Donnerstag, 30. April 2015

Über Stolz, Ehre und Würde

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Jeden Morgen geht Bunjerd, ein Mann Ende 40, gut angezogen mit einem sauberen, frisch gebügeltem Hemd, gepflegter Hose mit Gürtel und Socken sauber in Lederschuhe gesteckt zur Arbeit. Er öffnet sein Geschäft und reinigt die Werkzeuge seines Handwerks, immer bereit für den ersten Kunden des Tages. Er weiss nicht, wie viele Kunden er haben wird. Aber er muss immer für alles bereit sein.



Er sieht immer professionell aus und so führt er sein Geschäft. Er weiss, das seine Dienste nicht die billigsten sind, aber seine Kunden erhalten einen perfekten Gegenwert für ihr Geld und das Beste seiner Fähigkeiten. Er ist ehrlich und liefert pünktlich. Er verspricht nicht mehr, als er halten kann. Er hat keinen Chef im Nacken - er ist sein eigener Chef, und der einzige Mitarbeiter. Er kennt keine andere Art der Geschäftsführung als seine, seinen Weg.

Seit mehr als 20 Jahren repariert Bunjerd Schuhe und betätigt sich als Schlosser, wobei Schlosser in Thailand das Duplizieren von Schlüsseln bedeutet. Sein Geschäft ist ein kleiner, unscheinbarer Open-Air Kiosk am Fuss einer Treppe, nicht weit weg von der JJ Mall in Bangkok's Jatujak Bezirk. Nur wenige beachten sein Geschäft - oder ihn. Er hat kein Radio, aus dem laute Musik dröhnt und auch keine herausstechende Reklametafel. Sein Geschäft ist voll von Zeugs, dass er jeden Abend zwischen 7 und 8 vor der Heimkehr abschliesst. Er verlässt es so leise, wie er jeden Morgen kommt.

Er behandelt alle Kunde gleich. Er repariert billige Sandalen in der selben, akribischen Weise wie er Designer Schuhe flickt, die dem Gegenwert von mehreren seiner monatlichen Einnahmen entsprechen. So seltsam es klingt, er glaubt, dass jeder Schuh es verdient, mit Respekt behandelt zu werden.

In einer Gesellschaft wie der unseren, wo der niedrige Fuss eine Beleidigung ist, wenn er angehoben wird, erhält Bunjerd's Beruf nicht viel Respekt. Er macht aus schmutzigen und schäbig aussehen Latschen Schuhe, die wie neu aussehen. Und seine Mühe wird als selbstverständlich genommen, mit wenig oder keiner Ehrerbietung. Aber, für Bunjerd, ist es sein Handwerk und sein Stolz. Diesen Beruf richtig auszuüben ist für ihn eine Angelegenheit von Ehre und Würde.

Bunjerd hat zwei Kinder. Der ältere Sohn, inzwischen über 20, ist eine verlorene Sache. Bunjerd gibt zu, dass es so sein könnte, weil er er immer zu beschäftigt war, über die Runden zu kommen und nicht genug Zeit mit ihm verbracht hatte. Ihm den Sinn von Recht und Unrecht nicht erklären konnte. Der junge Mann will nichts mit seinem Vater zu tun haben, den er als Nichts bezeichnet. Vielleicht betrachtet er Schuhe flicken nicht als Karriere. Er ist ein Herumtreiber, wandert ziellos von einem Job zum nächsten, abgeneigt gegenüber harter Arbeit. Vater und Sohn wohnen in der gleichen Mietwohnung, reden aber selten miteinander. Ihr Wege sind irreparabel parallel geworden. Es zerreisst Bunjerd das Herz, aber er muss damit klar kommen.

Seine Tochter ist etwas über 10, sie lebt mit seiner Frau auf einem Bauernhof im Norden, welcher der Schwester seiner Frau gehört. Bunjerd konnte sich in Bangkok keine anständige Schule für seine Tochter leisten. Er kann es sich auch nicht leisten, vier Münder mit seinem mageren Einkommen zu ernähren.

Letztes Wochenende holte eine ältere Kundin ihre Schuhe ab. Sie kam mit einer Menge Tragtaschen aus dem Einkaufszentrum gleich um die Ecke. Bunjerd sagte, eine Minute, er schliesse sein Geschäft und helfe beim Tragen der Taschen zum Parkplatz. Sie, wissend, dass sie das sonst selbst machen müsste, offeriert ihm 200 Baht für seine Hilfe. Bunjerd schaute der Kundin in die Augen und meinte höflich, aber mit resolutem Stolz, dass er das nicht akzeptieren könne. Es sei Teil seines Kundendienstes. Seine Antwort war ruhig und stark, bis er sah, dass die Kundin sich schrecklich fühlte. Aus Angst, sie hätte ihn mit ihrem Angebot von Bargeld beleidigt.

Es ist jetzt 8 Uhr abends und dunkel. Bunjerd hatte für eine Weile keine Kunden mehr gehabt, aber sein Geschäft wie üblich bis Feierabend offen gehalten. Er wird auf dem Nachhauseweg in einer Garküche essen. Bis er in seine Wohnung kommt wird es 10 werden. Er ist erschöpft. Früher betete er, aber jetzt ist er zu müde, sich auf die Wort zu konzentrieren. Er wird sich hinlegen und fernsehen.

Er vermisst seine Tochter und sehnt sich nach dem Tag, an dem die Familie wieder zusammen ist. Sobald er genug Geld gespart hat, seine Frau und seine Tocher vom Bauernhof zurück zu holen. Er wünscht sich, er hätte die Chance, sein Unrecht in der Erziehung seines Sohnes bei der Tochter gut zu machen. Er will derjenige sein, der seinem kleinen Mädchen zeigt, dass Ehre und Würde von innen kommen. Sie können nicht auf andere Weise gewonnen werden.

Er möchte ihr sagen, dass sogar ein Schuhflicker und Schlosser nicht ohne Ehre ist. Denn Ehre und Integrität werden durch Pflichterfüllung ehrlich und verantwortungsvoll verdient. Er will, dass sie versteht, vor allem anderen, dass er stolz ist ein Handwerker zu sein, der versucht ehrlich zu seinem Handwerk zu sein. Er will ihr sagen, dass Geld wichtig, aber nicht alles ist. Es kann nicht alles kaufen, und schon gar nicht Stolz, Ehre und Würde.

Bunjerd weiss nicht, ob er die jemals die Gelegenheit erhält, seiner Tochter all das zu erzählen. Er ist jetzt müde und morgen früh muss er sein Geschäft wieder öffnen. Allzeit bereit für den ersten Kunden - der manchmal erst am Nachmittag kommt.

Quelle: Nation

Mittwoch, 29. April 2015

Abseits der Schlagzeilen - Flüchtlingslager in Thailand

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Für viele Menschen auf der Welt ist es selbstverständlich frei zu reisen und frei zu arbeiten. Andere müssen es für selbstverständlich halten, dies nicht zu tun. Zehntausende Flüchtlinge aus Burma leben seit 30 Jahren in Lagern in Thailand. Obwohl Flüchtlingslager kaum natürliche Orte zum Leben sind, wurden Tausende in Lagern geboren und haben sie nie verlassen. Für viele junge Flüchtlinge ist das Lager der Ort, in dem sie geboren wurden und aufwuchsen - die einzige Realität die sie kennen existiert innerhalb der Zäune des Lagers.


Mae La Flüchtlingslager Thailand
Flüchtlingslager Mae La: mehr als 40'000 Menschen leben hier. 
Ältere Menschen leben schon so lange in den Lagern, dass sich kaum mehr an ihre Heimat erinnern. Als temporäre Unterkünfte bezeichnet, macht Thailand in den letzten Jahren keinen Hehl daraus, dass sie geschlossen werden sollen und sorgt für wachsende Besorgnis unter den Flüchtlingen. Sie fühlen sich nicht sicher heimzukehren.

Als die ersten Flüchtlinge 1984 kamen, konnte niemand voraussagen, dass sie 30 Jahr später noch immer da sind. Die Mehrheit, 90%, sind ethnische Karen und Karenni aus dem Osten Burma's. Sie flohen vor bewaffneten Konflikten und Menschenrechtsverletzungen durch die burmesische Armee. Die "Four Cuts" Politik der Regierung wurde als langsamer Genozid der ethnischen Völker bezeichnet und führte zur weitgehenden Zerstörung von Gemeinschaften und Niedergang von traditionellen Kulturen. Tausende von Dörfern wurden, manchmal sogar inklusive der Haustiere, verbrannt. 

In vielen Dörfern wurde es Norm in ständiger Angst vor dem burmesischen Militär zu leben. Sie stahlen ihre Nahrung, zwangen sie als Träger und Minensucher zu arbeiten und vergewaltigten die Frauen. Wurde jemand verdächtigt, eine Verbindung zur bewaffneten Opposition zu haben, drohten Folter und Tötung. Während einige durch Warnsysteme und kurzzeitige Flucht in den Dschungel den Missbrauch ertrugen, entschieden sich andere ihre Heimat zu verlassen. Oft hatten sie keine Wahl, den ihr Dorf war in Schutt und Asche gelegt worden. 


Lager Mae La: eng zusammengepferchte Häuser durch begrenzte Fläche. 
Bis 1995 lebten die Flüchtlinge an der thailändisch-burmesischen Grenze in einer Art von Dörfern, durften sie verlassen um Nahrung und anderes zu suchen. Das Lagerleben änderte sich im Jahr darauf nach Angriffen der DKBA dramatisch. Aus den Dörfern wurden grosse, weitläufigen Lager, die zunehmend von Hilfe von Aussen abhängig wurden und ihren Bewohnern keinen Bewegungsraum mehr gaben. 

Einige Flüchtlinge hielten und halten sich nicht daran. Wer erwischt wird, dem drohen Gefängnis und manchmal Deportation. Es gibt sogar Berichte, dass Leute ausserhalb der Lagerzäune unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen sind. 

Bis in der 2000er Jahre kamen immer mehr Flüchtlinge über die Grenze nach Thailand. Mit dem steigenden Bedürfnis wuchs ein humanitäres Netzwerk. Eine der Organisationen ist The Border Consortium, TBC, welche bis heute der hauptsächliche Versorger mit Lebensmitteln und anderer Hilfe ist. Die Organisation wuchs zu einer grossen Hilfsorganisation und ist Vorstandsmitglied des Committee for Coordination of Services to Displaced Persons in Thailand, CCSDPT, welche zusammen mit der UNHCR alle humanitären Dienste und Schutzmassnahmen in Thailand koordiniert.

Gemäss TBC lebten Ende Dezember 2014 110'607 Menschen in Thailand's Flüchtlingslagern. Rund 100'000 konnten in Drittländer umgesiedelt werden, eine unbekannte Anzahl floh aus den Lagern und lebt irgendwo in Thailand.


Die thailändische Regierung beherbergt zur Zeit entlang seiner Grenze zu Myanmar in 9 Lagern Flüchtlinge aus Myanmar.

Mit mehr als 40'000 Bewohnern ist Mae La das grösste Flüchtlingslager an der Grenze von Thailand und Burma. Es liegt 3 Fahrstunden weg von Mae Sariang auf der Strasse nach Mae Sot in der Provinz Tak.

Thailand ist kein Unterzeichnerstaat der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 sowie des Protokolls von 1967 und hat auch keinen formalen nationalen Rahmen für Asylsuchende. 

Seit Anfang 2012 ein Waffenstillstand zwischen der Regierung von Myanmar und den wichtigsten nicht-staatlichen bewaffneten Gruppen unterzeichnet wurde, konnte ein Rückgang an Vorfällen in Süd-Ost Myanmar festgestellt werden.

Während die Bedingungen für die UNHCR noch nicht für eine freiwillige Rückkehr genügen, könnte es möglich sein, dass es zu mehr spontanen Rückkehrern kommt.

In Folge des Militärputschs vom Mai 2014 in Thailand wurden die Einwanderungsmassnahmen verschärft und die Politik von Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit von Papierlosen strenger umgesetzt. 

Der Staat Thailand unterstützt die Arbeit der UNHCR für die Flüchtlinge jährlich mit $20'000. Private spendeten 2013 $4.1 Mio. 

Auszug aus Burmalink:"Refugee Camps in Thailand", UNHCR

Dienstag, 28. April 2015

Mehr Macht der Bürokratie?

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Sind Beamte wirklich fähig, Thailand zu reformieren? Ihre Rolle in der zukünftigen Verfassung erregt Aufmerksamkeit. Spekulationen gehen um, dass den Bürokraten mehr Macht zugesprochen werden soll. Obwohl die Verfasser Bedenken zerstreuen wollen, dass ihre Autorität auf Kosten von Politikern gestärkt wird, erzeugt die Debatte grösste Skepsis. 

One Stop Service Government Thailand
One-Stop-Service in Thailand zur Ausstellung von Arbeitsbewilligungen. 
Beamte in Thailand sind dafür bekannt, in einem seit Jahrzehnten unveränderten Umfeld zu arbeiten. Aber eine Reihe von Zwischenfällen hat die verzweifelte Notwendigkeit zu Veränderungen aufgezeigt.

Beispielsweise stand die Personalführung der Regierung im Mittelpunkt der kürzlichen Kontroverse im Department für zivile Luftfahrt. Unfähigkeit wurde ihr beschienen, weil sie mit dem schnellen Wachstum der Luftfahrtindustrie nicht klar kam. Die internationale Organisation für zivile Luftfahrt nannte den Mangel an Personal der Behörde als eine der grössten Mängel in der Überwachung von Thailand’s Luftfahrtindustrie.

Der Start der Asean Economic Community Ende dieses Jahres wird die Erwartungen an die öffentlichen Einrichtungen steigen lassen. Thailand’s Wettbewerbsposition inmitten von grossen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Änderungen muss erhalten werden. Scheitern würde einen beträchtlichen Nachteil auf dem regionalen Spielfeld ergeben.


Regierungsämter neigen dazu, Vorwürfe und Kritik mit fehlendem Budget für notwendige Ressourcen zu begründen.

Das grundlegende Problem ist jedoch nicht der Mangel an Geld, sondern die Misswirtschaft des Personals. Es behindert Reformen des öffentlichen Dienstes - wie eine Studie der Thailand Future Foundation von Anfang Jahr bestätigt.

Sie zeigt, dass die Anzahl Mitarbeiter im öffentlichen Dienst von 2004 bis 2013 um beinahe 50% auf 2.2 Millionen gestiegen ist. Im gleichen Zeitraum jedoch kaum gestiegen ist ist die Anzahl der vom Staat festangestellten Beamten, entsprechend der Rationalisierungspolitik. Aber jede Behörde, jedes Amt hat seine Gehaltsabrechnung durch Anstellung von Mitarbeitern mit langjährigen Verträgen gesteigert.

Konsequenterweise haben sich die Personalkosten in diesen 10 Jahren fast verdreifacht - und machen jetzt 7% des Bruttosozialprodukts aus. Zum Vergleich: in Malaysia sind es 6, auf den Philippinen 5 und in Singapur 3%. Auf den Nenner gebracht: Thailand’s öffentliche Institutionen haben sich nicht wie erhofft in schlanke und effiziente Betriebe verwandelt.

Gleichzeitig verdoppelte sich die Zahl von Top-Level Beamten in den Gehaltsstufen C9 bis C11, der höchsten Klasse. Das bedeutet eine grosse Salär-Belastung für die Regierung und provoziert dort Personalmangel, wo gearbeitet wird.

Dafür ist die Gesamteffizienz von Thailand’s öffentlichen Institutionen nach internationalen Messungen gesunken. Glaubt man dem Global Competitive Report des World Economic Forum’s ist die Effizienz von Thailand’s öffentlichen Institutionen der Bereich, der am meisten Sorge macht. Sie hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. 

Das WEF rangiert das Königreich an 74. Stelle von 196 Ländern in dieser Kategorie und offenbart damit die Notwendigkeit von drastischen Reformen des öffentlichen Dienstes, damit er einem sich rasch verändernden sozialen, wirtschaftlichen und politischen Umfeld gerecht wird.

Eine Reform bedeutet weder Anhebung von Budget noch von Angestellten. Tatsächlich werden Beamte in Singapur für ihre Effizienz hoch geschätzt - mit bedeutend weniger Angestellten als ihr thailändischen Kollegen.


Die wahre Reform muss mit einer Verhaltensänderung jedes Einzelnen und einem Wertewandel in der Organisation beginnen.

Nicht wie die Privatwirtschaft tendieren öffentliche Institutionen ineffiziente Systeme zur Messung ihrer Leistung auszuwählen. Beförderungen basieren nicht immer auf Leistung. Wuchernde Vetternwirtschaft hält Mitarbeiter von Weiterbildung und Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit ab.

Thailand’s öffentliche Institutionen halten weltweit Platz 93 in der Rangliste für Günstlingswirtschaft des WEF. Knapp vor Indien, ein Platz hinter Malawi. 

Regierungsbeamte sollten die Gemeinschaft stärken, Brücken bauen zur Überwindung des Wohlstandsgefälles, welche eine wesentliche Quelle der politischen Spannungen bildet. Öffentliche Institutionen können Dezentralisation fördern und Menschen zu einem grösseren Mitspracherecht ermutigen.

Thailand’s Institutionen erreichen diese Ziele nicht. Verschiedene Berichte bestätigen, dass die Menschen, besonders in ländlichen Gebieten, nicht davon überzeugt sind, dass Beamte dem Wohl der Öffentlichkeit dienen. 

Die öffentliche Debatte darüber, ob die Verfassung Bürokraten mehr Macht geben soll verrät die ambivalenten Gefühle der thailändischen Bevölkerung über die Effizienz seiner Beamten.

Manche Beamte sind resistent gegenüber Veränderungen. Aber öffentlich Bedienstete könnten Thailand mittels Bereitstellung operativer Unterstützung zu positiven Veränderungen verhelfen. 

Es fordert Entschlossenheit, keine grossartige Verwaltung, wahre Reform zu realisieren. 

Quelle: Bangkok Post

Sonntag, 26. April 2015

Der König am Fluss

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Seine Majestät der König verliess am Freitag das Siriraj Krankenhaus für einen privaten Besuch des Royal Thai Navy Convention Center am Chao Phraya. 


Der 87-jährige König Bhumipol betrachtet das vorbeiziehende Leben auf dem Chao Phraya. 
König Bhumipol verliess das Chalerm Prakiat Gebäude des Siriaj um 14.10 Uhr mit hell scheinenden Gesicht und fuhr in einer königlichen Wagenkolonne zum Royal Thai Navy Auditorium in Bangkok Yai. Nach seiner Ankunft wurde er in den Chonlathi Raum im dritten Stocks des Gebäudes gefahren. Von dort aus betrachtete er den Chao Phraya und das Leben der Menschen auf dem Fluss.

Vor 9 Jahren hatte er hier königliche Gäste aus aller Welt zu seinem 60. Thronjubiläum begrüsst und mit ihnen die Prozession der königlichen Barke betrachtet.

Seine Majestät verbrachte dort etwa 70 Minuten und kehrte um 15.25 Uhr ins Siriraj Krankenhaus zurück.

Aus einer Pressemitteilung des National News Bureau of Thailand. 

Wussten sie, dass König Bhumipol seine Jugend in der Schweiz verbrachte?

18 Jahr in der Schweiz

König Bhumipol Adulyadei - ausgesprochen übrigens Bhumipon Adunjadei, ein l am Ende einer Silbe wird auf Thai als n ausgesprochen - wird am 5. Dezember dieses Jahres 87 und ist seit dem 9. Juni 1946 König von Thailand.

Geboren in den USA, verbrachte er einen Grossteil seiner Jugend in der Schweiz. Von 1933, ein Jahr nach dem Sturz der absoluten Monarchie im damals noch Siam genannten Land, brachte seine Mutter ihre drei Kinder, zwei davon spätere Könige von Thailand, nach Lausanne in der Schweiz.


Die Villa Vadhana in Pully bei Lausanne, in der König Bhumipol seine Jugend verbrachte. 
Nach 18 Jahren am Genfer See kehrt er erst im Dezember 1951 endgültig nach Thailand zurück und übernahm die Regierungsgeschäfte. Er war bereits Vater der im April geborenen Prinzessin Ubol Ratana und eineinhalb Jahre zuvor, am 5. Mai 1950 in Bangkok zum König gekrönt worden. 


Abreise mit dem Zug: Am 3. November 1951 verliess König Bhumipol mit seiner Frau die Schweiz. 
Seit dem tragischen, nie vollends geklärten Tod seines 2 Jahre älteren Bruders und damaligen Königs Ananad war er wohl seit 1946 Amtsinhaber, die Regierungsgeschäfte hatte aber sein Onkel, Prinz Rangsit Prayurasakdi, Fürst von Chai Nat und 52. von 77 Söhnen König Chulalongkorn's, wahrgenommen.


Der schwer beschädigte Fiat Topolino des König nach dem Unfall. 
Mit seiner Frau, Königin Sirikit, hatte er sich am 9. Juli 1949 im engsten Familienkreis verlobt, sie war damals 17. Er hatte sie 1947 bei einem seiner Ausflüge mit dem Auto in Paris kennen gelernt. 

Ihre Beziehung vertiefte sich nach einem schweren Unfall Bhumipol's auf der Strasse von Lausanne nach Morges im Oktober 1948, bei dem er eine Auge verlor und eine Gesichtslähmung erlitt. Die beiden heirateten eine Woche vor der Krönung. 

Freitag, 24. April 2015

Betreibt 7-Eleven bald Eisenbahnen - und was hat die Strabag damit zu tun?

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Der Agroindustrie- und Lebensmittelkonzern Charoen Pophand, kurz CP, Mehrheitsbesitzer von 7-Eleven in Thailand, ist interessiert an Investitionen in die Hochgeschwindigkeit-Bahn-Projekte der Regierung. 


Garküche Eisenbahn Thailand
Bald fertig Garküchen an Bahngleisen in Thailand. Gibt's dafür 7-Eleven Logo auf der Lok?
Wie der Transport Minister und ehemalige Luftwaffenmarschall Prajin Juntong nach einem Treffen mit Verantwortlichen der CP bekannt gab, will der Grosskonzern sowohl in Entwicklung als auch Betrieb der Projekte Geld stecken.

Eines der Projekte verbindet Bangkok mit Pattaya und Rayong. Eine Strecke von 194 Kilometer Länge und budgetierten Kosten von 150 Mia. Baht.

CP hatte zum Meeting mit dem Minister zwei weitere Firmen eingeladen, Citic Construction aus Hongkong und HNA aus China, welche sich ebenfalls beteiligen wollen. Der Minister ersuchte CP um eine Machbarkeitsstudie zu Handen des Transportministeriums bis zum 9. Mai.

CP ist das grösste private Unternehmen Thailand's. Es wurde 1921 von zwei chinesischen Immigranten-Brüdern in Bangkok gegründet und beschäftigt heute über 300'000 Mitarbeiter weltweit. Neben 7-Eleven gehört u.a. auch True, Makro und Chester Grill der CP Gruppe. Sie erzielte 2013 einen Umsatz von $46.5 Mia.

„Das Fenster für Investitionsgelegenheiten ist noch immer offen“, sagte Prajin und merkte an, dass sein Ministerium noch keine offizielle Liste möglicher Investoren ans Kabinett weitergereicht habe, hingegen CP gebeten habe, eine Studie der sie interessierenden Strecken auszuarbeiten.

Das Ministerium plant die Namen der Interessenten bis Ende Mai dem Kabinett zu unterbreiten.

Thai Beverage Plc, unter anderem Produzent von Chang Bier und Sang Som, hat Interesse an der High-Speed Verbindung Bangkok - Hua Hin gezeigt.

Die Betreiberin des Sky Trains in Thailand’s Hauptstadt, Bangkok Mass Transit System Plc, kurz BTS, möchte sich allenfalls an der zweigleisigen Strecke von Khon Kaen nach Map Ta Phut beteiligen.

In der Zwischenzeit hat sich auch die Strabag, eine der grössten Bauunternehmen Europa's, Kernmärkte sind Deutschland und Österreich, mit Minister Prajin getroffen. Auch sie zeigt Interesse an einer Beteiligung an den Bahnprojekten Thailand’s. Strabag interessiert besonders die Strecke zwischen Satun und Songkhla im Süden des Königreichs.

Thailand arbeitet zur Zeit mit China an einer Umfrage über das zweigleisige Bahnprojekt, welches Bangkok mit Vientiane und Kunming verbindet. Ebenfalls sollen eine Umweltverträglichkeitsstudie erstellt und Details zur Finanzierung geklärt werden.

Minister Prajin erklärte, dass zur Zeit ein 80-köpfiges Team aus China zusammen mit Verantwortlichen der State Railway of Thailand, SRT, und Beamten des Transportministeriums das Land der geplanten Strecken vermessen: Bangkok-Kaeng Koi, Map Ta Phut-Kaeng Khoi und Nakhon Ratchasima-Nong Khai, gegenüber der laotischen Hauptstadt Vientiane. 

Diese Strecken sind Teil der Kunming-Singapur Bahn, welche 2021 in Betrieb gehen und alle grossen Städte auf dem Festland Südostasien's verbinden soll:


Kunming-Singapur Bahn
Die Kunming-Singapur Bahn - gelb markiert sind die fehlenden Strecken.
In Thailand sollten für den Ausbau auf zwei Gleise keine Enteignungsprobleme entstehen, gelangten doch seinerzeit beim Bau der ursprünglichen Bahn jeweils 40 Meter links und rechts der Strecke in den Besitz der SRT. 

Ebenfalls wurden mit den für die Projekte verantwortlichen staatlichen Stellen vorbereitende Gespräche für ein Meeting mit China vom 6.-8. Mai geführt. Dabei wird es um die Entwicklung der Bahnprojekte gehen.

Ebenfalls im Mai wird ein chinesisches Team mit 3D Kameras Luftaufnahmen der zukünftigen Strecken aufnehmen, die Ergebnisse fliessen in die Projektentwicklung ein.

Beim Treffen Anfang Mai wird in drei Arbeitsgruppen gearbeitet werden, geleitet jeweils von einem der drei SRT-Vizepräsidenten. Eine Gruppe ist verantwortlich für Technik und Kommunikationssysteme, eine für Infrastruktur, Sicherheit und Ticketing und die dritte für Personelles und Unterhalt der Züge.

Prajin gab ebenfalls bekannt, dass für die Umweltverträglichkeitsprüfung ein neues Berater Team angestellt wurde, es soll das Bisherige unterstützen und eng mit China zusammen arbeiten. So soll sichergestellt werden, dass die Ergebnisse im September dem Umweltschutz-Komitee übergeben werden können.

Mittlerweile arbeite der stellvertretende Transportminister, Arkhom Termpittayapaisith, an Set-up des Unterhaltszentrums und Investitionsmodell, schloss Minister Prajin.

Quelle: Bangkok Post

Donnerstag, 23. April 2015

Importverbot der EU könnte Thailand 30 Mia. Baht kosten

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Thailand warnte gestern bis zu 30 Mia. Baht pro Jahr zu verlieren, wenn die EU ernst macht mit der Warnung, einen Bann auf Fisch und Meeresfrüchte aus dem Königreich zu verhängen.

Fischtrawler im Zwielicht: Vorwurf illegaler Fischerei und Zwangsarbeit.
Der weltweit drittgrösste Fischproduzent blieb am Dienstag mit rotem Gesicht zurück, als Brüssel ihm eine gelbe Karte wegen unzureichender Massnahmen gegen illegale Fischerei zeigte. Überwachung, Kontrollen und Strafen wurden als unzureichend und nicht internationalen Standards entsprechend bezeichnet.

Die rote Karte und ein Einfuhrverbot folgen, wenn es Thailand versäumt, seine Fischereiindustrie in den nächsten 6 Monaten zu bereinigen.

Thailand's Landwirtschaftsminister Petipong Puengbun Na Ayudhya sagte, dass ein Verbot das Land bis zu 30 Mia. Baht Einnahmen pro Jahr kosten könne - ein Defizit, dass sich das wirtschaftlich wacklige Königreich kaum leisten kann.

"Ich bin zuversichtlich, dass unser Fischer und Fischereiunternehmen wissen, was die Stunde schlägt. Dass, wenn dieses Problem nicht gelöst wird, wir mit noch grösseren Problemen konfrontiert werden." 

Einer der stellvertretenden Handelsminister, er wollte ungenannt bleiben, meinte, sein Ministerium würde andere Abnehmer in Osteuropa und Thailand's Nachbarländern finden, um den Verlust des EU-Marktes, des grössten der Welt, zu ersetzen.

Derweil hörte sich in Washington DC ein Ausschuss des Kongresses Zeugnisse über Sklavenarbeit in Thailand an.

"Seit Jahren wird berichtet, dass die thailändische Fischereiindustrie voll von Zwangsarbeit ist, sowohl auf hoher See, als auch in der Verarbeitung von Meeresfrüchten und den Verpackungsbetrieben", bestätigt Mark Lagon, ehemaliger Botschafter gegen Menschenhandel.

Thailand's Fischereiindustrie besitzt einen Anteil von 40% der Lebensmittelexporte des Landes und ist eine tragende Säule der Wirtschaft. Seine Garnelen-Industrie ist die weltweit Grösste.

Aber ihr Ansehen hat durch Vorwürfe von Menschenhandel und Zwangsarbeit auf Schiffen wie illegaler Fänge gelitten - Kritiker werfen Thailand vor, Regierung um Regierung halte ihre Augen zugedrückt.

Thailand's aktuelle Junta hat geschworen die Wirtschaft des Königreichs anzukurbeln und entschieden den Kampf gegen illegale Fischerei, einschliesslich eines Verbot von Geräten zum Auffinden von Fischschwärmen, aufzunehmen.

Petipong zeigt sich optimistisch, dass die Regierung der 6-Monate-Frist der EU gerecht werde. Das Parlament habe bereits ein neues Gesetz mit grösseren Befugnissen von Hafenbehörden und Arbeitsministerium zur Kontrolle von Trawlern und ihren Fängen verabschiedet.

Aber das Gesetz wird nicht innerhalb der nächsten 60 Tage in Kraft treten können, auch wenn gemäss Petipong die Junta die Überholspur benutzt. "Ich denke, es kann in der 180-Tage-Frist in Kraft treten."

Letzten Juni hatte das US-Aussenministerium in seinem jährlichen Bericht zum Menschenhandel Thailand auf die niedrigste Stufe, Tier 3, herabgesetzt. Hervorgehoben wurden unter anderem Verletzungen in der Fischereiindustrie.

Thailand's Aussenministerium hatte sich tief enttäuscht gezeigt von der gelben Karte aus Brüssel und wirft der EU vor, die Schritte der Junta in den letzten 6 Monaten im Kampf gegen illegale Fischerei zu ignorieren.

Belize, Guinea, Kambodscha und Sri Lanka wurden in der Vergangenheit alle mit einem Importverbot der EU belegt.

Aber Anstrengungen lohnen. Belize wurde für ihre Bemühungen belohnt und von der schwarzen Liste genommen. Die Philippinen hatten im Juni 2014 die gelbe Karte erhalten, sie wurde kürzlich aufgehoben

Die EU schätzt, dass der Wert der weltweit illegal gefangenen Fische und Meeresfrüchte 10 Mia. Euro beträgt, rund 15% des gesamten Fangs überhaupt. 

Quelle: Coconuts

Mittwoch, 22. April 2015

Nur noch 14. - Thailand's Beliebtheit auf dem Prüfstand

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Thailand muss einen Sturz vom 10. auf den 14. Platz in der globalen Rangliste der meisten Ankünfte von Touristen hinnehmen und war von den 15 am meisten besuchten touristischen Destination weltweit das einzige Land, das einen grösseren Rückgang verzeichnen musste.


Sonne, Strand und Kultur alleine genügen nicht für mehr Touristen in Thailand. 
Das 2014er Ergebnis brachte auch einen Rückgang der Einnahmen aus Tourismus. Gemäss der UN World Tourism Organization, UNWTO, blieb nur noch Rang 9, im Jahr zuvor war es der 7. Platz gewesen. Sie betrugen noch $38.4 Mia., 8.1% weniger als 2013. Die Anzahl Reisender nahm um 6.7% auf 24.8 Mio. Touristen ab. 

„Der internationale Tourismus ist ein zunehmend wichtiger Bestandteil des internationalen Handels. Die Ausfuhrerlöse von Tourismus und Personenbeförderung erreichten 2014 $1.5 Bia.“, sagt Taler Rifai, Generalsekretär der UNWTO.

„Mit abnehmenden Rohstoffpreisen sind die Ausgaben für internationalen Tourismus letztes Jahr deutlich gestiegen. Dies bestätigt die Kraft des Sektors wirtschaftliches Wachstum zu generieren, Exporte zu steigern und Jobs zu schaffen.“

Der internationale Tourismus ist verantwortlich für 30% der weltweiten Dienstleistungsexporte und 6% aller Exporte überhaupt.

Als weltweite Export Kategorie rangiert Tourismus auf dem 4. Platz, nach Öl, Chemikalien und Lebensmitteln - in vielen Entwicklungsländern aber an 1. Stelle.


Statistik Tourismus weltweit
Die Top 15 Reisedestinationen der Welt und ihre Einnahmen. 
TAT, die Tourismus Behörde Thailand’s, sieht den Rückgang in Thailand aufgrund der Unruhen und dem Militärputsch, welcher Touristen aus den Hauptmärkten Russland, Japan und Europa andere Urlaubsziele wählen liess.

2015 sollen wieder mehr Touristen das Land des Lächelns besuchen. Ziel der TAT sind 28 Millionen Besucher, welche 1.35 Bio. Baht Einnahmen generieren sollen. Der Start ins Jahr ist geglückt, das Wachstum in den ersten 3 Monaten des Jahres ist zweistellig.

Quelle: Bangkok Post



Dienstag, 21. April 2015

Russland ist nur eine Schlampe. Wie Amerika, und, vielleicht etwas weniger, China

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Ein Vater setzt sich zu seinem 18-jährigen Sohn, der eben die Schlagzeilen des Tages gelesen hat. Er legt seinen rechten Arm um seine Schultern und sagt: "Russland ist nur eine Schlampe. Wie Amerika, und, vielleicht etwas weniger, China." 


Thailand sucht eine Braut
Alles nur Schlampen? Auf der Suche nach der besten Braut für Thailand.
Der folgende Dialog wird den Jungen nicht an die Spitze seiner Klasse führen - dazu hat er sich zu viele Feinde unter den Lehrern gemacht - aber er kann viel dazu beitragen, ihn auf eine diplomatische Laufbahn zu bringen.

Du bist immer sehr gut, wenn mich etwas verwirrt, Vater. Mein amerikanischer Lehrer sagte das Gleiche über die Russen. Russland wäre ein Opportunist und nur Amerika sei Thailand's echter Freund. Russland gibt nur wieder, was Thailand gerne hören will. Aber warum titulierst du alle Schlampen?

Okay, Sohn, denk einfach, Thailand ist der Mann, Amerika, Russland und China die Frauen. Stellen wir uns drei sexy Ladys mit unterschiedlichem Gepäck vor. Der Mann war mit Miss Amerika zusammen. Aber vor kurzem endete die romantische Love-Story und er stellte sie in seiner Ecke von Freunden ab. Mach das nie, mein Sohn, glaube mir. Das führt zu verschiedensten Problemen, nicht zuletzt erschüttert es dein Selbstwertgefühl. Was du machen musst, mein Sohn, sag ihr: raus jetzt, und suche eine andere Frau.

Und in diesem Moment taucht Miss China auf?

Genau. Aber Miss China, so sexy wie sie ist, hat Ecken und Kanten. Sie kennt keine guten Umgangsformen. Wenn sie zum Beispiel eine Toilette benutzt, verlässt sie die in ziemlicher Unordnung.

Und Miss Amerika ist die Erste, die darauf hinweist? Wird der Toiletten-Vorfall Herrn Thailand's Beziehung zu Miss China unterminieren? Ist Miss Amerika deshalb eine Schlampe?

Das weiss man nicht so genau, mein Sohn, geben wir Miss Amerika den Vorteil des Zweifels. Aber irgendwie werden Miss China's schlechte Toiletten-Manieren von vielen Miss Amerika umgarnenden Leuten unverhältnismässig aufgeblasen. 

Und du gibst dafür nicht Miss Amerika die Schuld? Weshalb soll sie denn eine Schlampe sein?

Nun, es ist die Art, wie sie Herrn Thailand neckt und stichelt. Er steckt sie in seine Gruppe von Freunden und sie kommandiert ihn noch immer rum. Herr Thailand ist extrem verwirrt, soviel ist sicher.

Miss China scheint ziemlich aufrichtig zu sein. Sie ist nicht kritisch, und sie gibt Herrn Thailand viel Freiraum.

Da hast du Recht. Jeder Mann liebt eine Frau, die nicht täglich sein Hemd nach Flecken von Lippenstift prüft und heimlich sein Handy checkt.

Aber weshalb ist auch sie eine Schlampe?

Sie ist ein bisschen besitzergreifend, wenn es um Immobilien geht, von denen viele nicht einmal ihre eigenen sind. Anders gesagt, wenn sie denkt, sie besitzt dich, kannst du in Schwierigkeiten geraten.

Ich verstehe. Du sprichst über die Spratly-Inseln, Tibet und all das, richtig? Aber haben nicht alle diesen Fehler? Miss England, Miss Frankreich, Miss Spanien und andere? Drangen zum Spass in fremde Häuser ein und blieben für Jahrzehnte?

Diese Frauen bestehen darauf, ihrem kindischen Besitzergreifen entwachsen zu sein - aber lass uns bei den anderen drei Damen bleiben.

Also gut. Miss China mag eine Schlampe sein. Aber, was ist mit Miss Russland? Meine andere Frage ist: warum verweigert jeder Amerikaner nach Russland zu gehen?

Nachdem Mann vor den Kopf gestossen wurde, muss er, zur weiteren Stärkung seines männlichen Egos, eine finden, die zumindest gleich sexy ist, wenn nicht noch mehr. Miss Russland entspricht von Kopf bis Fuss Miss Amerika. Sie ist ebenso reich, wenn nicht noch reicher, und gleich mächtig. Last but not least, wenn du von einer Frau weggeworfen wirst und nach Rache sinnst, beginne eine Romanze mit ihrer grössten Feindin.

Man geht nur zur nächsten Schlampe? Aber was genau ist mit Miss Russland? Weshalb ist sie in deinen Augen eine Schlampe?

Wie dein Lehrer sagte, kann sie als Opportunistin rüber kommen. Darüber hinaus will sie dich als Model, wie ein Stück Werbung. Als Nachricht an Miss Amerika. Was auf seine Weise nicht unfair ist, weil eine ganze Menge der Geschichten, die Miss Amerika über sie schrieb, Miss Russland in ein schlechtes Licht setzen. 

Ich kenne ein paar Hollywood Filme, in denen Russen die Helden sind.

Diese Filme bleiben im Kopf weil sie selten sind. Aber wie auch immer, Miss Russland weiss ein, zwei Dinge über Propaganda. Wenn Miss Amerika ein Schlampe ist, weil sie Edward Snowden dämonisiert, dann ist Miss Russland genau so heuchlerisch, weil sie ihn aufnimmt. Du siehst, Miss Russland kann wie Miss Amerika durch Eigeninteressen motiviert werden. Und viel ihrer Geschäfte sind zweifelhaft.

So, wer ist also die beste Wahl für Herrn Thailand?

Sein Herz und sein Kopf ringen verzweifelt. Das ist alles, was ich sagen kann.

Quelle: Nation

Sonntag, 19. April 2015

Als die USA Kambodscha aufgaben und an die Schlächter übergaben

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12 Hubschrauber, gespickt mit Waffen und Marines, verletzten den Morgenhorizont und begannen eine gewagte Landung in Kambodscha’s belagerter Hauptstadt Phnom Penh. Die Einwohner glaubten, sie kämen um sie zu retten, aber in der amerikanischen Botschaft - im Angesicht einer blutenden, dem Tod geweihten Stadt - weinte der Botschafter.

Evakuierung Phnom Penh
12. April 1975: Hubschrauber evakuieren US-Botschaftspersonal und Reporter aus Phnom Penh. 
40 Jahre später erinnert sich John Gunther Dean an den wohl tragischsten Tag seines Lebens, den 12. April 1975. Den Tag, als die Vereinigten Staaten Kambodscha aufgaben und an die Schlächter übergaben.

„Wir hatten die Verantwortung für Kambodscha angenommen, und verliessen das Land ohne unser Versprechen zu erfüllen. Das ist das Schlimmste, was ein Land machen kann“, sagt er in einem Interview. „Und ich weinte, weil ich wusste was geschehen würde.“

5 Tag nach der dramatischen Evaluation der Amerikaner fiel die von den USA unterstützte Regierung und die Steinzeit-Kommunisten der Roten Khmer übernahmen. Mit vorgehaltener Waffe führten sie die 2 Millionen Einwohner von Phnom Penh auf’s Land. Gegen 2 Millionen Kambodschaner - einer von vier - starben durch Hinrichtungen, Hunger und abscheuliche Folter.

Viele Ausländer, die in den letzten Monaten vor dem Fall dabei waren, verfolgt der Todeskampf von Phnom Penh bis zum heutigen Tag - durch die herzzerreissende Loyalität der Kambodschaner, die nicht flüchten wollten und dem was der ehemalige Botschafter Dean Washington’s "unanständige Handlung" nennt.

Ich zähle mich zu diesen, ein Reporter, der über den Krieg in Kambodscha für die Associated Press berichtete und zusammen mit Dean und 287 anderen Amerikanern, Kambodschanern und Leuten anderer Länder ausgeflogen wurde. Ich liess mehr als ein Dutzend kambodschanische Reporter und Fotografen zurück, unter ihnen die Tüchtigsten, nicht zu sagen die Besten, Kollegen, die ich je hatte. Fast alle starben.

Die Flucht, drei Wochen vor dem Ende des Vietnam Krieges, ist fast vergessen. Aber für Historiker und politische Analysten war es das erste von dem, was der damalige US-Aussenminister Henry Kissinger „Bug-out“ nannte, schnellen Rückzug.

„Es war das erste Mal, dass die USA nahe an einer Niederlage waren. Was mich und andere Kollegen aus dieser Zeit beunruhigt, dass wir es es noch immer sehen“, sagt Frank Snepp, ehemaliger CIA Offizier, in Saigon stationiert und Autor von „Decent Interval“, welches die letzten Jahre des Vietnam Krieges beschreibt. 

Snepp wurde 1977 nach Veröffentlichung seines Buches von der CIA verklagt, weil er darin ohne Genehmigung Namen und Methoden während des Krieges preisgab. Schliesslich wurde er zu einer Busse von $300'000 verurteilt, weil er der "nationalen Sicherheit irreparablen Schaden" zugefügt habe.

„Nach Kambodscha und Vietnam kam Laos, und dann folgten weiter Konflikte mit schlechtem Ende, wie in Mittelamerika in den 80er Jahren, Irak und, potentiell, Afghanistan.“

Heute mit 89 lebt Ex-Botschafter Dean mit seiner französischen Frau in einem eleganten Pariser Appartement, umgeben von Statuen von kambodschanischen Königen aus den glorreichen Tagen des Angkor Reiches. Eine gefaltete amerikanische Flagge liegt auf seinen Knien. Dieselbe, welcher er einst in einem Plastiksack unter seinen Arm geklemmt mit sich hatte, als er mit einem Hubschrauber aus Phnom Penh evakuiert wurde. Dieses Bild wurde eines der berühmtesten Bilder aus diesem Krieg:

Evakuierung Kambodscha
Botschafter Dean verlässt mit der US-Flagge unter dem Arm Kambodscha. 
Im Appartement hängt ein eingerahmter Brief von Präsident Gerald Ford, datiert auf den 14. August 1975. Er unterstreicht, dass Dean „eine der schwierigsten Aufgaben in der Geschichte des Aussenministeriums hatte und sie mit Auszeichnung bestand“.

Dean sagt dazu nur: „Ich habe versagt.“

„Ich gab alles“, fügt er hinzu, „ich nahm so viele Menschen wie möglich mit, Hunderte, aber ich konnte nicht die ganze Nation mitnehmen.“

Der ehemalige Botschafter in vier weiteren Ländern steht der Verletzung von Kambodscha’s Neutralität Anfang der 70er Jahre durch bewaffnete Überfälle aus dem benachbarten Vietnam und dem Bombenkrieg der USA kritisch gegenüber. 

Die Vereinigten Staaten bombardieren vietnamesische Stellungen und Versorgungseinrichtungen entlang des Ho-Chi-Minh-Pfades an der vietnamesisch-kambodschanischen Grenze und hielten den von ihnen selbst eingesetzten General Lon Nol als anti-kommunistischen Aussenposten an der Macht. Aber sie setzten Flugzeuge aus dem 2. Weltkrieg und nur wenig Artillerie zum Schutz von Phnom Penh vor den Roten Khmern ein. 

In seinem Memoiren schrieb Henry Kissinger, dass die USA keine andere Wahl hatte, als den Krieg auf die Nachbarländer von Vietnam auszuweiten, da sie als Versorgungs- und Rückzugsbasis dienten und dass die Anti-Kriegs-Stimmung in den Vereinigten Staaten davon abhielt, die Kambodschaner stärker zu unterstützen.

Dean ist verbittert, dass Washington seinen Vorschlag, den ausgebooteten kambodschanischen König Norodom Sihanouk aus seinem Exil zu holen und eine Koalition mit den Roten Khmern zu vereinbaren, nicht annahmen. Es war seine „kontrollierte Lösung“.

„Botschafter Dean hatte nie Präsident Nixon’s und Kissinger’s Unterstützung, weil beide aus Indochina raus wollten“, sagt ex-CIA Mann Snepp. Aber auch er, wie andere Historiker, bezweifelt, ob Dean’s Plan funktioniert hätte.

Anfang 1975 wurde die damals geheimen, 2006 deklassifizierten, Nachrichten der Botschaft immer verzweifelter. 

Als ich ihn eines Tages sah, fragte mich ein um 10 Kilo abgemagerter Botschafter Dean rhetorisch: „Gibt es noch irgendeinen Rest von menschlichem Anstand in uns?“

Die Roten Khmer schürten ihren Belagerungsring um die Hauptstadt immer tiefer, schlossen den Flughafen, von dem die Botschaft viele hundert Kambodschaner ausgeflogen hatte. Am 6. April benachrichtigte Dean Washington: „Die kambodschanische Regierung wie auch die Armee erwarten von uns ein Wunder zu ihrer Rettung. Sie und ich wissen, dass es kein solches Wunder geben wird.“

Der Kongress durchschnitt die Lebensader Phnom Penh’s. Die amerikanische Öffentlichkeit hatte genug vom Krieg. Unter davon wissenden Kambodschanern schlichen sich anti-amerikanische Gefühle ein.

„Kambodscha wurden erst verführt und dann aufgegeben“, sagte Chang Song in den frühen 70er Jahren, er war damals Innenminister.

Aber unter der Bevölkerung von Phnom Penh fand ich nur Lächeln. „Die Amerikaner sind unsere Väter“, sagte mir ein Gemüsehändler - mit dem tiefen Gefühl das sich alles zum Guten wenden wird. Irgendwie.

Am Morgen der Evakuation sass Botschafter Dean zum letzten Mal in seinem Büro und las einen Brief von Prince Sirik Matak. Der respektierte frühere stellvertretende Premierminister verweigerte das Land zu verlassen und besiegelte damit seinen Tod. 

Im Brief stand: „Ich hatte nie nur einen Augenblick geglaubt, dass sie dieses Gefühl entwickeln Menschen aufzugeben, welche die Freiheit gewählt hatten. Ich habe nur den Fehler begangen an euch Amerikaner zu glauben.“

Dean beschreibt es als „die schwerwiegendste Anklage die Ausländer je gemacht haben. Sie schmerzt, nicht wahr?“

Seine Botschaft schloss morgens um 9.45 Uhr, die zu Evakuierenden wurden zu einem Fussballfeld gefahren. Die „Jolly Green Giant“ Helikopter landeten. Die Marines schwärmten aus um einen Sicherheitsgürtel zu formieren, aber Ängste über Repressalien zurückbleibender Kambodschaner erwiesen sich als unbegründet.

Kinder und Mütter kletterten auf Zäune um zuzusehen. Sie riefen, klatschten und winkten mit den Händen.  Ein kambodschanischer Militärpolizist salutierte herausfordernd Alan Armstrong, den Assistenten des Verteidigung-Attachés. Angewidert und beschämt liess er Gewehr und Helm fallen, liess beides zurück.

Ich selbst versuchte nicht in die Gesichter der Menge zu schauen. Aber ich werde niemals die kleinen aufgeregten Kinderhände und den Singsang „Okay, bye-bye, bye-bye“ vergessen. 

5 Tage später erhielten wir eine Nachricht von Mean Leang, einem immer jovialen AP Reporter mit Babyface, der sich geweigert hatte in Sicherheit zu gehen. Er schrieb über den brutalen Einmarsch der Roten Khmer in die Stadt, deren Aufgabe und die mit Waffengewalt durchgeführte Räumung. „Ich bin alleine im Büro, verliere den Kontakt mit unseren Leuten. Ich zittere am ganzen Körper, weiss nicht, wie ich unsere Storys jetzt ablegen soll. Vielleicht ist es die letzte Nachricht von heute, und für immer.“

Barry Broman, damals ein junger Diplomat, erinnert sich an die Kambodschanerin, welche an einem Aussenposten für die Botschaft das Geschehen überwachte. Auch sie hatte sich geweigert, dass Land zu verlassen.

„Eines Tages sagte sie: sie sind in der Stadt. Ihre Kontaktperson wies sie an zu gehen. Sie weigerte sich. Später berichtete sie: sie sind im Gebäude. Wollte aber ihren Posten noch immer nicht verlassen. Ihre letzte Meldung war: sie sind im Raum, adieu. Die Verbindung war unterbrochen.“ 

Von Dennis Gray, für die Bangkok Post. Er war Berichterstatter des Krieges in Kambodscha und wurde vor 40 Jahren aus Phnom Penh evakuiert. 

