Samstag, 17. Januar 2015

Wegfall Mindestkurs Franken zu Euro - wenig Einfluss auf den Baht, aber Warnung vor Währungskrieg

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Droht ein Währungskrieg? 
Die Bank von Thailand erwartet nur einen geringen Einfluss auf den Baht nach der unerwarteten Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank SNB ihren seit mehr als 3 Jahre gehaltenen Mindestkurs zum Euro fallen zu lassen, wird die Situation aber genau beobachten.  

Während die Entscheidung der SNB nicht viel Einfluss auf Währungen in Schwellenländern haben wird, da der Schweizer Franken nicht verbreitet gehandelt wird, könnne sie eine kurzfristige Wirkung und Bedenken von Anlegern auslösen, sagte Chantavan Sucharitkul, Assisant Governor der Bank of Thailand. 

Der Baht habe die Aufhebung in einem gewissen Ausmass gefolgt, er sei dem sicheren Hafen Japanischem Yen gefolgt, sagte sie und fügte hinzu, dass die Thailändische Zentralbank Geld- und Kapitalbewegungen genau überwache.

Die Thailändische Währung verstärkte sich im Lauf der Woche um 0.6 Prozent und lag gestern gemäss Bangkok Bank bei 32.84 Baht pro US-Dollar, dem höchsten Kurs seit dem 4. November 2014. Der Kurs des Schweizer Frankens zum Baht erhöhte sich um mehr gegen 20 Prozent auf 37.73, der Euro fiel auf 38.37.


Wechselkurse der Bangkok Bank per 16. Januar 2015. 
Die Schweizer Nationalbank hatte die Mindestgrenze von 1.20 Franken pro Euro am Donnerstag gekappt und gleichzeitig den den Zinssatz für Einlagen von -0.25 auf -0.75 Prozent reduziert. Der Franken gewann in Kürze mehr als 20 Prozent zum Euro und verstärkte sich auch gegenüber US-Dollar und anderen Währungen. Der Wechselkurs zum Euro liegt zur Zeit bei unter 1 Franken.

Pipat Luengnaruemitchai, stellvertretender Geschäftsführer von der Thailändischen Privatbank Phatra Securities, sagte: "Die SNB wird so wahrscheinlich nicht von der quantitativen Lockerung der Europäischen Zentralbank EZB beeinflusst werden, wobei letztere möglicherweise aber bald zusätzlich Geld, sprich Euro, drucken wird. Wenn der Franken weiterhin dem Euro gegenüber gedeckelt geblieben wäre, gäbe es eine grosse Menge an Kapital, das in die Schweiz fliesst. Und dann würde die Nationalbank vor einem grossen Problem stehen, müsste den Schweizer Franken schützen."

Er fügte hinzu, dass die Entscheidung der SNB dazu beitragen könne, eine Überhitzung in der Schweizer Wirtschaft zu vermeiden und Kapitalfüsse verlangsame, während der Yen der sichere Hafen bliebe.


Und warnte vor einem Währungskrieg, da in nächster Zeit sowohl Japan als auch die Eurozone quantitative Lockerungsprogramme einleiten dürften.

"Andere Länder beginnen sich zu fragen, was als nächstes zu tun ist. Ab diesem Punkt wird das Kapital voraussichtlich in steigende Währungen mit hohen Zinsen fliessen. Dann gibt es eine Chance, dass vermehrt Kapital nach Thailand kommt", sagte Pipat.

Auf die Frage, ob sich Thailand an einem Währungskrieg beteiligen soll, sprach er von Vor- und Nachteilen. Wenn das Land nichts tue, würde der Kurs des Baht weiterhin steigen. Aber wenn einige entwickelte Länder die Zinsen senken um an Anziehungskraft für Kapital zu verlieren, müsse das Königreich mitmachen. 

Thailand müsse über eine Zinssenkung nachdenken, da Gefahren einer höheren Verschuldung von privaten Haushalten und Blasen in Vermögenswerten drohen.

Quelle: Nation

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