Samstag, 2. Mai 2015

Schwarze Magie in Thailand - auch ein makaberer Exportschlager

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Schwarze Magie praktizierende Personen werden von der Polizei in Chiang Mai verdächtigt, in den Handel von menschlichen Körperteilen zur Herstellung von Amuletten und Zaubertränken involviert zu sein.


Guman Thong
Kuman Thong, der thailändische Baby Geist als Amulett. 
Nach dem Tipp eines Freundes von Chalerm Duangthong, vormaliger Abt des Wat Huay Dinji, einem Tempel im Doi Lor District Chiang Mai's, entdeckten Polizisten unter einem vergrabenen Brahma Schrein einen toten Fötus. Das Skelett des ungeborenen Mädchens war mit einem Baby Kleidchen angezogen.

Der ehemalige Abt, dem vergangenes Jahr wegen Missbrauchs von Betäubungsmitteln und Alkohol sein Amt entzogen wurde, behauptete, er kaufe die Leichen für seine Amulette und Zaubertränke von der 70-jährigen Somboon Neramit, deren Mann Sutat Bestatter in Chiang Mai's Subdistrikt Hai Ya ist.

Buddhistische Mönche und schwarze Magie

In Thailand wird schwarze Magie von Mönchen und Laien praktiziert. Oft führen Lersi, nicht eigentliche Mönche, aber Meister der geistigen Welt, durch magische Zaubersprüche und Rituale. Zaubern wird von Laien durchgeführt. Auch buddhistische Mönche praktizieren schwarze Magie. Obwohl sie, wie Hexerei und Thai Voodoo-Barang überhaupt nichts mit Theravada Buddhismus zu tun hat. Thais haben sie in ihr Glaubenssystem integriert und können oft nicht zwischen beiden unterscheiden.

Mönche machen aufwändige, öffentliche Vorführungen ihrer übernatürlichen Kräfte. Sie kochen Öl in einem grossem Bottich und setzten sich auf Bananenblättern hinein - und kommen unverletzt heraus. Sie stellen magische Takrud-Amulette her und lange Stäbe mit Schlangen, Naga, und anderen Tieren. 

Zwei Tage später, am 23. April, wollte Polizisten Somboon in ihrem Haus festnehmen, fanden aber nur ihren Mann vor. Nach kurzer Suche entdeckte sie 16 Säcke mit menschlichen Überresten. Zunächst wurde vermutet, dass es sich um Abfälle des Maharaj Krankenhaus oder deren Hochschule handelt, ermittelte aber schnell, dass das Spital seit zwei Jahren ihre menschliche Überreste nicht mehr ins Krematorium von Hai Ya sendet. 

Kurz nach Ausstellung eines Haftbefehls stellte sich Somboon selbst der Polizei. Sie behauptete den ehemaligen Abt nicht zu kennen und bestritt auch jede Kenntnis vom Verkauf menschlicher Überreste.

Am 27. April gab die Polizei bekannt, dass 10 Personen, Mönche oder Unternehmen aus Chiang Mai im Verdacht stehen, in den Handel involviert zu sein.

Nach weiteren Ermittlungen wird angenommen, dass Somboon die Leichen und Leichenteile, sowohl von Erwachsenen als auch von Föten, aus zahlreichen Spitälern im Norden Thailand's erhält. Die Krankenhäuser bezahlen ihr 1000 Baht zur Kremierung von Überbleibseln aus medizinischen Studien, operativ entfernten Organen sowie anderer Körperteile und ungeborener Föten. 

Die Polizei vermutet weiter, dass etliche Mönche und andere, schwarze Magie praktizierende Personen bei ihr Körperteile und Föten bestellen. Pro Auftrag würden sie einige Hundert bis Tausende von Baht erhalten. 

Menschliche Überreste werden oft in Ritualen schwarzer Magie verwendet, zu Amuletten, Liebes- und andern Tränken verarbeitet. 

Die meisten Kunden kommen aus China, Taiwan, Vietnam, Malaysia und Singapur. Oft bringen Reiseleiter Kunden und Verkäufer zusammen. Sie erhalten dafür eine Provision von 10%. Manchmal werden Verkäufer auch ins Ausland eingeladen, wo sie ihre angeblich magischen Dinge direkt verkaufen.

