Montag, 10. November 2014

Ein Interview - mit Entschuldigung an einen Vogel, ein Vermögen und einen Fisch

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Khun Jod Lukplasaenmon. Sie sind Berater des Premier Ministers?

Genau.

12 Werte in Thailand

Sie geben dem Premier also Ratschläge.

Lassen Sie mich sagen, wir versuchen es. Wir sind ein Team. Aber der Premier ist ein sehr intelligenter Mann, wissen Sie.

Ja?

Oh ja, ausserordentlich intelligent. Manchmal braucht er unsere Ratschläge nicht. Eigentlich meist, um die Wahrheit zu sagen.

Okay. Diese Kampagne gegen Korruption, war das etwas, dass Sie ihm geraten haben?

Gut, also das versteht sich von selbst. Das kommt von Premier selber. Er ist so erpicht darauf, die Korruption auszurotten. Und ich denke, der Erfolg bisher spricht für sich.

Ja, selbstverständlich. Da waren die überteuerten Lotterie Lose.

Das war einer der ersten Erfolge.

Und die Jet Ski Mafia auf Phuket.

Mit der haben wir aufgeräumt.

Ja, aber es scheint, dass sie zurück ist.

Zurück?

Die Jet Skis. Eigentlich waren sie nie weg. Und die Lose kosten wieder soviel wie zuvor.

Aber der Preis waren für eine kurze Zeit tiefer.

Dann war die Korruption also ausgelöscht.

Aber sicher. Für eine bestimmte Zeit. Sehen Sie, Korruption ist etwas sehr kompliziertes und sie, unglücklicherweise..

..hat sich selbst wieder ins Leben gerufen?

Genau.

Ist die Lotterie Los Kampagne allenfalls gescheitert, weil 3 oder 4 grosse Händler den Verkauf monopolisieren?

Gut, wir sind noch am Beginn. Da kann man nicht erwarten, dass die Korruption in ein paar Wochen verschwindet. Und sicher ist, dass wir unsere Lektion aus der Los Kampagne gelernt haben.

Heisst das, dass Sie zukünftig an die grossen Fische rangehen?

Möglicherweise. Oder vielleicht verfolgen wir erst Fälle, an denen keine Haie beteiligt sind. Wir werden sehen.

Es gab viel Kritik an der Untersuchung der Morde auf Koh Tao.

Die zwei britischen Touristen, traurige Geschichte.

Ja, und zwei burmesische Migranten sind zur Zeit wegen Mordes angeklagt.

Genau, die Beweise sind überwältigend.

Möglicherweise. Aber warum gab es denn soviel Kritik an der Arbeit der Polizei, in Thailand wie auch im Ausland?

Da dürfte es es eigentlich keine Kritik geben. Das entspricht nicht unseren Regeln.

Ja? So sollen die Leute in Thailand also glauben, dass die Polizei einen guten Job gemacht hat?

Wer weiss. Aber was auch immer sie denken, es sollte keine Kritik geben. Das ist nicht erlaubt.

Aber geben Sie zu, dass es aus dem Ausland Kritik gegeben hat, aus England und Myanmar?

Also wissen Sie, die sind weit weg. Und dann gibt es das Sprachproblem, die verstehen die Fakten nicht. Es ist ein Problem, wenn du kein Thai bist.

Sie würden also behaupten, die Untersuchung der Polizei war..?

Völlig ausreichend. Wie der Premier erwähnte, gemäss der britischen Polizei wurde alles so gemacht wie in England.

Ja, das hat der Premier gesagt. Stellt die englische Polizei also neue Verordnungen auf, vor den Medien? Und veröffentlich persönliche Angaben der Opfer, lässt jeden den Tatort des Verbrechens begehen?

Gut, der Premier hat gesagt, beide hätten die selben Lehrmittel. Vielleicht gibt es unterschiedliche Auslegungen.

Aber der Premier hat in diesem Fall selbst, sagen wir, nicht sehr hilfreiche Bemerkungen angebracht.

Sie meinen den Bikini Kommentar?

Genau.

Sie müssen verstehen, dieser Fall ist so unglaublich ernst, die Leute üben starken Druck aus und der Premier fühlte das, er hat ein unglaubliches Gespür für solche Dinge. Und er dachte, vielleicht könne er die Stimmung etwas aufheitern.

Mit einer Bemerkung, welche die meisten Leute beleidigend empfanden und für die er sich entschuldigte?

Aber nein, ich dachte eher an seinen Kommentar über die Sorgen der britischen Regierung.

Sorgen?

Sorgen. Die britische Regierung veröffentlichte auf ihrer Website eine Erklärung. Ich zitiere: "Hugo Swire, der Minister für den Fernen Osten und Südostasien hat den Thailändischen Handlungsbevollmächtigten einberufen." General Prayuth verneinte, dass der Attaché einberufen wurde und erklärte, dass Thailand dem Minister vorgeschlagen hatte, die Situation zu erklären.

Okay, wir haben also eine Erklärung angeboten und die wurde akzeptiert.

Genau, das ist das, was der Premier sagte.

Aber die Briten sagten auch, und ich zitiere:"Es gibt ernsthafte Bedenken im Vereinigten Königreich wie die Untersuchungen von Seiten der Thailändischen Behörden durchgeführt wurde."

Ja, es gab Bedenken. Bedenken, dass die Thailändische Polizei eine solch exzellente Untersuchung durchführen konnte und die Täter so schnell festgenommen wurden.

Alles klar. Aber, nur mal angenommen, wenn wir alles aus einer anderen Perspektive anschauen, würden Sie sagen, dass die Polizei ein komplettes Schlamassel angerichtet hat und der Premier einen schweren Fehler macht, wenn er dazu steht?

Gut, das ist nicht unsere Sichtweise.

Nein, ist es nicht, das verstehe ich. Aber die meisten Leuten würden sagen, wenn Sie die Korruption wirklich ausrotten wollen, müssten Sie bei der Polizei beginnen. Und der Fall Koh Tao hätte einen guten Start abgegeben. Aber die Gelegenheit wurde anscheinend ausgelassen.

Gut, Reform der Polizei, lieber Gott, das ist eine Herkules Aufgabe.

Zu gross für diese Regierung?

Nein, nein, sicherlich nicht. Aber Sie müssen begreifen, dass die Polizei eine Menge an Informationen über jeden hat, Sie, mich, sogar über Mitglieder der Regierung und der NLA und so weiter.

Was Sie weiter geheim halten wollen?

Nein, nicht unbedingt. Aber denken Sie einmal nach. Wenn die Polizei, wie auch immer, nicht mehr korrupt wäre, effizient und kompetent würde, Verbrechen aufklärte, keine Verhafteten mehr quälte und der Verkehr auf einmal rollen würde, überhaupt all dies Dinge, was denken Sie, wie das Militär dann aussehen würde?

Khun Jod Lukplasaenmon, herzlichen Dank für das Interview.

Quelle: Prachatai

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