Donnerstag, 26. März 2015

Sex, Geld und Protz - Gesetz zum Schutz der Mönche Thailand's vor sich selbst

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Skandal nach Skandal wird aufgedeckt, Mönche protzen mit Privatjets und missbrauchen Mädchen. Genug, sagt die Militärregierung und initialisiert ein Gesetz für Ruhe und Ordnung im Klerus.
Tambun Thailand
Nicht alle Mönche machen mit Spenden etwas für ihr gutes Karma.  
Der Buddhismus lehrt Genügsamkeit, aber der Abt des berühmten Wat Saket und Mitglied des Obersten Sangha Rates kam unter Verdacht für den Missbrauch von Milliarden von Spendengeldern. Obwohl offiziell freigesprochen, bleibt die Öffentlichkeit skeptisch. Experten meinen es gäbe verschlungene Pfade, vor allem bei den berühmten Wat, wie das Spendengeld ausgegeben werde. 

Das National Institute of Development Administration, NIDA, geht von 100 - 120 Milliarden Baht Spenden pro Jahr aus.

Spenden werden als persönliches Taschengeld von Mönchen eingesackt und die Finanztransaktionen der Tempel werden nicht überprüft. Einige Tempel für ihre Propaganda Maschine angeklagt, welche durch ihr raffiniertes Marketing enorme Geldmengen von Gläubigen anziehen. Andere Wat wandeln grosse Flächen ihres Landbesitzes in Märkte um oder lassen kommerzielle Gebäude darauf errichten.

In Thailand gibt es um 300’000 Mönche in 35’000 Wat und 5’000 Klostern. Zusammen besitzen sie Land im Wert von 40 Milliarden Baht. Wat und Klöster sind vor dem Gesetz Non-Profit Organisationen. Aber, die Äbte haben die Kontrolle über Kapital und Besitz und niemand kontrolliert sie. 

Einige Mönche werden in Luxuslimousinen herum chauffiert, andere tragen hochwertigen Markentaschen umher. Wieder andere werden bei sexuellem Missbrauch erwischt. Viele werden ihrer Robe entledigt, aber keiner wird angeklagt, weil es kein Gesetz dafür gibt.

All die Vorfälle, welche den Buddhismus unterminieren, sind nun auch dem Nationalen Rat für Frieden und Ordnung, NCPO, ein Dorn im Auge. Der NCPO unterstützt die sogenannte Patronage and Protection of Buddhism Bill, welche zur Zeit vom Staatsrat, Council of State, überprüft wird.

Der Rat will eine zentrale Aufsichtsbehörde, the Patronage and Protection of Buddhism Committee, welche alle Finanztransaktionen mit Spendengeldern überwacht. Das Gesetz wird, wenn in Kraft, neue Maßstäbe setzen. Bestrafung von Mönchen, welche gegen ihr Gelübte verstossen, wäre möglich.

Die bestehende Verordnung zur Regelung von Wat und Klöstern, der Sangha Act, existiert seit 1941 und wurde im Lauf der Zeit zweimal angepasst. Letztmals 1992, als alle buddhistischen Einrichtungen einer Zentralbehörde, dem Sangha Supreme Council, unterstellt wurden. Der Council wird von seiner Heiligkeit dem Obersten Patriarch geleitet, er umfasst die 12 ehrenwertesten Mönche Thailand’s. Der Rat überwacht die Einhaltung des Sangha Acts und kann Mönche bei Fehlverhalten bestrafen.

Treiber hinter dem neuen Gesetz ist Nopparat Benjawatthananant, der frühere Direktor des National Office of Buddhism. Er sagt, das Gesetz werde die juristischen Gebilde, welche die einzelnen Wat betreiben, zum Wohl der Öffentlichkeit vereinheitlichen und rationalisieren. Es wird auch Strafen und disziplinarische Massnahmen für Mönche und Novizen festsetzen, welche sich entgegen den Regeln des Buddhismus verhalten.

Die Mönche sind die eigentlichen Hüter der Regeln, sie müssen selbst Mut und Entschlossenheit gegen Verstossende beweisen, meint Nopparat. Seine grösste Sorge ist, dass sich die Mönche gegenseitig schützen.

Das neue Committe wird weitreichende Macht haben, von der Untersuchung bis zur Verfolgung fehlbarer Mönche. Es wird auch der Öffentlichkeit ermöglichen, Klage gegen Mönche und ihre Komplizen einzureichen.

Und es zwingt Tempel und Klöster - welche die Gläubigen lehren, sich fleissig ihr gutes Karma zu erkaufen - sich selbst zu reformieren.

Quelle: Bangkok Post

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