Dienstag, 28. April 2015

Mehr Macht der Bürokratie?

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Sind Beamte wirklich fähig, Thailand zu reformieren? Ihre Rolle in der zukünftigen Verfassung erregt Aufmerksamkeit. Spekulationen gehen um, dass den Bürokraten mehr Macht zugesprochen werden soll. Obwohl die Verfasser Bedenken zerstreuen wollen, dass ihre Autorität auf Kosten von Politikern gestärkt wird, erzeugt die Debatte grösste Skepsis. 

One Stop Service Government Thailand
One-Stop-Service in Thailand zur Ausstellung von Arbeitsbewilligungen. 
Beamte in Thailand sind dafür bekannt, in einem seit Jahrzehnten unveränderten Umfeld zu arbeiten. Aber eine Reihe von Zwischenfällen hat die verzweifelte Notwendigkeit zu Veränderungen aufgezeigt.

Beispielsweise stand die Personalführung der Regierung im Mittelpunkt der kürzlichen Kontroverse im Department für zivile Luftfahrt. Unfähigkeit wurde ihr beschienen, weil sie mit dem schnellen Wachstum der Luftfahrtindustrie nicht klar kam. Die internationale Organisation für zivile Luftfahrt nannte den Mangel an Personal der Behörde als eine der grössten Mängel in der Überwachung von Thailand’s Luftfahrtindustrie.

Der Start der Asean Economic Community Ende dieses Jahres wird die Erwartungen an die öffentlichen Einrichtungen steigen lassen. Thailand’s Wettbewerbsposition inmitten von grossen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Änderungen muss erhalten werden. Scheitern würde einen beträchtlichen Nachteil auf dem regionalen Spielfeld ergeben.


Regierungsämter neigen dazu, Vorwürfe und Kritik mit fehlendem Budget für notwendige Ressourcen zu begründen.

Das grundlegende Problem ist jedoch nicht der Mangel an Geld, sondern die Misswirtschaft des Personals. Es behindert Reformen des öffentlichen Dienstes - wie eine Studie der Thailand Future Foundation von Anfang Jahr bestätigt.

Sie zeigt, dass die Anzahl Mitarbeiter im öffentlichen Dienst von 2004 bis 2013 um beinahe 50% auf 2.2 Millionen gestiegen ist. Im gleichen Zeitraum jedoch kaum gestiegen ist ist die Anzahl der vom Staat festangestellten Beamten, entsprechend der Rationalisierungspolitik. Aber jede Behörde, jedes Amt hat seine Gehaltsabrechnung durch Anstellung von Mitarbeitern mit langjährigen Verträgen gesteigert.

Konsequenterweise haben sich die Personalkosten in diesen 10 Jahren fast verdreifacht - und machen jetzt 7% des Bruttosozialprodukts aus. Zum Vergleich: in Malaysia sind es 6, auf den Philippinen 5 und in Singapur 3%. Auf den Nenner gebracht: Thailand’s öffentliche Institutionen haben sich nicht wie erhofft in schlanke und effiziente Betriebe verwandelt.

Gleichzeitig verdoppelte sich die Zahl von Top-Level Beamten in den Gehaltsstufen C9 bis C11, der höchsten Klasse. Das bedeutet eine grosse Salär-Belastung für die Regierung und provoziert dort Personalmangel, wo gearbeitet wird.

Dafür ist die Gesamteffizienz von Thailand’s öffentlichen Institutionen nach internationalen Messungen gesunken. Glaubt man dem Global Competitive Report des World Economic Forum’s ist die Effizienz von Thailand’s öffentlichen Institutionen der Bereich, der am meisten Sorge macht. Sie hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. 

Das WEF rangiert das Königreich an 74. Stelle von 196 Ländern in dieser Kategorie und offenbart damit die Notwendigkeit von drastischen Reformen des öffentlichen Dienstes, damit er einem sich rasch verändernden sozialen, wirtschaftlichen und politischen Umfeld gerecht wird.

Eine Reform bedeutet weder Anhebung von Budget noch von Angestellten. Tatsächlich werden Beamte in Singapur für ihre Effizienz hoch geschätzt - mit bedeutend weniger Angestellten als ihr thailändischen Kollegen.


Die wahre Reform muss mit einer Verhaltensänderung jedes Einzelnen und einem Wertewandel in der Organisation beginnen.

Nicht wie die Privatwirtschaft tendieren öffentliche Institutionen ineffiziente Systeme zur Messung ihrer Leistung auszuwählen. Beförderungen basieren nicht immer auf Leistung. Wuchernde Vetternwirtschaft hält Mitarbeiter von Weiterbildung und Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit ab.

Thailand’s öffentliche Institutionen halten weltweit Platz 93 in der Rangliste für Günstlingswirtschaft des WEF. Knapp vor Indien, ein Platz hinter Malawi. 

Regierungsbeamte sollten die Gemeinschaft stärken, Brücken bauen zur Überwindung des Wohlstandsgefälles, welche eine wesentliche Quelle der politischen Spannungen bildet. Öffentliche Institutionen können Dezentralisation fördern und Menschen zu einem grösseren Mitspracherecht ermutigen.

Thailand’s Institutionen erreichen diese Ziele nicht. Verschiedene Berichte bestätigen, dass die Menschen, besonders in ländlichen Gebieten, nicht davon überzeugt sind, dass Beamte dem Wohl der Öffentlichkeit dienen. 

Die öffentliche Debatte darüber, ob die Verfassung Bürokraten mehr Macht geben soll verrät die ambivalenten Gefühle der thailändischen Bevölkerung über die Effizienz seiner Beamten.

Manche Beamte sind resistent gegenüber Veränderungen. Aber öffentlich Bedienstete könnten Thailand mittels Bereitstellung operativer Unterstützung zu positiven Veränderungen verhelfen. 

Es fordert Entschlossenheit, keine grossartige Verwaltung, wahre Reform zu realisieren. 

Quelle: Bangkok Post

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