Montag, 26. Januar 2015

Billiges Öl alleine macht Thai Airways nicht wieder flügge

1 Kommentar :
Droht Thai Airways das Grounding? 
Im vergangenen Jahr erlitt Thai Airways einen enormen Nettoverlust von 9.2 Mia. Baht. Wird sie 2015 in die Gewinnzone zurückfliegen, jetzt, wo der Treibstoff nur noch die Hälfte kostet?

Gemäss IATA kostet Kerosin in Asien und Ozeanien nur noch $68.5 pro Barrel, 46.7 Prozent weniger als vor 12 Monaten. Dank der fallenden Rohölpreise konnten Fluglinien weltweit mehr als $20.1 Mia. einsparen. 

Doch selbst wenn der Ölpreis über das Schicksal einer Fluggesellschaft entscheiden kann, würde Thai Airways dieses Jahr nicht schwarze Zahlen zurück schwingen.

Ein Angestellter der Thai sagte Reuters letzten September, dass die Airline ihren Kerosin Bevorratung auf 63 Prozent des Bedarfs bis Ende Jahr erhöht habe, 10 Prozent mehr als noch Mitte 2014.

"Solange die Treibstoffpreise im Bereich von $100-125 liegen, werden wir keine Verluste schreiben", sagte der Angestellte damals. 

Wenn das tatsächlich der Fall ist, schreibt die Thai täglich noch mehr Verluste, da der Preis aktuell deutlich tiefer ist. Das erklärt auch, weshalb Thai Airways seine Treibstoffkosten Zuschläge nicht senken kann, wie dies Thai AirAsia getan hat. Bei ihr macht Treibstoff 44 Prozent der Betriebskosten aus. Der thailändische Ableger von AirAsia sichert nur 15 Prozent ihres Treibstoffbedarfs für die erste Hälfte des Jahres ab.


Neben Treibstoffpreisen hängt die finanzielle Gesundheit von Thai Airways stark von vielen anderen Fragen ab, primär aber von Bürokratie.

Als staatliches Unternehmen, das Finanzministerium hält 51 Prozent der Anteile, sind mehr als die Hälfte des 20-köpfigen Vorstandes mit Bürokraten besetzt - Generäle und Beamte aus dem Finanz- und Verkehrsministerium - die wenig Kenntnisse von kommerzieller Luftfahrt haben.

In den letzten 10 Jahren wurde Thai für die falsche Wahl Flugzeuge angegriffen - zum Beispiel für die 4 A340-500, die jetzt stillgelegt wurden. Die Luftkreuzer, angeschafft für Langstrecken wie Bangkok-New York, waren unwirtschaftlich als der Ölpreis stieg. 

Singapore Airlines gab die Flieger 2013 zurück an Airbus. Aber wegen der Bürokratie war kein Vorstand von Thai Airways mutig genug, die Flugzeuge mit Verlust zu verkaufen - weil dann eine Untersuchung drohen würde.


Die grossen Vögel stehen am Boden, werden gewartet und belasten weiter die Finanzen der Fluggesellschaft.

Eine weitere Fehlentscheidung wartet an der nächsten Ecke beim Entscheid über Flugrouten. Es wird gemunkelt, dass Thai gewisse Routen streichen will, insgesamt gegen 30 Prozent aller Flüge. 

Gestartet wurde bereits am 15. Januar mit dem Wegfall der dreimal wöchentliche Verbindung von Bangkok nach Johannesburg. Kein Verantwortlicher stand für eine Erklärung dafür bereit, weder Betriebskosten noch Auslastung waren ein Thema.

Ein Manager von Thai sagte kürzlich, die Flüge nach Madrid und Moskau würden im März gestrichen. Aktuell fliegt die Airline 3x die Woche nach Madrid und 4x nach Moskau. Er erwähnt als Grund lediglich die schwache Performance und die schwindende Anzahl Passagiere. Mehr könnte folgen, die Flüge nach Mailand, New York und Destinationen in China und Australien.

Rerouting ist normal in der Branche. Aber aus der schlechten Bilanz von Thai Airways stellt sich die Frage, ob das Kürzen des Angebots wirklich aus der Klemme hilft. 


Es gibt Gerüchte, dass einige Inbound Routen nur angeboten werden, weil Politiker nach Bangkok pendeln. Und sie könnten stimmen, sind doch die Flüge in die Provinzen immer sehr schwach gebucht.

Ein ehemaliger Geschäftsführer wies darauf hin, dass die Thai nie Forschungsarbeit in ihre Marketingentscheidungen steckt. Es gab keine Erhebungen über potentielle Fluggäste für Routen. Die Bürokratie verlangt vom Management bei wichtigen Entscheidungen auch immer die Zustimmung des Vorstandes.

Häufige Änderungen im Vorstand haben in der Vergangenheit zu häufigen Wechseln im Management geführt. Ausser dem Gesamtergebnis wurde nie jemals jemand für Fehler verantwortlich gemacht, wenn eine Geschäftsentscheidung sich als Fehler herausstellte.

Kürzlich äusserte sich die Aktionärin Worawimol Na Ranong auf ihrer Facebook Seite über die schwache Leistung von Thai Airways. Sie stellte dabei die Ethik eines leitenden Managers von Thai in Frage, welcher gleichzeitig im Vorstand bei Nok Air sass, als diese sich mit Singapore Airlines darauf einigte, NokScoot zu gründen.

Noch in diesem Quartal wird NokScoot Mittel- und Langstreckenflüge ab dem internationalen Flughafen Don Mueang anbieten. Was geschieht, wenn die neue Airline Ziele anfliegt, die Geldesel von Thai Airways sind? Wie kann ein Verantwortlicher eine neue konkurrierende Firma unterstützen und gleichzeitig bei Thai sein Geld verdienen?

Der Vorstand von Thai trifft sich heute, ein neuer Business Plan steht im Fokus. Zu wünschen bleibt, das nicht wieder die gleichen Fehler gemacht werden, da beinahe alle Mitarbeitenden, noch tätig und in Rente, daran sind, ihre Hoffnung zu verlieren.


Thai Airways war eine der 5 grössten Fluggesellschaften der Welt. Es dauerte weniger als ein Jahrzehnt, diese Ehre zu verlieren.

Nun wird der einst so stolze Leader von Skytrax als 4-Sterne Fluggesellschaft bewertet.

Quelle: Nation


1 Kommentar :

  1. Und noch etwas, diese Gesellschaft versinkt in der Korruption.

    So viel ich es noch im Kopf habe, beschäftigen andere Gesellschaften im freien Markt gemessen an der Zahl der Flugzeuge gerade einmal halb so viele Mitarbeiter.

    Ich glaube es waren einmal vor Jahren ca. 26ooo Mitarbeiter, und Vergleichs-Gesellschaften hatten deren 12-16000.

    Damals nahm man an das sie bald einmal nicht mehr Konkurrenzfähig sein würde.
    Und wenn ich vergleiche wie der Service bei Singapur ist, so lege ich nur noch wenig Wert darauf mit Thai zu fliegen.

    In meiner Verwandtschaft habe ich ein Mädchen das noch den Traum von der Stewardess hegte. Aber bei Thai brauchts nicht nur die offiziell erfüllten Aufnahmekriterien von wegen Mindestgrösse, Englisch usw., sondern es muss auch erheblich was unter dem Tisch rüber wandern. Es kursierten da Zahlen von umgerechnet 6000 Franken und mehr.
    Und natürlich kommen dann auch nicht die am besten geeigneten zu dem Job, sondern vor allem diejenigen, welche schon einen Verwandten haben der da arbeitet, und eben solche mit Beziehungen und Geld.

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