Freitag, 27. März 2015

Thailand braucht einen Crash-Kurs für sichere Strassen

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Ein Freund teilte eine provokative Idee zur mehr Verkehrssicherheit auf seiner Website. Seine Organisation nimmt an der staatlichen Kampagne teil, welche Thailand’s Strassen sicherer machen soll. Ihr Vorschlag: der Ausdruck "Unfall" soll in Berichten durch "Crash", Zusammenstoss, ersetzt werden.


Verkehrsunfall Thailand
Leider kein seltener Anblick: schwerer Zusammenstoss auf Thailand's Strassen. 
Manche mögen darüber lachen oder einfach sagen, diese Idee sei doch zu trivial.

Aber, der Begriff "Unfall" bedeutet, dass ein Verkehrsereignis nicht erwartet oder nicht zu verhindern war - aber in Realität ist dem nicht so. Die Verursacher hätten nur voraussehend handeln müssen. 

Mein Freund sagte mir, dass einige Städte bereits dazu übergegangen wären.

Viele Leute verbinden ein Ereignis mit jemandem’s Glück. In diesem Sinn ist es etwas, das schicksalhaft vorbestimmt und nicht veränderbar ist. Wirklich?

Ich war sehr irritiert über eine Meldung, die von einem Zusammenstoss von Dutzenden von Fahrzeugen während einer starken Regenschauer an einem Sonntag Morgen auf irgendeiner Strasse Bangkok berichteten. Bezeichnenderweise gab die Sprecherin dem Regen schuld, er habe die Strassen rutschig gemacht und so den "Unfall" mit etlichen Verletzten verursacht.

Nein, es war nicht einfach "rutschig" und nein, an einem Sonntag Morgen gibt es nicht viel Verkehr. Ich erinnere mich, dass ich laut lachen musste. Es war ganz einfach jegliches Fehlen von Denken an die eigene und die Sicherheit der anderen. Viele Fahrer weigern sich ganz einfach langsamer zu fahren, wenn Sicht oder Strassenverhältnisse schlecht sind. Wie kann das als "Unfall" bezeichnet werden?

Zurückschauend auf Schlagzeilen machende "Unfälle" in der Vergangenheit wird deutlich, dass die meisten, wenn nicht alle, vermeidbar gewesen wären. Es waren alle Tragödien, die hätten verhindert werden können.

Der Vorfall letztes Jahr, als eine Frau beim Überqueren der Asok Kreuzung von einem Lastwagen getötet wurde, war kein Unfall. Sie wurde getötet, weil der Fahrer das Rotlicht missachtete. Es geschah, weil der Fahrer offensichtlich das Verkehrsgesetz verletzte.

Überschläge mit Doppeldecker Bussen geschehen schnell, weil ihre Höhe sie einfacher überschlagen lässt. Besonders, wenn der Fahrer zu schnell in eine Kurve fährt.

Ein englisches Paar auf einer Fahrradreise rund um die Welt wurde vor 2 Jahren in Chachoengsao von einem Pickup Fahrer über den Haufen gefahren und getötet, weil er während der Fahrt etwas Runtergefallenes aufheben wollte, statt erst anzuhalten. Ein anderer ausländischer Biker wurde in Nakhon Ratchasima Opfer eines unachtsamen Rasers.

Abgesehen von Unachtsamkeit von Teilen der Verkehrsteilnehmer, besonders Autofahrern, führen schlechte Gewohnheiten von Verwaltungen und Strassenarbeitern zu erheblichen Sicherheitsproblemen. Dafür gibt es unzählige Beispiele.

Letzte Woche gab es in sozialen Medien Beschwerden gegen Strassenarbeiter in Chonburi, welche ein Signal mitten auf der Strasse statt am Rand aufgestellt hatten. Beamte gaben nur schwache Entschuldigungen. Immerhin, die Wucht der Klagen brachte sie dazu, es tatsächlich am Strassenrand aufzustellen. Glücklicherweise geschah kein Unglück, es wäre sonst wieder eine vermeidbare Tragödie gewesen.

Der letzte Fall war ein fataler Zusammenstoss in Bang Kuhn Non, bei dem eine junge Frau mit ihren Wagen in den Kran einer Skytrain Baustelle krachte. Sie wurde getötet und ihr Beifahrer schwer verletzt. Zwei Arbeiter wurden angeklagt, weil sie keine Signale und Abschrankungen vor der Baustelle angebracht hatten.

Dies bestätigt, das Baustellenbereiche für Autofahrer tödliche Fallen sein können. Schwache Ausleuchtung, schlechter Zustand und falsche bis fehlende Platzierung von Sicherheitsgerät können entscheidende Faktoren für Zusammenstösse sein.

In den letzten 10 Jahren haben wir, ohne befriedigende Resultate, viel darüber gesprochen, wie die hohe Zahl Verkehrsunfälle und -opfer gesenkt werden könnte. Die Durchsetzung von Verkehrsregeln ist noch immer so schwach wie sie immer war. 

Motorräder, aber auch Autos, die auf der falschen Strassenseite fahren, insbesondere auf richtungsgetrennten Strassen oder aggressiv rasen. Polizeikontrollen, daneben ein grosses Schild, das "100% Helmpflicht" gilt, aber vorbeifahrende Motorradfahrer ohne Helm können durch - weil heute Tag zur Kontrolle von Lastwagen ist.

Wir könnten mit dem kleinen Schritt starten, den Begriff "Unfall" nicht mehr zu verwenden, wo es keiner ist.

Es könnte einen Wechsel im öffentlichen Umgang mit der Hauptursache der Verkehrsprobleme in Thailand auslösen. Zumindest würden wir einige Lektionen lernen.

Dafür den Begriff "Unfall" fallen zu lassen ist ein lohnenswerter Schritt.

Quelle: Bangkok Post

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