Leitzins auf 1.75% gesenkt. Ein Schnitt um 25 Punkte, der als zu gering angesehen wird, um die Schuldenlast der Haushalte lindern zu können. 

Umfragen der Asean Confidental zeigen durch's Band einen Vertrauensverlust der Verbraucher und Sorgen über die Gesundheit der Wirtschaft, begleitet von der Absicht weniger auszugeben und auszuleihen. In der Zwischenzeit sank die Inflation ins Minus, -0.57% im März und -1.04% im April, und verschärft damit die Last der Schuldentilgung noch mehr.

Weitere Risiken verdüstern den Ausblick. Der Nettokapitalabfluss, der Thailand während der Asienkrise 20 aufeinanderfolgende Quartale plagte wird wieder aktuell, er erreichte in der zweiten Jahreshälfte des letzten Jahres $20.3 Mia.

Wenn die US-Notenbank die Zinsen in den kommenden Monaten erhöhen würde, könnten Thailand's Schuldenschwäche den Abfluss verschärfen, da bei den Anlegern zunehmend Bedenken vor verschuldeten Schwellenländern wachsen könnten.

Das würde die Kosten von Krediten für Finanzinstitute erhöhen und ihre wachsende Zurückhaltung stärken, Leuten noch mehr Geld zum Kauf von Häusern, Autos und anderem zu verleihen, welche sich damit selbst von Schulden auffressen lassen könnten.

Quelle: Financial Times

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