Donnerstag, 21. Mai 2015

Gegen schlechtes Benehmen buddhistischer Mönche

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Denken sie an einen buddhistischen Mönch, kommen ihnen wahrscheinlich weder Bodyguards noch Bombendrohungen in den Sinn. Aber genau damit muss sich Buddha Issara auseinander setzen, weil er eine Kampagne zur Generalüberholung Thailand’s religiöser Institutionen gestartet hat. 

Mönch Thailand
Nicht so selten: Rauchender Mönch in Thailand.  
Der Mönch-Aktivist hat sich viel Feinde erworben, seit er dazu aufruft, den Buddhismus in Thailand zu säubern, die 300’000 Mönche dazu drängt, ihre finanziellen Transaktionen offen zu legen und vom Obersten Sangha Rat fordert, gegen Fehlverhalten vorzugehen.

„Es gibt eine offene Krise in der Sangha, wie es sie seit Menschengedenken nie gab“, sagt Michael Montesano, Thailand Experte am Institute of Southeast Asia Studies. „Dies ist eine Krise einer weiteren Institution in Thailand’s.“

Mönche werden in Thailand, wo 95% der Bevölkerung Buddhisten sind, verehrt. Sie haben ihre eigenen Durchgänge an Flughäfen, ihre eigenen Sitze in öffentlichen und privaten Institutionen wie auch in der U-Bahn Bangkok’s. Aber in den letzten Monaten haben Geschichten über Fehlverhalten die Runde gemacht, die eigentlich in die Klatschpresse gehören.

Es gab Mönche mit Liebhaberinnen und Liebhabern, betrunkene Mönche, die mit ihrem Auto Unfälle verursachten, Mönche, die Geld für Bestattungen in die eigene Tasche steckten und an der Börse spekulierten. Noch nicht mal den Louis-Vuitton Mönch erwähnt, der durch Selfies in seinem Privat Jet den Skandal 2013 auslöste.

Buddha Issara leitete die Klage gegen finanzielles Fehlverhalten und sagt, dass, weit davon entfernt einen tragenden Pfeiler der Thai Gesellschaft zu erschüttern, jetzt auch der richtige Zeitpunkt für eine Generalüberholung der religiösen Institutionen sei.

Seit einem Jahr wird Thailand von einer Militärjunta regiert, die immer mehr diktatorische Macht gegen Oppositionspolitiker, Menschenrechtsaktivisten und die Presse einsetzt.

„Wenn wir unser Haus reinigen, sollten wir nirgendwo Schmutz hinterlassen. Wir sollten jede Ecke säubern“, sagte Buddha Issara während des Interviews in einer Sala im Wat Ornoi, seinem Tempel in den Aussenbezirken von Nakhon Pathom. Der Stadt, wo Buddhismus in Thailand erstmals aufblühte.

Ein Hardliner, der den Stereotyp des freundlichen, kichernden Mönches auf den Kopf stellt. Buddha Issara nahm das Interview mit einer Videokamera auf, während im Hintergrund mit Tattoos übersäte Männer herumschlichen. Er unterstützte den Sturz der gewählten, aber polarisierenden Regierung Yingluck und ihm wird nachgesagt, nahe am General und aktuellem Premier Prayuth Chan-o-cha zu sein.

„Wir werden etwas erschöpfter sein, aber das Haus wird rein sein, wenn wir den Buddhismus generalüberholen. Das ist besser, als einige Ecken schmutzig zu belassen. Wenn wir das tun, wird sich der Dreck wieder über das ganze Haus ausbreiten.“

Obwohl Skandale nicht Ungewöhnliches sind, war Buddha Issara erbost, als der Sangha Rat Anfang Jahr den Abt des grössten Tempel in Thailand von Missbrauch freisprach, nachdem er wegen Veruntreuung von fast $30 Millionen angeklagt wurde. Da er den grössten Teil des Geldes zurückgab, wurde ihm kein Fehlverhalten angelastet.

Thailand’s 38’000 Tempeln hängen traditionell von Spenden der Gläubigen ab. Sie erhalten gemäss dem National Institute of Development Administration jährlich zwischen $3.0 und $3.6 Milliarden.

