Dienstag, 2. Dezember 2014

Monkey Business - die Hassliebe Lopburi's zu seinen Affen

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Sie schwingen von Telefonkabel zu Stromkabel, plündern vorbeifahrende Pick Ups und brechen in Geschäftshäuser ein, nehmen mit, was immer sie in ihre Pfoten kriegen. Für die Tausende Makaken in der historischen Innenstadt von Lopburi gelten die Regeln von guter Nachbarschaft nicht. Anwohner sagen, ihre Beziehung zu den Affen sei eine Hassliebe.


Affenfestival Lopburi Thailand
Affenfestival in Lopburi: Früchte und Gemüse in rauen Mengen.
Auf der einen Seite sind sie die Hauptattraktion von Lopburi, 150 Kilometer nördlich von Bangkok, scheinbar der einzige Grund, die Stadt zu besuchen und eine endlose Quelle von Lachen und Spass.


Aber die Affen sind auch ein Ärgernis und scheinen sich wie Kaninchen und unkontrolliert zu vermehren. Fast jeder in Lopburi zeigt ihnen gegenüber eine gewisse Zuneigung und hofft gleichzeitig, dass die Stadtregierung endlich etwas unternimmt um ihre Zahl einzuschränken.

Am letzten Sonntag waren die Makaken die Ehrengäste beim 26. jährlichen Affenfestival. Sie wurden mit einem oppulenten Buffet eingedeckt: Litschi Limonade, mehr als 2 Tonnen Früchte und 1 Tonne Gemüse. Gesponsort von Anwohnern und einer Hotelgruppe, die den Event fördern.

Die Hauptfeier wurde im Wat Prang Sam Yot begangen, einem Tempel im Khmer Stil aus dem 13. Jahrhundert und besser bekannt als Affentempel. Er markiert das Herz der Affengesellschaft. 

Die Feier kostete rund 400'000 Baht. Viele Anwohner sagen, dass sie den Affen gerne etwas spenden, da sie so viele Besucher in die Stadt bringen. Eine Band spielte traditionelle Thai Folklore, kostümierte Tänzer performten und die Kamera bestückten Touristen fotografierten die Affen bei ihrer Schlemmerei.


Trotz ihres besonderen Status sind sie eine Quelle für chronische Kopfschmerzen für Ladenbesitzer, Arbeiter und Bewohner in unmittelbarer Nähe des Affentempels.

"In letzter Zeit verstärken sich die Probleme, denn es werden immer mehr und sie breiten sich in andere Stadtteile aus", sagt Itiphat Tantipati, der ein Hotel in der Nähe besitzt, während er mit einem langen Bambusstock die Affen von den Autos seiner Gäste verjagt. "Sie beschädigen das Gebäude, reissen Drähte runter, zerschlagen Fenster und reissen Gummiteile aus Autos heraus."

Fast jeder, der rund um Wat Sam Yot Prong lebt hat eine Affen-Verscheuch-Gerät zur Hand. Sei es ein langer Stock, eine Schleuder oder eine Spielzeugpistole. Einige Unternehmen haben ihre Geschäfte wegen der Affen verlassen, etliche leer stehende Gebäude sprechen eine deutliche Sprache.


"Dies hier war ursprünglich ein Volkstheater, später wurde es in ein Einkaufszentrum umgewandelt. Aber auch das scheiterte, als die immer neugierigen Makaken die Einkaufstaschen der Kunden plünderten. Seit 10 Jahren steht das Haus leer." 

Sorapong Wongdeen, ein 55-jähriger Mann aus der Stadt, zeigt auf die geschlossenen Fensterläden weiterer Gebäude, die an den Affentempel angrenzen. 

"Auch diese Häuser sind verlassen, kein Anleger würde hier Geld investieren. Wer weiss, wohin die Leute gingen. Aber hier kann man nicht mal das Auto parken, geschweige denn etwas verkaufen."


Einige Hausbesitzer haben 12 Volt Elektrozäune entlang der oberen Stockwerke installiert und versuchen damit, die Tiere von ihren Dächern und Markisen fernzuhalten. Regelmässig ertönt dieser Schnapp-Ton und kurz wird ein Stromstoss sichtbar, der manchmal genügt, die Affen fernzuhalten.

Andere nehmen sie als Schicksal hin. "Ich spiele mit ihnen", sagt Suthip Tantiwong, die 60-jährige Besitzerin eines kleinen Shops für Fahrzeugteile. Während sie spricht, wandert ein Baby Makake in den Laden und besteigt eine Glasvitrine.

Affe Lopburi Thailand

Suthip schüttelt sanft die Hände des kleinen Wesens, greift dann in eine Tüte voller Süssigkeiten, nimmt einen Lolli heraus und gibt ihn dem Affenbaby.

Sofort sind einige mehr da, erwarten eine kostenlose Mahlzeit. Doch bevor es zu Handgreiflichkeiten kommt, greift Suthip eine Spielzeugpistole, zielt auf die Neuankömmlinge und drückt ab. Der Knall verscheucht die Affen, zischend und schreiend springen sie davon. 

"Sie klauen jeden Tag, aber sie beissen nicht. Es sei denn, sie sind wütend", meint Sunit Krataipo, der 59-jährige Verkehrspolizist. Er ist an einer belebten Kreuzung gegenüber des Tempels stationiert. 

"Auch wenn es einige Probleme geben mag, Bisse und Kratzer von wütenden Affen sind selten."

Quelle: Kaosod

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