Samstag, 18. April 2015

Nackt zum Schnäppchenpreis - Grund zur Sorge?

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Songkran trägt jedes Jahr seinen Anteil an Kontroversen bei - durch der Anti-Spass Brigade, welche die leicht bekleideten, jungen thailändische Frauen bezichtigen, die traditionelle Thailändische Gesellschaft zum Zusammenbruch zu führen. 


Junge Frauen an Songkran: Grund zum Zusammenbruch der Thai Gesellschaft? 
Aber dieses Jahr war es ein Farang, der für kulturelles Aufsehen sorgte, als er beschloss, sich völlig nackt auszuziehen.  

Der 25-jährige, unbekleidete Brite wurde am Montag in der Khaosan Road entdeckt, an einer der grössten und rauschendsten Wasserfeiern Bangkok's und in Thailand überhaupt.

Videos und Fotos des nackten Fremden breiteten sich wie ein Lauffeuer aus, und es dauerte nicht lange bis jemand dachte, das sei "unangemessen" und beklagte sich.


Nackt in der Khaosan Road: kostete an Songkran 2015 100 Baht. (Foto: Coconuts)
Bald wurde die Polizei gerufen - und hier wird die Geschichte interessant - der nackte Engländer erhielt eine Geldstrafe von nur 100 Baht - 3 Euro.

Gemäss Daily News wurde er nur kurz von den Männern in braun festgenommen, bezahlte seine Strafe und konnte gehen - obwohl nicht geschrieben stand, wo auch immer er Geld mit sich trug.

Bald war er wieder auf der Strasse und konnte Songkran geniessen, jetzt aber zumindest mit Shorts.

Das bereit leichte Sorgen. Wenn die Geldstrafe für öffentliche Nacktheit wirklich nur 100 Baht beträgt, könnte er nächstes Jahr Nachahmer finden.

Quelle: Nation

Freitag, 17. April 2015

Blut auf dem Asphalt

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Sie ist ein Musterbeispiel einer Bürgerin Thailand's. Sie fastet einmal wöchentlich nach dem Mittagessen am Buddha Tag, sie kennt die Pali Antworten buddhistischer Zeremonien, weiss aber nicht immer, was sie bedeuten. Noch religiöser als ihre religiösen Bräuche trägt sie gelb oder lila bei entsprechender Gelegenheit.


Unfall Songkran Thailand
Am Mittwoch in Surin: Umgekipptes Pickup-Taxi, 1 Toter, 17 Verletzte. 
Sie lässt den Fernseher als bewegtes Bild tagein und tagaus an, weiss von Thai Soap Operas, dass Vergewaltigung nur ein Schritt im Balz-Prozess ist und lacht schallend und oft herzlich bei den immer wieder gleichen Slapstick-Witzen. Besonders herzlich, wenn es sich um Demütigungen anderer handelt.

Sie glaubt liebevoll an die Zeit, als Bangkok's Verkehr frei zirkulierte, als Songkran nur eine ruhige Zeremonie zur Respekterbietung älterer Menschen war und Preise niemals stiegen.

Sie mokiert sich über die von einem Polizisten mit grimmigen Gesicht vorgetragenen Unfallzahlen an Songkran, vor allem am Bericht, dass die Provinz Surin die höchste Zahl Verkehrstote beklagt - sie kommt aus dem Nordosten, nicht aus Surin, aber sie kann diesbezüglich noch immer beleidigt werden.

Aber, um für den Moment einen Schuss Realität einzugeben, wenn sie sie fragen, wie viele Menschen auf Thailand's Strassen ausserhalb von Songkran sterben, hat sie keine Ahnung. Fragen sie sie nach der Unfallstatistik Thailand's gegenüber anderen Ländern, kann sie nur patriotisch die Hoffnung ausdrücken, dass die Zahlen nicht zu schlimm sind.

Sie wurde im Glauben erzogen, von den Behörden und den Medien, fraglos zu wiederholen, was gesagt wird, dass die Schlachtung auf den Strassen an Songkran nur ein Verirrung ist, eine jährliche Schande, was im nächsten Jahr besser gemacht werden muss, aber bis dahin alles vergessen werden kann.


Das neueste Bulletin der 7 gefährlichen Tage zeigt 364 Tote, 3'559 Verletzte in 3'373 Unfällen. Durchschnittlich 52 Tote pro Tag. Aber diese Zahl stimmt wahrscheinlich nicht.

Nicht jeder Tod taucht in der Statistik auf. Einige Opfer leiden vor sich hin bis sie sterben. Internationale Statistiken erfassen Unfalltote gemäss einer 30-Tages Frist.

Und dann gibt es die allgemeinen Verschleierungsmethoden der Bilanzierung in Statistiken wie diesen. So, dass der WHO Report über Unfälle weltweit auf zu tief angesetzte Zahlen greifen muss. In Bericht von 2013 steht, dass 2010 in Thailand geschätzt 26'312 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet wurden, die Rohdaten wiesen aber nur 13'365 aus. Oder 72 zu 36 Todesfälle pro Tag.

Beide Zahlen überschreiten übrigens zufälligerweise die politisch verursachten Todesfälle in den 7 Monaten vom November 2013 bis Mai 2014, die aber als völlig ausreichendes Chaos erachtet wurden einen Putsch zu rechtfertigen.

Die täglichen Songkran Unfallzahlen sind Basiswerte. Andernfalls müssten wir zur eher unwahrscheinlichen Erkenntnis kommen, dass die Anzahl Verkehrstote während Songkran im Vergleich zum übrigen Jahr tiefer liegt.


Verdienen die Verkehrstoten während des grossen Jahresurlaubs das Mokieren von angesehenen Bürgern? Ja, sicher. Tanzen sie aus der Reihe des täglichen Blutbades auf Thailand's Strassen? Nein, nicht wirklich. Besonders nicht, wenn der gewaltige Anstieg an Verkehr eingerechnet wird. 

Und wie sieht die Unfallstatistik Thailand's im Vergleich mit anderen Ländern aus? Nun, das ist eine schwierige Frage. Es gibt eine Reihe von Faktoren die eine Rolle spielen. Eine offensichtliche ist die Grösse der Bevölkerung im Verhältnis zur Anzahl Opfer. Die WHO weist für Thailand pro 100'000 Einwohner 38.1 Verkehrstote aus, nichts weniger als erschreckend. Die viert höchste Zahl aller Länder.

Aber die Häufigkeit von Verkehrstoten hängt auch von der Anzahl Fahrzeugen auf den Strassen ab - Thailand ist da in einem mittleren Rang - und wie oft diese benutzt werden, normalerweise gezählt durch die Kilometer, die ein Fahrzeug zurück legt - etwas, was in Thailand nicht ausgewertet wird.

Und die Zahlen zeigen, dass der Rückgang in Fahrzeugverkäufen über die letzten 2 Jahre die Sicherheit auf den Strassen nicht erhöht hat. In Thailand gibt es eine unverhältnismässig hohe Anzahl an Motorrädern und -rollern - und ihre Fahrer und Beifahrer sind wie anfälliger auf Unfalltod und -verletzungen, wie überall auf der Welt.

Nicht wie überall auf der Welt ist das Verhalten der Motorradfahrer, es ist sogar weit weg davon, und die tief verwurzelte Sorglosigkeit gegenüber Verkehrsregeln verhilft nicht zu höherer Lebenserwartung.

Das Ausweichen von entgegenkommenden und überholenden Motorrädern auf dem Radweg des Bürgersteigs der Sukhumvit hatte mich bereits annähernd erledigt, dass ich, als die grossen Plakate mit Warnung vor Bussen für's Parken von Motorrädern auf auf dem Bürgersteig auftauchten - er bietet guten Schatten für die Jungs von der Pizza-Auslieferung - meine persönliche öffentliche Sicherheitskampagne begann.

Ich warnte die gesetzbrechenden Motorradfahrer, dass die Polizei im Hinterhalt der nächsten Gasse warte. Ihre Antworten waren: " Nein, das gibt's nicht", "Ich verstehe sie nicht, ich komme aus Burma (wohlgemerkt mit Isaan-Akzent)", "Und? Was denken sie, was meine orangefarbene Weste darstellt?"

