Samstag, 20. Dezember 2014

Kein Alkoholverbot über Neujahr - trotz Rekordzahl an Verkehrstoten

Keine Kommentare :
367 Menschen getötet, 3'344 verletzt  - das war die Bilanz nach den "7 gefährlichsten Tagen" auf Thailand's Strassen zum Jahreswechsel 2013/14.


Verkehrsunfall in Thailand

Partygänger aber können aufatmen. Auch dieses Jahr darf über die Feiertage wieder Alkohol verkauft werden. Das Alcohol Control Committee hat nach einigem Hin und Her endgültig entschieden, auf einen Bann in den Neujahrstagen zu verzichten.

Vorgeschlagen wurde das Verbot, weil Alkoholkonsum für Tausende von Unfällen und Hunderte von Verkehrstoten verantwortlich ist.

"Wir glauben, dass weitere Studien notwendig sind, um alle Meinungen in der Gesellschaft zu berücksichtigen. Der Bann von Alkohol würde eine sehr grosse Anzahl Menschen betreffen", sagte Gesundheitsminister Rajata Rajatanavin, der Vorsitzende des Committees.

Er bestritt, dass die Entscheidung aufgrund eines Kommentars von Premierminister Prayath Chan-o-ch getroffen wurde. Prayuth hatte vor kurzen erklärt, dass der keine Einwände gegen den Verkauf von alkoholischen Getränken habe. Seine Aussage kam auf die Frage, was er von einem Alkoholverbot über Neujahr und Songkran halte.


Die grosse Tragödie an Neujahr und Songkran ist, dass es so wenige Menschen bekümmert. Der dramatische Anstieg der Zahl an Verkehrstoten über die Feiertage wird nicht nur erwartet, sondern akzeptiert. Die offizielle Antwort von Polizei und Politikern zeigt nur kleine Verbesserungen, während das Verhalten der Lenker von Fahrzeugen trotz der hohen Anzahl an Todesopfern nicht besser wird. Es ist wird fast so behandelt, als ob die Konsequenzen von so vielen betrunkenen Auto- und Motorradfahrern Schicksal sei und Neujahr wie Songkran eine natürliche Auslese von Opfern vornimmt. Kommentar in der Bangkok Post vom 13. April 2014

Rajata bekräftigte, dass der Kontrollausschuss nur nach weiteren umfassenden Untersuchungen und Studien eine Verbot während der wichtigsten Feiertage in Thailand verhängen könne. 

Beschlossen wurde jedoch auf Vorschlag des Disease Control Departments, dass an öffentlichen Piers, Transportstationen sowie allen staatlichen Stellen und Unternehmen der Verkauf von Alkohol verboten wird.

Kein Alkohol an den wichtigsten buddhistischen Feiertagen

Entschieden wurde auch, dass an den wichtigsten religiösen Feiertagen wie Visakha Bucha, Mahkha Bucha und Asalha Bucha kein Alkohol verkauft werden darf.

Theera Watcharapranee, Geschäftsführer des Stop-Drinking Network Office, sagte, er respektiere die Entscheidungen des Alkohol Kontrollausschusses. "Aber wir werden weitere Informationen zusammentragen, welche für ein Verbot sprechen. Wir haben noch Zeit für einen Antrag vor den Songkran Feiertagen (Mitte April)."

Gut 40 Personen demonstrierten gestern vor dem Gesundheitsministerium für ein Verbot. Nach Angaben des Youth Network of New Face Drinker Prevention wurden letztes Jahr in den 7 gefährlichsten Tagen bei Verkehrsunfällen 367 Menschen getötet und 3'344 verletzt. Gegen 70 Prozent der Unfälle ereignen sich abends und nachts. 

"Fast die Hälfte der Unfälle standen im Zusammenhang mit Trunkenheit am Steuer", stellte Teerapat Kahawong, der Koordinator des Netzwerks, fest.


Ampel Thailand
Wie manche den Verkehr in Thailand sinnbildlich empfinden.
Aber auch wenn nicht gerade Feiertage anstehen, hält Thailand den Rekord für tödliche Verkehrsunfälle in Asien und liegt nach Niue, einen kleinen Insel im Südpazifik mit 1'600 Einwohnern, und der Dominikanischen Republik weltweit an 3. Stelle. 

38 von 100'000 Menschen sterben in Thailand pro Jahr bei Verkehrsunfällen. In Deutschland sind es 4.7, in der Schweiz 4.3, der weltweite Durchschnitt beträgt 18.

Quelle: Nation

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen