Freitag, 24. April 2015

Betreibt 7-Eleven bald Eisenbahnen - und was hat die Strabag damit zu tun?

Keine Kommentare :
Der Agroindustrie- und Lebensmittelkonzern Charoen Pophand, kurz CP, Mehrheitsbesitzer von 7-Eleven in Thailand, ist interessiert an Investitionen in die Hochgeschwindigkeit-Bahn-Projekte der Regierung. 


Garküche Eisenbahn Thailand
Bald fertig Garküchen an Bahngleisen in Thailand. Gibt's dafür 7-Eleven Logo auf der Lok?
Wie der Transport Minister und ehemalige Luftwaffenmarschall Prajin Juntong nach einem Treffen mit Verantwortlichen der CP bekannt gab, will der Grosskonzern sowohl in Entwicklung als auch Betrieb der Projekte Geld stecken.

Eines der Projekte verbindet Bangkok mit Pattaya und Rayong. Eine Strecke von 194 Kilometer Länge und budgetierten Kosten von 150 Mia. Baht.

CP hatte zum Meeting mit dem Minister zwei weitere Firmen eingeladen, Citic Construction aus Hongkong und HNA aus China, welche sich ebenfalls beteiligen wollen. Der Minister ersuchte CP um eine Machbarkeitsstudie zu Handen des Transportministeriums bis zum 9. Mai.

CP ist das grösste private Unternehmen Thailand's. Es wurde 1921 von zwei chinesischen Immigranten-Brüdern in Bangkok gegründet und beschäftigt heute über 300'000 Mitarbeiter weltweit. Neben 7-Eleven gehört u.a. auch True, Makro und Chester Grill der CP Gruppe. Sie erzielte 2013 einen Umsatz von $46.5 Mia.

„Das Fenster für Investitionsgelegenheiten ist noch immer offen“, sagte Prajin und merkte an, dass sein Ministerium noch keine offizielle Liste möglicher Investoren ans Kabinett weitergereicht habe, hingegen CP gebeten habe, eine Studie der sie interessierenden Strecken auszuarbeiten.

Das Ministerium plant die Namen der Interessenten bis Ende Mai dem Kabinett zu unterbreiten.

Thai Beverage Plc, unter anderem Produzent von Chang Bier und Sang Som, hat Interesse an der High-Speed Verbindung Bangkok - Hua Hin gezeigt.

Die Betreiberin des Sky Trains in Thailand’s Hauptstadt, Bangkok Mass Transit System Plc, kurz BTS, möchte sich allenfalls an der zweigleisigen Strecke von Khon Kaen nach Map Ta Phut beteiligen.

In der Zwischenzeit hat sich auch die Strabag, eine der grössten Bauunternehmen Europa's, Kernmärkte sind Deutschland und Österreich, mit Minister Prajin getroffen. Auch sie zeigt Interesse an einer Beteiligung an den Bahnprojekten Thailand’s. Strabag interessiert besonders die Strecke zwischen Satun und Songkhla im Süden des Königreichs.

Thailand arbeitet zur Zeit mit China an einer Umfrage über das zweigleisige Bahnprojekt, welches Bangkok mit Vientiane und Kunming verbindet. Ebenfalls sollen eine Umweltverträglichkeitsstudie erstellt und Details zur Finanzierung geklärt werden.

Minister Prajin erklärte, dass zur Zeit ein 80-köpfiges Team aus China zusammen mit Verantwortlichen der State Railway of Thailand, SRT, und Beamten des Transportministeriums das Land der geplanten Strecken vermessen: Bangkok-Kaeng Koi, Map Ta Phut-Kaeng Khoi und Nakhon Ratchasima-Nong Khai, gegenüber der laotischen Hauptstadt Vientiane. 

Diese Strecken sind Teil der Kunming-Singapur Bahn, welche 2021 in Betrieb gehen und alle grossen Städte auf dem Festland Südostasien's verbinden soll:


Kunming-Singapur Bahn
Die Kunming-Singapur Bahn - gelb markiert sind die fehlenden Strecken.
In Thailand sollten für den Ausbau auf zwei Gleise keine Enteignungsprobleme entstehen, gelangten doch seinerzeit beim Bau der ursprünglichen Bahn jeweils 40 Meter links und rechts der Strecke in den Besitz der SRT. 

Ebenfalls wurden mit den für die Projekte verantwortlichen staatlichen Stellen vorbereitende Gespräche für ein Meeting mit China vom 6.-8. Mai geführt. Dabei wird es um die Entwicklung der Bahnprojekte gehen.

Ebenfalls im Mai wird ein chinesisches Team mit 3D Kameras Luftaufnahmen der zukünftigen Strecken aufnehmen, die Ergebnisse fliessen in die Projektentwicklung ein.

Beim Treffen Anfang Mai wird in drei Arbeitsgruppen gearbeitet werden, geleitet jeweils von einem der drei SRT-Vizepräsidenten. Eine Gruppe ist verantwortlich für Technik und Kommunikationssysteme, eine für Infrastruktur, Sicherheit und Ticketing und die dritte für Personelles und Unterhalt der Züge.

Prajin gab ebenfalls bekannt, dass für die Umweltverträglichkeitsprüfung ein neues Berater Team angestellt wurde, es soll das Bisherige unterstützen und eng mit China zusammen arbeiten. So soll sichergestellt werden, dass die Ergebnisse im September dem Umweltschutz-Komitee übergeben werden können.

Mittlerweile arbeite der stellvertretende Transportminister, Arkhom Termpittayapaisith, an Set-up des Unterhaltszentrums und Investitionsmodell, schloss Minister Prajin.

Quelle: Bangkok Post

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen