Samstag, 27. Dezember 2014

Affäre um den blauen Diamanten - auch nach 25 Jahren nicht gelöst

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Der Oberste Gerichtshof bestätigte gestern Freitag die 10-jährige Haftstrafe von Oberst Prasert Chanthrapipat von der Royal Thai Police. Er hatte von einem Edelsteinhändler, der vor 25 Jahren aus dem Palast eines saudiarabischen Prinzen gestohlene Schmuckstücke erworben hatte, 660’000 Baht Bestechungsgeld genommen.

Blue Diamond Affair
Am Anfang der Affäre um den blauen Diamanten: Präsentation des sichergestellten Diebesguts. 
Prasert, ehemaliger Superintendent der Kavallerie, war einer der 8 Angeklagten, welcher vom Edelsteinhändler Santi Srithanakhan 1993 Schmiergeld erpresst hatten. Andere Angeklagte, einschliesslich Chalor Kerdthes, ehemaliger Generalleutnant der Polizei, hatten ihre Strafe schon früher nach Einspruch beim Berufungsgericht akzeptiert. Nur Prasert zog den Fall weiter.

Der Oberste Gerichtshof verhörte 4 Personen, welche Praserts Behauptung, es hätte bei der Geldübergabe keine Zeugen gegeben, entkräfteten und bestätigte die Strafe.

Santis Frau und sein Sohn waren ermordet worden. Eine Gruppe thailändischer Polizisten wollte den Juwelier damit unter Druck setzen und Informationen über den gestohlenen Schmuck erpressen. Die Bestechungsgelder waren in dieser Zeit eingetrieben worden.

Der Skandal um den blauen Diamanten

Kriangkrai Techamong, Hausmeister im Dienst von Prinz Faisal bin Fahd, stahl 1989 Schmuck und wertvolle Edelsteine im Wert von 500 Mio. Baht.

Als Hausmeister hatte er Zugang zu allen Räumen im Palast des Prinzen. Er versteckte seine Beute in einem Staubsaugerbeutel und schmuggelte sie aus Saudi Arabien in sein Haus in der Provinz Lampang in Thailand.

Ermittlungen durch ein Team der Royal Thai Police unter der Leitung von Generalleutnant Chalor Kerdthes führten zur Festnahme von Kriangkrai und Sicherstellung des grössten Teils des Schmucks.

Kriangkrai wurde zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt, aber bereits nach 3 Jahren entlassen, weil er den Diebstahl gestand.

Das Ermittler Team der Royal Thai Police flog zur Rückgabe des Schmucks nach Saudi Arabien. Die saudischen Behörden stellten aber schnell fest, dass die Hälfte des zurück gegebenen Schmucks gefälscht war und das wertvollste Teil, ein 50-karätiger blauer Diamant, fehlte.

Daraufhin reiste Mohammad Al-Ruwaili, ein dem saudischen Königshaus nahestehender Geschäftsmann zu Abklärungen nach Bangkok. Dort wurde er entführt und ermordet.

Drei Monate später wurden 3 Beamte der saudischen Botschaft in Thailand erschossen aufgefunden. Die Mordfälle wurden nie aufgeklärt.

Später wurde Generalleutnant Chalor für den Mord an Frau und Sohn des Edelsteinhändlers Santi und Bestechung angeklagt und 1995 zum Tode verurteilt.

Der Oberste Gerichtshof bestätigte die Todesstrafe am 16. Oktober 2009. 7 weitere Polizisten waren ebenfalls für schuldig an den Morden und Bestechung befunden worden.

Chalors Strafe wurde von König Bhumipol an seinem 84. Geburtstag auf 50 Jahre reduziert.

Die Affäre hatte weitreichende Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Saudi Arbabien und Thailand. Unter anderem wurden nach den Morden an den saudischen Beamten Thais keine Arbeitsvisa mehr ausgestellt, den Saudis von einem Besuch von Thailand abgeraten und die diplomatischen Vertretung auf Chargé d'Affaire herabgestuft. 

1989 hatten noch über 150'000 Thailänder in Saudi Arabien gearbeitet, nach dem Skandal waren es noch 10'000.

Der heute 73-jährige ehemalige Polizeichef hatte die Ermittlungen um den Diebstahl des Schmucks geleitet. Ursprünglich zum Tode verurteilt, später begnadigt wurde er schliesslich im Oktober 2013 nach 19 Jahren im Bang Kwang Gefängnis wegen seines hohen Alters und chronischer Krankheiten entlassen.

Verschiedene original Schmuckstücke tauchten unter mysteriösen Umständen wieder auf, unter anderem in einem Plastiksack am Pfeiler eines Verkehrsschildes in der Stadt Phrae im Norden Thailands. Darin war neben Schmuck ein Zettel, auf dem stand: Ich habe den Schmuck lange gehortet. Ich fühle mich nicht wohl. Bitte gebt ihn nach Saudi Arabien zurück.

Vom legendären blauen Diamanten aber fehlt trotz wilder Spekulationen nach wie vor jede Spur.

Quelle: Bangkok Post

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