Mittwoch, 19. November 2014

Korruption in Thailand - Grundbuchämter vor der Polizei die Nr. 1

Kommentare :
Grundbuchämter sind die korrupteste staatliche Institution. Die Polizei folgt an zweiter Stelle wenn es darum geht, mit illegalen Zahlungen sich einen Dienst zu erleichtern, stellt eine wissenschaftliche Studie fest.
Bestechung in Thailand
Korruption in Thailand: wo die Gelder hin fliessen.
Unter dem Titel "Korruption in der Thailändischen Bürokratie 2014" untersuchte die renommierte Chulalongkorn Universität Einstellung und Erfahrungen von Haushaltvorständen im Umgang mit Bestechung von Beamten in Thailand.


7.2 Prozent von 6'048 befragten Personen gaben an, von Beamten von Grundbuchämtern zu Bestechung aufgefordert geworden zu sein, 6.1 Prozent wurden von der Polizei darum gebeten.

Grundbuchämter, welche dem Department of Lands unterstehen, sind die Agentur für alle Transaktionen und Dokumentationen für den Kauf und Verkauf von Grundstücken. Die Ämter sind berechtigt eine Gebühr zu erheben, die Beamten aber fordern mehr Geld zur Beschleunigung von Arbeiten und zur Legalisierung von grauen Dokumenten.

Beispiel, wie vorgegangen wird: Als die Frau des Verfassers dieses Berichts ihr Grundstück von Nor Ror Sam, dem 2. höchsten Landtitel in Chanote, dem höchsten, umwandeln liess, wies der Chefbeamte sie darauf hin, gegen 10'000 Baht die Sache in 2 Wochen zu erledigen, sonst dauere es ein halbes Jahr.

Auch Zoll- und Land Transport Department nahmen auch Gelder. 2.4, bzw. 1.9 Prozent der Befragten gaben, Bestechungsgelder für Dienste benötigt zu haben.


Immerhin ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich mit der letzten Studie vor 15 Jahren zu verzeichnen. 1999 lag der Anteil bei den Grundbuchämtern bei 12.3, bei der Polizei bei 8.5, beim Zoll bei 10.3 und beim Transport Amt bei 7.7.

Die Grundbuchämter waren nicht nur anteilmässig an der Spitze, auch bei der geforderten Summe lagen sie vorn und verlangten auch mal mehr 100'000 Baht. Polizei und Steuernbehördern verlangten Bestechungsgelder zwischen 10'000 und 100'000 Baht. 


Auch öffentlichen Schulen und lokale Verwaltungen fordern Privathaushalte zu Schmiergeldern auf. Durchschnittlich 11'796 Baht für Schüler, welche ohne erforderliche Qualifaktion die nächste Stufe erreichen wollten. 

Der Zoll liess sich für 10'538 Baht, die Polizei für 4'919 Baht bestechen. Gemeindeverwaltungen liegen am unteren Ende der Bechtungsskala, verlangen durchschnittlich nur 1'000 Baht.

Die Studie geht davon aus, dass die Grundbuchämter insgesamt 1.9 Milliarden Baht an Korruptionsgeldern eingenommen haben, die Polizei 1.7 Milliarden und die öffentlichen Schulen 640 Millionen.


Thailändische Haushalte bezahlten 4.9 Milliarden Baht Bestechungsgelder an 10 staatlichen Ämter. Aber immerhin, dreimal weniger als noch 1999.

Die Befragten gaben die Korruption als wichtiges Thema an, hielten sie aber nicht bedeutender als ihre eigenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten.


Korruption ist eine chronische Krankheit in Thailand und die Haushalte vertrauen Medien, Justiz und der Bürokratie nicht. 

Die meisten der Befragten fordern harte Strafen für korrupte Beamte und wollen, dass die Regierung die Bekämpfung als erste Priorität angehen. 

Der stellvertretende Generaldirektor des Departments of Lands ist sich des schlechten, korruptionsbehafteten Rufs seiner Grundbuchämter bewusst, hält aber fest, dass 800 Ämter im Griff zu haben eine schwierige Aufgabe sei.

