Freitag, 6. März 2015

Thailand's Reiskammer schrumpft inmitten der Dürre von langfristiger Politik

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Die Tyrannei der heissen Jahreszeit kehrt zurück, die Temperaturen steigen in Richtung 40 Grad Celsius. Angestellte beklagen sich über den dampfenden Weg zu ihren klimatisierten Büros. Sie sollten nur einen Moment an diejenigen denken, die unter praller Sonne ihr Tageswerk verrichten. Wie die Bauern, welche ihre Pflanzen unter dem Mangel an Wasser leiden sehen - obwohl sie sowieso nicht viel dafür erhalten werden.
Bewässerung Reisfelder Thailand
Gut geplante und unterhaltene Bewässerung ist ein wesentlicher Faktor für geringe Produktionskosten von Reis.
Offizielle Statistiken zeigen, dass die Kapazitäten der grössten Stauseen des Landes um 57-60% gefallen sind. Nahe beim Niveau von 2005, als Thailand von einer der schlimmsten Dürren heimgesucht wurde. 71 der 76 Provinzen waren betroffen, der Schaden betrug fast 8 Mia. Baht.

In diesem Jahr schätzt das Landwirtschafts- und landwirtschaftliche Genossenschaftsministerium von Dürre betroffenes Ackerland auf 16.17 Mio. Rai in 58 Provinzen, davon alleine 12.61 Mio. im Nordosten - der Region, welche durch das nationale Bewässerungssystem am wenigsten abgedeckt ist.

Mehr als die Hälfte der thailändischen Bevölkerung im Erwerbsalter arbeitet in der Landwirtschaft, aber seit Jahrzehnten wird das Bewässerungssystem nur im Schneckentempo ausgebaut.

Die neuesten Zahlen zeigen, das 2012 nur 29.57 Mio Rai oder 9.22% von Thailand's Landmasse bewässert wird. ein leichter Anstieg um gut 1 Mio. Rai gegenüber 2009..

In diesem Jahr begeht das Royal Irrigation Department seinen 107. Geburtstag. Der Departements Chef enthüllte einen Plan, die bewässerte Fläche bis 2020 um 6 Mio. Rai zu erweitern. Er erklärte, dass die Gesamtkapazität sich auf 52'741 Kubikmeter Wasser belaufe, nur 70% des Jahresbedarfs von 73'783 Kubikmetern. Ohne neue Investitionen könnten 2019 34'183 Kubikmeter fehlen.


Die Wurzel dieses seit langer Zeit bestehenden Problems liegt darin, dass die Bewässerung als politische Instrument eingesetzt wird. 

Budgets werden für temporäre Projekte gesprochen, die nur kurzfristige Lösung bringen. Keine Regierung hat je in einem gross angelegten Projekt die Probleme langfristig lösen wollen. Die Regierung Yingluck integrierte Bewässerungspläne in ihren 350 Mia. Baht Wassermanagementplan, aber das war 2011 und die Flut hatte den Plan auf den Tisch gebracht, nicht eine Dürre.

Die Junta hat den Plan verschrottet und eine neue Strategie entwickelt, sie soll in den nächsten 10 Jahren 900 Mia. Baht kosten. Doch das Kabinett hat ihr letzten Monat das grüne Licht verweigert, genehmigt wurden nur einzelne Teilprojekte mit Kosten von 50 Mia. Baht. Premierminister Prayut Chan-o-cha hat zugegeben, dass das begrenzte Budget dieses Jahr nur dringend notwendige Projekte ermögliche, die Strategie an sich aber in Kraft bleibe.

Der Beschluss des Kabinetts erhielt in den Medien viel Raum, nicht aber die Angriffe des Engineering Institute of Thailand EIT, welche besagen, dass die Strategie und die diesjährigen Investitionen nicht den nationalen Interessen entsprächen.

Das ETI kritisiert die Strategie für ihr Ignorieren von öffentlichen Meinungen und dem Manko, dass sie die grundlegenden Probleme nicht löse. Das Netzwerk aus renommierten Wissenschaftlern warnt, dass der Plan mehr negative Folgen als die Version der Yingluck Regierung habe und rät, sie zu verwerfen.


Pramote Maiklad, ehemaliger Chef des Royal Irrigation Department, merkt an, dass die NCPO Version nicht eine echte Strategie, sondern lediglich eine jährliche Mittelzuweisung sei.

Weil die globale Wirtschaft aufgrund des schwachen Wachstums in China und den Schwierigkeiten der Eurozone und Japans noch fragil ist, erwartet Thailand nur eine schwache Entwicklung seiner Exporte. Analysten der TMB rechnen mit einem Wachstum von 1%. Die Ökonomen sind sich einig, dass die Binnennachfrage eine grössere Rolle zur Steigerung der Wirtschaftsleistung sind. Doch sie sind auch besorgt über niedrige Getreidepreise, welche die Einkommen der Bauern reduzieren. 


Wird das mit der hohen Verschuldung der privaten Haushalte von 85% des Bruttoinlandprodukts von Thailand gepaart, gibt es Zweifel, wie viel Bauern und Verbrauchern überhaupt zum Ausgeben bleibt.

Im Rahmen des Konjunkturprogramms plant die Regierung Direktzahlungen an Bauern. Während der Vorsitzende der Federation of Thai Industries, Supant Mongkolsuthree, diesen Schritt begrüsst, sagte er letzte Woche auch, die Landwirtschaft benötige aber mittel- und langfristige Lösungen zur Steigerung der Produktivität und Senkung der Produktionskosten.

Er wird auch auch das Blue Flag Projekt des Handelsministeriums nicht mögen. Das Projekte, welches Produkte rund 30% unter dem Marktpreis verkauft, erreicht relativ wenige Menschen, kostet aber 100 Mio. Baht jährlich. In diesem Jahr erfordert es ein Budget von 241 Mio. Baht.

Wenn das Einkommen der Bauern nachhaltig steigen würde, wären sie in der Lage mehr auszugeben und vielleicht sogar zu sparen. Aber wie sich die Situation präsentiert, sind ihre Finanzen von der Gnade der launischen Natur abhängig. Und egal wer an der Macht ist, ihre Probleme werden vernachlässigt.


Thailand kann es sich nicht mehr leisten, Probleme erst dann zu bekämpfen, wenn sie auftreten. Wir müssen weg von alten Denkweisen und langfristige Strategien entwickeln. 

Thailändische Nationalisten hatten Erfolg bei der Bewachung unserer kleinen Erdölreserven. Sie sollten sich auch für eine Reformagenda einsetzen, welche sich mit der Dürre auseinandersetzt. Wenn die Probleme nicht nachhaltig und umfassend angegangen werden, brauchen Millionen von Bauern staatliche Unterstützung, wenn sie alt werden und nicht mehr auf den Feldern arbeiten können. Dann wird alleine das Stöhnen der Steuerzahler lauter werden.

Quelle: Nation

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