Samstag, 28. März 2015

Tiefseehafen und Sonderwirtschaftszone Dawei - hoher Preis für mehr Handel

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Ma Nu May und ihr Mann begannen vor 7 Jahren im Küstenort Dawei ihr Land mit Cashew Nuss Bäumen zu bepflanzen, aber in den letzten 2 Jahren war ihr Leben weit von friedlich entfernt.
Dawei Projekt
Der Tiefseehafen in Dawei könnte den Handel in Südostasien stark beleben, aber zu einem hohen Preis für die lokale Bevölkerung.
Die meisten ihrer Bäume liegen noch immer am Boden, nachdem sie Mitte 2013 für das von der Regierung gestützte Megaprojekt Dawei Special Economic Zone, SEZ, von Bulldozern entwurzelt wurden.

"Ich kann mir nicht vorstellen, meine Farm für dieses wenige Geld zu verkaufen", sagt Ma Nu May. Ihr waren $5’000 offeriert worden. Wenn auch gerade 2 Hektaren umfassend, bringen die Nüsse einen Ertrag von $4’000 pro Jahr.

"Besser sterben wir, als eine solch geringe Kompensation zu akzeptieren."

Es ist nicht die Zeit von Bauern wie Ma Nu May und ihre Familie.

Täglich wird erwartet, dass in der Hauptstadt Naypyitaw der Vertrag zwischen Myanmar und seinem Entwicklungspartner Thailand unterzeichnet wird. Sie wird den Startschuss geben für das, was das grösste Projekt seiner Art in Südostasien sein könnte.

Wenn der Bau des $50 Mia. Projekts vorangeht, wird sich die strategische Lage Myanmar's zwischen Indien und China kapitalisieren, nach Jahren als internationaler Paria unter Militärherrschaft, beraubt von jeglichen ausländischen Investitionen.

Der Hafen und seine Industrieanlagen, gebaut werden sollen sie vom thailändischen Immobilien Giganten Italien-Thai Develepoment, wird eine Fläche von über 200 Quadratkilometern bedecken und eine Kapazität von 250 Mio. Tonnen Fracht haben, mehr als die Häfen von Los Angeles und New York zusammen.

"Dawei ist ein kritischer Punkt zur Verbindung der regionalen Infrastruktur", sagt Chayut Setboonsarng, Analyst eines Think Tank aus Bangkok, der auf Südostasien spezialisiert ist.

Die Special Economic Zone wird Fabriken beinhalten, eigene Kohlenmine und eigenes Elektrizitätswerk, aber auch Golf Plätze und 5-Stern Hotels für Besucher.

Der Tiefseehafen von Dawei wird die Dauer des Transports von Fracht von Europa über den Nahen Osten nach Asien und umgekehrt deutlich verkürzen, da der, nicht immer ungefährliche, Umweg durch die Malakka Strasse über Singapur und das südchinesische Meer wegfällt.

Italian-Thai Development sagt auch, dass das Projekt der lokalen Wirtschaft helfe, indem nach Fertigstellung 2025 bis zu 100’000 Jobs geschaffen würden.

Das wird den Zehntausenden von Menschen, die heute in der Gegend wohnen wenig bringen, denn sie werden gemäss Angaben von verschiedenen NGO’s umgesiedelt werden.

Dawei Projekt
Eine Bewohnerin des Dorfes nahe der zukünftigen Dawei Special Economic Zone, wo unbefestigte Strassen das $50 Mia. Projekt von 3 Ländern umrahmen.
"Auch wenn das Projekt noch nicht gestartet wurde verlieren die Menschen bereits Einkommen, weil als Vorbereitung bereits Land vom Staat konfisziert wird", sagt Chit Chit Win, eine Forscherin für die Women’s Union of Tavoy. Tavoy ist der alte Name von Dawei.

Die Gruppe behauptet, das den meisten Land und Existenz gegen wenig oder keine Kompensation weggenommen wird.

"Das Dawei Projekt hat kaum begonnen, schon wird das Rückgrat unserer Wirtschaft zerstört. Es muss gestoppt werden, bevor mehr gemacht wird", sagt Su Su Swe von der gleichen Organisation.

Sie machen sich durch den Umstand Mut, dass das Projekt im 2013 kaum lanciert, schon wieder gestoppt wurde, da Italian-Thai keine genügenden finanziellen Sicherheiten vorlegen konnte.

Es wurde Ende 2014 auf diplomatische Bemühungen zwischen Thailand’s neuer Militärregierung und Myanmar zurück gestuft.

Eine Studie einer anderen NGO, der Dawei Development Association, bestätigt, dass der Kompensationsprozess stark fehlerbehaftet ist.

Sie schliesst daraus, dass die Entwicklung des Dawei Projektes "gegen viele fundamentale Menschenrechte verstösst".

Italian-Thai ist damit nicht einverstanden: "Die meisten Bewohner wollen, dass wir kommen", sagt Pravee Kamolkanchana, Marketing Direktor der Firma. "Wir sorgen für viele Jobs, sowohl beim Bau, als auch später, wenn Fabriken und Hafen fertiggestellt sind."

Pravee sagt, dass das Management von Italian-Thai häufig Dawei besuchte und dabei mit der Bevölkerung über den "neuen, globalen Gateway von Südostasien" gesprochen habe.

Dawei Projekt
Karte der Dawei Special Economic Zone. 
Die Firma hat Pläne, Häuser, Spitäler, Schulen und sogar Tempel zu bauen, allerdings 10 Kilometer weg vom bisherigen Ort außerhalb der Zone.

Chayut vom Bangkok’s Think Tank stimmt überein, dass "Dawei die lokale Bevölkerung deutlich begünstige, nicht nur die grössten Anteilseigner".

Er schliesst, dass ein solch enormes Projekt am besten Ort Südostasien’s kaum weiter verzögert wird.


Quelle: Bangkok Post


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