Montag, 2. Februar 2015

Showdown über die Finanzierung der Gesundheitsfürsorge in Thailand

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Der Generalsekretär des National Health Securtiy Office, NHSO, kämpft gegen das Gesundheitsministerium und öffentliche Spitäler. Dr. Winai Sawasdivorn hältig dem Druck trotzig stand, weitreichende Änderungen in Thailand's allgemeiner Krankenversicherung, bekannt als 30 Baht Versicherung, vorzunehmen.
Gesundheitswesen Thailand

Zu den neuesten Taktiken gehören die Verweigerung des Gesundheitsministeriums ab dem 30. April Leute für die NHSO zu registrieren und die Entscheidung der Thailand Regional and General Hospital Society, kurz Thaihos, nicht länger Informationen über Patienten zur Verfügung zu stellen.

"Das sind nur ein vorübergehende Probleme. Lediglich Massnahmen, uns unter Druck zu setzen, damit wir ihre Forderungen erfüllen", sagt Winai. Es gebe keinen Grund die Patienteninformationen nicht zu übermitteln - wesentlich für die NHSO Geld aus ihrem Budget zu erhalten - und die fehlende Diskussion darüber würde nur zu einem Stillstand führen.

Die Vereinigung der öffentlichen Spitäler hatte per 9. Januar beschlossen, der NHSO die Informationen für den Pro-Kopf-Zuschuss nicht mehr zu melden. 

Der Schritt folgte nach Jahren, in denen die staatlichen Krankenhäuser mit der allgemeinen Krankenversicherung kämpfte. Sie hatte sich aus ihrer Sicht nicht nur als hohe Arbeitsbelastung, sondern auch als finanzielle Bürde erwiesen.

Als sich die Spitäler über grosse Verluste beklagten, bildete Gesundheitsminister Rajata Rajatanavin einen Ausschuss, um die Leistungen der Krankenhäuser zu prüfen und die Ursachen der hohen Kosten heraus zu finden. 


Die Spitäler waren darüber beleidigt und forderten eine neutrale Untersuchung von NHSO und auch Gesundheitsministerium, ihrer Aufsichtsbehörde. 

Zudem wollen sie, dass die Mittel der NHSO nicht direkt an die Spitäler, sondern an die 12 landesweiten Niederlassungen des dem Gesundheitsministerium unterstellten Healthcare Service Area Offices fliessen. 

"Wir können nicht einfach wie vorgeschlagen Geld überweisen, weil unsere Abdeckung grösser ist, als diejenige des Gesundheitsministeriums, welche nur 70-80 Prozent aller Spitäler erreicht. Leistungen erbringen aber auch private und militärische Krankenhäuser", erklärt Winai. 

Er meint, das Problem liege teilweise darin, dass das Programm die Krankenversicherung als Käufer von medizinischen Leistungen kategorisiere und das Gesundheitsministerium als Anbieter von Diensten. Diese Trennung sollte eigentlich für ein Gleichgewicht in der Verwaltung sorgen.

Als Beispiel führte er die Situation der Provinz Ratchaburi auf. Ratchaburi unterhält 4 regionale Krankenhäuser. Das Budget wurde basierend auf der Grösse der Spitäler festgelegt. Als die Pro-Kopf Methode vor 10 Jahren eingeführt wurde, bekamen die Spitäler immer weniger Geld bis sie am Ende in roten Zahlen landeten.

"Im Prinzip ist es die Pflicht des Käufers, den Fonds zu verwalten, Vorschläge und Meinungen anzuhören und sich mit dem Dienstanbieter zu beraten. Wenn sie mich fragen, wer Schuld trägt, das den Menschen Dienstleistungen verweigert werden, sage ich, es ist gemeinsame Verantwortung."


"Nehmen wir an, ein Krankenhaus sei eine Garage und die NHSO die Versicherung. Dann ist die Garage verpflichtet, die Autos, die von der Versicherung zur Reparatur geschickt werden, zu reparieren. Wer ist Schuld, wenn die Versicherung nun in nützlicher Frist keine Garage finden kann? Es ist alles eine Frage des Zugangs zu Dienstleistungen", hält Generalsekretär Winai seine Sicht der Dinge fest.

Seit es Pflicht der NHSO ist, Menschen Zugang zu Dienstleistungen zu ermöglichen sowie die Kontrolle über die Ausgaben zu haben, sei es nicht mehr möglich, den Spitälern unbeschränkt Mittel zu geben, wie dies bei der Krankenversicherung für Staatsbedienstete der Fall ist. Sowieso, diese Methode würde die Ärzte nur dazu verleiten, zu viele Medikamente und unnütze Behandlungen zu verschreiben.

Das Gesundheitsministerium hat nun vorgeschlagen, dass die NHSO ihre Aufteilung von 9 auf 4 Teilbereiche reduziert - ambulant, stationär, Prävention und Sonstiges - sowie die 12 Service Area Offices über die Kriterien von Ausgaben entscheiden zu lassen.

Aber Winai hält von diesem Verfahren nichts, weil es bei Ausgaben nicht aufgrund von sorgfältig ausgearbeiteten Kriterien entscheide, gegen die Grundsätze der allgemeinen Krankenversicherung verstosse und die NHSO zu einem Geldlieferanten zurück stufe. 

Doch die NHSO habe sich für einen kurzfristigen Versuch des Vorschlags in 2 Service Areas entschlossen, um die Vor- und Nachteile vergleichen zu können, sagte Winai, und fügte hinzu, dass die Krankenhäuser Verluste erleiden, weil ihre Ausgaben höher als die Einnahmen sind. Die Einnahmen würden aber nicht nur aus der NHSO, sondern auch aus anderen Quellen stammen, wie beispielsweise dem Comptroller-Generals Department und dem Social Security Office, Ausgaben aber ausschliesslich von den Krankenhäusern selbst gemacht werden.


"Wir müssen darüber diskutieren, weshalb 105 Krankenhäuser rote Zahlen schreiben. Informationen über Verwaltung und Ausgaben sollten vorgelegt werden, damit festgestellt werden kann, was wirklich schief läuft", sagt Winai.

Im Geschäftsjahr 2015 soll die NHSO den Mangel an Liquidität der Krankenhäuser durch folgende Massnahmen beheben:
  • Vergabe von 500 Mio. Baht an Krankenhäuser in ländlichen Gebieten
  • Vergabe von 3 Mia. Baht an defizitäre Krankenhäuser zur Bezahlung der Gehälter
  • Reservierung von 1.8 Mia. Baht des Gehaltsfonds für Problemlösungen
  • Vergabe einiger Mittel zur Deckung von ambulanten Kosten um defizitäre Krankenhäuser zu unterstützen

Quelle: Nation

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