Phra Buddha issara
Buddha Issara auf dem Weg zum Hauptquartier der Thai Police Crime Depression Division.   
Buddha Issara verlangt mehr Transparenz bei Spenden, damit den Tempeln Korruption ausgetrieben wird. Er rief die Militärregierung auf, ein Komitee zur Kontrolle der buddhistischen Kassen einzurichten und reichte letzten Monat bei der nationalen Anti-Korruptionsbehörde eine Petition zur Untersuchung der zwei obersten buddhistischen Institutionen auf Betrug ein.

Don Pramudwinai, stellvertretender Aussenminister, sagt, dass viele in der Regierung Bedenken über Missbrauch in buddhistischen Institutionen haben. „Wir befürworten eine Reform der Mönche selbst. Aber noch ist es nicht soweit.“

Der Sangha Rat verweigerte ein Interview und beantwortete auch eine Liste mit Fragen nicht.

Vielleicht nicht überraschend schuf sich Buddha Issara keine neuen Freunde. Aber das Ausmass des Zorns seiner Feinde ist etwas anderes. Bewaffnete Männer eröffneten mit M-16 Sturmgewehren das Feuer auf seine Tempelanlage, Entführungsdrohungen gingen ein.

Polizeiwachen sitzen hinter Sandsäcken am Eingang des Wat Ornoi. Die Besucher werden von Männern auf Motorrädern entlang einer von Bananen Stauden gesäumten Strasse zur Anlage geführt.  

„Wenn ich Menschen über die sich in langer Zeit angehäuften Probleme informieren und Lösungen anbieten kann, bin ich froh. Selbst wenn ich dabei sterbe“, sagt Buddha Issara.

Saluk Savarias, eine 82-jährige Autorität in Thai Buddhismus, mag die Aussicht auf Erfolg von Buddha Issara nicht. „Die grundlegenden Lehren des Buddhismus lauten Umwandlung von Gier in Grosszügigkeit und Hass in gütige Liebe. Aber die neuen Religionen in diesem Land sind Konsum und Kapitalismus. Es gibt mehr buddhistische Bilder als Mönche und alle stehen zum Verkauf.“

Heute werden viele Thai Männer wegen Vorteilen Mönch - inklusive eines kostenlosen Universität Studiums. „Mönch zu sein bedeutet ein Engagement für ein edles Leben. Sie sind angeblich besser als normale Menschen“, sagt Sulak im Garten seines Hauses in Bangkok. „Wir geben Mönche Kleidung, Nahrung und Unterkunft weil wir glauben, dass sie ein besseres Leben führen. Wenn sie sich schlecht benehmen, sollten wir sie herausschmeissen.

Aber er es gebe keine moralische Führung in der Sangha, sagt er, und so werde Fehlverhalten nicht bestraft.

Tatsächlich erhält Buddha Issara von der Institution wenig Unterstützung. „Ich denke, das ist ein menschliches Problem. „Wir stehen mitten in der Gesellschaft und manchmal gehen in einer Gesellschaft gewisse Dinge schief“, sagt Anil Sakya, ein hoher Beamter der Mahamakut Buddhist Universität in Bangkok, zur Zurückweisung der Vorschläge, dass Reformen notwendig sind um schlechte Äpfel auszusondern.

„Jedes Land, jede Religion hat gute und schlechte Menschen. Schauen Sie sich das Christentum mit all seinen verwerflichen katholischen Priestern an, die schlechten Menschen im Islam. Es ist kein religiöses Problem, es ist ein Problem bestimmter Menschen.“

Draussen in Nakohn Pathom, im Schatten der höchsten Stupa der Welt, scheinen die Gläubigen unbeeindruckt von den immer reisserischen Schlagzeilen. Ubol Wongrukthai, eine pensionierte Lehrerin, die jetzt ein buddhistisches Meditationsprogramm leitet, gibt Sakya's Gedanken wieder: " Das ist das Resultat von Individuen, von Leuten, die gierig werden. Diese Leute sind nicht wirklich Gläubige, es sind nur Menschen, die eine Mönchsrobe tragen."

Sulak glaubt, dass die Religion mit zunehmender Häufigkeit von Skandalen unvermeidlich eine eigene Regeneration angehe. 

„Im Buddhismus, glauben wir, dass Dinge sterben und wieder geboren werden. In der Zukunft werden wir vielleicht weniger, aber bessere Mönche haben.“

Quelle: Guradian

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