Freitag, 16. Januar 2015

Drittes Geschlecht, faire und ungerechte Diskriminierung - die neue Verfassung Thailand's

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Nong Tum,  transsexuelle Muay Thai Boxerin. 
Der Verfassungsausschuss will homosexuelle Menschen in der neuen Verfassung mit der übrigen Gesellschaft gleichstellen. Zum ersten Mal in der Geschichte Thailand's soll das "Dritte Geschlecht" in einer Verfassung anerkannt werden.

Am zweiten Tag der Lesung unter anderem die Personenrechte der Verfassung von 2007 behandelt:

Artikel 4 sagt, dass die Rechte, Würde und Freiheit von Menschen rechtlich geschützt sind. In Artikel 5 steht, dass alle Thais, unabhängig von Geburtsort, Geschlecht und Religion, gleich behandelt werden sollen.


Thailand hat eine grosse Gemeinschaft homosexueller Menschen. Es verhält sich aber weitgehend konservativ, obwohl Homosexuelle, Transgender und Transsexuelle eine Schlüsselrolle in seiner Unterhaltungsindustrie einnehmen.

Das Gesetz in Thailand anerkennt gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht. Das verunmöglich homosexuellen Paaren, gemeinsame Bankdarlehen oder Krankenversicherungen abzuschliessen. Daneben ist unmöglich, das Geschlecht in Ausweisen ändern zu lassen. 

Viele des 250 Köpfe zählenden Ausschusses, des Constitution Drafting Committee CDC, wollen in beiden Artikeln den Begriff "Drittes Geschlecht" oder verschiedener Sexualität hinzufügen, damit diesen Menschen ihre Rechte eindeutig zugewiesen sind. 

Schon in der Verfassung von 2007 war es die Absicht, dass alle Menschen der Gesellschaft die gleichen Rechte haben, aber durch die genaue Definition soll es endgültig klar sein sagte eine Mitglied des CDC.

CDC Präsident Borwornsak Uwanno garantiert, dass der Begriff "Drittes Geschlecht" in den Verfassungsentwurf eingefügt wird. Er sagt aber auch, wenn noch genauer erklärt würde, wer diese Menschen seien oder der Ausdruck "verschiedener Sexualität" erwähnt würde, die Verhältnismässigkeit der Verfassung beeinträchtigt würde.


Er meint, die Menschen würden schon verstehen, wer mit dem Begriff "drittes Geschlecht" gemeint ist.

In Bezug auf die Bürgerrechte schlug ein Mitglied vor, dass im Entwurf die Bedeutung "die Rechte jedes Bürgers" um den Definition "jeder Bürger hat das gleiche Recht wie jeder andere" ergänzt wird.

Er begründet dies damit, dass in einigen Berufen Menschen diskriminiert würden, zum Beispiel Übergewichtige, sehr grosse oder sehr kleine Leute, und die Verfassung müsse dieses wichtige Thema regeln.

Der CDC Präsident ging auf den Vorschlag ein, erklärte aber, dass dies in der früheren Verfassung in den Artikeln 4 und 5 bereits klar geregelt sei.


Borwornsak sagte, dass in der realen Welt Diskriminierung nicht beseitigt werden könne, aber es zwei Arten gebe - eine faire und eine ungerechte Diskriminierung.

Wenn sich zum Beispiel 500 Leute für einen Job bei der Regierung bewerben, aber nur einer ausgewählt würde, sei dies eine faire Diskriminierung, die von der Gesellschaft akzeptiert würde.

Etwas anderes sei es, wenn beispielsweise einer Frau nicht erlaubt würde Tierärztin zu werden oder eine Krankenschwester, die nicht 1.5 Meter misst, keine Anstellung erhält - dies sei ungerechte Diskriminierung.

Der Präsident sagt, faire Diskriminierung würde nicht von der Verfassung akzeptiert, sondern von der Gesellschaft gebilligt, während ungerechte Diskriminierung nicht toleriert werden könne.

Quelle: Nation

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