Montag, 9. März 2015

Asean Common Time - müssen Thailand's Mönche bald früher aufstehen?

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Jedes Mal, wenn Malaysia den Vorsitz der ASEAN übernimmt, kommen spannende Themen auf. Auch diesmal macht keine Ausnahme. Ein solches Thema ist die Asean Common Time -  ACT -  also die gleiche Uhrzeit in allen Ländern der asiatischen Gemeinschaft. Es ist eine alte Idee, die schon 1995 von Singapur eingebracht und 2005 von Malaysia zurück in die Diskussion gebracht wurde.


ASEAN Länder
ASEAN Nationen: folgt Ende April eine Einigung auf eine gemeinsame Zeitzone? 
Die Entscheidung von 2005 war prägnant. Beamte der ASEAN verstanden die Bedeutung einer Umstellung, Malaysia aber war dazu nicht bereit. 

Warum bringt die derzeit vorsitzende Nation der ASEAN das Thema wieder ins Spiel? Weil ein wichtiger Schritt der Gemeinschaft vor der Türe steht? Oder soll die 7. grösste Volkswirtschaft der Welt eine gemeinsame Zeit für den Handel von Waren und Dienstleistungen, Börsen, Banken und Flugplänen erhalten? Würde die Gemeinschaft so in maximaler Weise profitieren?

Den Beginn der ASEAN vorwegnehmend, will Malaysia offenbar weitere Gemeinsamkeiten der Staaten erreichen. Drei grosse, sogar edle Ideen, die in vergangenen Jahrzehnten angedacht wurden - gemeinsame Währung, gleiche Standards und einheitliche Uhrzeit. Aus praktischer Sicht machen alle drei Sinn.

Malaysia hofft, dass es im Rahmen der wirtschaftlichen Integration die anderen Nationen zu Harmonisierungen, beispielsweise in Fragen rund um Zoll, bringen und so die Wettbewerbsfähigkeit insgesamt erhöhen kann. Unter seiner Führung sollen 95% der Aktionspläne für die ASEAN Wirtschaftsgemeinschaft erfüllt werden. 

Alle ASEAN Mitglieder partizipieren der Greenwich Mean Time, GMT. Singapur, Malaysia, Brunei, die Philippinen und die indonesische Insel Bali gehören zur "+8 GMT Gruppe", die eine Stunde vor Thailand, Myanmar, Kambodscha, Laos und Vietnam sind, der "+7 GMT Gruppe". Thailand ist eine halbe Stunde vor Myanmar, Indonesien alleine hat 3 verschiedene Zeitzonen.


Zeitzonen ASEAN
Die aktuellen Zeitzonen der Länder der ASEAN Gemeinschaft. 
Das Gesetz zur ACT, offiziell an der ASEAN Aussenminister Tagung im Januar eingegeben, könnte ein strittiges Thema werden, da es Auswirkungen auf nationale Vorgehensweisen, religiöse Rituale und Zeremonien auf die  "+7-Gruppe" hat. Sie durchtrennt kulturelle Überzeugungen und göttliche Aufträge. In einigen Kulturen ist die Zeit heilig und kann nicht für private Angelegenheiten oder den Aktienmarkt angepasst werden.

Auch in Thailand gab es bereits mehrere Anläufe, die Uhr eine Stunde nach vorn zu drehen. 1993 gab es den gescheiterten Versuch für den Aktienhandel zur "+8-Gruppe" zu wechseln. Der ehemalige Premierminister Thaksin Shinawatra versuchte es, ebenfalls für den Börsenhandel, 2003 nochmal. Mit einer Stunde voraus, so der Plan, hätten Investoren in Thailand kompetitiver in den Wettbewerb eingreifen können. 


Aber es war zu schwierig, die ganze Nation dazu zu bewegen, eine Stunde früher arbeiten zu gehen. Für einige Thais sind Uhrzeit, wie auch bestimmte Daten, von Gott gesandt und dürfen nicht verändert werden.

Seit Jahrzehnten ist Myanmar, Thailand's Nachbar, frustriert über den Zeitunterschied, auch wenn es nur eine halbe Stunde ist. Nachmittags mit den anderen ASEAN Ländern, insbesondere Thailand, Geschäfte zu machen ist nicht möglich. Mit seinen Reformen und wachsenden Investitionen benötigt Myanmar dringend mehr Geschäftsstunden für seine wie Pilze aus dem Boden schiessende Wirtschaft. 

Mit neuer Uhrzeit müssten buddhistische Mönche in Thailand, Myanmar, Kambodscha und Laos früher aufstehen um ihre Almosen zu erhalten. Mönche in Thailand müssen spätestens um 7 Uhr für's Frühstück zurück im Wat sein.

In Myanmar müssten alle ihren täglichen Arbeitsrhythmus um 90 Minuten verschieben. Zur Arbeit noch im Dunkeln, dafür früh Nachmittags schon zu Hause mit entsprechend viel mehr Zeit für die Familie.

Mit +8 und +7 GMT Gruppe gleichermassen aufgestellt, müssen sich die Führer der ASEAN Ende April bei ihrem nächsten Treffen entscheiden. Noch gibt es viele Details auszubügeln. Am meisten zu tun und nachzudenken gibt es in Myanmar und Indonesien. 

Schon in der Vergangenheit wurde eine gemeinsame Zeit ohne Konsens diskutiert. Dieses Mal aber präsentiert sich die Sache mit stärkerer Integration in die ASEAN und wichtigen wirtschaftlichen Faktoren anders. 

Als "+8 GMT Gruppe" wäre die 630 Mio. Menschen Gemeinschaft in der gleichen Zeitzone wie ihre Haupthandelspartner China und Hongkong.

Quelle: Nation

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