Aber das entscheidende Argument war der Kerl, welcher mit dem Finger auf das nächste Fussgänger-Slalom fahrende Motorrad wies: Ein Polizist, auf dem Bürgersteig, in falscher Richtung, ohne Helm.

Quelle: Prachatai

Mittwoch, 15. April 2015

Sabai dii mai, krap? Small Talk in Thailand

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Eben hatte ich mein Auto waschen lassen. Ich bin ein Mann, der an Sauberkeit glaubt, und das überträgt sich bis auf meinen Wagen. Deshalb besuche ich zu Beginn jedes Monats mit dem Anfangsbuchstaben A eine Autowaschanlage. 


Auch ein Ort für Small Talk: Bangkok's Hauptbahnhof Hua Lamphong.  
Diese Regelmässigkeit bringt mich in Kontakt mit der sich ständig wechselnden Schar an Jugendlichen aus Laos, die sprühen, schrubben, polieren und manchmal sogar mein Auto verkratzen, bevor ich es durch die Walze steuere und schliesslich an die Kasse zu der Dame mit dem verwitterten Gesicht lenke.

Als letzte Phase dieses Prozesses verlangt die freundliche, verwitterte Dame 70 Baht. Während ich das Fenster öffne und ihr 100 Baht in die Hand lege, bin ich verpflichtet mich auf einen kleinen Small Talk einzulassen.

„Sabai dii mai, krab?“, frage ich, geht’s gut?

Sofort drehte sie ihr Gesicht zu mir.

„Das Geschäft geht 30% schlechter“, klagt sie und zeigt auf die riesige Walze der Waschanlage, die sich im Leerlauf drehte.

„Ja, nun, die Regierung ist schrecklich“, sage ich.

Das ist nicht unbedingt meine Meinung, aber ich bin im Small Talk Modus mit einer unglücklichen Besitzerin einer Autowaschanlage - und damit bin ich verpflichtet, unter Thais populäre Stimmungslagen wiederzugeben.

Sonst stünde peinlich tote Luft zwischen uns, mit nichts als dem Geräusch von Schrubben und Kratzen der laotischen Jugend im Hintergrund.

Abgesehen davon, gibt es jetzt nicht dieses Grollen von Unzufriedenheit gegenüber der Regierung? Ich fühle mich sicher mit meinem Kommentar, besonders jetzt, nachdem Sektion 44 alles demokratische aufprallen lässt. Thais sind nicht anders als alle anderen Menschen auf dieser Welt. Sie mögen ihre Regierung nicht, gewählt oder wie auch immer, und sie lieben darüber zu sprechen.

Die andere gute Seite ist, wie es mit allen Small Talk Themen, sie brauchen keine Hirnzellen. Wenn ich sage, dass die Regierung schrecklich ist, kann sie ihr Einverständnis mit einem Grummeln zeigen, meine 100 Baht nehmen, fertig.

Die Wetter gegerbte Autowasch-Dame und ich sind nichts als Schiffe in der Nacht, die sich im vorüber fahren ein paar Worte zuwerfen.


Thais sind sehr geschickt im Small Talk und höflicher Konversation. Sie müssen: Manieren und Höflichkeit sind implizite Bestandteile der thailändischen Kultur. In Thailand wird aus Verzweiflung, Enttäuschung, Wahnsinn, Rachsucht und selbst Glück gelächelt.

Ein Folge davon ist die ausgefeilte Fähigkeit in Small Talk. Thais können mit ihnen total fremden Leuten eine Stunde lang konversieren und haben danach absolut keine neuen Erkenntnisse. Das ist, was guten Small Talk ausmacht.

Nach 26 Jahren in Thailand kann ich versichern, dass es drei wesentliche Themen für Small Talk gibt: die Preise von Konsumgütern, die Soap Opera von gestern Abend und die Regierung.

Das ist alles. Du überlebst, wenn du über Preise von was auch immer sprichst - wie viel etwas auch kostete, es war immer zu teuer - die zweistündige Episode des geisttötenden Fernsehens oder die neusten Tricks der Regierung, sich selbst für die Ewigkeit an der Macht zu halten.

Thais sind da nicht anders als der Rest der Welt. In Deutschland würde man auch über diese drei Dinge sprechen, vielleicht noch über Fussball, die Engländer nähmen das Wetter dazu.

Und doch passiert etwas Merkwürdiges, wenn Thais gezwungen sind mit Ausländern zu sprechen. Die warme, höfliche Zone bleibt, aber es gibt an uns Fragen und Themen, die in ihrer Kultur nicht angebracht wären.

Vor vielen Jahren habe ich einen Englisch Kurs an meiner Schule entwickelt, den ich bis heute durchführe. Eines der Hauptthemen ist Small Talk. Wie alles andere des Kurses habe ich es selbst entwickelt, ohne Internet Recherche mit Google, aber basierend auf meinen prägenden Jahren in Thailand.

Ich spreche viele interessante Dinge an, über die man mit einem Farang reden kann und die nicht zu viele Gehirnzellen verlangen: „Wie lange sind sie schon in Thailand?“ Und: „Was machst sie?, und sogar: „Können sie Thai Food essen?

Mit Myriaden von Möglichkeiten, dachte ich, würden meine Studenten von sich aus über das Übliche hinaus gehen: „Wie viel verdienen sie?“ Und: „Warum sind sie so dick?“, und sogar: "Können sie mir 3’000 Baht leihen?“

Ich bin pingelig. Innerhalb der Grenzen der thailändischen Gesellschaft ist Small Talk und Konversation höflich und unterscheidet sich kaum von dem anderer Länder.


Der einzige, grosse Unterscheid ist - wenn es in Thailand darum geht etwas zu erzählen - dass entscheidend wichtig ist, alles dreimal zu erzählen.

Samai, ein Mitarbeiter meiner Schule ist ein gutes Beispiel. „Als ich eben den Rasen mähte, kam mir eine Kobra entgegen. Sie erschrak und schlängelte sich dann davon!“, berichtete er mit eines Nachmittags als ich gerade in mein schmutziges Auto setzte - es muss Ende Juli gewesen sein.

„Wirklich?“, fragte ich besorgt, denn ein solches Ereignis könnte unwillkommene Auswirkungen auf meinen ersten Drink des Tages haben.

„Ich bin sicher. Ich habe den Rasen gemäht und plötzlich erschien die Kobra vor mir. Ihr Kopf war schwarz und gelb. Ich sprang zurück und die Schlage machte sich weg ins hohe Gras.“

„Das soll dich lehren, das Gras nur alle paar Monate zu schneiden. Wo ist der Schlüssel zur Bar?“

„Ich sage dir, es war wirklich beängstigend. Ich hatte den Rasen etwas zur Hälfte gemäht und plötzlich erschien die Kobra wie aus dem Nichts. Ich fürchtete mich meines Lebens. Glücklicherweise schlängelte sich weg bevor ich selbst wegrennen konnte.“

Gemerkt? Die Anzahl der Wiederholungen gezählt? Genau drei. Es ist ein bemerkenswertes Muster, dass ich nach Jahren des Zuhören in Thailand festgestellt habe.

Aber ich schweife weg vom ursprünglichen Thema Small Talk. Gehen wir zurück zur Autowaschanlage und zu meiner scheinbar harmlosen Bemerkung über die Regierung, damit diese verwitterte Kassiererin etwas vor sich hin grummelt und mir mit wenig Hirnarbeit mein Wechselgeld gibt.

Manchmal wirft das Leben eine unerwartete Wendung ein, welche dich mitten ins Gesicht trifft. Sie grummelte nicht. Sie sagte nicht: „Das ist falsch.“ Nichts so einfaches:

„Nein, nicht die Regierung ist schrecklich. Es geht um die verfügbaren Mittel. Die Banken verlängern Kredite nicht mehr wie früher. Kommt dazu, dass das ein Antragsteller schon mindestens sechs Monate Geld auf der Bank haben muss, was dazu führt, dass viele Leute keine Antrag für diese Kredite stellen können und die Banken immer noch zögerlicher werden, Geld zu verleihen. Beide Seiten, die Bank und die Leute, sind in einer finanziellen Patt-Situation. Das hat eine Fahrstuhl-Wirkung, welche die Menschen dazu bringt, sich zu überlegen, wie sie ihr Geld ausgeben. Und deshalb kommen immer weniger her ihre Autos zu waschen.“

Sie machte eine Pause.

„Hier ist ihr Wechselgeld.“

Ich sagte ihr, sie könne es behalten. Nicht als Trinkgeld. Sie soll es als Busse betrachten.

Quelle: Andrew Biggs, Bangkok Post