Samstag, 15. November 2014

667 Tagen Gefängnis - Müllsammler hatte für 20 Baht Filmkopien verkauft

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Ein barmherziger Samariter hat einem Müllsammler eine Busse von 133'400 Baht für den Verkauf von aus Abfall gesammelten Film- und Musik Raubkopien bezahlt - sonst hätte er 667 Tage im Gefängnis verbüssen müssen. 
Schwarzkopien Thailand
Skurril oder typisch? Raubkopien gibt's auf jedem Markt, der kleine Mann wird gebüsst. 
Surat, Müllsammler bei den städtischen Betrieben von Bangkok, der die CD's für nur 20 Baht pro Stück verkauft hatte, wurde wegen Missbrauch des Urheberrechts schuldig gesprochen.

Der Oberste Gerichtshof hatte am Donnerstag den Schuldspruch bestätigt und ordnete die Busse von 133'400 Baht an. Weil der 28-jährige Surat das viele Geld nicht hatte, wurde er ins Zentralgefängnis von Pathum Thani eingeliefert.


In Thailand gilt bei Bussen: 200 Baht = 1 Tag Gefängnis -> 133'400 Baht = 667 Tage Gefängnis.

Der Fall erregte in der Öffentlichkeit viel Aufsehen und brachte Surat Sympathien ein, weil der das Verbrechen aus Unwissenheit begangen hatte. Auch schätzen ihn seine Vorgesetzten vom Saphung Sung Office als grossherzigen und hart arbeitenden Mann.

Ein Anwalt des barmherzigen Samariters, der selbst anonym bleiben will, bezahlte schliesslich am Freitag morgen die Strafe am Gericht an der Ratchadaphisek Road und fuhr anschliessend zur Haftanstalt um Surat, den Müllsammler, in die Freiheit abzuholen.


Interessanterweise erschien später am Morgen auch die Direktorin der Müllabfuhr von Saphan Sung vor Gericht und wollte Surat mit von Bangkok's Gouverneur Sukhumbhand Paribatra und Innenminister Anupong Paochinda zur Verfügung gestellten Mitteln auslösen.

Dort angekommen fand sie heraus, dass bereits jemand bezahlt hatte. Auch Surats Tochter und sein Vater eilten zum Gericht, als sie von der Freilassung hörten. "Wir sind dankbar, das so viele Menschen Surat helfen wollen", meinte sein Vater und machte sich auf den Weg zur Haftanstalt.

Nach seiner Entlassung bedankte sich der Müllsammler bei allen, die ihm geholfen hatte und sagte: "Ich werden wieder arbeiten gehen, um für meine Eltern und meine Familie zu sorgen."

Später am Tag überreichte er Gouverneur Sukhumband Blumen für seine Unterstützung und als Dank, dass er weiterhin für die Bangkok Metropolitan Administration BMA arbeiten darf.

Erst dachte er, dass sie ihn entlassen würden. Als sein Fall aber Schlagzeilen machte, schritt auch das BMA ein und half mit Anwälten und moralischer Unterstützung. Surat sagte, er habe eine teure Lektion gelernt. Er habe nicht gewusst, dass der Verkauf von CD's ungesetzlich ist. 


"Einige CD's kamen vom Müll, einige aus meinem Haus, ein paar von Freunden. Als meine Frau zum zweiten Mal schwanger wurde, habe ich alles verkauft, was irgendwie etwas Geld einbrachte. Auch alte Kleider und Taschen."

Gouverneur Sukhumband meinte abschliessend, er und seine BMA hätten geholfen, als sie erfuhren, was geschehen war. "Weil die Stadt ihre finanziellen Ressourcen nicht für solche Fälle einsetzen darf, erwägen wir, einen Fonds für unsere Angestellten und Arbeiter einzurichten."

Quelle: Nation

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