Sonntag, 24. Mai 2015

Eine schicke Feier zum 250. Geburtstag

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Bangkok wird für seinen nächsten Grossanlass umgewandelt. Schnell nähert sich die Stadt ihrem 250. Gründungstag. Während sie täglich damit kämpft, den komplexen Anforderungen einer modernen Grossstadt gerecht zu werden, planen die Stadtväter sie einem überraschenden Wechsel zu unterziehen.

Bangkok Krung Thep Thailand
Blick auf Chao Phraya und die Skyline Bangkok's von der Rama IX Brücke. 
Wenn es 2032 soweit sein wird, glaubt das Bürgermeisteramt, soll die Hauptstadt Thailand’s unter dem Claim „Bangkok 250“ eine bemerkenswerte Verwandlung hinter sich haben. „Es ist nicht zu früh zu planen“, sagt Vanchai Thanomsak, Leiter der Abteilung für Stadtplanung von Bangkok. „Wir versuchen unser bestes, die Stadt lebenswerter zu gestalten.“

In weniger als zwei Jahrzehnten soll „Bangkok 250“ Sanierung im grossen Stil bedeuten, mit enormen Massnahmen für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung.

Bangkok, offiziell Krung Thep Maha Nakhon, ist seit 1782 die Hauptstadt des Königreichs Thailand. Kein Thai nennt seine Hauptstadt Bangkok, sondern kurz Krung Thep, Stadt der Engel. Der zeremonielle und auch längste Name Stadtname der Welt lautet:

„Stadt der Devas, große Stadt und Residenz des heiligen Juwels Indras (Smaragd-Buddha), uneinnehmbare Stadt des Gottes, große Hauptstadt der Welt, geschmückt mit neun wertvollen Edelsteinen, reich an gewaltigen königlichen Palästen, die dem himmlischen Heim des wieder geborenen Gottes gleichen, Stadt, die von Indra geschenkt und von Vishvakarman gebaut wurde.“

Damit das ambitiöse Ziel erreicht werden kann, hat die Stadtverwaltung das Urban Design und Development Centre UDDC verpflichtet. Gemeinsam wurde ein Masterplan zur Restaurierung Bankgok’s alter Stadtviertel und der Konservierung von Kadee Jeen sowie Khlong San ausgearbeitet. Dazu wurde ein Weg zu mehr Wachstum in wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht skizziert.

Die UDDC wurde ebenfalls beauftragt, die historische und kulturelle Bedeutung von Gemeinschaften in der Rattanakosin Periode zu untersuchen und ihre Ursprungsgebiete attraktiver zu gestalten. Innerhalb der Stadt gibt es in 17 Distrikten 200 dieser Gemeinschaften.

Während der letzten 10 Jahre hat die Direktorin der UDDC, Niramon Kulrisombat, mit Gemeinden in Kadee Jeen und Khlong San zusammengearbeitet, die Stadtteile erfolgreich zu lebenswerteren Gegenden verwandelt. Lehren und Erkenntnisse aus dieser Arbeit sollen auf andere Gemeinden angewendet werden.

Die aktuellen Studie, genannt 10/8/6, sollen im Juli fertiggestellt werden. 10 steht für 10 Trends im Lebensstil von Städtern, 8 für für 8 Merkmale, welche die Stadtviertel charakterisiert und 6 für 6 Veränderungen der Landschaft Bangkok’s.

Die vorausschauende Methode vermesse den Weg der 10 wichtigsten Trends der Stadt und verhelfe zu Restaurierungsplänen für lokale Gemeinden, sagte Niramon, und fügte hinzu, dass in Zukunftsplanungen immer auch viele Unsicherheiten mit eingeschlossen werden müssten.

Die Vorgehensweise erlaubt ihrem Team sich die Stadt in der Zukunft vorzustellen und potentielle Entwicklungen zu erforschen.

Die UDDC will eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Bürgern, Autoritäten jeglichen Grades, Akademikern und Aktivisten bilden. Deren Aufgabe besteht darin, die bestmöglichen Plan zu ermitteln.

Aus Betroffenen Beteiligte machen sei der Schlüssel zum Erfolg, sagt Niramon.

