Donnerstag, 23. April 2015

Importverbot der EU könnte Thailand 30 Mia. Baht kosten

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Thailand warnte gestern bis zu 30 Mia. Baht pro Jahr zu verlieren, wenn die EU ernst macht mit der Warnung, einen Bann auf Fisch und Meeresfrüchte aus dem Königreich zu verhängen.

Fischtrawler im Zwielicht: Vorwurf illegaler Fischerei und Zwangsarbeit.
Der weltweit drittgrösste Fischproduzent blieb am Dienstag mit rotem Gesicht zurück, als Brüssel ihm eine gelbe Karte wegen unzureichender Massnahmen gegen illegale Fischerei zeigte. Überwachung, Kontrollen und Strafen wurden als unzureichend und nicht internationalen Standards entsprechend bezeichnet.

Die rote Karte und ein Einfuhrverbot folgen, wenn es Thailand versäumt, seine Fischereiindustrie in den nächsten 6 Monaten zu bereinigen.

Thailand's Landwirtschaftsminister Petipong Puengbun Na Ayudhya sagte, dass ein Verbot das Land bis zu 30 Mia. Baht Einnahmen pro Jahr kosten könne - ein Defizit, dass sich das wirtschaftlich wacklige Königreich kaum leisten kann.

"Ich bin zuversichtlich, dass unser Fischer und Fischereiunternehmen wissen, was die Stunde schlägt. Dass, wenn dieses Problem nicht gelöst wird, wir mit noch grösseren Problemen konfrontiert werden." 

Einer der stellvertretenden Handelsminister, er wollte ungenannt bleiben, meinte, sein Ministerium würde andere Abnehmer in Osteuropa und Thailand's Nachbarländern finden, um den Verlust des EU-Marktes, des grössten der Welt, zu ersetzen.

Derweil hörte sich in Washington DC ein Ausschuss des Kongresses Zeugnisse über Sklavenarbeit in Thailand an.

"Seit Jahren wird berichtet, dass die thailändische Fischereiindustrie voll von Zwangsarbeit ist, sowohl auf hoher See, als auch in der Verarbeitung von Meeresfrüchten und den Verpackungsbetrieben", bestätigt Mark Lagon, ehemaliger Botschafter gegen Menschenhandel.

Thailand's Fischereiindustrie besitzt einen Anteil von 40% der Lebensmittelexporte des Landes und ist eine tragende Säule der Wirtschaft. Seine Garnelen-Industrie ist die weltweit Grösste.

Aber ihr Ansehen hat durch Vorwürfe von Menschenhandel und Zwangsarbeit auf Schiffen wie illegaler Fänge gelitten - Kritiker werfen Thailand vor, Regierung um Regierung halte ihre Augen zugedrückt.

Thailand's aktuelle Junta hat geschworen die Wirtschaft des Königreichs anzukurbeln und entschieden den Kampf gegen illegale Fischerei, einschliesslich eines Verbot von Geräten zum Auffinden von Fischschwärmen, aufzunehmen.

Petipong zeigt sich optimistisch, dass die Regierung der 6-Monate-Frist der EU gerecht werde. Das Parlament habe bereits ein neues Gesetz mit grösseren Befugnissen von Hafenbehörden und Arbeitsministerium zur Kontrolle von Trawlern und ihren Fängen verabschiedet.

Aber das Gesetz wird nicht innerhalb der nächsten 60 Tage in Kraft treten können, auch wenn gemäss Petipong die Junta die Überholspur benutzt. "Ich denke, es kann in der 180-Tage-Frist in Kraft treten."

Letzten Juni hatte das US-Aussenministerium in seinem jährlichen Bericht zum Menschenhandel Thailand auf die niedrigste Stufe, Tier 3, herabgesetzt. Hervorgehoben wurden unter anderem Verletzungen in der Fischereiindustrie.

Thailand's Aussenministerium hatte sich tief enttäuscht gezeigt von der gelben Karte aus Brüssel und wirft der EU vor, die Schritte der Junta in den letzten 6 Monaten im Kampf gegen illegale Fischerei zu ignorieren.

Belize, Guinea, Kambodscha und Sri Lanka wurden in der Vergangenheit alle mit einem Importverbot der EU belegt.

Aber Anstrengungen lohnen. Belize wurde für ihre Bemühungen belohnt und von der schwarzen Liste genommen. Die Philippinen hatten im Juni 2014 die gelbe Karte erhalten, sie wurde kürzlich aufgehoben

Die EU schätzt, dass der Wert der weltweit illegal gefangenen Fische und Meeresfrüchte 10 Mia. Euro beträgt, rund 15% des gesamten Fangs überhaupt. 

Quelle: Coconuts

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