Montag, 5. Januar 2015

Ausländische Banden, automatische Ampeln und Polizisten vor dem Bankrott

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Polizeichef Somyot Thailand
Polizeichef General Somyot Pumpanmuang gibt die Ziele der thailändischen Polizei 2015 bekannt. Er setzt insbesondere auf eine Spezialeinheit im Kampf gegen internationale Banden, die Thailand als Basis oder Rückzugsort nutzen.

Er sagte, die neue Einheit werde als Teil seines Ziels "Effizienzsteigerung der Royal Thai Police" in der Bekämpfung von Verbrechen gebildet, welche von grenzüberschreitenden Banden begangen werden.

Zur Zeit suchen Offiziere, die einen Fall mit ausländischen Kriminellen bearbeiten, die Zusammenarbeit mit der aussenpolitischen Abteilung der Polizei. Ausländische Kriminelle und Banden betrachten Thailand als einen Zufluchtsort, auch Pädophile, Finanzbetrüger, Kreditkartenscammer, Räuber, Drogenhändler und Terroristen.

In ihrer Heimat entkamen sie den Fängen des Gesetzes und verstecken sich in Thailand. Aber auch Banden verlagern ihren Stützpunkt in Touristenzentren wie Pattaya und Phuket.

Gemäss einer aktuellen Studie des Thailand Institute of Justice TIJ haben mindestens 22 internationale Banden Thailand als Basis gewählt. Sie kommen aus Ländern wie Russland, Rumänien, Deutschland, Kolumbien, Mexiko, Guatemala und Peru.

Die neue Einheit wird noch diesen Monat ihren Dienst aufnehmen. General Major Thitrach, ab 15. Januar neuer Chef des Central Investigation Bureau CIB, wird das Projekt leiten. Das CIB ist die einzige Behörde, welche Festnahmen im ganzen Land vornehmen kann. Es soll neu Informationen und Aktivitäten von ausländischen Kriminellen und Banden bündeln und in einer Datenbank sammeln.

Die neue Einheit der Royal Thai Police wird die Kommandozentrale bei der Zusammenarbeit zur Verbrechensbekämpfung mit anderen Ländern sein.

Der stellvertretende Polizeichef General Jakthip Chaijinda wählt die Offiziere für die Einheit persönlich aus. Sie sollen über Erfahrung und Wissen in Koordinationstätigkeiten mit ausländischen Botschaften verfügen.

Somyot betonte, dass sich die Bildung einer Spezialeinheit aufgrund der wachsenden Anzahl von Ausländern, die nach einer Straftat Zuflucht in Thailand suchen, geradezu aufgedrängt habe. Er fügte an, dass Thailand für viele, die hierher kommen, ein offenes und lebenswertes Land sei. Es gebe eine Menge Sehenswürdigkeiten, gutes Essen, frische Luft und Gastfreundschaft.


Die Royal Thai Police wurde 1933 gegründet und umfasst heute über 230'000 Beamte
Neben dem Kampf gegen internationale Kriminalität will die Polizei sich auch verstärkt um andere Straftaten wie Mord, Diebstahl, sexuelle Übergriffe und Drogendelikte kümmern. 

Ein Schwerpunkt soll die Unterdrückung von Menschenhandel und illegale Arbeitsmigration bilden. Es sei Regierungspolitik die Probleme der Arbeitsmigration anzugehen, wie Somyot ausführte, die USA und auch die EU würden die Situation in Thailand genau überwachen.

Die Bedrohung, welche von Terrorismus ausgeht sei ein weitere Herausforderung der Polizei, auch wenn Thailand kein bestimmtes Ziel sei. Es gebe keinen Raum zur Selbstzufriedenheit. Die Royal Thai Police soll auch weiterhin stark gegen den Drogenhandel wirken.

Eine andere Aufgabe sieht Somyot darin, das öffentliche Vertrauen wieder herzustellen. Eine Möglichkeit dazu sieht er in der Verbesserung der Verkehrssituation. Nicht nur in Bangkok, auch in den umliegenden Provinzen. 

"Die Polizei versucht die Verkehrsprobleme mit Hilfe von Kommunikation und Technologie, wie ferngesteuerte Ampeln, zu lösen."

Noch in diesem Monat sollen 300 Kreuzungen, an denen Verkehrspolizisten die Ampeln von Hand bedienen, mit dem System ausgestattet werden.

General Somyot fügte, etwas bewegt, hinzu, die Lebensqualität der Strafverfolgungsbehörde müsse auch verbessert werden. Beinahe 50 Offiziere hatten im vergangenen Jahr Selbstmord begangen, vor allem aus finanzieller Not.

"Nicht viele werden davon gehört haben. Aber gegen 2'000 Polizisten stehen vor dem Bankrott, weil sie ihre Schulden nicht zurück zahlen können."

Quelle: Chiang Rai Times

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