Der Name Bang Kok entspringt der Zeit bevor der Ort Hauptstadt wurde. Bang bezeichnet einen Ort an einer Wasserstraße, Kok leitet sich entweder von Makok ab, der thailändischen Bezeichnung für die Früchte der gelben Balsampflaume oder von Ko für Insel, bzw. Khok für Hügel. Der Ort Bang Kok tauchte in Europa zum ersten Mal 1511 auf einer portugiesischen Landkarte und hat sich bis heute bewahren können.


Tram Bangkok Thailand
Von 1887 bis 1968 gab es in Thailand's Hauptstadt Trams. Bild: bangkoktram.com
Um 1680 gab es südlich des Dorfes nur drei bewohnte Plätze: ein Zollhaus, die von den Holländern 1622 angelegte Faktorei namens Fort Amsterdam sowie den Ort Ban Vat. Noch während der Epoche des Königreichs Ayutthaya entwickelte sich der Ort zu einem ansehnlichen Handelshafen und bedeutenden Haltepunkt an der Wasserroute zur Hauptstadt.

Der Ursprung des heutigen Bangkok liegt in der Kleinstadt Thonburi, heute Teil der Hauptstadt, am westlichen Ufer des Chao Praya. General Taksin machte Thonburi im Jahr 1772, nachdem die Hauptstadt des Königreiches Ayutthaya 1767 im Krieg mit Burma weitgehend zerstört worden war, zur neuen Hauptstadt. 

Zehn Jahre später verlegte der neue König Rama I., Begründer der bis heute regierenden Chakri-Dynastie, den Regierungssitz auf das östliche Ufer und begann damit das Gebiet namens Rattanakosin, mit dem damals vor allem von Chinesen bewohnten Dorf Bang Kok, nach dem Vorbild der früheren Residenzstadt zur Hauptstadt auszubauen.

Sie hat heute einen Sonderverwaltungsstatus und wird von einem Gouverneur regiert. Die Hauptstadt zählte in der Volkszählung von 2010 8.3 Mio. Einwohner und ist die mit Abstand größte Stadt des Landes. In der Bangkok Metropolitan Region (BMR) leben insgesamt 14.6 Millionen Menschen.

„Wir besitzen die Stadt. Wir müssen Hand-in-Hand eine lebende Stadt als Schaufenster des besten von Thailand kreieren - eine Stadt, auf die alle Thais stolz sind.“

Die fertige Studie wird dem Sekretariat des Stadtrats zur Prüfung übergeben, erklärt Vanchai. Das Projekt erlaube Bangkok im Gegensatz zu anderen Gebieten, wo Konzepte üblicherweise nur einer gewissen Norm entsprechen, den ersten umfassenden Stadtplan Thailand’s zu erstellen.

„Die Studie wird der Stadtverwaltung ermöglichen, Verordnungen im Einklang mit kulturellen und landwirtschaftlichen Aspekten für jeden Bezirk auszusprechen“.

Er ist überzeugt, dass sein Plan keine Auswirkungen auf bestehende Pläne hat. Der Sanierungsplan sage insbesondere aus, welche Gebiete der Stadt verbessert und restauriert werden müssten. Bewohner hätten Kommentare und eigene Vorschläge einbringen können.

Die Stadtverwaltung habe ihren Fokus von Expansion - neue Wohngebiete wurde dezentral erstellt, sozusagen Dorfleben mitten in der Stadt - auf Restaurierung verändert. Er beinhalte Verbesserungen öffentlicher Einrichtungen und optimale Anbindung öffentlicher Verkehrsmittel zur Anpassung an den städtischen Lebensstil seiner Bewohner.

Die Studie zeigt auf, dass landwirtschaftlich nutzbares Land in den Aussenbezirken der Stadt oft für Wohngebiete missbraucht wird. Wie zum Beispiel in Klong Samwa. Dort wurden in den letzten Jahren Tausende von Rai bestes Reis-Land in Einfamilien- und Reihenhaus-Siedlungen verwandelt.

Verdichtetes Bauen soll auch in Thailand’s Hauptstadt zum Mass der Dinge werden. Physikalische Eigenschaften der Innenstadt und optimale Nutzung des verfügbaren Landes würden im Plan berücksichtigt, fügt Vanchai hinzu.

„Wir ermutigen die Menschen daran zu denken, wie die Stadt in den nächsten 10 bis 20 Jahren aussehen soll und versuchen, eine Art von gemeinsamen Konsens zu erreichen.“

Quelle: Bangkok Post, Wikipedia

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