Samstag, 22. November 2014

Ich bin kein Diktator - sagt ein angefressener Prayuth

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Der Vorsitzende der thailändischen Militärjunta und Premier Prayuth hat den Ruf nach Demokratie von studentischen Aktivisten abgewiesen, versichert aber, kein Diktator zu sein.
Prayuth Thailand
Kein Feind von niemandem, sagt Prayuth am 21.11.2014 zur Presse.
"Ich bin kein Feind von niemandem, aber ich bitte alle meine Arbeit nicht zu behindern. Ich bin bereit alle Meinungen anzuhören. Die Studenten können mir schreiben, was sie denken.", sagte Prayuth an der gestrigen Pressekonferenz. Und fügte schnell hinzu:

"Aber fragen Sie mich nicht nach Demokratie. Fragen Sie nicht nach Wahlen. Das gibt es nicht."

Die 5 Studenten von der Khon Kaen Universität, welche während einer Rede des Premiers das verbotene "3-Finger-Salut" gezeigten hatten - eine Geste von Gegnern des Militärcoups, übernommen vom Film Hunger Games - wurden inzwischen nach einem Gespräch mit ihren Eltern freigelassen.

Sie hatten zuvor auch in einer Erklärung gegen den Putsch vom 22. Mai protestiert, welchen sie als Rückschlag für Thailands Demokratie ansehen. General Prayuth schlug ihr Streben nach Demokratie in den Wind:

"Ich mag nicht zu 100 Prozent ein Demokrat sein. Aber ich frage Sie, was kann Thailand von 100 Prozent Demokratie gewinnen? Finden Sie es raus und sagen Sie es mir."

Schon früher hatte Prayuth versprochen, dass frühestens im 2015 ein nationale Wahl stattfinden würde. Erst aber nationale Versöhnung und Reform ausgeführt werden müssen. Der Junta Chef kritisierte auch die Medien für ihre Berichterstattung über den "3-Finger-Salut" und anderer Anti-Coup Aktivitäten der vergangenen Tage.

"Die Medien haben mir zu helfen. Sie haben 2 Aufgaben. Einerseits Situationen zu erklären und Verständnis zu schaffen, auch mit leichten kritischen Untertönen. Sie haben aber auch die Pflicht, die Missionen dieser Regierung zu unterstützen. Wenn immer nur geschrieben wird, Proteste sind die Sache an sich, kommen wir nirgends hin. All die guten Dinge, die ich getan habe, wären umsonst gewesen."

Auf die Frage eines Reporters, ob es den Medien noch erlaubt sei, seine Fehler zu kritisieren, antwortete er: "Was hab ich falsch gemacht? Sagen Sie es mir."

Keiner der Journalisten nahm ihn in die Pflicht.

General und Premier Prayuth verfügt über nahezu absolute Macht. Gerne präsentiert er sich als selbstloser Beschützer der Thais, der gezwungen wurde, den Coup d'Etat vom 22. Mai zu inszenieren, um Thailand inmitten von Wirren wieder Frieden und Ordnung zu schenken.

Prayuth meinte, seine Regierung sei nur Moderator in der laufenden nationalen Reformbewegung. "Wir versuchen, alle in den Reformprozess mit einzubeziehen, damit sich alle über Endergebnis freuen können."

Weiter sagte er, die Regierung sei Schiedsrichter oder Organisator, kein Spieler.

"Im Sport müssen sich die Athleten an die Regeln halten. Schiedsrichter sind dazu da, dass sie eingehalten werden. Der Organisator sorgt dafür, dass jeder, der am Wettkampf mitmacht sicher ist, auch die Fans."

Quellen: Kaosod, Nation

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