Aber es werde versucht, Ethik und Moral unter den Beamten zu steigern, Korruption zu verhindern. Moderne Informationstechnologie im Management System verringere zunehmend die Möglichkeiten für Beamte an Schmiergelder zu kommen.

Die Royal Thai Police gibt sich bescheidener. Sie hat Kanäle geöffnet, in denen Beschwerde über die Arbeit der Polizei eingelegt werden kann.

Quelle: Nation

Kommentare :

  1. Schon vor sicher 5 Jahren wurde genau das festgestellt, nämlich das das Land-Amt als am korruptesten wahrgenommen wird.

    Natürlich, mit der Polizei hat der Normalbürger auch ohne das er Landbesitz hat, oft zu tun, denn wir alle wissen, die Polizei lebt von Korruption und deren Beamte trifft man fast zwangsläufig immer wieder.

    Beim Land-Amt ist es etwas anders, aber dort geht um die grossen Beträge.
    Ich habe selber der Familie meiner Frau zu einem Dutzend Chanots verholfen. Sie leben im Distrikt Bangkok seit 300 Jahren und immer auf dem selben Land. Sie wohnen im Dorf, und haben ihr Reisland nebenan gleich über der Grenze zum Nachbardorf.
    Als es nach 1932 begann mit den echten Eigentumsrechten und Landtiteln in Thailand, da dauerte es aber noch Jahrzehnte bis das auch von Reisbauern genutzt werden konnte oder wurde. Die Familie meiner Frau erhielt das erste Grundpapier vor ca. 50 Jahren für das Land auf dem sie wohnen. Das bemerkenswerte daran ist aber, sie sind in ihrem Dorf von 450 Einwohnern noch heute die einzigen die ein Chanot haben.

    Als man vor langer Zeit daran dachte den Landbesitz zu registrieren, die Grosseltern meiner Frau waren da die treibende Kraft, hatte fast niemand im Dorf das Geld um die Papiere und die dazu nötige Landvermessung zu bezahlen.

    Einer alleine konnte zwar seine Felder eintragen lassen, bei seinem Haus das meist im Dorf steht, wahr das aber etwas diffiziler und nur mit dem Einverständnis all seiner Nachbarn möglich. Denn sonst war die Klärung der genauen Grenzen auf den kleinparzelligen und verwinkelten Flächen fast kaum zu bewerkstelligen.

    Also taten sie sich schlussendlich zusammen, jeder spendete etwas und man beantragte für die ganze Fläche ein einziges Chanot. Und eben dieses lautete auf den Nahmen der Grosseltern meiner Frau.

    Mit den Jahren und mit zunehmender Bildung der Bauern wurden die Nachbarn aber immer etwas misstrauischer. Man hatte Angst, dass wenn etwas passiert, sie ihr Land verlieren könnten.

    Also kam man überein das das Chanot zwar nicht "geschnitten" wird, das heisst …..auf die anderen Nachbarn verteilt und eingetragen, das aber nicht mehr die Grosseltern meiner Frau sondern einer der Nachbarn das Chanot verwahrt. Naja, obs der irgendwie als Sicherheit oder so etwas hätte benutzen können, ich meine ohne Ausweis und mit einem anderen Namen drauf….????

    Nun ja, sie waren so offenbar beruhigter…..

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  2. Also, ….hätte man das Chanot aufgeteilt, so hätte jeder etwas bezahlen müssen, es ist eine Art Steuer / Gebühr ans Landamt, die jenes aufgrund der Bewertung des Landes berechnet. Dieser Wert wird mit einem Buch ermittelt in den der Staat die Bodenpreise nach Regionen und Gemeinden bewertet und verzeichnet hat. Sie kommen also nicht wie in der Schweiz üblich, ins Haus oder zum Land und bewerten es um den Steuerwert festzustellen, sie sehen im ihrem Buch nach.

    Als ich davon erfuhr und es natürlich bemängelte, wollte die Mutter meiner Frau das Chanot holen und sich ihr Grundstück auf einem eigenen Papier eintragen lassen.
    Das weil sie wollte das ich dort ein Häuschen baue, was aber ohne Papier auf meine Frau ausgeschlossen bleibt. Nun ja, und was soll ich dort im Wald hinter den Bergen bei den 7 Zwergen….(((-: Es sind zwar nur 20 Minuten bis BKK, trotzdem….. um 18°° ist dort Tiefschlaf…..

