Dienstag, 10. Februar 2015

Thailand's Kampf im großen Spiel der Diplomatie

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GMS
Thailand braucht im Wettbewerb zwischen den Grossmächten, insbesondere den USA und China, eine ausgewogene Aussenpolitik, um ihren Einfluss in Südostasien zu stärken, sagen Experten in internationalen Beziehungen.

Thailand scheint näher an Peking zu rücken, um dem Druck aus Washington nach dem Sturz seiner gewählten Regierung auszuweichen. 

Panitan Wattanayagorn, Berater des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Verteidigungsminister Prawit Wongsuwan, hat sechs mögliche Szenarien aufgestellt:

  • Fortsetzung der amerikanischen Hegemonie
  • Wachsende Bedeutung von China bis sie den Einfluss der USA ablöst
  • Internationale Gemeinschaft mit chinesisch-amerikanischer Zusammenarbeit statt nur einer Weltmacht
  • Zusammenarbeit der USA und China mit anderen Grossmächten zur Bestimmung der Weltordnung
  • Regionale Organisationen stehen im Mittelpunkt der internationalen Ordnung
  • Rückkehr zu ausgeglichenen Mächten, die Länder konzentrieren sich auf ihr eigenes Wohlergehen

Im Moment werde die USA die einzige Hegemonialmacht bleiben und die Regeln erstellen, während China irgendwann diese Rolle übernehmen werde, glaubt Chulacheeb Chinwanoo, Experte für internationale Beziehungen an der Fakultät für Politikwissenschaften der Thammasat Universität. Der Wettbewerb zwischen den Grossmächten aus der westlichen Hemisphäre und derjenigen aus Asien, insbesonder China, werde sich in den kommenden Jahren verstärken.

Auf regionaler Ebene ist die Dynamik der Machtspiele zwischen den Grossmächten nicht anders als auf internationaler Ebene, sagt Thitinan Pongsudhirak, Dozentin für internationale politische Ökonomie an der Fakultät für Politikwisschenschaften der Chulalongkorn Universität. Asean und Thailand müssten lernen, ihre geographische Lage und natürlichen Ressourcen als Vermögenswerte zu nützen, um ihre Gewinne zu maximieren.

Dieses neue grosse Spiel geopolitischer Konkurrenz hat sich ihrer Meinung nach verschärft, vor allem in der Greater Mekong Sub-Region, kurz GMS, wo die drei Grossmächte China, USA und Japan sich aktiv für wirtschaftliche und soziale Entwicklungen engagieren. 

Die GMS birgt ein Potenzial von mehr als 300 Millionen Konsumenten und ein kombiniertes Bruttoinlandprodukt von mehr als 1 Billion US-Dollar oder 32.5 Bio. Baht, sagt Thitinan.


Pekings weiche Machtprojekte, zusammen mit japanischen Investitionen in der Region hätten dazu beigetragen, der Region Konturen zu schaffen und die wirtschaftliche Flugbahn des südostasiatischen Festlands zu gestalten.

Thitinan denkt, die USA hätten durch ihr Berater Programm, die Lower Mekong Initiative, auf dem südostasiatischen Festland ins Spiel eingegriffen.

Chulacheeb fügt hinzu, dass dies als Zeichen aus Washington gesehen werden kann, dass die Supermacht trotz innenpolitischer Auseinandersetzungen, Interessen im Nahen Osten, der Ukraine und anderswo zurück im Spiel sein wollen.

Die Experten sind sich einig, das politische Spiel müsse als Gelegenheit für alle Seiten gesehen werden. Politische Wirtschaft und Sicherheitsabhängigkeiten würden Schlüsselfaktoren für eine Win-Win-Situation für alle bilden.

Gemäss Thitinan benutzt die USA seine Seemacht für den regionalen Frieden und Stabilität, während das Gleichgewicht der chinesisch-japanischen Beziehungen Wirtschaftswachstum und Entwicklungsniveau erhöhen.


"Für die Asean ist es entscheidend sich auf eine gemeinsame Position und Richtung für regionale Integration zu einigen. Asean könnte so die Chance nutzen, die sich aus dem Wettbewerb der Grossmächte in der Region ergibt."

Auch würden Gemeinsamkeiten das Gleichgewicht zwischen Wirtschaftswachstum und Entwicklung stützen.

Chulacheeb hebt die Bedeutung der Zentralität der Asean als Stabilisator für Ruhe und Ordnung hervor, wenn sich die Region verschiedensten Herausforderungen stellen muss.

Das gilt auch für Thailand. Das Land hat lange Zeit unter seiner politischen Instabilität gelitten. Ein Umstand, der sich auch auf die Kontinuität der Aussenpolitik ausgewirkt hat.

Allerdings, sagen die Experten, habe Thailand durch seine geographische Lage zusammen mit seinen menschlichen und natürliche Ressourcen integrierte Vermögenswerte, die nicht weggenommen werden können.


"Thailand muss seine strategische Lage als geopolitischen Vermögenswert zur Maximierung seiner Position in der Weltrangliste nutzen", sagt Thitinan.

Im Moment setzt Thailand nur auf kurz- und mittelfristige Strategien in der Aussenpolitik, glaubt Panitan. Thailand müsse proaktiver werden, seine Ziele in Handel, Politik und Menschenrechten auf internationale Normen justieren.

Er sagte, der politische Übergang sei der entscheidende Faktor, das Land nach vorne zu bewegen.

Chulacheeb würde auf das Konzept eines ausgewogenen strategischen Engagements setzen. Er denkt, dies würde Thailand Kontakte mit internationalen Partnern erleichtern und Gewinne maximieren.

Dazu müsste Thailand mit konkreten und konstruktiven Initiativen als Antwort auf regionale und internationale Herausforderungen eine führende Rolle einnehmen.

Quelle: Nation

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