Dienstag, 27. Januar 2015

Kinder in Mae Fa Luang erben das Vermächtnis vom Drogenhandel

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Das Grenzgebiet im Norden Thailand's ist voll von Drogenproblemen und Chiang Rai's Bezirk Mae Fa Luang bildet keine Ausnahme. Eine der meisten vernachlässigten und gefährdetsten Gruppen sind die Kinder von Drogenkurieren und Drogenabhängigen.


Die 14-jährige Wipa muss sich und ihre Geschwister selbst versorgen. 
Sie sind dringend auf Hilfe angewiesen. Viele dieser Kinder kämpfen ums nackte Überleben, nachdem ihre Eltern wegen Drogendelikten verhaftet wurden. Einige wurden sogar selbst als Kuriere für Drogenhändlerringe angeheuert.

Wipa, nicht ihr richtiger Name, musste die Schule mit 12 abbrechen, nachdem ihre Mutter Nanu vor gut 2 Jahren wegen Drogenvergehen ins Provinz Gefängnis kam.

Das 14-jährige Mädchen eines Bergvolkes hörte mit der Schule auf, weil sie sich nur so um ihre drei jüngeren Brüder und eine Schwester kümmern kann. Wipa's früherer Lehrer glaubt, dass ihre Mutter nicht in den Drogenhandel verwickelt war, sondern sich dem Fall ihres Mannes Kaja annahm.

Allerdings hörte der nicht mit dem Drogenhandel auf. Er wurde schliesslich verhaftet und begann 2013 im Gefängnis Selbstmord. Die Tragödie zwang Wipa sich ihrer jüngeren Geschwister anzunehmen, sie fanden bei einer Tante Unterschlupf. 

"Wir vermissen unsere Mutter. Aber ich kann es mir nicht leisten, sie im Gefängnis zu besuchen", sagt Wipa. "Ich möchte gerne weiter zur Schule gehen, aber ich habe Angst, dass sich niemand um meine Geschwister kümmert, wenn ich nicht da bin." 

Sie verdient als Hilfsarbeiterin durch Holzhacken und Teepflücken 50-60 Baht pro Tag. Das meiste Geld braucht sie für Reis und Snacks für sich und ihre Geschwister. Sie muss arbeiten, weil auch ihre Tante kämpfen muss, um über die Runden zu kommen. Ihre Tante versorgt 9 Familienmitglieder, in ihrem winizigen Schlafzimmer hat sie auch noch Wipa und ihre Geschwister aufgenommen.


Erschwerend kommt hinzu, dass sie wie viele der Bergvölker nicht die Thailändische Staatsbürgerschaft besitzen. Somit erhalten sie keinen Zugang zu staatlicher Hilfe. 

Die 10-jährige Oraphan, Schülerin an der Ban Huay Schule in Mae Fa Luang, wird von ihren Lehrern versorgt und beschützt. Sie fürchten, sie könnte ins Drogengeschäft gezogen werden, wenn sie ihr erlauben würden, mit ihrer Opium süchtigen Grossmutter zusammen zu leben. Ihre Mutter hatte Oraphan bei ihrer Grossmutter gelassen, als sie wieder heiratete.

Die Schule kümmert sich um Dutzende von gefährdeten Kindern. Oraphan ist nur eines von mehr als 40 Kindern die in der Schule untergebracht sind, weil sie gefährdet sind oder auch viel zu weit weg wohnen, um täglich zu pendeln. In den nächsten Monaten werden voraussichtlich 70 weitere Kinder dazu kommen.

Lehrerin Nareerat Sriboonruang sagte, die Situation für die Kinder sei schrecklich.


"Die meisten Kinder sind einem enormen Risiko ausgesetzt, weil sie im Grenzgebiet wohnen, wo sie für Drogentransport und -handel missbraucht werden können oder am Ende selbst süchtig werden. Kinder im Alter von 9 Jahren wurden schon positiv auf Drogen getestet."

Landrat Worayan Boonarat von Mae Fa Luang sagt, der Bezirk ist eine Gefahrenzone für den Drogenhandel, er teilt 92 Kilometer der Grenze mit Myanmar.

Er sagt, das Problem sei sehr schwierig zu lösen, weil viele der 70'000 Einwohner in den 4 Gemeinden ohne Beschäftigung in Armut leben. Einige Dorfbewohner werden dafür bezahlt, Drogen in ihren Häusern zu verstecken, bevor sie weiter transportiert werden. Er ergänzt, dass mehr als 10 Prozent der Kinder seines Bezirks vom Drogenhandel betroffen sind.

Mae Fa Luang
Der Bezirk Mae Fa Luang im Norden Thailand's.
Der Generalsektretär des Office of the Narcotics Board, Permpong Chaovalit, sagt, sein Amt arbeite mit der Armee und lokalen Verwaltungsbeamten zusammen. Sie unterstützen Schulen und Kinder, die von Drogennetzwerken betroffen sind und versuchen Wege zu finden, ihnen zu helfen.

Im Bezirk Mae Fa Luang gebe es 21 Routen, auf denen Drogen transportiert werden, sagt Permpong, und fügt hinzu:

"Das Problem muss innerhalb und ausserhalb Thailand's gelöst werden - oder unsere Kinder werden minderwertige Menschen."

Quelle: Chiang Rai Times

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