Dienstag, 9. Dezember 2014

Gesundheitsversorgung in Thailand - gleicher Standard für alle?

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Nicht alle Patienten werden so begrüsst
Thailand hat derzeit 3 staatliche Gesundheitssysteme mit stark unterschiedlichen Leistungen. Das People's Health System Movement drängt darauf, die Lücken zu schliessen und ein System für alle anzubieten.

Die Frage ist aber nicht, ob es einen Zusammenschluss gibt, sondern viel mehr, ob die politischen Entscheidungsträger fähig sind, allen Bürgern die gleichen medizinischen Leistungen zu bieten.

Thailand unterscheidet das Universal Healthcare System, den Health-Benefit als Teil des Social-Security Scheme und das Healthcare Programme für Staatsangestellte und deren Familien.


Gesundheitsversorgung Thailand


  • Das Universal Healthcare System umfasst 48 Millionen Menschen mit Pro-Kopf-Kosten 2013 von 2'755 Baht - Total 109 Mia. Baht
  • Vom Health Benefit profitieren 9 Millionen mit durchschnittlichen Kosten von 2'500 Baht - Total 27.5 Mia. Baht
  • Staatsangestellte und Familien machen 5 Millionen Menschen aus, sie kosteten Thailand durchschnittlich 12'500 Baht - Total 60 Mia. Baht

Dueanden Nikhomborirak, Direktorin am Thailand Development Research Institute TDRI sagt, die Mitglieder des Social Security Systems erhalten am wenigsten medizinischen Nutzen, auch wenn sie als einzige monatlich dafür einzahlen. Viele Gesundheitsexperten und Verbraucherschutz Organisationen kritisieren dies ebenfalls.

Es wurde vorgeschlagen, dass sie keine Beiträge mehr einzahlen sollten, da sie sowieso nicht mehr Leistung erhalten als das, was auch mit dem völlig kostenlosen universellen Gesundheitssystem geboten wird. 

Das People's Health Systems Movement weist auch darauf hin, dass nur diejenigen, die bezahlen, ein äusserst kompliziertes Verfahren für eine etwas aufwändigere Behandlung durchlaufen müssten.

Dueandan meint daher, Mitglieder des Social Security Systems sollten sich nicht gegen einen Vereinheitlichung des Gesundheitssystems wehren. Starken Widerstand erwartet sie von den Beamten und deren Familien.


"Das Healthcare Programme für Beamte wird von ihnen selbst als soziale Wohlfahrt, nicht als Krankenversicherung wahrgenommen. Daher werden sie eine Zusammenführung der Systeme als Beschneidung ihres Status ansehen."

Sie schlägt deshalb ein "Fadeout" Verfahren vor. Bisherige Mitglieder behalten die bisherigen Leistungen, neu angestellte Beamte werden zu neuen Bedingungen verpflichtet.

Die politischen Entscheidungsträger können Studien konsultieren, dass einige Länder ihre Gesundheitssysteme bereits erfolgreich und ohne grossen Widerstand der Bevölkerung zusammengeführt haben, wenn die Regierungen bereit waren, die Kosten zu tragen und Beiträge ihrer Bürger verzichteten.


Grossbritannien zum Beispiel hat seine Krankenkassen zusammengeführt und machte das nationale Gesundheitssystem für alle kostenlos. Dabei verliert die Regierung nichts, sie nutzt die Einkommenssteuer zur Finanzierung des Programms.

"Wenn du kein Einkommen hast und arm bist, bezahlst du nicht. Ich zum Beispiel, und andere die Einkommen haben, bezahlen, aber nicht der Social Security, sondern dem Staat. Im Gegenzug erhalte ich dafür eine Krankenversicherung", erläutert Dueanden.

Der TDRI Bericht ergänzt, dass die französische Regierung für ihr Gesundheitswesen nicht auf die Einkommenssteuer angewiesen ist, weil sie es aus der Vermögenssteuer finanziert.


In Thailand widersetzen sich einflussreiche Gruppen wie Krankenhäuser und Ärzte einer einheitlichen Krankenkasse - weil sie massiv von der Abgabe von teuren Medikamenten an kranke Beamte profitiert.

Auch Südkorea konnte das Gesundheitswesen reformieren, auch wenn es Jahrzehnte dauerte, alle verschiedenen Programme zu vereinheitlichen. Laut dem TDRI Bericht hatte sich die koreanische Regierung schliesslich bereit erklärt, den Ärzten für ihre Zustimmung eine Lohnerhöhung von 40 Prozent zu gewährleisten.

Noch ist unklar, in welche Richtung die thailändische Regierung geht. Hoffen wir, dass Thailand aber bald in der Lage ist, hochwertige medizinische Versorgung an die gesamte Bevölkerung anzubieten.

Die Junta Regierung hat echte Reformen versprochen. Wird sie auch bereit sein, einen neuen Standard zu setzen und allen hochwertige Gesundheitsdienstleistungen ermöglichen?

Quelle: Nation

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