    Nun aber hatten die Nachbarn nach Jahrzehnten plötzlich grosse Angst man könnte sie betrügen. Sie Rückten also das Papier nicht raus. Warum man nicht einfach auf dem Land-Amt ein neues beantragen konnte, ich weiss es nicht....? Thailand eben......!!!!

    Nun ja, nachdem ich anfinanzierte und wir die Polizei einschalteten, tauchte es dann doch noch auf.
    Natürlich musste die Polizei auch dazu „ermuntert“ werden…
    Jetzt ist allerdings die Schwierigkeit, das wir das Chanot nur "schneiden" können, wenn alle Nachbarn einverstanden sind, was aber auch bedeutet das sie alle etwas bezahlen müssten.

    Das aber wollen sie wieder mal nicht, lieber kaufen sie ein neues …..i-Phone / Auto........(((-:
    Das heisst, sie wollten das Papier schon gerne schneiden lassen, aber wir sollten dann für alle ca. 30 Nachbarn bezahlen, die ja alle auf dem Chanot der Grosseltern stehen.

    Also es ist verzwickt die ganze Sache.

    Ich denke, wir werden ihnen eines Tages erklären wie das mit der Korruption in Thailand ist, und das sie alle auf dem Chanot der Mutter meiner Frau stehen, die Grosseltern sind ja mit 90 Jahren verstorben.

    Als wir uns auf dem Landamt erkundigten, realisierte der Beamte natürlich bald einmal das wir eher Geld haben wie der Rest des Dorfes.
    Und er erklärte uns dann ausführlichst, das wir eigentlich das ganze Dorf betrügen könnten, denn es existiere zu dem bislang nur ein einziges Chanot, und darauf stehe nun die Mutter meiner Frau.

    Also er sprach nichts von Bestechung, aber er meinte genau das.

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  3. Wir könnten zum Besitzer des Dorfes werden, merken würden das die Dorfbewohner eventuell mal in 5-10-20 Jahren, dann vielleicht einmal wenn sie selber ein Papier vom Landamt wollen, …..aber feststellen müssen, das ja alles auf uns lautet.
    Ich kann nun das Thaidokument nicht lesen auf dem das Land eingetragen und eingezeichnet ist, aber ich vermute mal das dort ein Vermerk steht das es eine Art Gemeinschaftspapier ist, denn sonst wäre ja kein Hebel für Korruption vorhanden. es gehört uns ja quasi schon.

    Es ist in Thailand ja durchaus üblich Land gemeinsam zu halten und auf den Grundpapieren mehrere Namen eintragen zu lassen. Die aber fehlen auf dem Papier das wir halten......... Ob das vor 40 Jahren alles korrekt gehandhabt wurde....???

    Ich schreibe das hier, weil die Streitereien um Land in Thailand in die Myriaden gehen.

    Und wenn ich nur schon überblicke was ich für unsere Papiere alles tun musste, so ist da ein sehr weites Feld für die ganz grosse Korruption. Ich vermute es gibt noch weite Landstriche die ohne jedes Papier sind oder nur einen der 8 anderen Land-Titel tragen, die alle nicht wirklich ein 100% Eigentumsrecht darstellen.

    THaksin Shinawatra wollte in seiner Regierungszeit ja mal ein Gesetz verabschieden, laut dem hätte in Thailand alles Land auf Chanots eingetragen werden müssen.
    Es kam nicht dazu, der Widerstand war sehr gross, nur schon auf das andenken so einer Vorlage.
    In Thailand ist ja auch die Armee qu8asi der Verwalter grossen Landbesitzes. Das meiste davon wurde ihr zur Nutzung überlassen, weil eine Armee ja auch Übungsplätze und anderes benötigt.
    Aber vieles davon wird seit Jahrzehnten nicht verwendet, ja es liegt oft auch nur Brach.

    Landreformen sind aber bis heute kein Thema, ja die Armee weigerte sich in der Vergangenheit Land an die Regierung zurück zu Übertragen.

    Tja, wenn man sich fragt, warum es in Thailand unter den Generälen fast nur Multi-Millionäre gibt, hier wäre einer der Gründe zu finden……………….

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