Geisterhäuser, San Phra Phum, sind die offensichtlichsten Element schwarzer Magie in Thailand

Sie sehen aus wie Miniatur Tempel und sind auf einer ein bis zwei Meter hohen Säule montiert.

Der Mau Phi oder Mor San ist die Person, die bestimmt, wo ein Geisterhaus stehen soll und wann der beste Zeitpunkt der Einweihung ist. Sie werden vor Häusern oder Firmengebäuden aufgestellt. Es ist auch üblich, sie an Strassenrändern aufzustellen, wo viele Unfälle geschehen.

Der Zweck des San Phra Phum ist, Geistern ein eigenes Zuhause zu geben. Sie sollen nicht ins Haus kommen und Schaden anrichten. Thais glauben sie besonders glücklich zu stimmen, wenn sie ihren Geistern Opfergaben bringen.

Soda, Obst, Wasser, Schnaps, Zigaretten und vieles mehr. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Geisterhaus am Strassenrand vollkommen mit Flaschen und Dosen von rotem Fanta vollgestellt ist. Alles was mit dem goldenen Baby Geist - Kuman Thong, Kuman heisst auf Pali junger Knabe, Thong Gold - zu tun hat, wird mit rotem Fanta bedeckt.

Im Innern der Geisterhäuser stehen Statuen, Bilder und Amulette von Mönchen, Kuman Thong, Kwan Yin, Nong Kwak, Ganesh, Shiva, Rahu und anderen respektierten wie gefürchteten Gottheiten.

Wenn eine Famile oder ein Geschäft vergrössern oder erweitern will, errichten sie meist ein gleiches San Phra Phum - damit soll verhindert werden, dass die Geister des bestehenden Geisterhauses neidisch werden.

Vor zwei Tagen wurden Somboon und ihr Mann offiziell verhaftet. Die Anklage lautet auf "Erhalt, Transfer und Entsorgung von Müll ohne Genehmigung". Beide haben inziwischen gestanden, ihnen drohen bis zu 6 Monate Haft, eine Busse von bis zu 50'000 Baht oder beides.

Allerdings bestritten beide am illegalen Handel mit menschlichen Überresten beteiligt zu sein.

Der Assistenzprofessor Dr. Nisit Wattanatchariya, Direktor des Maharaj Krankenhauses von Chiang Mai, besteht darauf, dass die gefundenen Körperteile nicht von seinem Spital stammen. Er sagt, das Spital würde seine menschlichen Überreste zwei bis dreimal pro Woche in ein Krematorium ausserhalb der Stadt senden und hätte noch nie irgendwelche Probleme mit Tempeln oder örtlichen Gemeinden gehabt.

Chalerm, der frühere Abt wurde bisher nicht angeklagt. Die Autopsie ergab, dass der Fötus im Wat Huay Dinji noch nicht geboren war. Er könnte jedoch für ungebührliche und übertriebene Werbung im Internet für Amulette mit immensen Versprechungen verhaftet werden.

Die Polizei will nun den Umgang mit Leichenteilen aller Krankenhäuser in Chiang Mai untersuchen. Von Gesetzes wegen dürfen menschliche Überreste nur an akkreditierte Krematorien übergeben werden.

Seit der Aufdeckung des Handels wurde die Polizei von vielen Leuten über zahlreiche Web- und Facebook Seiten informiert, die von den 10 Gesuchten unterhalten werden. Sie zeigen grauenvolle Bilder von gedünsteten Köpfen, miteinander verbundene Geschlechtsorganen und anderen schrecklichen Methoden zur Herstellung von magische Tränken.


Die Polizei zeigt sich besorgt, dass dieser Handel, insbesondere auch, dass so viele Leute deswegen ins Land reisen, den Ruf Thailand's ruinieren könnten.

Örtliche Sicherheitskräfte wurden beauftragt alle möglicherweise involvierten Personen zu überwachen. Dazu werden im Internet veröffentlichte Bilder von verdächtigen Leuten für allfällige Haftbefehle gesammelt.

Sutat, der Leichenbestatter, erzählte Reportern, dass die 16 bei ihm gefundenen Säcke mit menschlichen Überresten nur noch nicht kremiert wurden, weil die Behörden von Chiang Mai diesbezügliche Anweisungen aufgrund der Luftverschmutzung durch Brandrodungen gegeben hätte.

Die Ermittlungen gehen weiter. 

Quelle: Chiang Mai City News

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