Montag, 17. November 2014

Schönheitsoperation wie Reisen in Thailand - sicher, aber passen Sie auf

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Als Nachwirkung der beiden letzten Todesfälle bei Schönheitsoperationen sind ernsthafte Fragen entstanden, ob die plastische Chirurgie in Thailand sicher ist.

Derzeit bieten landesweit Hunderte von Ärzten Schönheitsoperationen in rund 80 lizenzierten Kliniken und Krankenhäusern an. Dazu kommen viele, die keine offizielle Bewilligung für ihre Tätigkeit haben, dafür mit tiefen Preisen locken. Neue Nase? 1'500 Baht.


Die Preise von Schönheitsoperationen in einer lizenzierten Klinik in Thailand.
Eine Rechtsanwältin der NGO iLaw gab bekannt, dass sie aktuell 15 Leute berate, bei denen eine Operation schief gegangen war. In 12 Fällen sind die Verhandlungen soweit abgeschlossen, dass die Opfer eine Entschädigung erhalten.

Diese Fälle sind wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Immer wieder tauchen Fälle von missratenen Schönheitsoperationen in den Medien auf. Samatchaya ist eine von ihnen. Letztes Jahr machte sie einen der beliebten "Nose Jobs" in einer Bangkoker Klinik. Bei einem Nose Job wird die asiatische in eine Art europäische Nase umgebastelt.


"Aber mein Leben hat sich verschlechtert." Statt einer schönen Nase hat sie schwere gesundheitliche Beschwerden. Sie kann nur noch durch den Mund atmen, der Arzt hat sich geweigert, Verantwortung zu übernehmen.

"Manchmal dachte ich daran, mir das Leben zu nehmen." Sie fand bei Surasat, dem Betreiber der Webseite dodeden.com Hilfe. Die Seite informiert über Risiken und Probleme bei Schönheitsoperationen, trotzdem wird auch viel Werbung für plastische Chirurgie angezeigt.

Surasit von dodeden ist zuversichtlich. Er wird Samtchaya einen guten Berater zur Verfügung stellen zu können. Trotz vieler Fälle misslungener Operationen ist er überzeugt, dass sich viele Leute nach wie vor verschönern lassen wollen. "Sie sollten sich vorgängig einfach besser über die Risiken informieren."


Der General Sekretär thailändischen Ärztekammer, Dr. Sampan Komrit, sagt, dass es wenige problematische Fälle gibt. Er ist der Ansicht, dass plastische Chirurgie in Thailand sicher ist.

Auf die Todesfälle angesprochen meint er, dass viele Faktoren eine Rolle spielen, nicht nur die Fähigkeiten des Arztes, sondern auch der Gesundheitszustand des Patienten und die Ausstattung der Klinik.

Sampan erklärt, dass die Todesfälle folgen von Allergien bei der Anästhesie gewesen seien. Höchstens 1 von 50'000 Patienten entwickle einer Allergie, im Durchschnitt wären es 1 von 200'000. Eines der Risiken bei einer Schöhnheitsoperation, meint er,  erfahrene Ärzte in einer gut ausgestatteten Klinik haben gute Chancen das Leben zu retten, wenn eine Allergie auftrete. 


Auf die Frage, ob auch ein allgemeiner Arzt plastische Chirurgie durchführen könne, gibt er an: "Zur Zeit, ja."

Aber er offenbart, dass die Ärztekammer plane, dass ab nächstem Jahr nur noch speziell ausgebildete Fachärzte Schönheitsoperationen durchführen dürfen. Es soll Ausbildungsprogramme für verschiedene Operationsarten geben, jede dauere zwischen 6 und 12 Monaten. Sampan führt weiter aus, dass mit dem Start der neuen Regeln des Medical Council auf ihrer Webseite eine Liste mit den staatlich geprüften Chirurgen veröffentlicht werde. 


Bis dahin, so sein Rat, sollen Kunden Anbieter auswählen, welche mindestens 10 Jahre Erfahrung haben und für 30 bis 90 Tage nach der OP Follow Up Termine vereinbaren, damit allfällige Nebenwirkungen überprüft werden können.

Der Generaldirektor des Health Service Support Departments Boonruang hält fest, dass sein Department die bei ihnen registrierten Kliniken streng auf ihre medizinischen Einrichtung überwachen und Patienten, die einen lizenzierten Anbieter wählen sicher sein könnten. Wenn bei ihren Prüfungen eine Klinik nicht den Anforderungen entspreche, werden sie bis zur Behebung sofort vorübergehend geschlossen. 

Die Ärztekammer selbst plant das Gesundheitsministerium zu bitten, dass Anästhesie Mittel nur für grössere Operationen reserviert werden. Boonruang denkt, dass es zukünftig weitere Gesetze geben wird, die Patienten von Schönheitsoperationen schützen.


Allerdings fordert er die Leute auf, sich nicht alleine auf die Behörden zu verlassen, wenn um den Schutz ihrer Rechte und ihr Leben geht.

Er empfiehlt, den Hintergrund von Ärzten und den medizinischen Einrichtungen einer Klink vorgängig zu überprüfen. Patienten sollten wenigstens wissen, ob die Klinik ihrer Wahl ordnungsgemäss beim Health Service Support Department registriert ist.

In Thailand bieten offiziell 80 Kliniken und Krankenhäuser Schönheitsoperationen an, 60 davon in Bangkok. Die Ärztekammer hat 335 Ärzte für plastische Chirurgie , 456 für Gesicht Rekonstruktions Chirurgie lizenziert.

Wer die Nasen thailändischer Frauen einmal genauer betrachtet und durch bestimmte Gegenden in Bangkok oder Pattaya geht, sieht schnell, dass die Dunkelziffer an selbst ernannten Spezialisten enorm sein muss. 

Quelle: Nation

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