Dienstag, 23. Dezember 2014

Stopp den "Killing Fields" in Thailand

Keine Kommentare :
Zebrastreifen Krabi Thailand
Zebrastreifen in Krabi: ob das hilft? 
Fussgängerstreifen in Thailand sind "Killing Fields." Zu viele unschuldige Opfer verlieren ihr Leben in diesen vermeintlich sicheren Zonen.

Unabhängig davon was das Gesetz vorschreibt, in der Praxis haben Fussgänger nie wirklich Vortritt. Nicht ungewöhnlich, auf halben Weg gestoppt zu werden, weil Fahrzeuge aus anderen Richtungen den Durchgang verweigern.

Amtliche Statistiken gibt es nicht. Aber wenn man sich die Nachrichten ansieht, muss die Anzahl verletzter und getöteter Menschen im Bereich markierter Fussgängerstreifen in Thailand sehr hoch sein.

Jüngstes Opfer ist Kanjapas Siriprathum, eine 29-jährige Künstlerin, die für einen Fernsehsender arbeitet. Ein Kleinlastwagen fuhr sie vergangenen Donnerstag über den Haufen und verletzte sie schwer. Sie hatte den Fussgängerstreifen an der Asoke Kreuzung in Bangkok überqueren wollen. 

Besonders tragisch, aber sinnbildlich: die Lichter der Ampel für Fussgänger waren zum Zeitpunkt des Unfalls auf grün. 

An der genau gleichen Stelle, an der vor ihr schon andere Opfer von rücksichtslosen Autofahrern wurden. Thailand unternimmt nichts dagegen, diesen Trend aufzuhalten. Wie viele Opfer braucht es noch auf diesem Schlachtfeld?

Dabei gilt nach thailändischem das selbe Recht wie in der Schweiz - vor einem Fussgängerstreifen muss zwingend gestoppt werden - auch ohne Ampel. Wer dagegen verstösst, wird bis zu 1'000 Baht Busse bestraft.

In einen Unfall verwickelte Fahrer müssen Opfer oder ihre Familien entschädigen. Bei einem Todesfall erhalten rücksichtslose Fahrer dazu bis zu 10 Jahren Gefängnis und eine Busse bis zu 20'000 Baht.

Der lange Arm des Gesetzes ist jedoch nicht immer lange genug, um sie ernsthaft zu bestrafen. Berühmte Entertainer, welche mit ihrer Raserei mehrere Todesopfer verursachten, wurden wohl verurteilt. Nachdem sie die Familien entschädigt hatten, wurde die Gefängnisstrafe jedoch ausgesetzt.

Viel Thais werden dadurch ermutigt. Hinter vorgehaltener Hand sagen sie, besser jemand sei gleich tot als nur verletzt. Dann könne sich niemand mehr beklagen oder bei einem Gericht Gerechtigkeit einfordern.

In zivilisierten Ländern fahren Automobilisten bewusst vorsichtig, weil sie wissen, dass Recht und Gesetz streng vollzogen werden. Wer Betrunken am Steuer erwischt wird, hat nichts mehr zu lachen.

Würde Thailand die gleich harte Haltung gegen rücksichtslose Autofahrer durchsetzen, würde sich unsere Fahrkultur ändern. Wie gut oder schlecht auch immer sie ausgebildet sind. 

Die Verkehrsteilnehmer auf thailändischen Strassen sind sich noch nicht bewusst, was sie mit ihrer Fahrweise anrichten und dass sie bei Unfällen Verantwortung für Schäden und den Verlust von Menschenleben tragen.

Der Fussgängerstreifen ist eine Stelle, wo Fahrer ihr Fahrzeug stoppen und Fussgängern Vortritt zu Überquerung der Strasse geben müssen. Wenn eine Ampel da ist und sie für Autofahrer rot, für Fussgänger grün leuchtet, müssen Autos stoppen, ganz einfach und auch ohne theoretische Fahrausbildung leicht zu merken.
Fussgängerstreifen Thailand

Gleichzeitig sollten die Behörden die Stellen für Fussgängerstreifen sorgfältig auswählen und einige Meter vorher Warnlichter anbringen. Eben nicht als Standort eine Kurve wählen.

Jeder Verkehrsteilnehmer ist gefordert, auch Sie. Stoppen wir die "Killing Fields" auf Thailand's Strassen, besonders auf Fussgängerstreifen.

Quelle: Nation

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen