Mittwoch, 26. November 2014

Immigranten sind der Schlüssel zu unserem Erfolg

1 Kommentar :
Ein Kommentar von Sanitsuda Ekachai. 
Ongto, 11 spricht fliessend Thai und Burmesisch. Seine Klassenkamerad Thanaphol fliessend Thai und Khmer. Die beiden Jungen und rund 300’000 mehr Kinder von Migranten könnten unser wertvollstes Kapital sein, dem Land geschenkt für eine starke wirtschaftliche Position in Südostasien. Aber unsere tief verwurzelten Vorurteile sagen, dass dem nicht so ist.

Ich traf Ongto und Thanapol vor einigen Jahren, als ich eine Grenzschule in Trat besuchte. Ihre Eltern arbeiteten in einer Kautschuk Plantage. Für sie war die Schule ein wichtiger Rückzugsraum. Nicht nur lernten sie lesen und schreiben, dort hatten sie auch Freizeit und konnten spielen, wie alle Kinder das können sollten.

"Ich muss um 3 Uhr morgens aufstehen und meinen Eltern helfen, Latex von 600 Bäumen einzusammeln", sagte Ongto in perfektem Thai ohne irgendwelchen Akzent. "Oft kann ich meine Augen morgens in der Schule nicht offen halten."

"Ich will meinen Eltern helfen, aber ich will nicht in einer Kautschuk Plantage arbeiten, wenn ich gross bin. Ich weiss nicht, was die Zukunft mir bringen wird."

Ongto ist nicht der Einzige, der sich vor einem solchen Leben fürchtet. Gemäss einem Netzwerk für Migranten sind die meisten ohne Papiere. Viele staatenlos, was die Situation nochmals gefährlicher für Ausbeutung und Missbrauch macht.

Ich hatte mich an Ongtos Gesicht erinnert, als ich las, dass Barack Obama in den USA ermöglicht hat, dass 5 Millionen Menschen ohne Dokumente legal arbeiten dürfen. Kinder, welche vor ihrem 16. Lebensjahr angekommen waren, werden nicht ausgeschafft.

Obama’s Erklärung, dass die USA schon immer waren ein Einwanderungsland waren und es für immer bleiben werden machte mich nachdenklich. Unsere Nation ist auch ein Einwanderungsland.

Schauen Sie nur die Liste der reichsten Leute Thailand’s an. Die meisten sind chinesische Händler in der zweiten oder dritten Generation. Das selbe bei vielen Top Technokraten und Professoren. 

Eins ist klar: sie würden heute nicht zur Elite gehören, wenn sie oder ihre Vorfahren als illegale Immigranten behandelt und von der thailändischen Staatsbürgerschaft ausgeschlossen worden wären.

Das alte Siam empfing Immigranten herzlich. Seine Anführer, welche Siam gegründet hatten, waren als Immigranten eines Tai sprechendes Volkes aus dem Süden Chinas an den Chao Phraya gekommen. 

Während der Zeit der Königreichs Ayutthaya bestand kulturelle Vielfalt. Sie machte die Stadt zu einer prosperierenden und kosmopolitschen Weltstadt. Europäer und Perser waren willkommen dem Königshof zu dienen, während chinesische Seefahrer für den internationalen Handel angestellt wurden und die Stadt reich machten.

Chinesische Siedler wurden gerne gesehen. Auch war es damals Praxis, Menschen aus im Krieg besiegten Ländern von verschiedenen Ethnien und Kulturen in Siam unterzubringen.

Kurz gesagt, die Legende des ethnisch homogenen Thai Volkes ist genau das - eine Legende. König Taksin zum Beispiel hatte einen chinesischen Vater, der in Ayutthaya als Steuereintreiber arbeitete.

Das alte Siam sah auch verschiedene Migrationswellen von ethnischen Mon Myanmar. Und es ist eine allseits bekannte Tatsache, dass die Könige des Rattanakosin Reiches Mon waren.

Bis vor gut 50 Jahren erhielten alle in Thailand geborenen Kinder die thailändische Staatsbürgerschaft. Diese weltoffene Einstellung wurde abgetötet durch die ultra-nationalen Kampagnen unter dem Regime von Plaek Pibulsongkram und gipfelten im Kalten Krieg zum Schutz der nationalen Sicherheit und Angst vor einer kommunistischen Invasion.

Leider indoktriniert das Bildungssystem weiterhin Generation für Generation Kinder mit rassistischen Mythen.

Es ist politischer Selbstmord. Der rassistische Nationalismus verweigert malayischen Muslimen ihre Identität zu bewahren und ihre Ressourcen zu nutzen. Mit dem Resultat eines nicht enden wollenden Blutbades.

Rassismus hält die Mittelschicht davon ab zu erkennen, wie bereichernd die Kultur der malayischen Muslime ist und ihre Sprache zur Stärkung der nationalen Wirtschaft im Handel mit anderen muslimischen Ländern sein könnte.

Unser schnell wachsendes Land braucht die Arbeitskraft der Jungen um die Wirtschaft zu erhalten. Mit ASEAN im Anzug, brauchen wir Leute, die die Sprache unserer Nachbarn sprechen.

Kindern von Migranten eine gute Schulausbildung und eine Chance hier legal leben und arbeiten zu dürfen würde unsere Wirtschaft unterstützen, wie in früheren Generationen schon bewiesen wurde. Aber, die Regierung will ihre Unterstützung kappen, was zur Folge hätte, dass sie keine Schule mehr besuchen könnten. 

Wir sind blind für sich bietende Gelegenheiten weil wir blind sind für Menschlichkeit. Wir töten unser Zukunft aufgrund ethnischer Vorurteile. Wir können niemanden ausser uns selbst für unsere Herzlosigkeit beschuldigen.

Von Sanitsuda EkachaiJournalistin der Bangkok Post mit Interesse an sozialen Fragen und thailändischem Buddhismus

Übersetzt aus: Bangkok Post

1 Kommentar :

  1. Ich bin beeindruckt über soviel Weitsichtigkeit was die Immigranten betrifft. Ähnliche Probleme haben wir auch in Deutschland. Es sind Gott sei dank eher die wenigen die Glauben das Immigranten ein Problem statt eine Bereicherung.

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